Das alte Hirschhorn wird wieder lebendig: Altstadtfreunde haben für 2018 einen neuen Kalender mit früheren Stadtmotiven zusammengestellt

Nach einem Jahr Pause gibt es ihn wieder: den Kalender mit Motiven aus der Neckarstadt, veröffentlicht vom Verein der Altstadtfreunde. Seine Fans dürften den Vorverkaufsstart am 21. Oktober sehnsüchtig erwarten. 13 Motive inklusive Deckblatt haben die Verantwortlichen dieses Mal unter dem Titel „Hirschhorn wie es einmal war…“ für 2018 zusammengetragen. Zum sechsten Mal lässt sich so die Stadt in jedem Monat auf besondere Weise erfahren.

Hirschhorner Gaststätten, Geschäfte, Ortsimpressionen, Originale und die Fastnacht bildeten in den vergangenen Jahren die Themen des begehrten Kalenders. „Wir haben etwas längere Zeit für neue Ideen gebraucht“, begründet Altstadtverein-Vorsitzender Reiner Lange die einjährige Pause. Zusätzlich waren die drei Hauptverantwortlichen beruflich stark eingespannt. Als man dann im Frühjahr in die Diskussion einstieg, fiel das zeitlich zusammen mit Langes Sichtung des Nachlasses seines Vaters Heinz.

Dieser war viele Jahre Vorsitzender der Freunde der Hirschhorner Altstadt gewesen – ein Ehrenamt, in dem ihm der Sohn nachfolgte. Der Fundus war sehr umfangreich. So trug man dann Ansichten zusammen, die Hirschhorn vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen. Die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Stadt mit ihren Straßen und Gassen lassen erahnen, welche Veränderungen sich ergaben, aber auch welche Konstanz es noch gibt.

Mit der Bildauswahl, so Reiner Lange, „haben wir versucht, möglichst viele Facetten unserer Stadt aus der vergangenen Zeit zu beleuchten“. Nicht immer sah früher alles schöner aus. „Doch nehmen uns die Aufnahmen mit auf eine Zeitreise durch unsere Heimatstadt.“ Die zeitliche Einordnung der Aufnahmen und Postkarten ließ sich entweder durch Stempel, Datierungen oder genaue Inaugenscheinnahme der baulichen Aspekte erreichen.

Die verschiedenen Blickwinkel werden durch Bilder von Vorder- und Hinterstädtchen, Kirche und Schloss, aber auch Ersheim, Kapelle, Marktplatz, Hauptstraße, Klostergasse oder Neckaralm deutlich. Gerade dieses Motiv der ehemaligen Gaststätte aus den 1920er Jahren im September 2018 „fällt aus dem Rahmen“, macht Lange die Seltenheit deutlich. Denn normalerweise gibt’s Bilder nur aus der anderen Richtung. Dieses mit dem Schloss im Hintergrund, von Moosbrunn kommend, ist etwas Besonderes.

Die Neckaralm gibt es schon längst nicht mehr, sie wurde 1969 geschlossen. Zahlreich sind die Erzählungen über die verschiedenen Sperrstunden. Denn die Gaststätte wurde zwar Hirschhorn zugerechnet, lag aber auf badischer Gemarkung. Und die Sperrstunde differierte um eine Stunde von Land zu Land… Auch der Mai 2018 ist eine Seltenheit: Hier ist die Postkarte zum Anlass des Wettsingens aus dem Jahr 1906 abgebildet, ausgerichtet vom Sängerbund Neckartal. Ein wirkliches Unikat.

„Nicht für jede gute Idee gibt es immer Material“, erläutert Lange, dass es zahlreiche Anregungen gab. Die sich aber dann leider mangels Masse nicht verwirklichen ließen. Denn Resonanz aus der Bevölkerung bekommen die Altstadtfreunde immer viel. Mit der rechnet der Vereinsvorsitzende auch nach Veröffentlichung. „Da kommt von unseren Rentnern bestimmt noch der eine oder andere Tipp“, schmunzelt er.

Denn alles konnten die Initiatoren auch nicht zuordnen. So gibt es auf dem Februar-Motiv mit evangelischer Kirche, Kloster und Altstadt (entstanden in den 1950er Jahren) im Vordergrund ein kleines Gebäude, das Lange nicht bestimmen kann. Was er weiß: Die in der Bildmitte sichtbare Rennescheuer existiert nicht mehr. Dafür heute die Umgehungsstraße, wovon zu dieser Zeit noch nichts zu sehen. Hier plätschert der Neckar noch bis praktisch an die Stadt- und Kirchenmauer.

Info: Kalender 2018 „Hirschhorn wie es einmal war…“, herausgegeben vom Verein Freunde der Hirschhorner Altstadt, limitierte Auflage 300 Stück, Preis 13 Euro, Verkaufsstart am Samstag, 21. Oktober von 11 bis 13 Uhr am Freien Platz. Der Kalender ist ab Montag, 23. Oktober, in den Verkaufsstellen Sparkasse und Volksbank, Schreibwaren Münz und Sportlerheim „Bei Ätsche“ erhältlich.

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Rothenberger Feuerwehren übten an der Sporthalle Hand in Hand mit dem DRK

„Alles lief soweit nach Plan“. Rothenbergs Gemeindebrandinspektor (GBI) Marco Johe war sehr zufrieden mit der Jahreshauptübung aller vier Gemeindewehren, zu der 58 Brandschützer an der Sporthalle zusammengekommen waren. Dort sah das Szenario vor, dass es in den Jugendfeuerwehrräumen beim Waffelbacken anlässlich Halloween zu einer Verpuffung gekommen war. Sechs vermisste bzw. verletzte Personen galt es neben der Brandbekämpfung aus dem Mannschaftsraum zu bergen.

Neben den Wehrleuten unter der Einsatzleitung des stellvertretenden GBI Oliver Fink war auch der benachbarte DRK-Ortsverband mit acht Personen unter der Leitung von Roland Heckmann mit an der Übung beteiligt. Fünf Sanitäter, zwei Rettungssanitäter und ein Rettungsassistent übernahmen die „Verletzten“ und kümmerten sich um sie. Von diesen waren sowieso nur drei „lebendig“ in Gestalt von geschminkten Mitgliedern des Jugendrotkreuzes dabei, bei den anderen drei handelte es sich um Dummys.

Die Rothenberger Wehr mit ihrem Katastrophen-Löschfahrzeug LF 10 KatS und dem Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 war logischerweise als erste vor Ort, da sich das Gerätehaus direkt neben der Sporthalle befindet. Deshalb kümmerten sich diese Wehrleute vorrangig um die Menschenrettung. Als weiteres rückte die Kortelshütter Wehr mit ihren Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) sowie dem Mannschaftstransportwagen (MTW) aus und war ebenfalls an der Bergung der Verletzten beteiligte.

Von beiden Wehren waren jeweils zwei Trupps à zwei Personen mit Atemschutz ausgerüstet und drangen ins Gebäude ein. Sowohl Bürgermeister Hans Heinz Keursten als auch der Beerfeldener Wehrführer Rolf Scheuermann, gleich stellvertretender Kreisbrandinspektor, überzeugten sich von der Schlagkraft der Rothenberger.

Mit Unterstützung des Gerätewagens Logistik (GW-l) der Rothenberger legten die Ober-Hainbrunner eine zusätzliche Wasserleitung von der Zisterne am alten Feuerwehrhaus etwa 600 Meter auf die Höhe. Damit, so Johe, sollte der Gefahr entgegengetreten werden, dass die wegen des Brandes gefährdete Zisterne an der Sporthalle möglicherweise ausfallen könnte. „Wir haben auf dem Berg wenig Wasser und wenig Druck auf der Leitung“, erläuterte er. Aufgrund der Größe des Objekts sei diese Vorsichtsmaßnahme angebracht.

20 Minuten dauerte die Leitungsverlegung. „Das ist okay“, meinte Johe mit Blick auf die Uhr. Die zusätzliche Reserve ist seinen Worten zufolge kein Muss, aber mit Blick auf die gute Personalsituation bei der Übung eine sinnvolle Maßnahme. In diesem Zug ließ der GBI auch noch die beiden Pumpen auf dieser Strecke testen. „Wenn wir gerade dabei sind“, schmunzelte er.

Die Finkenbacher wiederum bereiteten vom Hydrant im Gammelsbacher Weg her einen Löschangriff auf der Rückseite der Halle vor, „um sie gegen ein Übergreifen der Flammen zu schützen“. Lob heimste vom GBI der schnelle Einsatz des Lüfters ein. „Der drückt den ganzen Rauch hinten zum Fenster aus“, sagte er. Eine klare Sicht sei unverzichtbar, wenn es um die Bergung von Verletzten gehe.

Ins Szenario mit eingebaut wurde auch ein Atemschutznotfall. Danach bekam ein Feuerwehrmann keine Luft mehr, erlitt einen Kreislaufkollaps und musste gerettet werden. „In einem solchen Fall kommt die Mayday-Meldung von innen“, so der GBI. Die Bergung des Kameraden hat dann absolute Priorität vor der weiteren Brandbekämpfung. Als das Feuer „so weit gelöscht war“, folgte die Nachkontrolle in der angrenzenden Sporthalle, ob es doch noch Glutnester gibt oder irgendwo der Brand übergesprungen war.

Neben dem schnellen Lüftereinsatz stellte Johe auch noch das rasche Auffinden der Verletzten heraus. Auch das Schlauchmanagement funktionierte gut. Denn der Einsatzleiter muss das Objekt abschätzen, um zu wissen, wie viele Meter Schlauch benötigt werden – „um auch in die hinterste Ecke zu kommen“.

Bei der Rothenberger Feuerwehrübung waren etwa 700 Meter B-Schläuche mit einem Durchmesser von 75 Millimetern in Gebrauch. Dazu noch einmal vier C-Rohre, zwei für innen und zwei für außen, mit zusammen etwa 150 bis 200 Metern. Sie haben einen Durchmesser von 42 bis 52 Millimetern.

Rauschender Start in die neue Kampagne: Narrhalla Ober-Hainbrunn stellt am 11.11. die neuen Gesichter und den Orden vor

„Lasst die Fastnacht beginnen“ heißt es wieder pünktlich zum Schnapszahl-Datum 11.11. bei der Narrhalla Ober-Hainbrunn. Um 20.30 Uhr startet die Kampagnen-Eröffnung in der Sporthalle. Der Eintritt ist frei. Vorgestellt werden Motto, Orden, Funkenmariechen und Tanzquartett der kommenden Kampagne 2017/2018 sowie die neuen Elferräte. Dem „offiziellen“ Teil schließt sich der Barbetrieb mit Musik an.

Im vergangenen Jahr starteten etwa 100 Besucher mit den Fastnachtern in die neue Kampagne. Mindestens so viele möchte die Narrhalla auch wieder willkommen heißen. Präsident Frank Flachs begrüßt am Abend traditionell die Feierwütigen zu Beginn in der eigens dafür schön geschmückten Sporthalle. Er stellt dann das neue Motto vor, das sich der Fastnachtsausschuss in langen Sitzungen ausgedacht hat. Danach wird der Blick auf den Orden gelenkt. Er wird in einer Auflage von 300 Stück gepresst.

Natürlich ist die Oberzent-Fusion Thema der Kampagne 2017/2018 und wird auf der Plakette verewigt. „Gemeinde Rothenberg“ wird auf dem Ortsschild in Rot durchgestrichen, dafür steht oben drauf nun „Stadt Oberzent“. „Auch als Städter, das ist kein Scherz, Hainbrunn macht weiter Fastnacht mit Herz“, heißt das Motto. Es werden zwei neue Elferratsmitglieder aus dem badischen Nachbardorf Brombach vorgestellt, deren Namen aber noch „top secret“ sind.

Das neue Funkenmariechen Kim Weyrauch findet beim Start in die neue Kampagne ebenfalls breite Erwähnung. Die 20-Jährige ist wie ihre Vorgängerin Janna Schwinn ein Eigengewächs der Narrhalla. Sie tanzt derzeit in der großen Garde mit, den SV-Funken. Daneben ist sie auch Vorstandsmitglied. Ebenfalls wird das neue Tanzquartett den Gästen vorgestellt. Danach gibt’s gute Laune, Musik und Barbetrieb bis in den frühen Morgen.

Pfeilschnelle Aktionen beim Dartturnier: Am 30. Oktober wird in Ober-Hainbrunn wieder Steel-Dart gespielt

Das Steel-Dartturnier von „Double Trouble“ geht in die dritte Auflage. Die Dartfreunde im SV Ober-Hainbrunn richten es am Montag, 30. Oktober, in der Sporthalle aus. Beginn ist 18.30 Uhr, Meldeschluss 18.15 Uhr. Das komplette Startgeld von zehn Euro pro Nase wird im System 40/30/20/10 Prozent an die Erstplatzierten ausgeschüttet. Gespielt wird nach dem System „Steeldart 501 double out – Doppel K.o.“. Der Gewinner erhält den XXL-Wanderpokal.

Im Sommer 2016 erstmals durchgeführt, war bereits die zweite Auflage des Dartturniers in der Ober-Hainbrunner Sporthalle ein Riesenerfolg. „Wir hatten 42 Teilnehmer aus dem ganzen Umkreis, aus Mosbach, Eberbach oder Zuzenhausen sowie Beerfelden, Rothenberg und Hirschhorn“, freut sich Turnierleiter Uwe Kölbl. „Doppelt so viele wie im vergangenen Sommer“, ergänzt Frank Flachs. Der ist Vorsitzender des SV, unter dessen Dach sich die Dartfreunde „Double Trouble“  gegründet hatten.

Für die knapp 20 Mitglieder der SV-Abteilung ist das eigene Turnier ein großes Erlebnis, betont Flachs. Teils Vereins-, teils Hobbyspieler sind mit dabei, beobachtet er. Die Besonderheit ist das „Steeldart“ mit Metallspitzen, weil ansonsten meist „nur“ noch Automaten-Dart mit Kunststoff-Spitzen gespielt wird. Allerdings werden alle großen Turniere mit den Steeldarts ausgetragen.

Flachs, der früher selbst aktiv war, betont, es kommt auf die verschiedenen Wurftechniken an – „egal wie man zur Scheibe steht“. Wichtig ist es für die Wertung, die Doppelfelder zu treffen. „Die bringen Geld“, also Punkte, die Triple-Felder dagegen sind „was für den Spaß“. Mit der Halle hat man eine „optimale Location“ für den Sport. Die Bühne als Austragungsort und die Übertragung aller Endrundenpartien auf Leinwand stoßen immer auf positive Rückmeldungen bei den Spielern.

Erasmus-Projekt an der Oberzent-Schule Beerfelden: Jugendliche lernen über den eigenen Horizont hinaus zu schauen

Der internationale Schüleraustausch hat an der Oberzent-Schule eine lange Tradition. Seit über zehn Jahren beteiligt man die integrierte Gesamtschule am Erasmus-Projekt der Europäischen Union. Aktuell läuft – seit 2015 – die fünfte Fortsetzung mit einer Schule aus Polen und der Türkei. „Wir müssen jedes Mal ein sehr aufwändiges Konzept erstellen“, weiß Conny Frank, die seit Anfang an dabei ist. Vor vier Jahren kam ihre Kollegin Derya Özdemir mit ins Boot. Beide betreuen nun federführend das Programm.

„Es müssen immer drei Länder mit vertreten sein“, erläutert Frank die Voraussetzungen. Es sei gar nicht so einfach, „die passenden Partnerschulen zu finden.“ Ein roter Faden ist die Beteiligung der Schule aus dem polnischen Elblag. „Sie sind seit Beginn an mit dabei“, so Frank. Bei der Erstauflage waren außerdem noch Lehranstalten aus Portugal und Italien (Neapel) involviert. Später dann wieder Portugal, aber auch mal Irland (Dublin) und Venedig (Italien). Schon beim vorherigen Projekt und auch jetzt wieder ist mit der Partnerschule in Gemlik (Region Bursa) die Türkei vertreten.

„Dress to impress: A fashion kiss for peace“ lautet das derzeitige Motto. Das Projekt wurde für drei Jahre bei der EU beantragt und von dieser auch genehmigt, berichtet Conny Frank. Antragstellung, Konzepterarbeitung, Einreichung und regelmäßige Berichterstattung seien sehr viel Arbeit. Aber erfolgreich: „Wir haben 92 von 100 Punkten erreicht“, zeigt sie sich stolz. Die Partnerschulen nehmen bei Bewilligung automatisch teil. Für die Schüler heißt das dann, dass sie für die Reise nichts bezahlen müssen, weil die EU den Austausch finanziert.

Von diesem Auftakt vor eineinhalb Jahren ist Conny Frank vor allem noch die Fashion-Show vor dem Berliner Reichstag in besonderer Erinnerung. Mit viel Aufwand wurde dafür die Genehmigung erreicht. Die Schüler trugen die Friedensaktivitäten in die Hauptstadt, freut sie sich. Denn darum geht es: die Kinder für das Motto Frieden/Peace zu sensibilisieren. Dies geschieht über das Thema Mode, mit dem die 13- bis 16-jährigen Jugendlichen etwas anfangen können.

Nach dem Auftakttreffen im April 2016 in der Oberzent gab es bereits einen Gegenbesuch in Polen. 15 Schüler aus dem Beerfeldener Erasmus-Team, einem festen Bestandteil des Schullebens, reisten im April dieses Jahres nach Polen. Der geplante Gegenbesuch in die Türkei wird leider aufgrund der angespannten politischen Situation ausfallen, bedauert die Lehrerin. Dort war die ganze Schule an der Umsetzung beteiligt. „Wir wollen den Friedensgedanken weitertragen“, erläutert Frank die Motivation.

Das absolute Highlight war in Elblag/Nähe Danzig die Entwicklung einer gemeinsamen länderübergreifenden Fashionshow mit weißen Luftballons und Friedensbotschaften, die zuvor in diversen Workshops vorbereitet wurden. In der riesigen Sporthalle mit transparentem Dachgewölbe entstanden durch musikalische Untermalung eine Stimmung voller Begeisterung und ein fröhliches Miteinander.

In diesem Schuljahr wurde in Beerfelden ein neues Erasmus-Team gebildet, da viele bisher dort aktive Zehntklässler im Sommer die Oberzent-Schule verlassen hatten. Acht- bis Zehntklässler sind nun in ihm vertreten. Für Frank und Özdemir ist es „sehr spannend“, die Jugendlichen über den Modebegriff für die Völkerverständigung zu interessieren. „Wir machen ihnen auch klar, was der Frieden für uns bedeutet“, so die Lehrerin. Gerade in der aktuellen politischen Situation mit viel Unruhe auf der Welt sei das sehr wichtig.

„Es ist toll, dass die Schüler durch das Erasmus-Programm die Möglichkeit haben zu reisen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen“, betont Derya Özdemir. Sie bedauert, dass der Gegenbesuch in der Türkei nicht möglich ist. Eine Schülerreise dorthin werde vom Auswärtigen Amt nicht empfohlen. Deshalb findet der Abschluss in Beerfelden statt. Somit können die türkischen Schüler aus Gemlik leider nicht bei diesem Finale des dreijährigen Projekts dabei sein.

Beide Lehrerinnen freuen sich über die Möglichkeit, über Erasmus die Schüler „für eine gemeinsame Sache begeistern zu können“. Damit lernen die Jugendlichen, „über den eigenen Horizont der Oberzent hinauszuschauen“. Die 13- bis 16-Jährigen werden dadurch weltoffener und toleranter. „Vorurteile werden abgebaut“, betonen Frank und Özdemir. Genau diese Zielsetzung des Projekts habe sich schon oft erfüllt, beobachteten beide.

Der Verlust des Zehn-Liter-Bierglases war 2016 fürs Rothenberger Kerwekomitee der „Super-Gau“

„Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Dafür haben sich im Höhendorf einige Gleichgesinnte zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahr wieder die Kerwe veranstalten. Die spielt sich vor allem in den verschiedenen Gaststätten ab. Dieses Jahr wurde das bunte Treiben aber auch in Form einer Planwagenfahrt durch den Ort mehr nach außen getragen, erläutert Benny Beisel, der zusammen mit den anderen Kerweborscht den viertägigen Event organisiert. Er ist seit 2011 dabei.

Eine Tradition wie die Kerwe selbst ist seit ihrer Wiederauferstehung das Zehn-Liter-Bierglas. Es wurde 2009 gekauft und dann jedes Jahr mit dem Namen des aktuellen Kerweborschts und der jeweiligen Jahreszahl versehen. „Dafür fahren wir immer nach Neckarzimmern, um das im Kristallparadies per Hand eingravieren zu lassen“, so Beisel. In jeder Gaststätte, in die das Kerwekomitee während der vier tollen Tage einkehrt, wird das Glas neu befüllt und kreist dann.

Großes Wehklagen gab es im vergangenen Jahr, erinnert sich Beisel. „Keiner wusste mehr, wo das Glas nach der Kerwe 2015 abgeblieben war.“ Was bedeutete, dass für 250 Euro ein neues gekauft werden musste. Der Verlust war für die Kerwefans „der Super-Gau“. Aber wie es eben so kommt, wurde das gute Stück doch wieder gefunden: Es stand im Pokalschrank der „Quelle“. Das doppelte Bierglas hat nun auch sein Gutes: Das alte, wertvolle, wird jedes Jahr aufs Neue graviert. Das neue fährt ist über die Kerwe dabei. Sollte es mal zu Bruch gehen, dann ist das nicht ganz so schlimm.

Um die Ausgaben zu bestreiten, geht in jeder Gaststätte der Hut von Kerweparre Tobias Genschel herum. Er ist neben Dennis Bartmann, Jochen Weinthäter, Sascha Hafner, Jens Beisel und Manuel Bauer derjenige, der vor acht Jahren die Gauditruppe mit ins Leben rief. Seitdem kam zu dieser jedes Jahr einer dazu: der herausgedeutete Kerweborscht. Aktuell sind es 15 Mitwirkende.

Auf diese Weise sind praktisch sämtliche Ortsvereine wie MGV, Feuerwehr, Posaunenchor oder SG durch ihre Mitglieder in der Kerwe aktiv. Der Kerweparre bekam in diesem Jahr Simon Hammann als Vikar zur Unterstützung an die Seite. Zum Kerweborscht wurde Steffen Bartmann auserkoren. „Wir besprechen uns im Komitee, wer aus der Jugend in Frage kommt“, erläutert Beisel. Klar muss der diesen Spaß auch mitmachen wollen. Denn diese „Ehre“ kostet immer etwas. „Er muss den Geldbeutel aufmachen und die Truppe versorgen.“

Zwar werden die Lokalrunden auch aus dem Hut bestritten, aber es wird natürlich gern gesehen, wenn der Borscht auch ein paar Euro locker macht. Die Hutgelder gehen daneben an den Wirt, um das Verköstigte zu bezahlen. Was übrig bleibt, wird für die Gruppe verwendet. Und meistens natürlich in Flüssigkeit investiert. Aber auch, um etwa das neue Glas zu bezahlen oder sonstige Anschaffungen rund um die Kerwe zu tätigen.

Jeder der Beteiligten „fiebert auf diese vier tollen Tage hin“, weiß Benny Beisel. Viele aus dem Komitee nehmen extra dafür Urlaub. „Eigentlich bräuchten wir danach auch welchen“, weist er schmunzelnd auf die anstrengende Zeit hin. Die Vorbereitungen starten bereits ein paar Wochen im Vorfeld. Da wird überlegt, wer der Kerweborscht sein könnte und wie die Aktionen aussehen. „Außerdem bauen wir den Wagen auf den Hänger auf.“

Start der Gaudi ist immer mit der Ausgrabung der Kerwe in Form von zwei Flaschen Bier auf dem Höhenrücken zwischen Modellflugplatz und Sporthalle. Die ging dieses Mal ziemlich schnell vonstatten. Es kann manchmal aber auch passieren, dass man die vergrabene Kerwe aus dem Vorjahr nicht so schnell findet. Je nachdem wie gut sie versteckt ist. „Wir haben schon Mal eine Stunde gebuddelt“, lacht Beisel.

Die Planwagenfahrt stößt auf schöne Resonanz in der Bevölkerung. Traditionell gehören der Sonntag- und Montagabend dem Kerweessen in der „Quelle“, wenn sich das Komitee dort zu Schlachtplatte oder Büfett trifft. Allerdings setzt dann auch das große Wehklagen ein. Denn die Kerweschlumbel wird im Anschluss an die Montags-Völlerei verbrannt. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben.

Früher, weiß Benny Beisel, gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, „wird es jedes Jahr ein bisschen mehr“, so Beisel. „Das macht immer einen Riesenspaß“, freut er sich nach der nassen diesjährigen Bestattung der Schlumbel schon aufs nächste Jahr.

Damit die Bürger nicht selbst löschen müssen: Finkenbacher Feuerwehr startete ungewöhnliche Aktion zur Mitgliedergewinnung

Vereine müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Bei der Finkenbacher Feuerwehr will man nicht tatenlos zusehen, wie die Mitglieder der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins immer weniger werden. „Wir sind zwar noch ganz gut aufgestellt, aber wollen schon frühzeitig im Vorfeld handeln“, erläutert Vorsitzender Jens Schindler die besondere Werbeaktion, mit der die Brandschützer jetzt im Ort unterwegs sind. „In der näheren Umgebung ist mir das in der Form noch nicht untergekommen“, meint er angesichts des unkonventionellen Herangehens.

Schindler griff dabei auf eine etwas provokante Kampagne zurück, die vor einiger Zeit von der Feuerwehr Vallstedt/Allvesse (in der Nähe von Braunschweig) zusammen mit Typografix Design ins Leben gerufen wurde. Vor zwei Jahren fiel sie dem Odenwälder in die Hände. „Haushalts-Löscheimer“ steht auf den weißen Gefäßen, die in 240-facher Ausfertigung an alle Finkenbacher Haushalte verteilt werden.

Dankbar ist man bei der Wehr der Firma Bechthold in Beerfelden, die diese zur Verfügung stellten. Die Eimer sind als Geschenk für die Finkenbacher gedacht. In der Hoffnung, „dass sie nie zum Löschen gebraucht werden“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Alexander Volk. Ein Flyer, den die Ehrenamtlichen in stundenlanger Arbeit in jedes Behältnis legten, weist die Bürger darauf hin, dass es immer weniger Vereinsmitglieder gibt „und die Feuerwehren langsam kaputt gehen“, so Schindler. Vor allem ist es ja nicht nur die Brandbekämpfung, mit der die Wehren aktiv sind. Sie leisten ebenso einen großen Beitrag zum kulturellen Leben im Ort. Wie die Finkenbacher mit ihrem Weinfest. Auch die Durchführung des „Finki“-Festivals ist ohne sie nicht mehr denkbar.

Wenn keine Floriansjünger mehr ausrücken, sind die Einwohner im Notfall selbst gefragt. Deshalb auch die Löscheimer, um mit eigener Kraft einem Feuer zu Leibe rücken zu können. „Brand unter 112 melden, zehn Minuten abwarten in der Hoffnung, dass die Feuerwehr kommt, wenn nicht, dann Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen“, lautet die Anweisung. Und: „Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden.“

Die merkwürdigen Instruktionen sind auf der Rückseite erklärt. Dort werden die Aufgaben der Wehr erläutert und wird auf ihre Bedeutung im Ort hingewiesen. Durch den Löscheimer „soll mit Witz und Ironie darauf aufmerksam gemacht werden, dass die ehrenamtliche Tätigkeit einer Feuerwehr wichtig ist“, betont Schindler. Die Finkenbacher wünschen sich mehr aktive Mitglieder, „um Mitbürgern in Not zu helfen“. Neben den Alteingesessenen will man auch Zugezogene erreichen.

Wenn sich jemand nicht aktiv einbringen kann oder möchte, ist eine Fördermitgliedschaft ebenso willkommen. „Das kostet nur einen Euro im Monat“, weist der Vorsitzende darauf hin, dass auch wenig Geld der Feuerwehr hilft. Denn mit Vereinsgeldern werden etwa Ausgehuniformen beschafft. Oder, wenn genug zusammen gekommen ist, ein Fahrzeug wie der Mannschaftstransportwagen auf eigene Kosten beschafft. Zusätzliche Ausrüstung wird ebenfalls darüber finanziert.

Damit der Flyer nicht nur graue Theorie bleibt, lädt die Feuerwehr am Samstag, 21. Oktober, ab 9 Uhr zu einem Tag der offenen Tür rund um ihr Gerätehaus in der Wetterbergstraße ein. Dabei präsentiert die Einsatzabteilung unter anderem ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W). Der Verein informiert über seine Aufgaben, von der Jugendfeuerwehr gibt es eine kleine Schauübung zu sehen.

„Wir haben nur noch acht Jugendliche in unseren Reihen“, bedauert Wehrführer Fabian Sauter. „Ein paar mehr dürfen gerne noch dazu kommen.“ Denn Jugendwehr bedeute Spaß im Team, Wettbewerbe mit anderen Feuerwehren, Gruppenstunden, Zeltlager und vieles mehr. In der Einsatzabteilung sind es derzeit 31 Aktive. Der Verein zählt insgesamt 130 Mitglieder. Neben den verschiedenen Aktivitäten wird am Aktionstag auch per Brandsimulator gezeigt, wie man löscht.