„Bombshells“ rocken den Hirschhorner Klosterhof

Beim diesjährigen „Rock im Klosterhof“ am Samstag, 28. Juni, freut sich die Katholische Kirchenmusik auf den Auftritt der „Bombshells“ aus Landau und Mannheim. Die Band ist aufgrund ihrer Songauswahl und hohen musikalischen Qualität eine „Allzweckwaffe“ für diesen Event. Seit nunmehr achteinhalb Jahren begeistert die Gruppe ihr Publikum – ein Ohrenschmaus, den sich kein Fan von „Rock im Klosterhof“ entgehen lassen sollte, denn musikalisch haben die Vollblutmusiker ihren ganz eigenen Stil gefunden. Weg von den Allerweltscovern haben sie sich den alten und neuen Ohrwürmern aus Rock und Pop zugewandt.

Sängerin Dani überzeugt die Zuhörer mit ihrer gewaltigen Stimme und mitreißenden Animation, Gitarrist Christoph rockt seit 20 Jahren und verkörpert quasi die Liebe zur Rockmusik. Der diplomierte Bassist Luca kennt alle Stilrichtungen des Pop und Rock aus seiner Bühnenerfahrung und Schlagzeuger Bene stand schon mit 20 Jahren mit den Goblins auf den größten Bühnen der Region. Unterstützt werden die vier Musiker regelmäßig von Keyboarder Thorsten Schäfer.

Vorgruppe ist „Traffic Jam“. Diese britisch-deutsche Band kann man nicht wirklich musikalisch einordnen. Sie sind sowohl Singer/Songwriter als auch Akustik-Rocker, die mal ruhige, einfühlsame Fingerpicking-Stücke spielen oder aber auch eingängige Rocksongs, perfekt gesungen, von sich geben. Unterstützt werden die beiden ehemaligen Hirschhorner Chis Tucker und Rober Mueller, die jetzt in Frankfurt leben, von musikalischen Weggefährten, die ebenfalls schon jahrelang an Bord sind.

Info: Karten gibt es in Hirschhorn im Service-Point am Bahnhof und im Sportlerheim „Beim Ätsche“, bei der Buchhandlung Greif in Eberbach sowie bei den Musikern der KKM. Einlass 19 Uhr, Beginn 19:30 Uhr. Veranstaltungsort ist der Innenhof des Karmeliterklosters über der Altstadt.

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Die Kleinsten sind mit Feuereifer dabei

Jetzt gibt’s auch offiziell eine Kinderfeuerwehr im Höhenstadtteil. Die Feierlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen der Einsatzabteilung nutzten die Brandschützer, auch für die Kleinsten, die unter Zehnjährigen, eine Gruppe zu gründen. Der Andrang ist bereits gewaltig: 20 Kids sind dabei, noch mehr würden gerne mitmachen, weiß Kinderfeuerwehrwart Oliver Fink. Acht Betreuer kümmern sich immer donnerstags um den Nachwuchs.

„Am besten gefällt mir, dass wir mit den Feuerwehrautos mitfahren dürfen“, meint Tim bei der Feier. Emma ergänzt: „Mir hat das Knotenlernen und das Wasserspritzen Spaß gemacht.“ Wie auch Raphael, dem generell das Spielen bei der Kinderfeuerwehr gefällt. Die rege Beteiligung an der Veranstaltung „Fit für die Feuerwehr“ in der Grundschule bildete laut Fink den Startschuss. Denn man wollte die interessierten Pimpfe nicht auf die Jugendfeuerwehr vertrösten, in der man „erst“ ab zehn Jahren mitmachen kann.

Im vergangenen Spätjahr starteten bereits die „sehr gut besuchten“ Gruppenstunden, in denen die Kinder spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt wurden. Für die Teilnahme an einem Wettbewerb der Unfallkasse Hessen gab es jetzt eine Urkunde und ein Preisgeld, das beim Hessentag überreicht wurde. Kurz vor dem Fest legten die 20 Kinder das „Tatze“-Abzeichen ab. Die Auszeichnung, die sie dann stolz wie Oskar an ihrer Mini-Uniform trugen, wurde ihnen bei der Gründungsfeier überreicht.

Das 85-jährige Bestehen wurde mit Sternfahrt und Festakt gebührend gefeiert. Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Steffen Bartmann, und Wehrführer Jochen Weinthäter moderierten das Programm. Umrahmt wurde es von den beiden Posaunenchören aus Rothenberg. Die beiden Brandschützer nannten die Gründung der Kinderfeuerwehr „einen Schritt Richtung Zukunft“. Denn es gebe immer weniger Jugendliche und Kinder. Dazu kommen noch viele gesetzliche Vorgaben, die erfüllt werden müssen. „Viel Planung, viel Engagement, viel Zeit und besonders viel Kreativität wurden aufgebracht, das Vorhaben umzusetzen“, betonten Bartmann und Weinthäter.

Vier der vielen Feuerwehrangehörigen verlasen im Anschluss die Chronik aus 85 Jahren: Julian Brand (Jugendfeuerwehr), Jürgen Bartmann (Alters- und Ehrenabteilung), Janis Heckmann (Jugendwart) und Chantal Freidel (Betreuerin der Kinderfeuerwehr), beide auch in der Einsatzabteilung aktiv. Die Jugendwehr ist inzwischen ein fester Bestandteil, erzählte Brand. Knapp 90 Prozent der Einsatzabteilung stammt aus dieser.

Auch wenn die offizielle Gründung 1934 stattfand, reichen die Ursprünge der Brandbekämpfung viel weiter zurück. Im Jahre 1824 findet sich die erste urkundliche Erwähnung einer Feuerwehr-Einrichtung in Rothenberg. Im „Gräflich Erbachischen Wochen-Blatt“ für den Landrats-Bezirk Erbach ging es um eine Errichtung eines Spritzenhauses. Bis zum eigentlichen Gründungsjahr existieren allerdings keine weiteren Aufzeichnungen. Am 27. November 1934 meldeten sich etwa 60 Mann mit dem Leitwort „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr; einer für alle, alle für einen“ zur neuen Wehr.

1953 wurde das zwischenzeitlich neu errichtete Feuerwehrhaus in der Höhenstraße seiner Bestimmung übergeben. Weil es zur damaligen Zeit noch kein fließendes Wasser gab, wurde unter ihm eine etwa 90 Kubikmeter Wasser fassende Zisterne eingebaut. Diese ist auch heute noch funktionsfähig. 1957 wurde der erste Feuerwehrball im Gasthaus „Zur frischen Quelle“ mit großem Erfolg veranstaltet.

1966 wurde das erste Feuerwehrauto, ein LF 8, freudig begrüßt. Aus Vereinsmitteln, Zuschüssen der Gemeinde und Spenden konnte der Preis gestemmt werden. 1972 machte man sich Gedanken, wie man die Zukunft der Rothenberger Feuerwehr absichern konnte. Es folgte die logische Entscheidung, eine Jugendfeuerwehr zu gründen, wozu sich gleich 28 Jugendliche meldeten. „Eine Erfolgsgeschichte, die bis in die heutige Zeit fortbesteht.“

 

 

Feuerwehr Rothenberg in Zahlen:

  • 53 aktive Mitglieder
  • 27 Jugendfeuerwehrleute
  • 20 Kinderfeuerwehrmitglieder
  • elf Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung
  • 220 passive Mitglieder

Die „Monkeylounge“ geht in die vierte Runde

Es wird wieder musikalisch kräftig auf der Terrasse gefeiert. Am Samstag, 29. Juni, findet das vierte Terrassenfestival in der „Monkeylounge“ statt. Ort ist der Almenweg 5 im Oberzent-Stadtteil Falken-Gesäß. Veranstalter Valentin Witzgall lädt dazu einheimische Newcomer und festivalerfahrene Bandgrößen ein. Ab 18 Uhr ist Einlass. Die Musikschule Berg (Beerfelden) wird mit verschiedenen „Jungkünstlern“ die Veranstaltung eröffnen. „Es ist sehr schön für unsere Schüler, dass sie das Gelernte in kleinem Rahmen präsentieren können“, freut man sich dort.

Danach kommt eine junge, talentierte Künstlerin aus Falken-Gesäß auf die Bühne. Rebecca Müller wird von ihrer Band begleitet. Sie zeigte schon am Beerfeldener Brunnenfest, dass sie durch eine einmalige Stimme aus der Masse heraussticht. Die Oberzent-Band „Schlagsaite“ wird mit Cover-Rock-Songs die Stimmung anheizen. Die neunköpfige Gruppe spielte bereits auf verschiedenen Veranstaltungen in Oberzent. Sie sorgte bei Pferdemarkt, Brunnenfest und Beerfelden Classix für tolle, ausgelassene Stimmung.

„Mental Reservation“ ist eine Alternative/Indie-Band aus Darmstadt. In den bisherigen vier Alben „Berlin“, „Yesterday‘s Snow“, „Fuzz“ und „What did you Expect“ sind eingängige Melodien mit klar strukturierten Drums zu hören. Die vier Musiker sind Dauergast beim Darmstädter Schlossgrabenfest und touren regelmäßig von Bad-Herrenalb bis zur Partyinsel Ibiza. Björn Kühlen, Christian Müller, Roland Schütz und Peer André Mönch waren maßgeblich an einigen Soundtracks verschiedener Filmprojekte beteiligt.

Bei „Elephant Messiah“ handelt es sich um eine 2015 gegründete Stoner-Rock-Band, die durch satte Gitarren-Riffs, gepaart mit dem tragenden Gesang von Frontmann Robin Crönlein, besticht. Der bringt mit seinen vier Band-Kollegen Mario Brehm, Sebastian Völsen, Jonas Kaffenberger und Felix Minor eine eindrucksvolle Live-Show auf die Bühne. Die Darmstädter haben sich in der Szene einen Namen gemacht. 2019 tourten die Jungs bis Augsburg und Amsterdam, um mit den an Black Sabbath und Monster Magnet erinnernden, wuchtigen Sound zu beeindrucken.

 

Info: Die Vorverkaufstickets sind im Waldseebad Beerfelden erhältlich.

Mit dem Benz von 1914 durch den Odenwald

Bei all den in der Sonne chromblitzenden Schätzen weiß das Auge gar nicht, wohin es zuerst blicken soll. Zum absoluten Highlight der vierten Beerfelden Classics, dem Benz aus dem Jahr 1914, heute noch im Besitz von Nachfahren der Gründerfamilie? Zum 600er-Daimler-Benz aus dem Jahr 1972 mit 250 PS und 6,3 Liter Hubraum, der früher Paul Newman gehörte, oder zum Ford Fairlane von 1957, mit dem im Film „Thunder Road“ Robert Mitchum durch die Gegend kurvte? Knapp 300 dieser Hingucker waren auf dem Viehmarktplatz anzutreffen.

Der Benz-Jagdwagen, schlappe 105 Jahre alt, zieht schon bei der Einfahrt die Blicke auf sich. Die Moderaten Maic Germann und Manuel Cornejo-Martin sind voller Ehrfurcht, als das alte Schnauferl heranrollt. Von Ladenburg aus hatten sich Info und Steffi auf den Weg durch den Odenwald gemacht und dabei am Anstieg hinter Airlenbach Richtung Galgen mit den 20 Haupt-PS knapp die Rennradfahrer abgehängt.

Der Rennwagen nahm für Benz in früheren Jahren am Großen Preis von Frankreich teil, war zu erfahren. Schaltung, Bremsen und Hupe sind jeweils draußen angebracht, ihre Bedienung jedes Mal ein ziemlicher Kraftakt. Als der Wagen auf dem Platz steht, zieht er ständig ein paar Bewunderer an, die dieses Denkmal deutscher Autobauerkunst in Augenschein nehmen.

Porsche Turbo aus dem Jahr 1986 mit 330 PS, ein Scirocco 2 von 1980 mit Original-Recaro-Sitzen, eine seltener Audi 100 von 1973: Nach Beerfelden dürfen alle kommen, deren Vehikel älter als 25 Jahre ist. Einschränkungen gibt es keine. Genau das ist für Gunter Johe auch die Besonderheit, macht für die Teilnehmer den Reiz aus. Da steht der Porsche 959 mit einem Wert von 1,5 Millionen neben dem getunten Opel Manta GT, der VW-Kastenwagen von 1964 neben dem Lancia Stratos. Ebenfalls ein Blickfang: ein DeLorean, bekannt aus dem Film „Zurück in die Zukunft“.

Es blubbert der Motor, es riecht noch richtig nach Auto, man kann noch dran schrauben. Für viele Oldtimer-Fans ist es im wahrsten Sinne des Wortes die „Greifbarkeit“ ihrer Vehikel, die sie fasziniert. Ein Fehler muss nicht extra ausgelesen werden, sondern ein Blick unter die Motorhaube reicht. „Das sind halt noch Autos“, meint so mancher ehrfürchtig. So wie die Corvette C3 von 1982 mit 220 PS und 5,7-Liter-Motor. Oder, ganz anders, der Melkus RS 1000 von 1969, ein ostdeutscher Rennwagen auf Wartburg-Basis.

Die Fans der alten Schnauferl und der neuen PS-Giganten kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern, beobachtet Johe. Dieses Jahr sind viele aus dem Raum Darmstadt-Dieburg dabei. Er freut sich, dass es nach einem verhangenen Start in der Tag immer voller auf dem Viehmarktplatz wird. Es kommen zwar weniger Teilnehmer als im vergangenen Jahr, „aber die blieben durchweg länger“, sodass auch die angrenzende Halle einen schönen Besuch verzeichnet.

Mit die kürzeste Anfahrt hatten die Oldtimerfreunde Neckartal aus Hirschhorn. Die 20 Mitglieder des 2018 gegründeten Vereins nennen MG, Tatra, Messerschmidt-Kabinenroller von 1956, R4, Mini Cooper, Fiat 500 von 1972, Jaguar oder Golf ihr Eigen. „Das ist unsere erste Teilnahme“, ist Vorsitzender Franz Bidmon stolz auf die Premiere.

„Uns geht es darum die einfache Technik zu bewahren“, formuliert Bidmon die Motivation. „An den alten Fahrzeugen kann man einfach viel selbst machen“, betont er. Ihm geht es auch darum, dieses Wissen zu erhalten und den Jüngeren zu vermitteln. Dazu kommt der Gemeinschaftsaspekt bei regelmäßigen Ausfahrten.

Maic Germann und Manuel Cornejo-Martin sind beide Autonarren, weshalb sie praktisch bei jedem anfahrenden Fahrzeug ein paar Worte zu Modell und Marke wissen. Der gelernte Kfz-Mechaniker Germann nimmt mit einem BMW E 30 an der GLP Pro teil. Das „bunte Potpourri von 1914 bis 1994“ ist für ihn der besondere Reiz in Beerfelden. Cornejo-Martin nennt einen Triumph TR4a von 1968 sein Eigen. Er fühlt sich mit diesem fahrbaren Untersatz in der heutigen, schnelllebigen Zeit entschleunigt, ein paar Jahrzehnte in die Kindheit zurückversetzt.

Info: Die Oldtimerfreunde Neckartal treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat im „Poseidon“ in Hirschhorn. Mehr unter http://www.oldtimerfreunde-neckartal.de

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Die Jungen stehen auf die Oldies

Alles auf Oldies: Die Macher der Beerfelden Classics, der großen Autoschau auf dem Viehmarktplatz, gaben dem Event in diesem Jahr erstmals eine musikalische Eröffnung am Vorabend. Sie luden zur Oldie-Party in die Alte Turnhalle ein. Nach etwas zähem Beginn füllte sich der Saal am späteren Abend immer mehr, während auf der Bühne die Band „Schlagsaite“ alles von den 60er bis zu den 90er Jahren spielte.

Wenn Gäste im zeitlich passenden Outfit kamen, dominierten ganz klar die 50er Jahre, allerdings aufgetragen von denen, die irgendwann in den 90ern geboren wurden. Eindeutig in der Überzahl: die Petticoats. Magdalena Alagöz gewann denn auch unter der Moderation von Andreas Weinmann den Wettbewerb „Schönster Petticoat“ und heimste einen 100-Euro-Einkaufsgutschein von Optik Gross ein. Sie setzte sich beim „Applaus-Pegel“ im Finale gegen ihre Mitbewerberin durch.

Es ging zwar erst etwas später so richtig los, aber dafür dann umso länger. Um die 150 Gäste dürften es gewesen sein, schätzte Gunter Johe vom Beerfelden-Classix-Tam. Für das erste Mal, bilanzierte er, „sind wir zufrieden“. Gegen Ende hin war Top-Stimmung, es wurde viel getanzt, der harte Kern blieb noch lange in der alten Turnhalle zusammen. „Die Besucher fühlten sich sehr wohl“, nahm Johe von diesem Abend mit.

Angesichts der Besucherzahl „war war die Stimmung echt gut“, freute sich Schlagzeuger Valentin Witzgall. „Es wurde tatsächlich noch viel getanzt und ich denke, den Leuten hat es gefallen“, stellte er beim Blick von der Bühne aus fest. „Wir mussten noch zwei Zugaben spielen und vom Feedback war es sehr positiv.“ Für ihn war es „eine gelungene Veranstaltung“.

Zu der trug die Band „Schlagsaite“ mit Musikern aus ganz Oberzent natürlich ihren Teil bei. Annika Schmitt (Beerfelden), Max Schulz, Anna Preißendörfer und Frank Leutz (alle Gammelsbach), Valentin Witzgall (Falken-Gesäß), Marie Schäfer (Airlenbach) sowie Andreas Weinmann und Andreas Röger (Sensbachtal) hatte etliche Klassiker im Programm.

„Surfin‘ USA“ der Beach Boys, „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd oder „I love Rock’n’Roll“ von Joan Jett waren Gassenhauer aus vergangenen Jahrzehnten, die so richtig in die Beine gingen. „In the Ghetto“ oder „Jailhouse Rock“ von Elvis lockten im ersten Set auch die ersten auf die Tanzfläche. „Whisky in the Jar“ von Thin Lizzy oder der AC/DC-Doppelpack „TNT“ und „Highway to Hell“ waren Knaller, die ebenso wie „Rock you like a Hurricane“ von den Scorpions die Stimmung kurz vor Schluss kräftig in die Höhe schraubten.

Info: Die Band „Schlagsaite“ spielt am Samstag, 29. Juni, ab 18 Uhr auch beim Terrassenfestival in Falken-Gesäß. Außerdem mit dabei: „Elephant Messiah“ und „Mental Reservation“ aus Darmstadt, Rebecca Müller mit Band aus Falken-Gesäß und die Newcomer von der Musikschule Berg.

Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.

Wissenswertes über Rothenbergs Alte Pumpe

Das wechselhafte Wetter ließ dieses Mal nicht so viele Ausflügler die Odenwald-Strecke nehmen. Beim Mühlentag am Pfingstmontag machten sich weniger Besucher als im vergangenen Jahr auf zum Industriedenkmal „Alte Pumpe“ an der Landesstraße zwischen Kortelshütte und Rothenberg. 2018 herrschte auch wirklich eine hervorragende Witterung, die den Aktiven vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) einen neuen Rekord bescherte. Zwei Mal im Jahr öffnet der VVR die Hütte für die Öffentlichkeit.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagt VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke. Das Bauwerk hat für ihn „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage in seiner Art einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit ist. Damals wurde viel Geld für die Herstellung des Wassernetzes in die Hand genommen, erzählt er.

Dass Rothenberg aufgrund der herrschenden Not an fließendem Nass nicht irgendwann abfackelte, „war reine Glückssache“, blickt Wilcke zurück. Deshalb legte sogar die Brandversicherung Ende des 19. Jahrhunderts noch etwas drauf, als es um die Leitungsverlegung ging. Unter der Bevölkerung gab es eine Umfrage, ob man sich für eine Summe X an das Netz anschließen wolle.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen, erläutert Wilcke. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter hinauf in den Rothenberger Hochbehälter.

Schmunzelnd weist der VVR-Vorsitzende auch auf die schnelle Realisierung eines für damalige Zeiten Mammutprojekts hin, verglichen mit heutigen Großbaustellen wie dem BER oder Stuttgart 21. Geplant wurde seinen Worten zufolge ab Mitte 1898, im Jahr 1902 war bereits alles fertig. Die an diesem Tag gezeigte Power-Point-Präsentation über die Pumpe erarbeitete Oberzent-Schüler Philipp Foshag als Abschlussarbeit zusammen mit Wilcke.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Durch den Sandsteinuntergrund versickerte das Wasser auf dem Berg sehr schnell. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke.

Weiter oben nicht. Beschwerden über die unhaltbare Situation drangen bis nach Darmstadt. Dort wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinden ans öffentliche Wassernetz anzuschließen. Zupass kam den damaligen Ingenieuren, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste.

„40 Meter unterhalb von diesen wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dortigen vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Das wurde nicht erst ausprobiert“, sagt er, sondern im Vorfeld „ingenieurmäßig durchgerechnet“, damit die Installation kein Reinfall würde.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig war, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lässt sich die Energie gewinnen, führt Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. „Wir haben damals die Wasserwerke Zürich wegen Rat angefragt“, erinnert er sich. Die hatten aber ein jüngeres Schmid-Modell in Betrieb „und wünschten uns nur viel Glück“, meint Wilcke rückblickend lachend.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei Thomas Wilcke, Telefon 06275/1027, oder der Stadt Oberzent, Telefon 06068/7590-805, möglich. Erklärungen im Internet unter http://www.vvrothenberg.de/wassermotor/

 

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt.  Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht.

Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten Da der Wasserdruck bestrebt ist, den Zylinder vom Schieberspiegel abzuheben, kann man mit der richtigen Einstellung der Schraube mit Handrad das Verhältnis zwischen Leckwasser und Schieberreibung optimieren.