Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule Beerfelden als stellvertretender Schulleiter zur Geschwister-Scholl-Schule Bensheim

Vom Odenwald an die Bergstraße: Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule (OZS) in der gleichnamigen Stadt als stellvertretender Schulleiter an die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim. Der 41-Jährige war zuvor knapp acht Jahre in Beerfelden tätig. 2010 wurde er zum Rektor an einer Gesamtschule zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben befördert. Er nahm an seiner bisherigen Wirkungsstätte Aufgaben eines pädagogischen Leiters wahr.

Der aus Lippe in Westfalen stammende und derzeit noch in Erbach wohnende Stricker war vorher zwei Jahre an der Georg-Ackermann-Schule in Rai-Breitenbach tätig. Der Wechsel nach Bensheim bedeutet auch eine völlig neue Dimension weg von der „beschaulichen“ Oberzent-Schule mit ihren knapp 400 Kindern hin an eine kooperative Gesamt- mit Oberschule und 1600 Schülern.

Seit August 2011 war Stricker in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ans Staatliche Schulamt abgeordnet: als zertifizierter Fortbildner für kompetenzorientiertes Lernen in Gesellschaftswissenschaften (KoLLeG-Projekt), als fachlicher Unterrichtsentwicklungsberater Deutsch für Gymnasien und als Fachberater für Deutsch als Zweitsprache sowie pädagogischer Mitarbeiter. Besagte Scholl-Schule wurde von ihm in Guntersblum zusammen mit Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert (der Fortbildungen für Haupt- und Realschulen durchführte) eine Klausurtagung des Schulleitungsteams gemeinsam gecoacht.

In der Ausschreibung für den Stellvertreter-Posten fand sich Stricker wieder: Unter anderem ging es um die Schulentwicklung und die Verbesserung der Kommunikationsstruktur. Eine neue Herausforderung, der er sich gern stellen will und dafür auch einen Umzug in Kauf nimmt. „Thomas Stricker ist sehr gut bei uns angekommen“, freute sich bereits GSS-Schulleiterin Dr. Angela Lüdtke. Seit dem Amtsantritt Anfang Mai wurden von ihm bereits die ersten Neuerungen implementiert.

Auch wenn der Wechsel mitten im Schuljahr erfolgte, so kümmerte sich Stricker darum, dass es einen gut vorbereiteten Übergang gab. An seiner alten Wirkungsstätte bereitete er mit seiner Klasse noch die Abschlussprüfungen vor. Sein bisheriger Chef Bernd Siefert zeigte sich trotz des Abschieds stolz darüber, dass die OZS in den vergangenen 18 Monaten „drei Schulleiter ins System brachte“. Erst ihn, Siefert, als OZS-Eigengewächs zum Schuljahresbeginn 16/17, dann ein Jahr später Arndt Neumann als Stellvertreter an die Schiller-Schule Bensheim und jetzt Stricker.

Bei der Verabschiedung wünschte ihm Siefert ein glückliches Händchen bei den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Er zitierte aus der aktuellen dienstlichen Beurteilung: „Sein zielstrebiger, effektiver und wertschätzender Umgang mit allen Personen im Schulalltag verschafft ihm Respekt und Anerkennung“, heißt es dort über Stricker. Der Pädagoge beweise in allen Fragen schulischen Handelns einen guten Systemblick und entwickle zu organisatorischen wie personellen Sachfragen konstruktive Lösungsansätze.

 

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Besucherrekord beim Mühlentag an der Alten Pumpe in Rothenberg

Besucherrekord beim Mühlentag: 115 Interessierte begrüßte das Team des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVR) an der „Alten Pumpe“ zwischen Rothenberg und Kortelshütte. „So viele wie noch nie“, freute sich Vorsitzender Thomas Wilcke, der zusammen mit Tina Foshag, Doris Edelmann und Frank Braner die Gäste betreute. Das herrliche Wetter trug seinen Teil dazu bei, dass viele Ausflügler beim Industriedenkmal einen Halt einlegten. „Die meisten kamen von weiter her“, stellte Wilcke fest.

Bereits kurz nach der Mittagszeit durften sich die Ehrenamtlichen über 40 Besucher freuen. Im Laufe des Nachmittags kamen noch einmal fast doppelt so viele dazu. Da der Rothenberger Posaunenchor dieses Mal am Pfingstmontag nicht feierte, gab’s außer der Reihe die geplanten Bratwürste an der Alten Pumpe. Zusammen mit dem selbstgebackenen Kuchen waren die am Ende des Tages alle restlos verputzt. „Très interessant“ vermerkte eine französische Reisegruppe, die sich im Kortelshütter „Lamm“ für eine Wanderung einquartiert hatte, im Gästebuch.

Darmstadt, Dieburg, Heilbronn oder Hiltersklingen lauteten weitere Herkunftsorte der Gäste. „Im Hirschhorner Schloss haben wir geheiratet“, erklärte eine Mutter ihren Kindern nach dem Weg vom Neckartal hoch auf die Odenwaldhügel. Die hatten beim Mühlentag wohl eher ein überdimensionales, sich drehendes Rad erwartet, weswegen ihnen die Pumpe als „Mühle ohne Mühlrad“ schmackhaft gemacht wurde.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagte Wilcke über die „Alte Pumpe“. Außerdem habe das Bauwerk „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit sei. Um es der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, öffnet es der VVR zwei Mal im Jahr für die Öffentlichkeit – im September in der Regel auch am Tag des Denkmals.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen. Denn der Schweizer Schmid’sche Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter in den Rothenberger Hochbehälter.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Wegen des Sandsteinuntergrunds sei das Wasser sehr schnell versickert. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählte Wilcke. Weiter oben „herrschten aber regelmäßig Wassernotstände“. Dort, wo die Tagelöhner wohnten, habe das auch zu einer Belastung der Familien geführt.

Zupass kam den damaligen Ingenieuren laut Wilcke, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste. „40 Meter unterhalb wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so der VVR-Mann. Die dort erreichten vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma das lebenswichtige Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig gewesen sei, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lasse sich die Energie gewinnen, führte Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. Da das alte Pumpenhaus recht unzugänglich liegt, entschloss man sich, an verkehrsgünstig gelegener Stelle an der L 3410 ein neues Gebäude zu errichten und die Anlage darin funktionsfähig zu installieren. Seit Beginn des Jahrtausends ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

Info: Eine Besichtigung der Anlage und Gruppenführungen sind nach Anmeldung bei der Touristik Oberzent, Regina Georg, unter Telefon 06068/7590-520, oder Thomas Wilcke, 06275/1027, jederzeit möglich.

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt. Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht. Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten.

Spenden für die Finkenbacher Voraushelfer-Gruppe fließen

In kurzer Zeit hat sich viel getan. Es ist gerade ein paar Wochen her, dass Freiwillige Feuerwehr Finkenbach und DRK Rothenberg bekannt gaben, eine Voraushelfer-Gruppe einrichten zu wollen. Aber schon bis zum Grillfest waren die Spenden reichlich geflossen. Das Geld für den gewünschten Defibrillator mit einer Anschaffungssumme von 1800 Euro wurde bereits zugesagt, auch eine zusätzliche Helfer-Tasche mit Anschaffungskosten von 300 Euro ist gesichert. Dazu kommen weitere, kleinere Geldspenden.

Das traditionelle Grillfest am Feuerwehrhaus nutzten die Brandschützer, um über ihr Vorhaben eine breitere Öffentlichkeit zu informieren. Der offizielle Start wird laut dem stellvertretenden Wehrführer Wolfgang Buchert erst im Juni sein. Denn die Funkmeldeempfänger müssen noch für die Tätigkeit freigeschaltet sein. Das sind zwar die gleichen, die die Feuerwehr schon bisher nutzt, aber es muss eine zusätzliche Schleife aktiviert werden. Neben Christian Niesen und Marcel Steinmann, die bereits jetzt aktiv sind, können vier Feuerwehrleute sofort starten. Die anderen absolvieren noch den entsprechenden Lehrgang.

Ein tödlicher Motorradunfall vergangenen Sommer in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass tagsüber immer jemand in Notfällen greifbar ist.

Beim DRK Rothenberg mit Bereitschaftsleiterin Anja Braner stieß man mit diesem Ansinnen auf offene Ohren. Die Rotkreuzhelfer engagierten sich stark beim Aufbau. 13 Personen gehören der Gruppe an. Die Aktiven sind auf Spenden für ihre ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Entsprechende Dosen stehen auch in Mareikes Backshop oder im Finkenbacher Schwimmbad.

Die Mitgliedschaft bei den Brandschützern ist allerdings keine Bedingung, um bei der Voraushelfer-Gruppe mitzumachen, betont Vereinsvorsitzender Jens Schindler: „Interessierte Bürger können sich uns gerne anschließen.“ Denn alles steht unter einem wichtigen Ziel: „Die medizinisch nicht versorgte Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, soll möglichst gering gehalten werden.“ Je mehr Helfer verfügbar sind, desto größer ist die die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen greifbar ist. Die Koordination geschieht über die Leitstelle. Im Notfall muss weiterhin die 112 gewählt werden, betonen die Aktiven.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt  Buchert hervor. Die Betroffenen sehen in einem Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Mit dem Besuch des Festes zeigten sich Buchert und Wehrführer Fabian Sauter sehr zufrieden. Zwischenzeitlich bildete sich eine Schlange am Grill, musste schnell Brötchen-Nachschub herbeigeschafft werden. Viele Wehren aus der Umgebung wie aus Hirschhorn, Langenthal, Rothenberg, Falken-Gesäß, Kortelshütte oder Ober-Hainbrunn schauten bei den Kameraden vorbei. Die Übertragung des Fußball-Pokal-Finales lockte ebenfalls.

Auch zu späterer Stunde wussten die Feuerwehrleute, wie die Gäste am Ball bleiben. Die Bar öffnete in der Halbzeitpause und hatte neben einer extra gemixten Himbeer-Bowle auch diverse Gin-Mischungen im Angebot. Wem es abends draußen etwas zu frisch wurde, konnte ins Feuerwehrhaus ausweichen.

Weitere Infos zur Voraushelfer-Gruppe bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de. Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.

Rockig-bluesig-soulig mit funkigen Einsprengseln: Hamilton Loomis mit seiner Band im Weinheimer „Muddy’s“ zu

Schon die ersten Töne machen klar, wie der musikalische Hase laufen wird: rockig-bluesig-soulig mit funkigen Einsprengseln. Hamilton Loomis ist ein Tausendsassa, der mit seiner Band diesen Spagat mühelos vollbringt und es locker schafft, in einem Song alles davon unterzubringen. Der Texaner war nach sechs Jahren wieder mit seiner Band zu Gast im „Muddy’s Club“. Es dürfte dieses Mal ebenso gemütlich gewesen sein wie damals, denn der Zuschauerandrang hielt sich bedauerlicherweise in Grenzen.

Dabei ist der Gitarrist, Sänger, Mundharmonikaspieler und geborene Entertainer eigentlich einer, der keine Grenzen kennt. Seine Gitarre beherrscht er aus dem Effeff, die (Mouth) Harp ist ihm quasi an den Lippen festgewachsen, das Publikum hat er durch seine lockere Art fest im Griff und mit seiner Stimme verleiht er den Songs die richtige Form: modelliert, akzentuiert, ausdrucksvoll. Dabei kommt Loomis zupass, dass sein Organ nicht nur ein Anhängsel der Gitarre ist, wie dies dem Gitarrenhexer Joe Bonamassa manchmal spöttisch nachgesagt wird, sondern ein eigener Charakter.

Doch der Künstler wäre nichts ohne sein Band. Da fällt zuerst Fabian Hernandez ins Auge bzw. geht in die Ohren – wenn der das Saxophon zur Hand nimmt. Mit seinen ausgefeilten Soli ist er Loomis in punkto Außenwirkung ebenbürtig und sorgt so für das gewisse Etwas der Blues- und Rocksongs. Wenn er nicht gerade die Metallknöpfe drückt, sind es die schwarzen und weißen Keyboardtasten, die für einen vollen Sound sorgen.

Eher unauffällig agieren Mike Mead (Bass, Background Vocals) und Armando Aussenac (Schlagzeug). Sie sind dafür zuständig, den jeweiligen Songs den richtigen Rahmen zu geben, während Loomis der Improvisation freien Raum gibt. Die Bühne ist ihm dabei nicht genug. Zuerst macht er einen Ausflug ins seitliche Muddy’s-Gewölbe, ehe er die vordere Stuhlreihe entert und danach spielerisch den Gang entlang tänzelt. Grimassen schneidend albert er vorn auf der Bühne herum und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

„Basics“ heißt die neue CD des 42-jährigen Gitarrenvirtuosen, auf der er – Nomen est omen – sehr bodenständig zu Werke geht. Doch von dem Anspruch darf man sich nicht täuschen lassen. Oftmals starten seine Songs langsam, gemächlich, balladesk, aber spätestens mit dem Refrain geht dann die Post ab. Loomis streut hier mal den Riff von „Smoke on the Water“ oder „Kashmir“ ein, dort sind ein paar Töne von ZZ Top zu hören, woanders könnte mit den schnellen Gitarrengriffen auch eine Hardrockband den Saal zum Beben bringen.

„Bow Wow“ ist so ein Knaller, bei dem Loomis nicht übers Wasser, aber über Stühle geht, 20 Minuten lang auf seiner Gitarre zaubert, dass man kaum mit dem Hören nachkommt. Er spielt mit seiner Band die Stücke auf den Punkt, schafft abrupte Stil- und Tempiwechsel, sodass das Ohr kaum hinterher kommt. Ein Lob an den Abmischer, der es im Kellergewölbe schafft, dass die klare Stimme des Texaners super zur Geltung kommt und die Instrumente bestens differenziert aus den Boxen schallen.

„Looking  into a dream“ ist ein formidabler Soul-Stampfer, „A Woman like you“ eine Herzschmerz-Ballade, bei der sich die Gitarre zu einem gefühlvollen Solo aufschwingt.  „Eternally“ oder „Aint‘ what it ain’t“ scheinen zu Beginn eher Mainstream-Stücke zu sein, ehe dann aber der Meister der sechs Saiten loslegt. Und schon hat das Lied das Touch des Besonderen.

„Funky little Brother“ macht klar, was sich dahinter verbirgt, doch mit dem Funk ist noch lange nicht Schluss. Spielte Hamilton Loomis schon einen ersten Set über 75 Minuten, so verausgabte er sich nach der Pause noch einmal so lange. Er hinterließ eine begeisterte Zuschauerschar, die sich fragen dürfte, warum der 42-Jährige eigentlich noch nicht zu den ganz Großen des Business gehört. Das Zeug hat er allemal.

Smilla unterstützt die Kinder an der Oberzent-Schule beim Lernen

Fräulein Smilla hat ein Gespür für Kinder. Die sechsjährige Husky-Mix-Hündin von Klassenlehrerin Corinna Kosla ist an drei Tagen mit im Unterricht. „Wenn sie ins Klassenzimmer kommt, begrüßt sie jeden einzeln“, freuen sich die Schüler der Klasse für Lernhilfe. Die Schulhündin begleitet Kosla schon seit Kindheitspfoten in den Unterricht. Der „Smilla“-Dienst darf die Hündin vom Auto abholen und muss sich darum kümmern, dass sie immer Futter und frisches Wasser hat.

„Smilla ist an drei Tagen in der Schule mit dabei. Das sind ganz besondere Tage“, sagt Dennis. „Im Winter mag sie Schnee und im Sommer liebt sie es, durch das hohe Gras zu hüpfen“, stellt Besar fest. „Sie hat spitze Ohren wie ein Fuchs. Ihr Fell ist ganz weich und hat die Farbe schwarz-weiß und beige“, ergänzt Chiara. „Ihre Augen sind braun und sie hat einen ganz lieben Hundeblick“, meint Mira.

Die Hündin „ist super süß und total schlau“, haben die Schüler festgestellt. Sie kann auch schon ganz viele Tricks, „die wir ihr beigebracht haben“: Zum Beispiel Rolle, Give me Five, Gib Laut, Tanzen oder Peng und viele mehr. Im Unterricht lernen die Kinder auch mit ihr. Smilla ist quasi „Co-Lehrerin“, wenn die Klasse Rechen-, Schreib- und Denkaufgaben macht. In der Leseecke wird mit der Hündin gekuschelt und ihr vorgelesen.

Smilla hat ein Herz für Kinder. Wenn ein Schüler mal traurig ist oder jemand weint, spürt sie das sofort „und will das Kind trösten und mit ihm kuscheln“, weiß Dennis. In der Smilla-Stunde wird oft Fußball mit ihr gespielt. Sie ist ganz verrückt danach, sagt Mira. Am Ende des Schultages verabschieden sich alle von der Hündin und freuen sich sehr auf den nächsten Schultag mit ihr.

Smilla erfüllt eine wichtige Rolle im Klassenzimmer: Den Schülern ist sie Seelentrösterin und Aggressionshemmerin, Mutmacherin und Stimmungsaufhellerin, Lernbeschleunigerin und Stressfresserin in einem, weiß Kosla. Es gibt verschiedene Arten, Smilla im Unterricht einzusetzen: aktiv/unmittelbar, passiv/mittelbar, als Verstärker und Objekt der Metaebene. Welche Form zum Einsatz kommt, „entscheide ich je nach Situation und/oder Schüler“, betont die Klassenlehrerin.

„Smilla wurde von mir für die Arbeit als Schulhund ausgewählt und ausgebildet, da sie sehr menschenbezogen, lernfähig, belastbar und ausgeglichen ist“, sagt Corinna Kuska. Sie ist eine sehr verspielte Hündin und weist keinerlei Aggressionspotenzial auf. „Im Umgang mit Menschen zeigt sie eine hohe Toleranz bei Körperkontakt, besitzt eine hohe Reizschwelle gegenüber Lärm und ist nicht schreckhaft“, erläutert sie.

Es gibt einige Ziele in der Arbeit mit dem Schulhund: etwa Beziehungsaufbau und –gestaltung, Unterrichtung und Begleitung der Kinder, Übernahme von Verantwortung, Aufgabenerfüllung, Gestaltung von sozialer Interaktion und gemeinsame Entspannung. Bei den alljährlichen Themenwochen war „Smilla, unser Schulhund“ ein Projekt. Dort erarbeiteten die Schüler eigenständig Vorträge, beispielsweise zu den Themen Hundetricks oder Hundeerziehung.

Wie kann man Schülern und Schulhund eine entspannte, angenehme Lern- und Auszeitmöglichkeit bieten? Dafür hatten sich die Oberzent-Schüler Leon, Leo und Dennis als Projektprüfung eine praktische Arbeit der besonderen Bauart ausgedacht, um ihre Schule „schöner“ zu gestalten. Die drei nahmen mit der Firma Matho Palettenservice in Beerfelden Kontakt auf. Sie hatten Glück und bekamen 13 Euro-Paletten gesponsert. Die Schule unterstützte die drei Jungs mit einem finanziellen Beitrag für die Material-Beschaffung.

Nach einer Woche intensiver Vorbereitung, handwerklichem Geschick und vielen Schweißtropfen, Spänehobeln und Schleifen entstanden ein Paletten-Sofa für die Lernhilfe-Klasse LH und ein Hundekorb für Smilla. In dieser Projektwoche lernten die Jungs, im Team zusammenzuarbeiten, handwerkliche Kompetenzen zu entwickeln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Arbeit erhielt übrigens die Note „Sehr gut“.

Oberzent-Schüler schreiben ihr Musical selbst: Premiere am 20. Juni

„Mein stressiger Schulalltag“ heißt das neue Musical der Oberzent-Schule, für das schon eifrig geübt wird. Jeden Montag trifft sich das Team der Schulband-AG, geleitet von Andreas Weinmann und Maximilian Schulz, um für sein selbstgeschriebenes Musical zu proben. Es geht um ein gleichaltriges Geschwisterpaar, das verschiedener nicht sein könnte. Wie sich ein solch „stressiger“ Schulalltag aus der Sicht der beiden gestaltet, ist bei der Premiere am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Oberzent-Schule zu erleben.

Tiffany und Julia sind eigentlich zerstritten und gehen sich aus dem Weg. Tiffany gehört nicht gerade zu den besten Schülern, ist jedoch durch ihr Auftreten auf dem Schulhof und in der Klasse in aller Munde. Julia ist eher die klassische Streberin. Eine entscheidende Mathe-Arbeit ändert gegen Ende des Musicals alles. Tiffany kommt mit einer schlechten Note nach Hause und das hat eben dann seine Konsequenzen. Zum Ende hin versöhnen sich die beiden Mädchen. Sie merken, dass sie miteinander besser auskommen als wenn sie im Streit liegen und gegeneinander arbeiten. Also quasi wie im wirklichen Leben.

Die Schüler erarbeiten sich mehr oder weniger alles selbst. Das Schreiben der Lieder läuft wie folgt ab: Die neun Jugendlichen treffen sich montags zur Schulband-AG. Die Mädchen gehen mit Andreas Weinmann in einen Raum und werfen dann ihre Ideen zusammen, bis das fertige Lied entstanden ist. Wichtig hierbei ist, dass wirklich alle Texte eine zusammenhängende Geschichte ergeben. „Das war die größte Herausforderung“, wissen die Mädchen. Zuerst werden die Lieder festgelegt, dann geht‘s los mit dem Schreiben.

Die Jungs bleiben derweil im Band-Raum und studieren mit Maximilian Schulz die abgesprochenen Lieder ein. Wenn alles perfekt läuft, treffen sich beide Gruppen gegen Ende der Probe und tragen gegenseitig ihre erarbeiteten Projekte vor. Danach wird alles abgestimmt und „fertig ist das Musical“. Die Schulband besteht in dieser Besetzung seit Juli vergangenen Jahres. Neun Schüler wirken in ihr mit.

An Instrumenten ist alles zu hören, was eine Band zu bieten hat: Klavier, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Leonie Edelmann singt die Tiffany, Sarah Siebert die Julia. Dazu kommt ein kleiner Background-Chor mit drei Mädchen. Zu hören gibt es aktuelle Hits, aber auch alte Schlager und Rocksongs, etwa von Bon Jovi, Ed Sheeran oder Bon Jovi. Die Schüler haben die Texte individuell so umgeschrieben, dass sie zum Lauf der Geschichte beitragen.

Es handelt sich um das erste Musical dieser Art an der Oberzent-Schule, in dem sich die Schüler die Handlung selbst erarbeiten. Kleine Schauspieleinlagen kommen noch dazu. Eine Erzählerin schafft die Verbindung zwischen den Handlungssträngen. Eine weitere Aufführung findet am Montag, 9. Juli, um 16 Uhr in der Gewerbehalle beim Pferdemarkt statt. Der Eintritt ist jeweils frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Krähbergrennen-Buch von Michael Schmitt bekommt Auto-Bild-Buchpreis

Tolle Würdigung für die Arbeit von Michael Schmitt: Sein Buch „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“ erhält am 15. Juni den ersten Auto-Bild-Buchpreis in der Kategorie Motorsport. Der Beerfeldener fährt zur Preisverleihung in die gerade eröffnete „Motorworld“ in Köln, um aus den Händen der Jury um Jürgen Lewandowski die Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Schmitts Buch erschien vergangenes Jahr in einer Auflage von 1000 Exemplaren.

Der Münchner Auto-Journalist und Erfinder des Buchpreises, Lewandowski, hatte Schmitt bereits 2012 gebeten, für den Preis sein vorheriges (inzwischen quasi ausverkauftes) Werk, „Als Caracciola an den Krähberg kam“, einzureichen. Letztes Jahr hatte es zwar noch nicht gereicht. Lewandowski, der über fünf Ecken vom ersten Schmitt-Buch erfahren hatte, erwähnte es aber bereits dort lobend.

Dieses Mal passte es. „Ich habe nicht wirklich mit dem Preis gerechnet“, freut es den 57-Jährigen, jetzt mit seinem Krähberg-Werk gewonnen zu haben. Denn normalerweise kämen nur Veröffentlichungen großer Verlage zum Zug und nicht ein in Eigenproduktion erstelltes Werk. Deshalb ist es für ihn „umso schöner, dass ein Amateur wie ich gewinnt“. Bis vor zwei Jahren wurde der Preis noch vom ADAC vergeben und ging 2017 an Auto Bild und Motorworld über.

Schmitt freut sich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Veranstaltung als solche. Denn direkt im Anschluss an die Übergabe findet in der Kölner Motorworld die permanente Ausstellung „Michael Schumacher private Collection“ statt. In der werden etliche Fahrzeuge aus der Rennsport-Geschichte Schumachers zu sehen sein. Auch wird es einen ziemlich Auftrieb der Rennsport-Promis geben.

Die Veröffentlichung des Krähberg-Buchs vor einem Jahr geriet zu einem Treffen der Rennsport-Begeisterten, wie es zuvor selten stattfand. Die Luft im Foyer der Alten Turnhalle flimmerte im Benzin-Dampf. 352 Seiten zählt „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, das dem Motorsport in der Oberzent zwischen Schöllenbach und Hetzbach im 20. Jahrhundert huldigt. Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993 wird dort vom Rennsport-Enthusiasten beleuchtet.

„Ich bin völlig geplättet, wie viele ehemalige Fahrer erschienen sind“, freute sich Schmitt bei der Vorstellung über die riesige Resonanz. Die vielen Renn-Cracks, allen voran der 83-jährige Albert Pfuhl aus Otzberg, brachten sich auch immer wieder mit Anekdoten ein – was den Autor „absolut begeisterte“. Bei Pfuhls geballter Erzählkunst war es nicht verwunderlich, dass Michael Schmitt zusammen mit ihm eine Biographie veröffentlichte, die das Leben des Rennfahrers nachzeichnet. Sie erschien in einer Auflage von 300 Stück im Februar und ist über den Autor zu beziehen.

Wie Pfuhl in Italien den Preis für einen Ferrari 250 GT mit Aluminium-Karosserie und kurzem Radstand erst den Preis runterhandelte und dann auch noch die Fahrt über den Gotthard-Pass mit Autopanne beschrieb, ist eine Pracht. Denn er wollte unbedingt mit dem Auto am Krähbergrennen teilnehmen, das am nächsten Tag mit dem Training begann. Er schaffte es, pünktlich am Start zu sein und gewann – noch mit Turiner Kennzeichen – seine Klasse.

Eigentlich, so Schmitt, wollte er im Buch nur die Rennen der Nachkriegszeit beleuchten. Aber bei seinen Recherchen förderte er noch so viel Material zutage, dass er auch die Zeit zuvor noch mit aufnahm. „Schon vor dem ersten Weltkrieg sind die Autos den Krähberg hochgefahren“, machte er deutlich. Mit allen möglichen Modellen.

Viele bekannte Fahrer waren am Krähberg unterwegs: Klaus Assmuth aus Mühltal, der mit kleineren Unterbrechungen bis ganz zum Schluss dabei war. Dazu noch Erhard Thierolf und Horst Hafer aus Michelstadt, Werner Eckert aus Rimbach, Horst Fendrich aus Zotzenbach, Norbert Unger aus Wald-Michelbach, Jochen Seitz aus Bad König, Hubertus Hellweg aus Höchst oder Dr. Harry Niemann aus Heppenheim, um nur ein paar wenige zu nennen. Dazu auch noch Teilnehmer aus dem Erbacher Fürstenhaus.

Info: Michael Schmitt, „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Oberzent. Das Buch hat das Format 21 mal 26 Zentimeter und ist 352 Seiten stark. Es beinhaltet 440 Farb- und Schwarzweiß-Fotos. Preis: 29 Euro. Verkauf bei: Michael Schmitt, 64760 Oberzent-Beerfelden, Friedhofsweg 4, Telefon 06068/3371, E-Mail michael.schmitt3@gmx.net, beim Heimat- und Geschichtsverein im Museum der Oberzent, im regionalen Buchhandel sowie in den Tourist-Informationen Beerfelden und Erbach sowie im Erbacher Schloss.