„Consortium felicianum“ lud in der Rothenberger Kirche zum Träumen ein

Mit seinem Programmtitel hatte das „Consortium felicianum“ nicht übertrieben. „Heitere Melodien zum Träumen“ hatten die fünf Musiker auf Einladung der Azurit-Gruppe für die evangelische Kirche Rothenberg angekündigt. Und genau diese bekamen die Zuhörer an einem wie im Flug vorbeiziehenden Nachmittag im gut gefüllten Kirchenschiff zu hören. Mal fulminant-fetzig, mal getragen-melancholisch wussten die Könner auf ihren Instrumenten bestens zu unterhalten.

Konzertmeisterin Dorothee Becker, Felicitas Schönfeld an der Obligatvioline, Felix M. Schönfeld auf dem Violoncello, Kontrabassist Christian Thürmer und Klavierspieler David Meyer unternahmen dabei eine Reise von der Musik des ausgehenden Biedermeier bis zum Beginn der Tonfilmära. Operetten und Werke der Kleinkunst bildeten den richtigen Rahmen für den Stoff, aus dem die Träume sind.

Viel Applaus war der schöne Lohn der mehr als zweistündigen Konzertreise in musikalisch heitere Welten, die auch den zwischenzeitlichen Regen außerhalb der Kirche zur Nebensache werden ließ. Zwischen den einzelnen Stücken schuf Felix Schönfeld mit seinen einleitenden Worten immer wieder den Bezug zum Komponisten oder zur jeweiligen Ära, in der die Lieder entstanden waren.

Etwa Franz Lehars „Graf von Luxemburg“, ein Jahr nach seiner „Lustigen Witwe“ entstanden. Das 1909 uraufgeführte Stück ebnete der Salonoperette den Weg, „denn alles spielt sich in einem Raum ab“. Und wie: Die große Klangdichte bemerkte man schon bei den ersten Tönen. Beschwingte Melodien rauschten volltönend bis in den hintersten Winkel des Kirchenschiffs, dominiert ein ums andere Mal von der Violine Dorothee Beckers.

Der Querschnitt aus dem Luxemburger Grafen war ein Paradestück des Ensembles, bei dem es aus dem Vollen schöpfen und sein musikalisches Können in all seinen Facetten ausbreiten konnte. Perlende Klaviertöne, im Takt gehalten vom Kontrabass, und eine den Ton angebende Violine schwangen sich zu höchsten Höhen empor, um dann im fulminanten Schluss zu enden.

Ein gern gehörter Klassiker war auch der Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauß Sohn. Die eingängige Melodie mit dem bekannten Refrain zauberte Sommergefühle in die Kirche, auch wenn es draußen bei grauem Himmel plätscherte. Vesco d‘Orio mit seiner „Escapade“ machte dann sowieso alle Tristesse vergessen. Schwungvolle venezianische Folklore, gemischt mit der Volksmusik Umbriens, sprühte nur so vor Lebenslust unter südlicher Sonne, wie wenn abends auf der Piazza die Straßenmusiker filigran loslegen.

„Per aspera ad astra“ hieß der Bravourmarsch von Ernst Urbach, mit dem das Ensemble nach der Pause die Gäste elegant und ohne Stress wieder zurück in die Kirche holte. In dieser hatten sie sich an Häppchen und Getränken bedient, die vom Rothenberger Azurit-Seniorenzentrum aufgetischt worden waren.

Die Ouvertüre zu „Banditenstreiche“ von Franz von Suppé, die Loreley-Paraphrase von Josef Nesvadba, die Ouvertüre zu „Frau Luna“ von Paul Lincke oder ein Operettenpotpourri von Victor Hruby bildeten weitere Höhepunkte des Nachmittags. Das Engelsterzett aus dem „Elias“ von Mendelssohn bildete die vielbeklatschte Zugabe eines Salonkonzerts auf hohem Niveau, mit dem die Azurit-Gruppe der Rothenberger Kirche und ihren Gästen ein besonderes Klangerlebnis bescherte.

 

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Unter-Sensbacher Sporthalle rechnet sich

Eine Solaranlage auf dem Süddach der Sporthalle rechnet sich. Der Klimaschutzmanager des Odenwaldkreises, Eric Maercker, stellte auf der Gemeindevertretersitzung der Vorzüge einer solchen Photovoltaikanlage mit 17 kW Peak auf dem Gebäude vor. Seinen Worten zufolge könnte die Gemeinde während einer 20-jährigen Laufzeit damit 20.000 Euro gegenüber einem herkömmlichen Strombezug sparen. Die Investitionskosten halten sich in Grenzen.

Im Gremium gab es noch erheblichen Informationsbedarf, deshalb füllte sich die „To-Do-Liste“ auf dem Block von Bürgermeister Egon Scheuermann immer mehr. Die grundsätzliche Bereitschaft bestand allerdings bei den Gemeindevertretern. Ihnen ging es vielmehr darum, ob nicht der Bau und Betrieb in Eigenregie Sinn machen könnten. Dazu fehlen aber noch Sonneneinstrahlung und Herstellungskosten. 25.000 Euro standen hier im Raum.

Maercker erläuterte, dass er im Vorfeld der Sitzung noch ein Gespräch mit der Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) hatte, die nach dem vorgestellten Modell als Bauherr und Betreiber fungieren würde. „Mit der Nutzung der Anlage stehen Sie nicht schlechter da, als wenn Strom aus dem regulären Netz bezogen würde“, sagte er. Im Gegenteil: Die Preise blieben in den kommenden Jahren stabil, während sie sonst – im Schnitt der letzten Zeit – immer weiter anstiegen.

Als weiteren Vorteil nannte der Klimaschutzmanager, „dass die Energie vor Ort produziert wird“. Eine dezentrale Erzeugung statt Bezug aus vielen Kilometer entfernten Kraftwerken sei immer die bessere Variante. „Wir stellen das Dach zur Verfügung“, sagte Bürgermeister Egon Scheuermann. Der Strompreis werde für die Vertragslaufzeit festgeschrieben. Größter Abnehmer sei die Gemeindeverwaltung, weil sie tagsüber Strombedarf habe. Die Sporthalle sei nicht lohnend, da sie vor allem abends genutzt werde.

Zur Kalkulation hatte Maercker einen jährlichen Stromverbrauch von fast 11.000 kWh herangezogen. Aktuell ergebe sich bei einem Strompreis von 27 Cent/kWh inklusive Grundkosten eine Ersparnis von mindestens 300 Euro im Jahr. Denn der Solarstrom koste die Gemeinde nur etwas mehr als 24 Cent/kWh. Selbst wenn die Sonne nicht so oft scheine und man weniger beziehe, „gibt es immer noch Vorteile“.

Der Klimaschutzmanager machte danach die Rechnung ständig steigender Energiepreise auf. Bei zwei Prozent im Jahr kam er somit auf 20.000 Euro Ersparnis in 20 Jahren, entsprechend mehr bei größeren Erhöhungen – bei vier Prozent 38.000 Euro. Der Bezug von Solarstrom bildet nach seinen Worten „eine Absicherung gegen höhere Strompreise“.

Um im Rathaus von der lachenden Sonne profitieren zu können, wären laut Maercker Tiefbauarbeiten mit Kosten von 3000 Euro nötig, um eine Leitung von der Sporthalle her zu verlegen. Hier gibt es laut Scheuermann aber die Hoffnung auf Synergieeffekte, weil an beiden Gebäuden sowieso energetische Sanierungen anstehen, die dann über Förderprogramm zumindest teilweise abgedeckt sind.

„Es lohnt sich auf jeden Fall“, betonte Maercker. Laut EGO sei die Anlage wirtschaftlich. Das „Elegante“ an der jetzt vorgestellten Lösung sei, dass die Gemeinde bei Störungen nicht in der Haftung sei, kein Geld in die Hand nehmen oder Personal vorhalten müsse. Deshalb empfahl er gerade einer kleinen Kommune wie Sensbachtal mit wenig eigenen Finanzmitteln diese Rundum-Sorglos-Variante.

Aus der Runde kam noch die Anregung, trotzdem einen Betrieb in eigener Regie zu prüfen, um alle finanziellen Vorteile daraus ziehen zu können. Mit einem möglichen Stromüberschuss könnte doch auch die Warmwasser-Erwärmung für die Sporthalle erfolgen, lautete eine weitere Anregung. Und vielleicht auch zusätzlicher Bedarf am Kindergarten abgedeckt werden. Viele Fragen, um deren Beantwortung sich Scheuermann kümmern will.

Die Mammutaufgabe Sporthallensanierung ist in Rothenberg praktisch gelaufen

Für Vereine, Schulen und Kindergarten geht eine lange Durststrecke zu Ende: Nach den Sommerferien können sie die Rothenberger Sporthalle wieder nutzen. Dann sind die zweijährigen Generalsanierungsarbeiten beendet. Die starteten im August 2015 mit dem Abbruch des bisherigen Bodens. Seitdem wurde über eine Million Euro in das 50 Jahre alte Bauwerk gesteckt. Dazu kamen Eigenleistungen in Höhe von 70.000 Euro durch Ehrenamtliche, zum großen Teil aus den örtlichen Vereinen.

Die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtags durch die Rothenberger Brandschützer gab den Arbeiten einen ungewollten Schub, erläuterte Architektin Stefanie Holschuh. „Eigentlich wären wir bei normalem Verlauf erst Richtung September fertig geworden“, sagte sie. Nun musste es Ende Juni sein. Und es war eine Punktlandung.

Kleinere Arbeiten finden noch über die Sommerferien statt. „Es sind noch nicht alle Wasserhähne montiert“, lachte Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Denn es hakte mit der Lieferung. Damit beim Eintreffen der Jugendwehren aus dem Odenwaldkreis alles blitzt, nahmen auch die Rothenberger Floriansjünger wie Vereinsvorsitzender Benjamin Götz den Besen in die Hand.

Bei den letzten Restarbeiten ist sich eh keiner für irgendeinen Handgriff zu schaden. Architektin Holschuh klebte die Männlein- oder Weiblein-Schilder an den Toilettentüren auf, noch ein paar Helfer sausten durch die Gänge. Die Handwerker schlossen ihre Arbeiten in der Woche zuvor ab. In einer Großputzaktion waren die Ehrenamtlichen in der gesamten Halle tätig, schrubbten sogar die Decke ab. „Die Grundreinigung war eine echte Herausforderung“, so Keursten.

„Die Eigenleistungen sind so gut wie alle durch“, sagte Holschuh. Im vergangenen Vierteljahr „haben wir alles stark beschleunigt“. Dem Estrich wurde ein Mittelchen beigemischt, damit er nicht in vier bis sechs Wochen sondern schneller trocknete. Damit konnte der Innenausbau mit Fliesen- und Malerarbeiten schneller von statten gehen. Nach Ostern war der Estrich begehbar.

Sanitär, Trockenbau und Decke wurden im Anschluss fertiggestellt. Elektroarbeiten geschahen in Eigenregie. Wie auch der Anstrich einer Wand und der Einzug einer weiteren Ebene ins Stuhllager. „Die Türen kamen vergangene Woche rein“, hob Holschuh den genau eingetakteten Zeitplan hervor. Wenn die Jugendfeuerwehren wieder abgerückt sind, kommt noch der Feinschliff. Neben den Wasserhähnen fehlt im Eingangsbereich auch noch die Wandverkleidung.

Als besondere Herausforderung bezeichnete die Architektin den Heizungseinbau. Denn an den Wänden der Sporthalle war kein Platz dafür. Somit wurde diese an der Decke angebracht, was aber wiederum eine Abklärung der statischen Gegebenheiten mit sich brachte. 40 Kilo pro Quadratmeter waren das höchste der Gefühle. Es passte mit Beleuchtung, Akustik und Heizung. Die Gelder dafür flossen aus dem kommunalen Investitionsprogramm.

Wie Keursten erklärte, wurde die Halle seit etwa zehn Jahren in drei Bauabschnitten saniert. „Bis auf den Boden haben wir alles ausgetauscht.“ Zuerst kam das Dach inklusive der Dacherhöhung dran. Es folgte die Außenfassade, ehe vor zwei Jahren der letzte, aktuelle und größte Abschnitt startete. Den musste die Gemeinde haushaltstechnisch auf drei Jahre strecken, weil er sonst finanziell nicht zu schultern gewesen wäre.

Der Sanitär-, Eingangs- und Umkleidebereich Richtung Osten wurde zum einen modernisiert, zum anderen ausgedehnt. Die komplette Fläche wurde auf die Flucht des bisherigen Eingangs nach außen gezogen. So entstanden insgesamt 400 Quadratmeter zusätzliche Fläche. „Die 530 Quadratmeter große Sporthalle bekommt durch den Umbau einen völlig anderen Charakter“, sagte Keursten. Ein großes Plus seien die besseren, zeitgemäßen Sanitär- und größeren Umkleideräume. Dazu entstand ein neuer Mannschaftsraum für die Feuerwehr mit 70 Quadratmetern.

Info: Die offizielle Einweihung der sanierten Sporthalle ist für Samstag, 4. November, zusammen mit allen Vereinen aus dem Ort geplant.

Grillfest des Gemischten Chors in Finkenbach war ein super Erfolg

Die Freude stand Rainer Maurer förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Grillfest ist ein super Erfolg“, strahlte der Vorsitzende des Gemischten Chors. Auch wenn der Blick ab und zu mal sorgenvoll nach oben ging: Das Wetter hielt einigermaßen, zwischendurch ließ sich sogar mal die Sonne blicken und der Chor war mit der Resonanz mehr als zufrieden. Zu den Stammgästen, die sich jedes Jahr am Feuerwehrhaus einfinden, kamen noch etliche Mitglieder befreundeter Ensembles und Gäste von außerhalb hinzu.

„Wir haben die Chöre eingeladen, bei denen wir auch zu Gast sind“, sagte Maurer. Nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Singen. So ließen die Mitglieder des MGV Ober-Hainbrunn und die des Singkreises Odenwald aus Hetzbach ihre Stimmen unter viel Beifall erklingen. Natürlich durften auch die Gastgeber unter Leitung von Uschi Egler mit dem „Lion King“ und „A wonderful day“ nicht fehlen. Weitere Gäste aus Falken-Gesäß und Olfen oder aus den Chören des Sängerkreises Neckartal schauten ebenfalls gerne dabei.

Das Fest hat eine jahrzehntelange Tradition, fand unter MGV-Regie erst am Sportplatz statt, später dann am Saubuche-Parkplatz Richtung Raubach. Seit einiger Zeit genießt der Chor nun die Gastfreundschaft der Brandschützer. Hier können sich die hungrigen Mäuler im Grünen niederlassen oder, falls es am Himmel zu dunkel wurde, unters Zeltdach oder ins Innere der Fahrzeughalle „flüchten“, die für diesen Zweck leergeräumt wurde.

Knapp 30 Aktive des Vereins, aber auch Helfer aus der Nachbarschaft, waren den Tag über für das Wohl der Gäste im Einsatz. Wildbratwurst, Steaks und Fleischspieße hielten die Sänger an diesem Tag für die Besucher parat. Und nicht zu vergessen das mehr als reichhaltige Kuchen- und Salatbüffet, dank vieler Spenden von Vereinsmitgliedern und -freunden in diesem Umfang möglich. „Alles wurde sehr gut angenommen“, so Maurer. Für Unterhaltung sorgten zwischendurch immer wieder Dirigent Karlfried Schicht und Dirk Bondes.

Das Grillfest nutzte der Verein auch gleich, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Auf die donnerstägliche Singstunde wurde hingewiesen. Denn Nachwuchs – der gerne auch älter sein darf – ist im Gemischten Chor mit seinem eher gehobenen Altersdurchschnitt gerne gesehen. Ein Erfolgserlebnis in Gestalt einer neuen aktiven Sängerin gab es vor kurzem bereits, was den Vorsitzenden sehr freute.

Der schöne Erfolg des Grillfests hatte aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Bockskerwe Ende August, bisher das dritte Standbein neben dem Weihnachtskonzert, fällt wohl definitiv flach. „Auf den Aufruf zur Unterstützung bei der Ausrichtung gab es keine Rückmeldungen“, bedauerte Maurer. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, dann werde die Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden.

Die dort geplant Tombola wurde deshalb aufs Grillfest vorgezogen. Dessen Zulieferer sowie Gewerbetreibende aus der Region, die von Maurer alljährlich abgeklappert werden, sorgten für schöne Preise und entsprechend gute Resonanz darauf. Der Erlös fließt ebenso wie die Einnahmen der Veranstaltung in die Vereinskasse, die nun nur noch zweimal im Jahr durch diese Events gefüllt werden kann.

Beste Stimmung und bestes Wetter beim 25. Rock im Hirschhorner Klosterhof

Wenn die katholische Kirchenmusik zu ihrem Klosterrock ruft, kann sie sich (fast) immer des Beistands von oben sicher sein. Dieses Jahr, zum 25. Jubiläum der Kultveranstaltung im Innenhof, bildete das gute Wetter zum Glück wieder mal keine Ausnahme. Ein lauschiger Sommerabend führte gefühlt mehr Gäste als 2016 in die altehrwürdigen Mauern des Karmeliterklosters. Die feierten mit der Band „Art Donuts“ eine rauschende Party bis nach Mitternacht.

Dann war zwar mit der Musik Schluss, aber noch lange nicht mit der Fete. Karibische Cocktails taten ein Übriges dazu, dass neben den von den Vereinsmitgliedern ansonsten vorgehaltenen Speisen und Getränken das richtige Sommerfeeling aufkam. Die Musik hatte ihren Anteil dabei. Funk und Soul, der kräftig in die Beine ging, fand sich vor allem im Set der „Art Donuts“ aus der Wieslocher Ecke.

Frontfrau Indra Wahl war es, die musikalisch dem Sextett ihren Stempel aufdrückte. Ihre wandlungsfähige, voluminöse und raumgreifende Stimme kam auch im letzten Winkel des Klosterhofs, ebenso ganz oben auf der Balustrade, bestens an. Sie wurde nicht müdem die etwas Klatsch- und Tanzmüden kräftig in Fahrt zu bringen. Uli Himmelmann am Bass und Frank Amler an der Gitarre bildeten das Animations-Dreigestirn, das dem Publikum kräftig einheizte.

Jürgen Winkler (Keyboards), Tom Schubkegel (Drums) und Uwe Eisinger (Percussion) steuerten ihren Teil dazu bei, dass die Band die Songs sehr routiniert und mit einem fetten Sound runterspielte. Ein paar Ausflüge in aktuelle Popsongs, aber auch ein paar Rockkracher sorgten dafür, dass trotz aller Funklastigkeit praktisch alle Besucher auf ihre Kosten kamen. Seit 15 Jahren mischt die Band die Region mit Disco-, Pop-, Rock- und Soulnummern aus den 70ern, 80ern und 90ern auf.

„Ain’t Nobody“ war so ein Klassiker von Chaka Khan, der durch den Klosterhof knallte, aber ebenso Loverboy und AC/DC kamen ebenso zu ihrem Recht. Nicht nur vor der Bühne wurde kräftig abgetanzt, auch oberhalb auf dem Rundgang waren die Zuschauer am Abrocken. Hier bot sich ein ganz besonderes Ambiente mit der beleuchteten Bühne unten und der Klosterkirche im Hintergrund. Im Publikum waren wie auch bei der Musikauswahl alle Generationen vertreten. Bei der KKM war man mit dem guten Vorverkauf und dem Besuch am Abend zufrieden. Alles bewegte sich mehr oder weniger auf Vorjahresniveau.

„First Echo“ hieß die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg, Hirschhorn und Eberbach. Musikalisch verbanden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variierten dabei Taktarten und spielten selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kamen auf ihre Kosten. An Gitarre und Gesang war Julian Best zu erleben, Bass spielte Gustav Schneider, Gitarre Tim Staat und Schlagzeug Maximilian Geller.

Die „Episode 2017“ der Oberzent-Schüler ist passé: Verabschiedung der Entlassschüler in der Alten Turnhalle

„Das wars – Episode 2017“, hatten die Abschlussschüler der Oberzent-Schule ihren Jahrgang selbst betitelt. Zusammen mit dem Slogan „Das Erwachen der 10“ in Anlehnung an die Star-Wars-Saga. Und wie eine Reise mit dem Raumschiff oder dem Flugzeug war auch die Verabschiedung in der Alten Turnhalle gehalten. Im Stil von Stewardessen moderierten Annika Leidermann, Ida Birkenstock und Isabell Pantel die Veranstaltung, die vom „Final Countdown“ beschlossen wurde. Von den 72 Abgängern der zehnten Klassen haben 26 einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser.

„It’s my life“ von Bon Jovi hieß passenderweise der Eingangssong von Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, ehe Schulleiter Bernd Siefert mit dem „Eimer voller Selbstvertrauen“ von Christian Bischoff seine Begrüßung eröffnete. Neben vielen Ehrengästen hieß er besonders diejenigen willkommen, „die euch gestärkt, unterstützt, gefahren, getröstet, Mut gemacht haben“: die Eltern.

Er wünsche den Abgängern, so Siefert mit Bezug auf sein Eingangszitat, „dass ihr immer wieder Menschen begegnet, die eure Eimer füllen“. Aber auch, die Eimer anderer und „dass ihr es schafft, eure eigenen Eimer zu füllen“. Weitere musikalische Umrahmung kam vom Oberzent-Chor, bestehend aus Emely Walz, Jasmin Rhein, Julia Pilger, Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, mit „Blank Space“ von Taylor Swift. Frenetischer Jubel wie auch bei der ersten Darbietung war der Lohn dafür.

Erster Stadtrat Horst Kowarsch lobte die Teilnahme der Oberzent-Schule am europäischen Erasmus-Programm. Gerade in der heutigen Zeit, in der Nationalisten Rückenwind hätten, sei es wichtig, ein Zeichen für ein friedfertiges Europa zu setzen. Die Schüler vermittelten im Ausland ein authentisches Deutschland-Bild abseits der Vorurteile, freute er sich. „Erasmus ist ein Gewinn für uns alle“, so Kowarsch, ehe er alles Gute auf dem weiteren Lebensweg wünschte.

Elternvertreterin Michaela Wimmer wies auf ein politisch spannendes Jahr mit drei Wahlen hin. Aber auch die Entlassschüler stünden vor der Wahl: weiter die Schule zu besuchen oder eine berufliche Zukunft einzuschlagen. Die Lehrer hätten mit Engagement Sorge getragen, „dass die Jugendlichen die richtige Wahl treffen können“, sagte sie. Die Eltern wünschten sich nun „Weisheit und Geduld“ bei dieser Wahl.

Viel Wiedererkennungswert hatte das „Abschlussgespräch“ von Lehrerin Heidi Domack und Schülerin Ida Birkenstock stellvertretend für den Jahrgang. Zu diversen Ereignissen, den Schülern noch bestens im Gedächtnis, gab es immer wieder Gelächter. Das Verhältnis zu den Lehrern, Ausflüge, Abschlussfahrten oder Wanderwoche waren einige der angeschnittenen Themen.

Aber auch Arbeiten an der Schule: „Während eurer sechs Jahre an der Oberzent-Schule habt ihr einiges miterlebt“, so Domack. Das Hallenbad wurde erneuert. „Zu eurer Freude durftet ihr zwei Schuljahre im Sportunterricht nicht schwimmen.“ Außerdem gab es im WP II-Angebot kein Kochen, da die Schulküche endlich modernisiert wurde. „Nicht zuletzt seid ihr MINT-Pioniere gewesen.“

Die praktische Anwendung von Politik stand laut Heidi Domack stets im Mittelpunkt. Viele Dinge wurden in der Klasse demokratisch und freudig diskutiert. „Bei ausbleibendem Ergebnis kam es dann zur Diktatur durch eure Klassenlehrerin“, lachte sie. „Wir waren nicht immer mit euch einer Meinung“ – das bringe schon die Tatsache Lehrer auf der einen und Schüler auf der anderen Seite mit sich. „Trotzdem oder gerade deswegen fand ich die letzten drei Jahre spannend und interessant“, so Domack.

„Wir hatten während unserer Zeit an der Oberzent-Schule wirklich gute und schlechte Tage“, meinte Ida Birkenstock. Die eine oder andere schlechte Note wurde nach Hause getragen und irgendwie schaute die Angst, den gewünschten Schulabschluss nicht zu erreichen, gelegentlich vorbei. Dank der Klassenlehrer wüssten alle, „was wir nach den Sommerferien, nach der Schule machen werden“. Die Zeugnisübergabe schloss sich an.

Hinterbacher feuern am 28. Juli wieder den Kohlenmeiler an

Zehn Tage lang kokelt und schwelt es wieder in der Hinterbach an der Kreisstraße vom Rothenberger Ortsteil Richtung Raubach. Immer im Zwei-Jahres-Rhythmus erinnert das Kohlenmeiler-Team an das alte Handwerk aus früheren Jahrhunderten und pflegt im Wechsel mit dem Schimmeldewäer Kohlenmeiler im Finkenbachtal die alte Tradition. Die „Hinterbacher Köhlertage“ finden von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 6. August, an der Olfener Straße statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit über 30 Jahren hochgehalten.

Beginn ist am 28. Juli um 18 Uhr mit dem Anzünden des bereits in wochenlanger Vorarbeit aufgebauten Meilers durch Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde er errichtet. Dazu wird glühende Holzkohle in den Quandelschacht gefüllt. Dadurch wird der Verkohlungsprozess eingeleitet.

Ab diesem Zeitpunkt muss der Meiler dann Tag und Nacht bewacht werden, um zu gewährleisten, dass das Holz ordnungsgemäß verkohlt. Es darf keinesfalls brennen. Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern. „Wer einmal mit Meilerkohle gegrillt hat, wird keine andere mehr haben wollen“, wissen die Fachleute. Deshalb ist sie auch am Abschlusstag heiß begehrt.

Die hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar die Bügeleisen im Haushalt wurden mit ihr gefüllt. Sie zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Ihre gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Holz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben fachkundigen Erläuterungen durch die Köhler sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Im Nachbarort Schönmattenwag gab es noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einen aktiven Köhler, ehe auch dort das alte Handwerk erlosch. Und natürlich besucht man sich gegenseitig, wenn immer im Jahreswechsel die Köhlertage hüben wie drüben der Raubacher Höhe stattfinden.

Am Sonntag, 30. Juli, findet um 9.30 Uhr am Meilerplatz ein Gottesdienst statt. Nach dem Mittagessen folgt ein bunter Nachmittag mit Vorführungen alten Handwerks. Die Gäste können die einzigartige Stimmung und Gastfreundschaft, wie sie unter Köhlern Brauch ist, genießen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, wobei das Köhlerteam unter anderem althergebrachte Odenwälder Spezialitäten bereithält. Ab dem 31. Juli werden täglich wechselnde Speisen wie zu Urgroßmutters Zeiten serviert, etwa Erdriewe mit Salzfleisch, Kadoffelgemies oder saure Bohnen aus dem Stänner.

Mittels Kohlenmeilern wird seit dem Altertum Holzkohle hergestellt. Holzkohle ist wesentlich leichter als Fällholz und somit einfacher zu transportieren. Die Köhlerei war in der frühen Neuzeit ein bedeutender Wirtschaftszweig. Damals war Holzkohle der einzige Brennstoff, mit dem man die nötige Hitze für die Eisenverhüttung erzeugen konnte. 1713 wurde ein Verfahren erfunden, um aus Steinkohle hochofentauglichen Koks herzustellen. Danach ging der Verbrauch der teuren Holzkohle trotz steigender Eisenproduktion immer mehr zurück.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden zunehmend Pechöfen verwendet, im 19. Jahrhundert dann auch Retorten. Dies hatte zur Folge, dass immer weniger Kohlenmeiler gebraucht wurden. Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei begann im 19. Jahrhundert, als die Steinkohle dann die Holzkohle praktisch ersetzte und später auch Gas und Elektrizität an Bedeutung gewannen. Die Köhlerei wird nur noch aus Traditionsgründen und für einige Spezialanwendungen von Holzkohle betrieben.

Info: Der Meilerplatz befindet sich in Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende der Köhlertage findet ein Holzkohleverkauf statt. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.