Highlight in der Adventszeit: Zwischen „Traube“ und Backshop findet am 1. Dezember der Finkenbach-Zauber statt

Adventszauber im Finkenbachtal. Zum ersten Mal findet am Freitag, 1. Dezember, ab 17 Uhr vom Gasthaus „Zur Traube“ bis hin zu Mareikes Backshop der „Finkenbach-Zauber“ statt. „Die Idee kam uns Finkenbachern in letzter Zeit“, sagt Christian Niesen. Dann, als es früher dunkel wurde, kühl und grau, und man die Leute sehr viel weniger auf der Straße sah als im Sommer.

Deshalb suchten seine Frau Mareike und er zusammen mit den Ortsbürgern nach einer Möglichkeit, der Bevölkerung in der Adventszeit noch ein kleines Highlight in Finkenbach zu bescheren. Außerdem ging es um auch eine einmalige Einkaufsmöglichkeit in Vorweihnachtszeit für alle, die nicht mehr so mobil sind. „Wir wollen im Ort etwas bieten, damit die Leute zusammenkommen“, betont Niesen. Früher gab es an der „Traube“ bereits zweimal einen Weihnachtsmarkt. Dieser Anfang soll jetzt seine Fortsetzung finden.

An der „Traube“ wird es Glühwein in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Crêpes und saisonale Gerichte geben. Hier wird auch der gemischte Chor Finkenbach ab 17.45 Uhr adventliche Weisen singen. Entlang der Beerfelder Straße schließen sich dann einige kleine Stände an. Es gibt handgemachte Pflanzenseifen, Selbstgenähtes, Gartenfackeln, Mistelzweige, weihnachtlich dekorierte Äste und Adventskränze sowie textile Handarbeiten – alles von Finkenbacher Bürgern.

In Mareikes Backshop werden Stollen, Plätzchen und Früchtebrot von einem Bäckermeister aus der Region angeboten. Daneben sind als Geschenkideen handgemachter Schmuck, Düfte, Wellnessprodukte, Advents- und Weihnachtskarten, sowie handgemachte Holzträume und Holzschmuck aus der Hinterbach zu erstehen. Weihnachtliches aus Beton gibt von „Beton-Kunst“ aus Eberbach.

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Hinterbach soll ab 1. Januar das gelbe Ortsschild bekommen

Große Freude im kleinen Rothenberger Weiler, der voraussichtlich bald keiner mehr sein wird. Wie Bürgermeister Hans Heinz Keursten mitteilte, geht die Gemeinde davon aus, dass nach dem 1. Januar im Zuge der Oberzent-Fusion das grüne Weiler- mit dem gelben Ortsschild ersetzt wird. Eine entsprechende Anordnung traf Keursten bereits als örtliche Straßenverkehrsbehörde und gab sie an den Odenwaldkreis als überörtliche, für die Kreisstraße zuständige weiter.

Vor kurzem erreichte die Kommune von dort die Liste mit den im neuen Jahr zu ändernden Ortsschildern. Die Hinterbach in Gelb war dabei. „Wir gehen deshalb davon aus, dass dies so umgesetzt wird“, meinte Verwaltungsmitarbeiter Armin Löffler. Außer einem Anruf von Hessen Mobil, dass das gelbe Schild noch strittig sei, hörte man seitdem in Rothenberg zu dem Thema nichts mehr. Und bevor Keursten nichts Schriftliches auf dem Tisch hat, geht er erst einmal vom Positiven aus.

Der Auftrag für die Herstellung der neuen Schilder ist jedenfalls schon raus. Denn in der ersten Januarwoche sollen sie bereits angebracht werden. Da die Umsetzung auch des Hinterbach-Schildes vom Odenwaldkreis angeordnet wurde, „denke ich, dass es funktioniert“, so Keursten. Bisher war vor allem Hessen Mobil der Bremser in den Bestrebungen, dem Weiler endlich einen vollwertigen Ortsteil-Status zu geben.

Dabei ist die Bebauung dort laut dem Bürgermeister bereits relativ dicht – verglichen mit anderen Orten, die sich schon längst mit dem gelben Schild schmücken dürfen. Er erwähnt Unter-Hainbrunn, wo ein paar Meter nach dem Ortseingang schon wieder Ende ist. Oder das langgestreckte Falken-Gesäß mit einigen Unterbrechungen in der geschlossenen Bebauung. „Wenn dort, dann auch bei uns“, so Keursten.

Die Siedlungsstruktur im Noch-Weiler Hinterbach wurde über die Jahre verdichtet, meint er. Zusammen mit dem engen Tal und der kurvenreichen Strecke ergibt sich somit für Keursten auf jeden Fall eine geschlossene Wohnbebauung, die das gelbe Ortsschild rechtfertigt. Der Weiler-Status hatte bisher zur Folge, dass Autos nicht am Straßenrand abgestellt werden dürfen (Parken auf einer Vorfahrtstraße außerhalb geschlossener Ortschaften). Was die Anwohner vor Probleme stellt, wenn Besucher per Auto kommen. Das Problem wäre nach dem 1. Januar gegessen.

Darüber hinaus wird mit einem gelben Schild die erlaubte Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, während aktuell 60 km/h erlaubt sind. Auch dies trägt „maßgeblich zu einem ruhigen und sicheren Verkehrsfluss bei“, betont der Rathauschef. Auch in punkto Windkraft wäre der Status eines geschlossenen Ortschaft besser als der eines Weilers. Denn dann gelten nach dem Regionalplanentwurf größere Abstände der Rotoren zur Bebauung (1000 gegenüber 600 Meter).

Besondere Frauenstimmen lassen aufhorchen lassen im Michelstädter Hüttenwerk bei „Another Livetime“ aufhorchen

Welch eine Frauenpower auf der Hüttenwerk-Bühne: Die Hausband „Another Livetime“ mit Sängerin Michi Tischler hatte sich diesmal in Gestalt von Jessica Born und Esra Karahan zwei außergewöhnliche Stimmen eingeladen. Da musste sich der in Heidelberg lebende Andy Laycock (Flying Picketts) als männlicher Gast ganz schön reinhängen, um mithalten zu können. Denn Anke Rible am Saxophon machte das mächtige Frauen-Quartett perfekt. Das sorgte im Verbund mit den anderen Musikern für einen außergewöhnlichen Abend in der Location, der sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Esra Karahan aus Bad König ließ sprichwörtlich aufhorchen. Die 24-Jährige stand das erste Mal mit einer richtigen Begleitband auf der Bühne und brachte ihre Songs so selbstsicher rüber, als hätte sie noch nie etwas anderes getan. Mit voluminöser Stimme und ausdrucksvoller Bühnenperformance ließ sie ihre drei Stücke zum Erlebnis werden. Gloria Gaynors „I will survive“ im zweiten Set sorgte gewaltig für Furore. „Rollin’ in the deep” von Adele und „Umbrella“ von Rihanna waren weitere Songs, mit denen die junge Künstlerin begeisterten Applaus bekam und gefeiert wurde.

Von der jungen Studentin, die bei der Swing Fever Big Band und der Big Band East 17 singt, wird man sicherlich noch einiges hören. Michi Tischler kündigte schon an, dass für den kommenden Auftritt die Zahl der Songs von drei auf sechs erhöht wird. Sicher zur Freude der vielen Fans, die der 24-Jährigen ins voll besetzte Hüttenwerk gefolgt waren.

Über allem schwebte aber Jessica Born. Die Ausnahme-Blues- und Soulröhre aus der Nähe von Aschaffenburg schaffte es, bei ihren Songs wohlige musikalische Schauer den Rücken hinunterlaufen zu lassen. Wie sie alten Klassiker förmlich lebt, darin aufgeht, sie zelebriert, ist eine Klasse für sich. Da kommt keine(r) so schnell ran. Borns Stimme hat ein volles Timbre, das in seinen Facetten an Jonis Joplin erinnert. Wenn sie ansetzt, bräuchte sie eigentlich kein Mikro, denn so mächtig kommt ihre Power hinten an.

„You might need somebody“ von Randy Crawford oder „I’d rather go blind” von Etta James – bei dem es sogar Zwischenapplaus gibt – sind solche unvergesslichen Hits, denen sie ihrem Stempel aufdrückt. Nicht zu vergessen „The Boss“ von Diana Ross – irgendwie passt auch der Titel zur zierlichen Jessica Born, die den anderen Musik-Größen auf der Bühne ein bisschen die Show stiehlt. Das „Je ne regrette rien“ von Edith Piaf fällt da irgendwie aus der Rolle. „Think“ von Aretha Franklin zusammen mit Michi Tischler und Andy Laycock verbreitet aber wieder gute Laune pur, knallt so richtig rein.

Mit den fetzigen Saxophon-Solos von Anke Rible (Lindenfels) ist für den perfekten Background-Sound gesorgt. Gitarrist Jens Reyer zeigt ein ums andere Mal, dass er ein Meister auf den sechs Saiten ist. Bandgründer Thomas Klein am Schlagzeug und Keyboarder Axel „Aji“ Imhof (beide aus Michelstadt) machen mit Bassist Christoph Victor Kaiser (Heppenheim) die Rhythmus-Sektion komplett, die bei jedem Lied für den perfekten Sound sorgt.

Andy Laycock entwickelt sich im Laufe des Konzerts zunehmend zur Rampensau. Von Anfang an gibt der Brite den perfekten Animateur. Als der „Londonman in Heidelberg“ merkt, wie ihm das Publikum aus der Hand frisst, geht er so richtig ab. „Mama told me not to come“ von Tom Jones ist so ein Stück, das ihn in Höchstform sieht.

Mit „Angels“ von Robbie Williams hat Laycock gleich den geborenen Entertainer als Vorbild. Aber auch das „Hold Back The River” von James Bay oder „Message in a bottle” von Police (oder eben besagter Englishman von Sting) zeigen ihn mit viel Bühnenpräsenz. Der Fürther Jens Reyer haut zu den Songs immer wieder ein klasse Solo raus.

Dritte Sängerin im Bunde ist Michi Tischler. Die ist auch Dreh- und Angelpunkt von „Another Livetime“. Wie sie mit „What a feeling” von Irene Cara die Disco-Queen gibt, ist das herrlich anzuschauen. Mit ihrer Stimme drückt sie aber auch „Together Again“ von Janet Jackson oder „What about us” von Pink ihre Visitenkarte in die Hand.

Info: Beim nächsten Gig am Samstag, 23. Dezember, sind Ina Morgan und Olli Roth ab 21.30 Uhr Gäste von „Another Livetime“ im Michelstädter Hüttenwerk.

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Posted by Thomas Wilken on Sunday, November 19, 2017

Nostalgie bei der letzten gemeinsamen Versammlung der sechs Beerfeldener Feuerwehren

Es war eine historische Versammlung, nämlich die 44. gemeinsame und auch letzte der Freiwilligen Feuerwehren in der Oberzent-Stadt. Darauf ging in seinen Worten nicht nur Stadtbrandinspektor (SBI) Bernd Ihrig ausführlich ein, sondern auch die weiteren Redner im Dorfgemeinschaftshaus. Dort hatten sich die Brandschützer versammelt, um den Jahresberichten zu lauschen, aber auch der Ehrung von verdienten Kameraden beizuwohnen, die das Feuerwehrleben über Jahrzehnte hinweg prägten.

„Da ist viel Geschichte dabei“, meinte Kreisbrandinspektor Horst Friedrich. Denn vier, fünf oder sechs Jahrzehnte halten manche Floriansjünger bereits der Wehr ihre Treue. Langanhaltender Applaus begleitete die Jubilare, die mit ihrem Einsatz der Organisation in den jeweiligen Stadtteilen ihren Stempel aufdrückten. Denn oftmals engagierten sie sich neben dem aktiven Dienst auch noch lokal oder überregional in Verein oder Verband.

„Ich danke euch für alles, was ihr für die Wehr getan habt“, meinte (SBI) Ihrig. Die Verdienste und den Einsatz würdigten auch Bürgermeister Gottfried Görig, Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh, Horst Friedrich, Dr. Raimund Keysser (DRK) und Kreisjugendfeuerwehrwart Dominik Groh in ihren Grußworten.

Ihrig freute sich besonders, zum „Abschluss der gemeinsamen Geschichte der sechs Beerfelder Feuerwehren“ alle SBI der vergangenen 44 Jahre begrüßen zu können. Er selbst ist seit 1994 im Amt zuvor waren dies Friedel Engelter (1974 bis 1984) und Heinrich Breimer (1984 bis 1994). Ihrig wollte seinen Berichten für 2016 und 2017 nicht so sehr auf Zahlen und Fakten Bezug nehmen, sondern auf den Feuerwehrdienst als solchen. „Wir wissen zur Genüge, was es heißt“, einen solchen zu leisten.

Der SBI hält nichts von der Auflistung von Schadenssummen. „Denn es ist viel wichtiger, welche Werte durch unseren Einsatz erhalten oder gerettet werden.“ Ihrig zeichnete das Bild einer schlagkräftigen Truppe, die den Schutz und die Sicherheit der Mitbürger Tag und Nacht sicherstellt. „Bei aller Technik sind es die freiwilligen Helfer, die das Wesen der Feuerwehr ausmachen“, betonte er.

207 aktive Frauen und Männer sind laut dem SBI derzeit im Dienst für den Nächsten aktiv. Die Übergänge aus der Jugendwehr übertrafen sogar die Wechsel in die Altersabteilung und Austritte. Somit eine „günstige Zukunftsprognose“ trotz der eher ungünstigen demografischen Strukturen. 82 Kameraden zählt derzeit die Alters- und Ehrenabteilung. 30 Musiker spielen in der Feuerwehrkapelle mit. Er zeigte sich froh über die gute Nachwuchsarbeit, die Stadtjugendfeuerwehrwart Marc Gärtner beleuchtete.

Der SBI nannte für 2016 insgesamt 57 Einsätze, in diesem Jahr waren es bisher sogar schon 75. Allerdings nicht nur in Beerfelden, weil man als Stützpunktwehr auch für die anderen Oberzent-Orte zuständig ist. Die Tageseinsatzsicherheit konnte man mit Alarmplänen sicherstellen. Ihrig erwähnte daneben die Ersatzbeschaffungen für diverse Einsatzfahrzeuge der verschiedenen Wehren. Über den Odenwaldkreis bekam Beerfelden kurzfristig ein LF-KatS, das allerdings auch weitere Aufgabengebiete mit sich brachte.

Als „umfangreichsten Einsatz, den der Odenwaldkreis in dieser Art je erlebt hat“, kennzeichnete Ihrig den Brand im Gasthaus zur Sonne Anfang Dezember 2016. „Rund 180 Einsatzkräfte haben hier eine hervorragende Arbeit geleistet“, betonte er. Der SBI machte deutlich, dass die Wehrleute gerade in der Erstphase des Einsatzes weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus gefordert waren. Als weitere Großeinsätze nannte er den Heu- und Strohballenbrand in Hetzbach Ende Juli sowie die Reizgas-Attacke auf dem Gailsmarkt.

Gärtner zeichnete die vielen Aktivitäten der Jugendlichen von zehn bis 17 Jahren in den beiden Jahren nach. Es gibt derzeit 71 Mitglieder, die Hälfte davon aus Beerfelden-Kernort. Die Minifeuerwehr in Hetzbach zählt sechs Kinder, die in Gammelsbach neun. Um die 900 Stunden ehrenamtliche Arbeit listete Gärtner im Dienst der Nachwuchsbetreuung auf.

 

Ehrungen

Silbernes Brandschutzabzeichen am Bande für 25 Jahre aktiven Dienst: Jörg Drescher (FFW Gammelsbach), Manuel Hering (Falken-Gesäß), Erik Sauer (zuerst Ebersberg, jetzt Beerfelden). Goldenes Brandschutzabzeichen für 40 Jahre: Matthias Beisel, Helmut Eifert, Thomas Schmidt (alle Beerfelden)

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um den Brandschutz: Gerhard Reubold (seit 1972 aktives Mitglied Beerfelden, u.a. 1990 bis 1994 Wehrführer)

Bronzenes Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbands Hessen-Darmstadt für 25 Jahre Mitgliedschaft: Dr. Raimund Keysser. Goldenes Ehrenzeichen für 50 Jahre: Wilfred Gutjahr (Beerfelden), Peter Röth (zuerst Grasellenbach, dann Falken-Gesäß). Goldenes Ehrenzeichen für 60 Jahre: Helmut Altendorf (Olfen), Kurt Schmidt (Hetzbach)

Winterdienst ist bei der Straßenmeisterei in Beerfelden das ganze Jahr ein Thema

Der erste Wintereinbruch sorgte vor einer Woche bereits für weiße Strecken auf den Odenwald-Hügeln und die ersten Verkehrsbehinderungen. Das zweite Intermezzo von Väterchen Frost lässt nicht lange auf sich warten. Für die Straßenmeistereien ist das alle Jahre wieder „Business as usual“. Denn nach dem Winter bedeutet für die Mitarbeiter quasi direkt vor dem nächsten: Die Vorarbeiten starten nahtlos. Welche Vorbereitungen im Odenwaldkreis getroffen wurden, erläuterten jetzt die Verantwortlichen.

Jochen Vogel, Pressesprecher Hessen Mobil in Heppenheim, skizzierte das Prozedere auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, für die die Behörde zuständig ist. Vom Landratsamt des Odenwaldkreises war Volker Weyrauch zugegen, für die Erbacher Polizei Ralf Löring. Hausherr in Beerfelden ist Harald Körner, in Bad König Werner Riesinger. Beide Straßenmeistereien teilen sich die Zuständigkeit im Odenwaldkreis.

Ein harter Winter ist nicht unbedingt einer, in dem es viel schneit, sagten die Fachleute. Sondern einer „mit wechselhaftem Wetter“, tagsüber mit Plus-Temperaturen, nachts mit Frost. Denn dann muss quasi nonstop gestreut werden, erläuterte Mitarbeiter Bernd Bechtold von der Beerfelder Straßenmeisterei. Da eine Tonne Salz 90 Euro kostet, geht dies dann kräftig ins Geld.

Polizeihauptkommissar Löring appellierte an die „Teamarbeit“ von Räumdienst und Autofahrern bei winterlichen Straßenverhältnissen. Zum einen sei Vorsicht in Waldgebieten geboten, weil das Salz Tiere an den Straßenrand ziehe. Zum anderen solle immer die Fahrgasse für die mit vier Meter überbreiten und mit 23 Tonnen ganz schön schweren Räumfahrzeuge freigelassen werden. „Bitte nicht überholen und die Geduld aufbringen, dahinter zu bleiben“, wünschte er sich.

Neben der Rücksichtnahme nannte Löring als wichtiges Kriterium auch vorausschauendes Fahren. In Höhenlagen müsse man auf offenen Flächen mit Eisbildung rechnen, sagte er. Ein noch so guter Winterdienst „kann keine sommerlichen Verkehrsverhältnisse schaffen“, ergänzte Riesinger. Am schwierigsten sei die Lage, „wenn es im Berufsverkehr anfängt zu schneien“, meinte Vogel. Dann seien auch eine Stunde zuvor geräumte Straßen rasch wieder zu.

Auf Autobahnen nonstop und auf den anderen Straßen von 6 bis 22 Uhr: So stellt sich der Schichtdienst in den Straßenmeistereien dar. Wobei um 6 Uhr zum Berufsverkehr die Strecken schon frei sein sollen. Deshalb beginnt der Dienst für die Mitarbeiter bereits im 1.30 Uhr nachts mit den Vorbereitungen Dann wird per Computer die Lage auf den Straßen überprüft.

„Winterdienst ist das ganze Jahr ein Thema“, verdeutlichte Vogel. Im Frühjahr gibt es Reparaturen, Ausschreibungen und Neuanschaffungen, im Sommer wird das Salz bezogen, im Herbst werden die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit gemacht. Danach geht es schon auf die Strecken, um Schneenetze und -stangen zu stellen. „Ende Oktober sind die Vorbereitungen abgeschlossen.“

Neben dem Rückgriff auf die Wetterdienste helfen laut Jochen Vogel auch die jahrzehntelangen Erfahrungen der Hessen-Mobil-Leute, um zu wissen, „wo es an Brücken oder Waldpassagen glatt werden kann“. Ist Schnee gemeldet wie es derzeit fast jeden Tag vorkommen kann, „wird die Rufbereitschaft ausgelöst“, so der Pressesprecher. Jeder Fahrer hat eine vorgegebene Route, die etwa drei bis vier Stunden dauert.

Verwendet wird dabei eine Mischung aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Lauge, die in der Straßenmeisterei hergestellt wird. Das Ganze nennt sich Feuchtsalz FS 30. „Dann haftet das besser auf dem Asphalt“, weiß Körner. Es wird nicht so schnell verweht, setzt den Auftauprozess schneller in Gang und hält die Straßen länger eisfrei. Laut Vogel testet man auf der Autobahn bei wechselhafter Witterung bereits FS 100, womit sich der Salzverbrauch um 30 Prozent reduzieren lässt. Sollten die 3300 im Odenwaldkreis gelagerten Tonnen Salz doch mal knapp werden, „füllen wir die Hallen unverzüglich wieder auf“, versichert er. Nur in den schneereichen Wintern 2010 und 2012 wurde es einmal knapp.

Die Straßenmeisterei Beerfelden mit ihrem Chef Harald Körner betreut 215 Straßenkilometer im südlichen Odenwaldkreis, dazu im benachbarten Kreis Bergstraße das hessische Neckartal und den Überwald rund um Wald-Michlebach bin hin nach Birkenau und ins Gorxheimertal. Daneben werden ein paar dazwischenliegende badische Straßen wie etwa durch Heddesbach oder Richtung Eberbach abgefahren. In der Oberzent-Stadt lagern etwa 1000 Tonnen Salz.

Die Straßenmeisterei Bad König mit Werner Riesinger an der Spitze ist für 285 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im nördlichen Kreisgebiet zuständig. Das neue Silo fasst 2000 Tonnen Salz. In Beerfelden sind sieben Schneeräumer im Einsatz, davon fünf eigene, die im Drei-Schicht-Betrieb von 18 Mitarbeitern gefahren werden. In Bad König sind es acht Fahrzeuge, davon vier eigene mit 15 Angestellten. Alle zusammen kümmern sich um die 500 Kilometer Strecke im Odenwaldkreis.

Weitere kleinere Salzlager gibt es in Hirschhorn und Wald-Michelbach. Insgesamt hält Hessen Mobil im Odenwaldkreis 3300 Tonnen Salz vor, was für einen durchschnittlichen Winter ausreicht. Sollte es einmal den ganzen Tag heftig durchschneien, werden pro Tag und Meisterei etwa 150 Tonnen benötigt.

v.l. Werner Riesinger und Harald Körner, Leiter der Straßenmeistereien Bad König und Beerfelden

Erschließungsarbeiten im Rothenberger Baugebiet „Alt Schulzenfeld“ gehen bald los

Die größte Investition in der jüngeren Rothenberger Geschichte (neben der Sporthalle als Gebäude) geht in ihre Verwirklichung. Sie wird gleichzeitig die letzte in der nur noch bis Jahresende selbständigen Gemeinde sein. Danach geht die Erschließungs- und Bautätigkeit im Neubaugebiet „Alt Schulzenfeld“ über an die neue Stadt Oberzent. Die Gemeindevertretung beschloss in der vergangenen Sitzung einstimmig, fast eine Million Euro für die Erschließungsarbeiten in die Hand zu nehmen. Die Planungen laufen schon seit geraumer Zeit.

Zwischen dem oberen Ortsrand und der Sporthalle sollen in herrlicher Lage mit Blick über die gegenüber liegenden, bewaldeten Odenwaldhügel mehr als 40 Bauplätze auf über 450 Metern Höhe entstehen. Vier konkrete Bauvorhaben gibt es laut Bürgermeister Hans Heinz Keursten bereits, „ohne dass wir groß in die Vermarktung eingestiegen sind“. Das wird dann die nächste Aufgabe im neuen Jahr sein.

Eigentlich sollte schon Anfang kommender Woche mit den Arbeiten begonnen werden. Doch der Zeitplan ließ sich aufgrund der Terminierung der Gemeindevertreter-Sitzung nicht halten. Man rechnet nun in der Verwaltung mit Baubeginn – abhängig von der Witterung – noch in diesem Jahr und Fertigstellung der Maßnahme im Mai/Juni 2018. Beauftragt wurde von den Mandatsträgern ein Unternehmen aus Michelstadt, das als leistungsfähig und zuverlässig bekannt ist.

Dass diese Firma als einzige von fünf Betrieben, an die die Ausschreibungsunterlagen gingen, ein Angebot abgab, sorgte für Kopfschütteln im Rund. Scheinbar, so der Tenor, sind die Bauunternehmen so ausgelastet, dass selbst eine solch hohe Auftragssumme nicht verlockend erscheint. Wie die Auswertung ergab, wichen die Angebotspreise gegenüber dem Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros nur um 4,4 Prozent nach oben ab. Eine Summe, die noch tolerierbar ist. Mittel stehen im Haushalt zur Verfügung.

Zu den Erschließungsarbeiten im Baugebiet gehören Erd- und Straßenbau, Entwässerungskanal und Wasserversorgung der unterhalb der Sporthalle liegenden Flächen zu beiden Seiten des Gammelsbacher Wegs. Mindestens weitere 300.000 Euro werden für Maßnahmen in der Nachfolge der Baugebiets-Erschließung fällig. Da geht es um die Sanierung des Gammelsbacher Wegs, den Ausbau des Stichwegs Landwehrstraße und Sanierung der dortigen Wasserleitung.

Auf der anderen, östlichen Seite der Sporthalle liegt das Gebiet „Hinter den Eichen“. Es verläuft bis an den Rand des Buchenwalds. Seit dem Jahr 2000, so der Bürgermeister, gab es immer wieder Versuche, dort einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. „Wegen der Grundstückszuschnitte und Eigentumsverhältnisse war bisher keine Lösung in Sicht“, sagte er. Hier half das Flurbereinigungsverfahren Rothenberg, Kortelshütte und Ober-Hainbrunn.

Durch die Neuordnung konnte nun – auf Initiative der Grundstückseigentümer – ein Bebauungsplanentwurf erstellt werden. „Ich bin froh, dass die Besitzer die Initiative ergriffen haben“, so Keursten. In diesem Zuge ließen sich auch die im Außenbereich entstandenen Bauten ohne Genehmigungen regeln. „Vieles wurde zwischenzeitlich erledigt“, sagte er. Weitere Anregungen lassen sich im Zuge der vierwöchigen Offenlage einbringen, meinte Verwaltungsmitarbeiter Armin Löffler auf Frage von Wilfried Friedrich (WGR). Der hatte die Begriffe Gartenanlage, Feuerstelle, Grillplatz und Grabgärten eingeworfen.

Rothenberger Regenüberlaufbecken Heiligenwiesengraben verschlingt viel Geld

Das Regenüberlaufbecken Heiligenwiesengraben wird die Gemeinde ein erkleckliches Sümmchen Geld kosten. Keines allerdings, das sie freiwillig in die Hand nimmt, verdeutlichte Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn (FWV) in der vergangenen Sitzung. Die Kommune ist durch gesetzliche Vorgaben verpflichtet, das bei Starkregen anfallende Mischwasser aufzufangen, damit es nicht ungefiltert auf die dortige Wiese abfließen kann.

Innerhalb von zwei Jahren wurde die projektierte Maßnahme um fast 70 Prozent teurer als zuerst gedacht. Ende 2015 war man noch von 75.000 Euro Kosten ausgegangen. Jetzt lautete ein erstes Angebot auf 131.000 Euro. Durch ein paar Einsparungen, von der beauftragten Firma selbst vorgeschlagen, ließ sich diese Summe auf 123.300 Euro reduzieren. Da nur 100.000 Euro im Haushalt bereitstehen, muss der Rest überplanmäßig aufgebracht werden. Beides beschlossen die Mandatsträger einstimmig.

Der Vorfluter, der „Heiligenwiesengraben“, ist bei den Wassermassen überfordert, wie sie bei einem länger anhaltenden Regenguss vom Himmel kommen, hatte das Ingenieurbüro Golükes im Rahmen einer hydraulischen Untersuchung festgestellt. Vor zwei Jahren wurde durch den Bauhof ein Durchlass unter dem „Neuen Weg“ geschaffen, womit sich das Wasser auf der unterhalb gelegenen Wiese verteilen und weiter hangabwärts laufen konnte.

Um die vorhandenen Schwerstoffe wie etwa Papierreste aus dem Mischwasser herausfiltern zu können, soll ein sogenannter „Regenüberlauf mit Streichwehr“ entstehen. Dieser könnte dann nach den Vorstellungen des Büros verhindern, dass sich diese Schmutzstoffe auf der Wiese verteilen – und diese außerdem bei Starkregen so geflutet wird, dass irgendwann Erosionsgefahr bestünde. Derzeit hat die Gemeinde aber das Glück, dass Papierreste nicht festzustellen sind.

Wie Bürgermeister Hans Heinz Keursten erläuterte, verliefen Erörterungsgespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde positiv. Das Antragsverfahren wurde eingeleitet, weshalb er in Kürze mit einer Genehmigung rechnet. Es gab eine öffentliche Ausschreibung, woran aber nur drei Firmen Interesse zeigten. Zwei gaben Angebote ab. Eine Firma aus Fürth bekam als günstigster Bieter den Zuschlag. Diese machte auch den Vorschlag, den Überlaufbau als Fertigteilbauwerk auszuführen. Dadurch ergeben sich wegen der geringeren Wandstärke, verkürzter Bauzeit und kleinerer Baugrube Einsparungen.

Wie Keursten betonte, wird damit der erste Schritt zum Umbau des Kanalsystems in der Kerngemeinde eingeleitet. In den kommenden Jahren seien weitere Mittel im Haushalt einzuplanen, um viele – seit längerem bekannte – Dinge auf den Weg zu bringen. Ein Regenrückhaltebecken im oberen Bereich der Wiese mit 500 Kubikmetern „können wir sparen“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde sei im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens mittlerweile Eigentümer der gesamten Wiesen. Damit entstehe ein natürliches Becken im unteren Bereich des Heiligenwiesengrabens.

Rothenberg braucht einen neuen Salzstreuer, denn der nächste Wintereinbruch kommt bestimmt. Das bisherige, 17 Jahre alte Gerät, ist stark reparaturbedürftig. Die Auffrischung dürfte nach einer Kostenschätzung über 8000 Euro kosten. Da der Gemeindevorstand der Meinung war, dass sich die sich diese Ausgabe nicht mehr lohnt, holte man sich zwei Angebote für ein neues Gerät. Eine örtliche Firma bekam für knapp mehr als 20.000 Euro den Zuschlag, den neuen Streutautomaten für den gemeindlichen Unimog zu liefern.

Die Mittel werden außerplanmäßig zur Verfügung gestellt. Kurzfristig kam man überein, eine Aufstiegsleiter doch noch mit ins Paket aufzunehmen. Eigentlich sollten die dafür notwendig fast 700 Euro gespart werden. Doch letztlich ließ sich der Gemeindevorstand von der Notwendigkeit überzeugen. Die Gemeindevertretung folgte einstimmig dem Vorschlag. Die Lieferzeit beträgt etwa sieben Wochen. „Der alte Streuer funktioniert aber noch“, beruhigte Keursten mit Blick auf mögliche Schneefälle in der kommenden Zeit.