Bessere Beschilderung wird in Beerfelden gewünscht

Der Friedhof soll vom Metzkeil her besser ausgeschildert werden und außerdem schöner gestaltet werden. So der Tenor im Ortsbeirat bei dessen Sitzung. Generell wurde angeregt, das Thema Beschilderung von öffentlichen Gebäuden (wie auch Feuerwehr), Gewerbe und Einzelhandel in einem Gesamtkonzept für alle Stadtteile zu lösen und dazu Haushaltsmittel bereitzustellen. Auch für die Verkehrsinseln wünscht man sich – mit Beispielen aus anderen Kommunen – eine ansprechendere Gestaltung. Genannt wurde der Kreisel in Fürth.

Ortsbeirat André Berger stellte einen Vorschlag zur Diskussion, den er schon einmal eingebracht hatte. Demnach soll der Beerfeldener Friedhof einen eher parkähnlichen Charakter erhalten. Gleichzeitig soll der Pflegeaufwand geringer werden. Berger stellte eine Gemeinschaftsurnengrab-Anlage in den Raum, die aber keine Konkurrenz zum Friedwald sein solle. Hauptwege und Friedhofkapelle sind seinen Worten zufolge zu sanieren.

Bürgermeister Christian Kehrer erläuterte, dass das Thema Friedhöfe in allen Stadtteilen zur Diskussion anstehe. Es geht um ein Gesamtkonzept auch mit Blick auf die Gebühren. Eine Verschönerung des Friedhofs am Freiwilligentag 15. September wurde angesprochen. Da aber die Mauer unter Denkmalschutz steht, sah man davon ab.

Zur Sprache kam ein öffentlicher Bücherschrank in Beerfelden. Ortsvorsteher Christian Zimmermann könnte sich den gut im Eingangsbereich des ehemaligen Kaufhauses Knoll vorstellen und will die Voraussetzungen abklären. Ideen für Alternativ-Standorte sind auch gern gesehen. Die Generationen-Hilfe würde sich an der Aktion beteiligen und die spätere Betreuung übernehmen.

Stadtführungen in Beerfelden werden vom Ortsbeirat unterstützt und befürwortet. Das Thema ist schon länger in der Diskussion, auch in der früheren Beerfeldener Stadtverordneten-Versammlung. Für den Metzkeil ist eine Beflaggung mit Oberzent-Flaggen und eigenem Logo vorgesehen, wurde aus dem Magistrat bekannt. Wünschenswert wäre ein Stadtentwicklungskonzept, hieß es aus dem Gremium. Von Besucherseite wurde die Notwendigkeit eines Bürgerbusses angesprochen.

Advertisements

In Beerfelden wird teilweise „verboten“ geparkt

Im Bereich Mümlingtalstraße, Krähberger und Gerhard-Hauptmann-Straße wird so wild geparkt, dass es dem Ortsbeirat graust. Absolutes Halteverbot scheint ein Fremdwort zu sein. Vielleicht wissen die Beerfellmer ja auch, dass ihnen derzeit praktisch keine Kontrolle des ruhenden Verkehrs droht und der betreffende Sachbearbeiter im Rathaus zum 1. Oktober seinen Job wechselt. Bis ein neuer Mitarbeiter die Tätigkeit übernimmt, kann es noch dauern.

Die Stadtverwaltung ist an dem Thema dran, sagte Bürgermeister Christian Kehrer auf der Sitzung. Zum einen wurden zwei Bewerber für die Stelle im Ordnungsamt zu Gesprächen eingeladen, zum anderen finden verstärkt Polizeikontrollen statt. Nach einer Neueinstellung sollen dann wieder eine verstärkte Überwachung durchgeführt werden. Der Ortsbeirat unterstützte deshalb ausdrücklich den Magistratsbeschluss zur Einstellung eines Hilfspolizisten.

Ortsvorsteher Christian Zimmermann beklagte, dass im Bereich Dr. Wissmüller in Höhe der Ersatzhaltestelle auch noch in der Kurve im wahrsten Sinne des Wortes „verboten“ geparkt wird. Und das, obwohl es oberhalb des Heimatmuseums einen großen Parkplatz nur ein paar Meter entfernt gebe, auf dem sich in der Regel immer freie Stellflächen fänden. Auf diesen sollte besser hingewiesen werden.

Um das Halteverbot in diesem Bereich richtig kontrollieren zu können, müssten aber auch die jeweiligen, erlaubten Parkflächen neu und gut sichtbar eingezeichnet werden. Aber nicht nur dort: Im ganzen Innenstadtgebiet wäre das sinnvoll. Der Ortsbeirat hatte eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen: So soll das Anbringen von Markierungsnägeln geprüft werden. Die Parkplätze am Brunnen neben der Wollstube sollen für Gehbehinderte reserviert werden. Auch in der Arztpraxis wünscht man sich einen Hinweis auf das Parkverbot vor dem Gebäude.

Angesprochen wurde im Gremium auch die Verlängerung des Bürgersteigs in der Gammelsbacher Straße stadtauswärts auf der linken Seite. Denn dort befinden sich die verschiedenen Gewerbebetriebe, die derzeit fußläufig nur übers Bankett erreichbar sind. An die Eltern der Kindergartenkinder wurde der Wunsch herangetragen, ihre Sprösslinge von der Stried her an den dortigen Eingang zu bringen, um die Parksituation auf der Gammelsbacher Straße zu entzerren.

Seit Anfang des Jahres darf die Stadt Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kindergärten einrichten, informierte der Bürgermeister. Die Verwaltung habe sich dieses Themas angenommen. Demnächst soll eine entsprechende Beschilderung erfolgen. Anders sieht es mit einem Zebrastreifen aus, gerade weil es sich wie hier um eine Landesstraße handelt. Einen solchen genehmigt zu bekommen ist dem Bürgermeister zufolge „komplizierter, wird aber ebenfalls geprüft“.

Löschteich in Ober-Sensbach hat nach Einsatz noch genug Wasser

Informationen zum Freizeit- und Feuerlöschteich gaben auf der Ortsbeiratssitzung Tobias Leiß (Feuerwehr) und Herbert Obenauer (Nabu). Der Wasserstand habe sich beim Feuerwehr-Großeinsatz am Wald (wir berichteten) lediglich um zehn bis 15 Zentimeter abgesenkt, so dass noch ausreichend Wasserreserven vorhanden waren, so Leiß. Lediglich die Wasserentnahme gestaltete sich aufgrund der vielen Einsatzfahrzeuge etwas schwierig.

Seitens der Feuerwehr ist seinen Worten zufolge zu klären, wie das Entnahmerohr an der K 39 genutzt werden kann. Ebenso sei zu hinterfragen, warum das für Brandfälle im Bauhof bereitstehende und befüllte Wasserfass nicht eingesetzt werden konnte und wie dies in Zukunft gehandhabt werden soll. Thomas Henrich und Tobias Leiß wollen dies bei nächster Gelegenheit klären.

Die um den Teich stehenden Bäume sollen ausgelichtet werden. Zur Durchführung der Arbeiten habe sich die Nabu-Gruppe bereits im Vorjahr bereit erklärt, erläuterte Obenauer. Aus Personal- und naturschutzrechtlichen Gründen konnten diese Arbeiten jedoch noch nicht erfolgen und werden auch nicht im Rahmen des Freiwilligentages am 15. September, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt, sagte er. Weiterhin sei zu überlegen, das anfallende Restholz – eventuell nach Aufarbeiten des stärkeren Holzes – von einem örtlichen Landwirt in Eigenregie rücken und zu Hackschnitzeln verarbeiten zu lassen.

Für Stadteile besteht die Möglichkeit, an einem Förderprojekt des Landes Hessen für Ortschaften teilzunehmen, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Olfen erhielt hieraus bereits eine Zuwendung von 4900 Euro. Da das Programm noch ein weiteres Jahr läuft, will der Ortsbeirat überlegen, was in Ober- und Unter-Sensbach sowie Hebstahl zur Förderung angemeldet werden könne.

Am Freiwilligentag, 15. September, wird sich im Sensbachtal der TSV beteiligen, wurde bekannt gegeben. Seitens des Vereins ist beabsichtigt, das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten am Sportplatz herzurichten. Weiter wurde vom Gremium ans Bauamt der Wunsch herangetragen, noch einmal beim Geopark nachzuhaken, bis wann mit der Lieferung der noch von der Gemeinde Sensbachtal im Vorjahr bestellten zwölf Bänke und zwei Tische zu rechnen sei.

Über die seitens der Stadt geplanten Maßnahmen bezüglich der Themen zu hoher Geschwindigkeit in den Ortschaften, Motorradlärm und ruhender Verkehr informierte Kehrer. So sollen demnächst Plakate in allen Stadtteilen aufgehängt werden, die auf langsameres und leiseres Fahren hinwirken. Der Ortsbeirat stimmte diesem Vorhaben zu und wird sich um die Aufhängung kümmern. Weiterhin soll im kommenden Jahr laut Kehrer ein Hilfspolizist mit einer halben Stelle zur Überwachung des ruhenden und des fließenden Verkehrs eingestellt werden.

Sensbacher Friedhof bekommt ein Urnengrabfeld

Zum Vor-Ort-Termin auf dem Sensbacher Friedhof traf sich der neu konstituierte Ortsbeirat fürs frühere Sensbachtal bei seiner zweiten Sitzung. Parkplatzsituation, Friedhofsmauer, entwendete Wasserpumpe, das neue Grabfeld für Urnenbestattungen nebst diversen Kleinigkeiten wie ungepflegte Graber lauteten die Themen, zu denen die Mandatsträger und Besucher informiert wurden.

Die Parkplätze links und rechts des Zufahrtsweges sollen baldigst durch den Bauhof instandgesetzt werden, lautete der Wunsch des Ortsbeirats an die Verwaltung. Für die war Bürgermeister Christian Kehrer vor Ort. Im Zuge der Arbeiten am Parkplatz sollen auch Schlaglöcher auf der Friedhofs-Zufahrt beseitigt werden. Das Forstamt wird den oberhalb liegenden Weg auf eigene Kosten instand setzen.

Zur Fortführung der Arbeiten an der Friedhofsmauer berichtete der stellvertretende Ortsvorsteher Egon Scheuermann, dass etwa zwölf Meter im vergangenen Jahr neu aufgemauert wurden. Die Kosten betrugen etwa 10.000 Euro. Sensbachtal erhielt dafür einen Landeszuschuss von 50 Prozent. Der frühere Bürgermeister Manfred Heiss informierte darüber, dass etwa ab dem Jahr 2000 die komplette Friedhofsmauer im Bereich Höhenweg/Landesstraße mit Kosten von rund 180.000 Euro saniert wurde. Hierzu hatte das Land einen Zuschuss in gleicher Höhe gewährt.

Aktuell sind noch weitere 30 Meter entlang des Kirchenpfades sanierungsbedürftig. Ein Zuschuss des Landesdenkmalamtes wurde in Aussicht gestellt. Ein entsprechender Antrag ist noch von der Stadt Oberzent zu stellen. Die Unterlagen sollen in der nächsten Sitzung zusammen mit den Unterlagen über die Sanierung der Sporthalle dem Bauamt übergeben werden.

Der Ortsbeirat wünschte sich weiterhin, den Efeu-Bewuchs an der Friedhofsmauer im Auge zu behalten und einzudämmen. Es solle vom Bauhof darauf geachtet werden, dass Efeu bereits im Ansatz entfernt wird und ein Streifen von etwa drei Metern Breite rund um die Friedhofsmauer freigehalten wird. Eventuell könnte der Efeu auch im Rahmen einer Aktion zum landesweiten Freiwilligentag am 15. September entfernt werden, lautete ein Vorschlag.

Zwischen dem 4. und 5. August wurde die Wasserpumpe an der Friedhofskapelle gestohlen, informierte Scheuermann. Die im Bauhof vorsorglich gelagerte Ersatzpumpe wurde bereits am Tag nach der Entdeckung montiert. Da sie nicht die gleiche Leistung wie die alte Pumpe hat, soll sie durch eine etwas stärkere Pumpe ersetzt und wieder als Reserve vorgehalten werden. Bürgermeister Christian Kehrer informierte darüber, dass Strafanzeige gestellt wurde, „auch wenn wenig Aussicht besteht, die Täter zu ermitteln“. Die Mitglieder waren sich außerdem darüber einig, dass weitere Bänke vor der Kapelle aufgestellt werden sollen.

Scheuermann informierte über das neue Gräberfeld für Urnenbestattungen. Die Planung sei erst teilweise umgesetzt. Um den Gingkobaum herum werden in drei konzentrischen Kreisen auf der Rasenfläche Urnengräber angeordnet. Die Namensschilder aus Bronze werden auf den Sandstein-Stelen angebracht. Zur Abgrenzung der Grabfläche ist beabsichtigt, einen gekiesten Weg vom und zum Hauptweg anzulegen. Zudem sollen Ruhebänke aufgestellt werden.

Die Sicherstellung der Bewässerung des Gingkobaums und weiterer Bäume im Stadtteil hat sich durch die Änderung der Wetterlage etwas entschärft. Von der Feuerwehr wurde der Baum während der Trockenheit zumindest einmal gewässert. Er mache einen gesunden Eindruck mit Ausnahme eines vertrockneten Astes, der entfernt werden soll.

Zwei ungepflegte Grabstellen wurden vom Ortsbeirat in Augenschein genommen. Hier solle die Stadt tätig werden und ihre Möglichkeiten bis zur Androhung oder Durchführung der Räumung wahrnehmen, wünschten die Mandatsträger. Ebenso sollte bei der Erbach-Fürstenauischen Verwaltung darauf hingearbeitet werden, dass die Außenanlage der Familiengruft wieder etwas besser gepflegt wird, hieß es. Scheuermann informierte daneben, dass die Familie Ponto das Nutzungsrecht für die Grabstelle Jürgen Ponto für weitere fünf Jahre erworben hat (2018 bis 2022).

Ärger auf der Baustelle in Beerfelden

Die Wanderbaustelle auf der Mümlingtalstraße, der L 3119, sorgt für Schweißperlen auf der Stirn der Verantwortlichen. Seit etwa einem Monat ist die Durchfahrt von der Stadtmitte Richtung B45 und Hetzbach sowie in die Gegenrichtung gesperrt – theoretisch. In der Praxis quetschen sich immer noch ein paar Uneinsichtige an den Bauarbeitern vorbei, da ein Rettungsweg freigehalten werden muss und die Autos dort durchpassen. In der Sitzung des Ortsbeirats Beerfelden unter Leistung von Christian Zimmermann wurde das leidige Thema nun angesprochen.

Zu Beginn der Maßnahme seien die Geschäfte nicht umfassend informiert worden, wann die Baustelle wo zu finden sein werde, berichtete der Ortsvorsteher. Laut Bürgermeister Christian Kehrer will die Stadt nun zeitnah die Betriebsinhaber davon in Kenntnis setzen, wo wann mit den Sperrungen zu rechnen ist. Ein tägliches Update über Facebook wurde angesprochen. Auch soll auf Anregung des Ortsbeirats an der Beschilderung am Metzkeil und an der Bundesstraßen-Abzweigungen vermerkt werden, bis zu welcher Hausnummer die Autofahrer fahren können. Überprüft werden soll die Möglichkeit von Aufstellern seitens der Geschäfte, allerdings will man keinen Schilder-Wildwuchs.

Ständiges Ärgernis sind vor allem Einheimische, die sich ein paar Minuten Umweg über B 45 und Gammelsbacher Straße (L 3120) sparen wollten. Kehrer berichtete von Beschimpfungen und Bedrohungen der Bauarbeiter, wenn diese nicht den Weg freimachten, und von Behinderungen der Bauarbeiten durch Uneinsichtige. Auf Intervention der Verwaltung war die Polizei in den vergangenen Tagen mit Kontrollen vor Ort und schrieb die renitenten Autolenker auf.

Ebenfalls wurde an der Abfahrt vom B45-Parkplatz zum Haus Henneböhl, eigentlich nur für forst- und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben, kontrolliert. Denn auch diese Strecke wurde als Abkürzung genutzt, um sich ein paar hundert Meter Umleitung zu sparen. Zimmermann wusste außerdem vom Schleichverkehr auf dem Walterbachweg zwischen Breimer-Gelände und Rewe. Durch die Kontrollen habe sich die Situation etwas verbessert, so die Beobachtung.

Terminiert sind die Wasser- und Kanalarbeiten auf der kompletten L3119-Strecke zwischen Metzkeil und Bundesstraße bis 6. Oktober. Laut Kehrer sind die Firmen derzeit etwas vor dem Zeitplan, aber gerade beim Kanal könnte das eine oder andere Unvorhergesehene passieren. Auch Zimmermann rechnet deshalb nicht unbedingt mit einer zeitlichen Punktlandung.

Der Odenwaldkreis punktet mit viel Fläche und günstigem Wohnraum

Eigentlich liegt der Odenwald direkt neben dem Frankfurter Flughafen. „In internationalen Maßstäben ist eine Stunde Autofahrt gar nichts“, betonten die beiden Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain Gmbh, Werner Schwebel und Eric Menges, bei der Vorstellung der Marketinggesellschaft in Erbach.

Dort waren auf Einladung der Oreg Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete und Vertreter aus der Wirtschaft zusammengekommen, um der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Projekt „FRM 2030“ zu lauschen. Darin wird ein Zukunftsbild samt abgeleiteten Zielen für die weitere Entwicklung der Region bis zum Jahr 2030 gezeichnet.

Die Weitläufigkeit der Metropolregion mit der Finanzmetropole Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt machte Oreg-Geschäftsführer Marius Schwabe in seinen einleitenden Worten deutlich. Von Nord nach Süd erstreckt sich diese über fast 200 Kilometer, umfasst mit Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz drei Bundesländer.

Landrat Frank Matiaske räumte mit zwei Vorurteilen über den Odenwald auf, die im Ballungsraum kursierten: dass außer Landwirtschaft und Tourismus nichts geboten wird. „Es gibt aber viel mehr“, betonte er. „Wir sind zwar eine Touri-Region, aber mit viel Industrie.“ Der Reifenhersteller Pirelli etwa erwirtschafte an seinem Standort im Odenwaldkreis allein den jährlichen Umsatz aus dem Tourismusbereich. In der Region seien 70 Betriebe im Bereich Kunststoff und Kautschuk tätig, machte er deutlich. Weshalb sich der Kreis auch in wirtschaftlicher Hinsicht als „Home of plastic and rubber“ vermarkte.

„Was ist schon da, was ist geplant, welche neuen Ziele sind notwendig“, nannte Schwebel als Zielsetzung des Projekts FRM 2030. „Wir wollen weg vom Tagesgeschäft hin zu einer langfristigen Betrachtung“, erläuterte er. Wohnen, Infrastruktur, Wissen, Wirtschaft und Erlebensqualität wurden in den Workshops für die Metropolregion thematisiert.

In die Tiefe, sprich auf die Ebene des Kreises, ging es eigentlich nur bei einem Punkt: der Odenwaldbahn. Sie wird in den 2030er-Zielen insofern genannt, dass Elektrifizierung und Taktverdichtung als notwendig angesehen werden. Dies vor dem Hintergrund der aus allen Nähten platzenden Ballungszentren und dem dort knapp werdenden Wohnraum. Die Menschen suchen bezahlbare Wohnungen, finden sie auf dem Land, ziehen aber nur dorthin, wenn die Anbindung in die Zentren stimmt. „Wir haben die Flächen“, postulierte es schon der Landrat.

Schwebel bezeichnete FRM als „Wirtschafts- und Arbeitshotspot mit internationaler Strahlkraft“, Ganz wichtig ist auch die digitale Anbindung: Ohne schnelles Internet „gibt es keine Chance auf die Ansiedlung junger Menschen und von Unternehmen“. Der Zustrom wird laut Schwebel weiter zunehmen. Internationale Konzerne siedeln sich zunehmend im Großraum an. FRM als „exzellente Wissensregion“, eine einheitliche Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, ein Wohnungsbaukonzept für die gesamte Region, Ganztagesbetreuung, regionale Sportstättenstrategie und, und, und: Schwebel listete eine Vielzahl von Zielen für 2030 auf.

Die Aufgabe der FRM GmbH beleuchtete Eric Menges. Er nannte den Frankfurter Flughafen als Fixpunkt. „Wenn der gut zu erreichen ist, dann gibt es gute Chancen auf Firmenansiedlungen.“ Dem Odenwaldkreis attestierte er „ein in der Region konkurrenzloses Flächenangebot“ und erschwinglichen Wohnraum sowie ein gutes Breitbandnetz.

Mit der Lebensqualität „kann der Odenwaldkreis gegenüber vielen anderen Regionen punkten“, meinte Schwabe. Mit dem richtigen Job „gibt es Arbeit vor Ort“, sagte er. Deshalb ist für ihn die Fachkräftesicherung auf Kreisebene wichtig. Hierzu stehe man mit den Betrieben in Kontakt und biete Unterstützung an. Mit dem Projekt „Garantiert mobil“ will die Oreg außerdem dem Wunsch nach Mobilität gerecht werden. Am 1. September starten die Mobilitätsberater, „die die Leute an die Hand nehmen und ihnen zuhause erklären, wie die App funktioniert“. Ziel: Die Kreisbewohner sollen das Auto nicht mehr brauchen.

Für den Oreg-Mann ist der Austausch mit anderen Wirtschaftsförderern wertvoll. Das Thema „Best practice“, was läuft gut und „was müssen wir nicht versuchen“, spiele eine große Rolle. Schwabe sieht das in FRM 2030 genannte zentrale Baumanagement als interessant an: Wenn es um den Wohnort geht, „spielt der Kreis eine gute Rolle“.

 

Die FrankfurtRheinMain GmbH ist die internationale Standortmarketinggesellschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM). Sie präsentiert die Kreise und Städte der Region als schlagkräftige Gesamtregion im Ausland. Kern der Metropolregion ist der städtische Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Insgesamt hat das Rhein-Main-Gebiet ungefähr 5,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 2,2 Millionen im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main leben. Andere städtische Zentren neben Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind Rüsselsheim, Groß-Gerau, Bad Homburg, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Gießen, Limburg und Fulda. In Frankfurt werden bis 2030 weitere 100.000 Einwohner mehr erwartet, in der Region weitere 150.000 bis 200.000. Der Flughafen Frankfurt bietet derzeit 81.000 Arbeitsplätze, in der Umgebung noch einmal das Doppelte. Die Flugbewegungen nehmen ständig zu.

Das Waldseebad Beerfelden findet lobende Erwähnung im Freibadführer „Public Swimming“

Der herrliche Spätsommer steht vor der Tür. Die Sommerferien sind zwar schon zu Ende, aber nachmittags und an den Wochenenden ist immer noch genug Zeit fürs Freibad, wenn die Sonne vom Himmel lacht – wie es fürs Wochenende wieder vorausgesagt wird. Das Beerfeldener Waldseebad ist ein ideales Ziel, wird ihm nun auch vom „ersten Freibadführer“ namens „Public Swimming“ attestiert. In dem 336-Seiten-Büchlein von Gabi Schirrmacher werden die 51 schönsten Freibäder vor allem aus Südhessen vorgestellt. Beerfelden ist dabei: mit der Auszeichnung „für Puristen und Naturliebhaber“.

„Das ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit“, freut sich die Vorsitzende des Arbeitskreises Waldseebad, Ina Bottelberger. Die Ehrenamtlichen sind jedes Frühjahr gefordert, wenn im und rund um das über 80 Jahre alte Becken diverse Arbeiten anstehen, damit es im Sommer wieder für die Badewilligen geöffnet werden kann. Die nehmen dafür auch weitere Wege auf sich, weiß sie. Denn andere Bäder etwa im Neckartal oder den größeren Städten sind an den Hoch-Tagen hoffnungslos überfüllt.

Mit Schwimmern auch aus dem Darmstädter und fränkischen Raum ist für sie deshalb die Aufnahme in den Freibadführer Gold wert. „Das ist unsere Zielgruppe“, betont sie: Menschen aus den Großstädten, die im Odenwald einfach nur Ruhe abseits des Trubels unter der Woche suchen. Am Südrand von Beerfelden finden sie die. Selbst an den Sommerferien-Sonntagen geht es hier entspannt zu, findet sich sowohl auf der über einen Hektar großen Liegewiese als auch im 50-Meter-Becken immer ein freies Plätzchen.

Einfach nur die Seele baumeln lassen: Auch Autorin Schirrmacher machte diese wohltuende Erfahrung. „Sauberes Quellwasser, klare Luft, null Ablenkung und herrliche Ruhe“, heißt ihre Einleitung des Beitrags über das Waldschwimmbad. Mitten im Wald gelegen, „ist es prädestiniert für den Rückzug nach einer hektischen Arbeitswoche“, schreibt sie. „Wie von Zauberhand wird man mit der Natur vereint.“

Das Lob geht weiter: „Das an den Schwung der sanften Hügel angepasste Schwimmbecken, die Holzplateaus zum Sonnen auf der sattgrünen Liegewiese, dazu das Tannengrün des Waldes – hier herrscht eine zutiefst friedliche Atmosphäre.“ Mit etwas Sonnenschein ist für denjenigen das Urlaubsfeeling garantiert, der nicht zu viel Luxus erwartet.  Und das zu günstigen Preisen: 2,50 Euro kostet die Tages-, 30 Euro die Jahreskarte.

Erwähnung findet daneben die Möglichkeit, Paddel- oder Schlauchboote sowie Surfbretter mitzubringen. Der Tipp der Autorin: „Nehmen Sie sich einen Sommertag lang Zeit, den entspannenden Effekt der Landschaft voll auszukosten. Das Waldseebad ist selten überfüllt.“ Die 12.500 Quadratmeter große Liegewiese mit ihren zehn Bäumen, die drei Holz-Sonnendecks sowie die diversen Spielangebote werden ebenso genannt.

Den August über ist das Waldseebad Montag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr geöffnet, Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 19 Uhr. Die Schließung im September ist abhängig von der Wetterlage. Weitere Infos auf http://www.waldseebad-beerfelden.de

Info: Gabi Schirrmacher, „Public Swimming – der erste Freibadführer“, Die schönsten 51 Freibäder, Naturbäder und Badeseen in den Regionen Aschaffenburg, Darmstadt, Frankfurt, Gießen und Wiesbaden; Fotografie Günther Dächer, 22 Euro, http://www.schirrmacher-editions.com