Beerfelder Gehwege in der Stadtmitte bekommen rotes „Metzkeilpflaster“

Die Sanierung der Mümlingtalstraße durch Hessen Mobil läuft auf Hochtouren. Deshalb rückt langsam auch der Moment näher, wenn die noch von der Beerfeldener Stadtverordnetenversammlung beschlossene Gestaltung des Bereichs zwischen Metzkeil und Waschbrunnenplatz umgesetzt wird. Stadtbaumeister Peter Bauer erläuterte dem Ortsbeirat auf dessen Sitzung die geplanten Maßnahmen. Außerdem stellte sich dort auch der neue Stadtpolizist Nabil El Kadi vor.

Ortsvorsteher Christian Zimmermann fragte nach, ob im Zuge der Straßensanierung die Zufahrt zum Parkplatz beim Oberzent-Museum optimiert werden könne. Viele Fahrzeuge hätten Probleme, da sie dort aufsetzten. Laut Bauer soll dies im Zuge des Ausbaus – soweit möglich – angepasst werden. Beim Waschbrunnenplatz bleibt es bei der jetzigen Pflasterung, allerdings werden schadhafte Steine ausgewechselt und die Fläche wird eingeebnet, erläuterte er.

Das sogenannte „Metzkeilpflaster“ aus rotem Betonstein soll in den Gehwegen sowohl Richtung Waschbrunnenplatz als auch in den Einmündungen der Nebenstraßen Verwendung finden. Ebenso soll es rund um den Zwölfröhrenbrunnen zur Anwendung kommen. Es ist schon jetzt vor dem Rathaus verlegt. Im Bereich Waschbrunnen soll das bisher dort verwendete Natursteinpflaster erneuert werden, sagte Bauer. Graues Granitpflaster sei auch auf historischen Aufnahmen zu finden. Im Odenwald unterscheiden sich die verwendeten Pflaster in ihren Farben nicht wesentlich.

Nabil El Kadi stellte dem Gremium seinen umfangreichen Aufgabenbereich vor. Er erwähnte zu Beginn, dass entgegen der Diskussion im Stadtparlament kein Autofahrer bereits 15 Strafzettel erhalten habe. Angedacht ist seinen Worten zufolge eine Information über „richtiges Verhalten im Straßenverkehr“. Zimmermann regte an, einmal im Monat eine Liste der kontrollierten Straßen im Blättchen zu veröffentlichen.

El Kadi teilte mit, dass die Tempo-30-Beschilderung am Kindergarten zeitnah in Absprache mit Hessen Mobil angebracht werde. Die Blitzer in Gammelsbach und Hetzbach sollen Richtung Frühjahr wieder funktionstüchtig sein. Bisher fehlen noch die entsprechenden Kontaktstreifen im Asphalt. Blitzersäulen, die den Verkehr auf beiden Seiten erfassen können, sind zu teuer, erläuterte er. Hintergrund: Immer wieder stellt man fest, dass besonders schlaue Autofahrer an dieser Stelle einfach auf die andere Fahrbahn ausweichen. Der Stadtpolizist kann sich aber vorstellen, mit einem mobilen Blitzer ergänzend zu kontrollieren.

El Kadi erwähnte außerdem die Straßenreinigungssatzung, die für Oberzent noch beschlossen werden muss. Als Problem benannte er illegale Müllentsorgung und die Nachlässigkeiten bei der Schneeräumpflicht. Wenn die weiße Pracht nach drei Tagen immer noch auf den Gehweg liegt, schaut El Kadi nach dem Rechten. Ein Ärgernis ist seinen Worten zufolge die Dauernutzung von öffentlichen Parkplätzen, wo unter anderem abgemeldete Fahrzeuge abgestellt werden.

Das Thema Bepflanzungen im Ort etwa auf Verkehrsinseln oder Blühstreifen wird von Magistratsmitglied Walter Braner bearbeitet. Dieser ist bereits im Gespräch mit den Imkern. Er wird dann auch Kontakt zum Ortsbeirat aufnehmen, hieß es auf der Sitzung. Die gewünschte Beschriftung des Rathauses muss noch mit dem Denkmalschutz geklärt werden. Sie soll bei der Fassadensanierung, wenn ohnehin ein Gerüst steht, umgesetzt werden, informierte Zimmermann.

Angeregt wurde die Bemalung der Strom- und Verteilerkästen. Hier ist aber die Genehmigung durch Telekom und MediaNet seitens der Verwaltung zu klären. Danach könnte eine Gestaltung durch Schulen oder hier lebende Künstler erfolgen. Hofwiese, der erste Abschnitt des Güttersbacher Wegs, Gabelsbergerstraße, Eberbacher Weg, Friedrich-Ebert- und Gerhart-Hauptmann-Straße haben neben Walterbachweg und Häfengasse nach Meinung des Ortsbeirats eine Sanierung dringend nötig, weswegen sie auf der Prioritätenliste landeten.

 

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Sensbachtaler Ortsbeirat ist sauer über die Straßensperrung zwischen Reußenkreuz und Bullau

Die Sperrung der Verbindungsstraße zwischen Reußenkreuz und Gebhardshütte, die in ihrem weiteren Verlauf nach Bullau führt, sorgt für gehörige Verstimmung zwischen dem Ortsbeirat und der Stadtspitze. Auf der Ortsbeiratssitzung wurde die Frustration darüber deutlich, nicht in die entsprechende Entscheidung miteingebunden worden zu sein. Gleichzeitig machten die Mandatsträger deutlich, dass sie die Schließung der Straße für den allgemeinen Verkehr nicht hinnehmen wollen.

„Wir hatten das Thema der Ortsverbindungsstraße bereits Ende Oktober zum Thema“, betonte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann. „Der Ortsbeirat legt Wert darauf, dass die Sperrung umgehend rückgängig gemacht wird und der Weg wieder öffentlich befahrbar ist“, heißt es im damaligen Protokoll, das auch an die Stadt ging. Außerdem bittet das Gremium dringendst darum, „über solche Dinge künftig im Voraus informiert zu werden“.

Erst nach mehrmaligen Nachfragen, so Kuhlmann, gab es am 11. Januar von der Stadt eine Stellungnahme. Darin ist zu lesen, dass es sich „bei der Straßensperrung um eine Maßnahme der Verwaltung und der Straßenverkehrsbehörde handelt“. Eine Beteiligung des Ortsbeirates sei hierfür nicht erforderlich und die Information darüber wünschenswert, „übersteigt aber unsere personellen Möglichkeiten“.

„Wir sind natürlich ganz anderer Meinung“, unterstreicht Kuhlmann etwas sarkastisch. „Der Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung strotzt nicht gerade vor Bürgernähe.“ Im Vorfeld der Fusion sei aber gerade diese propagiert worden. Gerade bei einer Neugründung wie Oberzent „können Mandatsträger oder Verwaltungsmitarbeiter nicht über historisch begründete Dinge informiert sein“, zeigt er Verständnis. Aber die Widmung, Entwidmung oder Sperrung „einer seit Menschengedenken frei befahrbaren Ortsverbindungsstraße“ sei eine wichtige Angelegenheit, so dass seines Erachtens „der Ortsbeirat unbedingt hätte gehört werden müssen“.

Als „kontraproduktiv“ mit Blick auf den Tourismus wertet der Ortsvorsteher die Schließung. Gerade am Reußenkreuz sei man auf Auswärtige angewiesen. Dazu kämen noch die vielfältigen Verbindungen aus Schöllenbach und Ober-Sensbach nach Bullau. Nicht zuletzt empfindet er es seltsam, dass der Weiler Gebhardshütte nicht über eine öffentliche Straße von Oberzent aus zu erreichen sei. Statt fünf Minuten vom Reußenkreuz nach Bullau gilt es nun 22 Kilometer über Erbach zu fahren.

Bürgermeister Christian Kehrer wies eingangs der umfangreichen Redebeiträge darauf hin, dass es sich hier seiner Meinung nach gerade nicht um eine Ortsverbindungsstraße, sondern lediglich um einen Waldweg handle. Ein Jagdpächter habe sich bei ihm über ständig zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr beschwert. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes habe die Angaben vor Ort überprüft. Einspurig, nicht geteert, gefährlich: Die Stadt wolle nicht die Verkehrssicherungspflicht dafür übernehmen.

Daraufhin habe der Bürgermeister in seiner Eigenschaft als Straßenverkehrsbehörde die Sperrung angeordnet. Bei berechtigtem Interesse werde die Stadt jederzeit kostenlose Ausnahmegenehmigungen für Oberzent-Bürger ausstellen, sagte Kehrer. Kuhlmann hielt ihm entgegen, dass der Weg zwischen Finkenbach und Rothenberg ebenfalls nur einspurig und kurvig sei. Aber geteert, so Kehrers Replik.

An der sehr emotionalen Diskussion beteiligten sich neben den Mitgliedern des Ortsbeirates auch Besucher. Die Redebeiträge zeigten, dass man mit dieser Entscheidung keinesfalls einverstanden ist. Kehrer seinerseits, so der Eindruck der Mandatsträger, will daran nicht rütteln. Wolle man im ehemaligen Hesseneck und Sensbachtal eine andere Lösung, so sollten die dortigen Ortsbeiräte eine Initiative über die Stadtverordneten-Versammlung starten. „Es will ja keiner eine Autobahn“, betont Kuhlmann. Aber: „Wir wollen eine öffentliche Straße.“ Vielleicht lasse sich diese auch mit dem Hinweis „Befahren auf eigene Gefahr“ erreichen. In den Orten überlegt man sich weitere Schritte, um eine Wiederöffnung zu erreichen.

Das Gebiet zwischen Schöllenbach und Bullau einschließlich Reußenkreuz und Krähberg war früher gemeindefreies Gebiet „Forst Bullau“. Eigentümer war das Grafenhaus Erbach-Fürstenau. Bei Auflösung der gemeindefreien Gebiete in Hessen ab 1967 war die Gemeinde Ober-Sensbach sehr daran interessiert, dass die beiden Weiler zu Ober-Sensbach kommen. Voraussetzung war allerdings, dass die im Besitz des Grafenhauses befindlichen Wege in Gemeindeeigentum überführt werden. Ober-Sensbach und später Sensbachtal als Rechtsnachfolger kaufte die Wegeflächen vom Reußenkreuz bis zur Landwehr und zur Gemarkungsgrenze Richtung Hohberg in einer Breite von sieben Metern und übernahm damit die Unterhaltung und die Verkehrssicherungspflicht. Im Gegenzug musste das Grafenhaus rückwirkend ab 1967 Grundsteuer bezahlen.

Die verschiedenen Forderungen wurden gegeneinander aufgerechnet und ein Zahlungsplan erstellt. Die letzten Raten wurden nach Erinnerung des ehemaligen Bürgermeisters Manfred Heiss 1990 gezahlt. Genaueres sei aus der Akte 020-0501 der ehemaligen Gemeinde Sensbachtal zu entnehmen, die aber vermutlich bei der Verwaltung im Umlauf ist, mutmaßt er. Die Gemeinde Ober-Sensbach hat „damals nicht viele tausend Mark ausgegeben“, um damit eine nicht öffentlich nutzbare Straße zu kaufen, diese auch noch zu unterhalten „und sie jetzt von Oberzent schließen zu lassen“. Den Kauf müsse man auch im Kontext zur Verkehrssituation zwischen Bullau und der heutigen Stadt Oberzent sehen, so Heiss.

Evangelische Kirchengemeinden in der „Südkurve“ arbeiten zusammen

Die Kirchengemeinden müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Auf diesen Nenner lassen sich die Bestrebungen der Protestanten von Rothenberg, Hirschhorn, Neckarsteinach und Darsberg seit nunmehr 20 Jahren bringen. Die drei Pfarrer und Kirchenvorstände arbeiten immer intensiver zusammen, um das Feld für die Zukunft zu bestellen. Denn mittelfristig dürften nur noch zwei statt bisher drei Geistliche die „Südkurve“ mit ihren derzeit 3300 evangelischen Gläubigen (Tendenz abnehmend) betreuen, erläutert Rothenbergs Pfarrer Reinhold Hoffmann.

Die drei Gemeinden sind in Sachen seelsorgerischer Betreuung „überbesetzt“, erklärt er. Im Schnitt werden pro Pfarrer 1500 Schäfchen kalkuliert, weiß Hoffmann. Da der Rothenberger Gottesmann bereits Anfang 60 ist und sein Hirschhorner Kollege Jörg Awischus stramm auf dieses Alter zugeht (Norbert Feick aus Neckarsteinach ist der jüngste im Bunde), ist absehbar, wann der erste in Rente gehen wird. Er macht aber auch klar, „dass derzeit nicht gekürzt wird“.

Das Trio treibt seit zwei Jahrzehnten die Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern voran. „Besser jetzt agieren, wenn wir es in Ruhe tun können, als später unter Druck zu reagieren“, betont Hoffmann. Den Geistlichen geht es darum, ihre Pfarrgemeinden für potenzielle Nachfolger attraktiv zu gestalten. In ein paar Jahren, blickt er voraus, „werden jedes Jahr 100 Pfarrer in den Ruhestand gehen und nur 30 kommen nach“. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass 70 Pfarrhäuser leer stehen werden.

„Es ist nicht einfach, junge Pfarrer aufs Land zu locken“, sagt der Rothenberger. Dazu müssen schon die Rahmenbedingungen passen. „Wir schätzen unsere liebenswerten Gemeinden“, betont er, „und wollen, dass sie weiterhin gut versorgt sind“. Hoffmann bezeichnet dies „als den eigentlichen Motor fürs Zusammenwirken“.

Start der Kooperation war vor 20 Jahren mit der Urlaubsvertretung in den südlichsten hessischen Ecken von Odenwaldkreis und Bergstraße. Es folgte der „Kanzeltausch“ an hohen Feiertagen. „Weil es so gut funktionierte“, wurde vor ein paar Jahren das Projekt Sommerkirche ins Leben gerufen. „Einer für alle“ heißt es dann an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen, sodass die Kollegen zwei Wochenenden frei haben.

Darauf aufbauend folgte laut Hoffmann der „Nachbarschaftsgottesdienst“. Dieser läuft übers ganze Jahr. Hierbei hält ein Pfarrer an einem Sonntag alle Gottesdienste in den drei Orten, sodass die anderen beiden ein Wochenende im Monat frei haben. Das hat den Vorteil, „dass jeder von uns in den Kirchengemeinden bekannt ist“, hebt er hervor. Das sei gerade bei Beerdigungen von Vorteil.

Als neuste Entwicklung findet jetzt im zweiten Jahr der Konfirmations-Unterricht teilweise gemeinsam statt. Der demographische Wandel beförderte diese Entwicklung. Waren es früher 20, sind es in diesem Jahr gerade noch acht Rothenberger Konfirmanden. In Hirschhorn sogar nur noch fünf. So wenige werden es den Prognosen nach auch bald in der Odenwald-Gemeinde sein.

Für den Rothenberger Pfarrer bringt das auch ganz praktische Vorteile mit sich. Im Zusammenwirken mit den anderen „macht der Unterricht noch mehr Spaß“, sagt Hoffmann. „Das hat mehr Drive gegeben.“ Er empfindet es „als großen Gewinn für die Jugendlichen“, dass sie drei Ansprechpartner haben.

„Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, muss sich alles ändern“: So prophetisch hieß es bereits Giuseppe Tomasi di Lampedusas „Leopard“. Für die Kirchengemeinden gilt Ähnliches: Bei der Gestaltung der Zukunft werden die eigenen Möglichkeiten genutzt. Eine Fusion soll es nicht geben, beruhigt Hoffmann. Denn man weiß um die Unterschiede in Tradition und Geschichte. Jedoch wird das Büro für alle drei Kirchengemeinden in Hirschhorn konzentriert. Die Kirchen selbst „sind nicht aufgebbar“, macht er klar. Aber bei den anderen der insgesamt elf kirchlichen Gebäude in den drei Kommunen „muss man schauen, welche man braucht“.

Die unterschiedlichen Kompetenzen der drei Kirchengemeinden sind in der Region verteilt. Kinder, Jugend- und Familienarbeit sind eher in Neckarsteinach angesiedelt, Besuchsdienst, Kontemplation und Lesungen in Hirschhorn, Hospizarbeit in Rothenberg, Kirchenmusik in Neckarsteinach und Rothenberg. „Das hat keinen Sinn, wenn jeder alles einzeln machen wollte“, sagt Pfarrer Hoffmann,

Neues Programm der Langbeinfreunde startet vielversprechend

Mit viel Elan und guten Ideen ist der Vorstand des Freundeskreises Langbeinsche Sammlung ins Jahr 2019 gestartet. In enger Zusammenarbeit haben die Mitglieder etliche Ideen für Events und Ausstellungen zusammengetragen, die jetzt auf Machbarkeit geprüft werden. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen und versprechen interessante Veranstaltungen.

Als nächstes steht die ordentliche Mitgliederversammlung an. Diese findet am Freitag, 15. März, um 19.30 Uhr im Gasthaus „Goldene Pfanne“ statt. Neben den üblichen Regularien stehen satzungsgemäß Neuwahlen des Vorstandes an. Es gibt vielversprechende neue Kandidaten. Wer auch einen Kandidatenvorschlag hat, richtet diesen bitte per Mail an vorstand@museum-hirschhorn.de.

Unter dem Titel: „Ein neuer alter Nachbar – Erfahrungen im Zusammenleben von Mensch und Wolf“, hält Sebastian Ehret von der Uni Kiel einen interessanten Vortrag im Museum. Etwa 60 Minuten plus anschließender Diskussion sind dafür vorgesehen. Darin berichtet er von seinen Forschungsaufenthalten in den Wolfsgebieten der Lausitz und gibt Einblicke in die verschiedenen Positionen und Erfahrungen von Menschen, die seit fast 20 Jahren mit, gegen oder einfach neben dem Wolf leben. Termin: 30. März, 19 Uhr, im Museum. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erlaubt.

Im Rahmen des internationalen Museumstages findet am Sonntag, 19. Mai, 15 Uhr, eine Museumsführung mit „Johann Anton von Breitfeld“ statt: ein Zeitgenosse von Carl Langbein aus der szenisch-musikalischen Museumsführung, den Hans-Jürgen Waibel verkörpert. Viele Exponate werden vorgestellt und manche Anekdote, bei der Mark Twain nicht fehlen darf, lässt schmunzeln. Eintritt und Führung sind frei. Spenden erlaubt.

Mehr Infos finden auf http://www.museum-hirschhorn.de

„Coversnake“ huldigt im Hüttenwerk David Coverdale

Emmo Acar ist die perfekte Rampensau. Der Mann hat den Blues in der Stimme. Wenn der Voice-of-Germany-Teilnehmer von 2015 einen auf David Coverdale macht, steht auf der Bühne die eindeutig bessere Version des ehemaligen Deep-Purple- und Immer-Noch-Whitesnake-Sängers. Denn der inzwischen 67-jährige Rockshouter hat wie manche seiner Kollegen (siehe Axl Rose) leider nicht erkannt, dass man es irgendwann mit dem Singen lassen sollte, wenn man die Töne nicht mehr trifft. Dafür gibt es dann so perfekte Klone wie „Coversnake“, die im Hüttenwerk die Heroen in bestem Licht erscheinen lassen.

Wenn der 25-jährige Acar auf die Bühne rauscht, spürt das Publikum sofort seine ungeheure Präsenz. Es ist, als stünde der Deep Purple- und Whitesnake-Sänger selbst vorn und schreit sich wie in den besten Jahren die Seele aus dem Leib. Mit viel Power, groovend, bluesig, röhrend, rockig und in den höchsten Tönen nähert er sich der Rocklegende ganz, ganz nahe, hat dazu noch die richtigen Bewegungen und das zweideutig-eindeutige Spiel mit dem Mikro-Ständer perfekt darauf.

Die Instrumental-Sektion aus dem Darmstädter und südhessischen Raum mit Bobby Stöcker (Lead Guitar/Gesang), Jochen Schnur (Bass/Backing Vocals), Axel Balke (Keyboards/Backing Vocals), Martin Ulrich (Rhythmusgitarre) und Jürgen Lucas (Schlagzeug) liefert den perfekten Sound hinter dem eindrucksvollen Gesang. In dieser Besetzung sind die sechs Musiker ganz nah an der klassischen Whitesnake-Besetzung der ersten vier, fünf Jahre, als mit Jon Lord (Keyboards) und Ian Paice (Drums) gleich zwei ehemalige Deep-Purple-Mitstreiter zu Coverdales Truppe stießen.

Für eingefleischte Fans sind die Songs aus dieser Ära sowieso die Besten. Whitesnake boten mit Micky Moody und Bernie Marsden an den Gitarren einen rohen, ungehobelten Blues bei „Fool for Your Loving”, „Ready an‘ Willing”, „Ain’t No Love in the Heart of the City” oder „Don’t Break My Heart Again“. Genau das kommt auch auf dem Konzert im gut besuchten Hüttenwerk rüber, wo die Coberband nach ihrer Gründung vor vier Jahren durch Mastermind Bobby Stöcker bereits zum vierten Mal auftrat.

Deep Purple, Led Zeppelin, Dio, Rainbow oder eben Whitesnake sind für Stöcker „die“ Rockstars schlechthin. Deshalb war es für den 49-Jährigen naheliegend, eine Coverband zu gründen, die David Coverdale huldigt. „Das ist einfach meine Lieblingsmusik“, sagt er. Leider, bedauert er, bedient sie doch eine gewisse Nische. „Aber wenn die Veranstalter uns einmal gehört haben, sind sie überzeugt“, freut er sich.

Dankbarerweise konzentriert sich Coversnake mehr auf die frühen Jahre Ende der 70er bis Ende der 80er, als die weiße Schlange noch mehr Bluesrock-orientiert war als später. Der Klassiker „Live in the Heart of the City“, 1980 als Doppel-Album erschienen, bietet ein Stück weit Orientierungsrichtlinie. Natürlich dürften aber spätere Hits wie „Still of the Night“, bei denen John Sykes die Saiten zupfte, nicht fehlen.

Spätestens als danach die ersten Klänge des wohl bekanntesten Whitesnake-Stücks aus vergangenen Tagen, „Here I go again“, erklingen, gibt es kein Halten mehr. „Crying in the rain“, „Give me all your love“ oder „Slide it in“ aus der erfolgreichsten Bandphase Mitte der 80er Jahre machen den Sack zu. Wer vor der Zugabe noch gemeint hatte, besser geht nicht mehr, den belehrten zwei weitere Songs eines Besseren.

Schon als die ersten Töne von „Mistreated“ zu hören sind, kennt die Begeisterung keine Grenzen. Acar gibt alles, geht an seine höchsten Ton-Grenzen, kann das ganze Volumen seiner klangvollen Stimme ausschöpfen. Es ist, wie wenn die Zeit vor viereinhalb Jahrzehnten stehengeblieben wäre, als das legendäre Deep-Purple-Album „Burn“ mit der Mark III-Besetzung herauskam, auf dem auch dieser Song mit Coverdale am Mikro zu finden ist. Genau dieses „Burn“ rockt zum Schluss die Halle kurz vor Mitternacht in einer Form, dass es jetzt auch dem allerletzten in den Gliedern zuckt.

Info: „Coversnake“ tritt wieder am 7. September, 20 Uhr, im Colos-Saal Aschaffenburg auf. Mehr unter http://www.coversnake.com

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2019/02/13/coversnake-huldigt-im-huettenwerk-david-coverdale/

Posted by Neckartal-Nachrichten on Wednesday, February 13, 2019

Der Vorverkauf fürs diesjährige Finki-Festival läuft

„Toppen wollen wir das (ausverkaufte) Finki 2018 nicht“, schmunzelt Mani Neumeier. „Aber gut werden soll es“, fügt er lächelnd hinzu. Der Kopf von Guru Guru und musikalische Leiter des Finki-Festivals tourte gerade mit seiner Band durch Japan. Auch im Land der aufgehenden Sonne hat das Krautrock-Urgestein seine Fans. Zwischenzeitlich „muss“ er aber auch an die Heimat denken, denn die Vorbereitungen fürs 37. „Guru-Feschd“ in 43 Jahren sind bald abgeschlossen. Zwei Drittel der Bands für den 9. und 10. August sind bereits verpflichtet.

Neumeier ist im Jahr nach dem 50. Bandjubiläum einfach nur glücklich darüber, dass „seine“ Musik immer noch so viele Anhänger hat. Dass die Band ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das Guru-Feschd die Zuschauer massenhaft ins Finkenbachtal zieht, „hätte ich damals nie gedacht“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass so etwas passieren kann“, sagt der 78-Jährige angesichts der heutigen Gesellschaft, in der nur das „Schneller, Höher, Weiter“ zählt.

Wenn der Ober-Guru Neumeier auf mehr als 50 Jahre zurückblickt, wird er etwas wehmütig. „Viele Kollegen von damals sind schon gestorben.“ Einen der alten Garde hat er aber für das diesjährige Festival verpflichten können: Leo Lyons, der 1969 mit „Ten Years After“ Woodstock aufmischte, ist 50 Jahre später mit seiner heutigen Formation „Hundred Seventy Split“ am Start.

Für den Musiker ist es faszinierend, „so lange diese Kultur machen zu können, die man sonst auf dem Land nicht findet“. Denn „wir haben einen hohen Qualitätsanspruch“. Die Besucher kommen von weit her, um auf dem Finki Bands geballt live zu sehen, die anderswo kaum noch zu erleben sind. Diese Sicht deckt sich mit der Manis, wie ihn alle nennen. „Warum er diese Bands?“, wird er gefragt. „Weil sie authentisch und gut sind“, sagt er. „Und erschwinglich“, fügt er grinsend an.

Selbst wenn es wie 2018 beim ausverkauften Guru-Feschd besonders voll ist, „bleibt es immer noch gemütlich“, weiß er. „Kein Tohuwabohu wie Wacken.“ Jeder kennt jeden. Der 78-Jährige ist ein Musiker zum Anfassen. Laufend muss er eine Hand schütteln, wird umarmt, signiert Plakate. Geduldig macht Neumeier alles mit. Für ihn ist die Durchführung des Finki immer wieder „eine große Ehre“.

Als erstes Musikfestival im Odenwald vor 43 Jahren ins Leben gerufen, wird es jedes Jahr aufs Neue durchgeführt. Der Musiker merkt immer, „dass das Feeling stimmt“. Neumeier spielt viele Konzerte auswärts, aber das Heimspiel ist für ihn etwas Besonderes. „Den Platz, die Musik, die Schwingungen“ empfindet er im Finkenbachtal anders. „Das ist echte und unverfälschte Kultur“, schwärmt er über die auftretenden Bands.

Ohne viel „Hitparaden-Brimborium“ spielen auf „seinem“ Finki Gruppen außerhalb des Üblichen. „Das wird von den Leuten geschätzt“, weiß er. Wie der tasmanische Gitarrenteufel Rob Tognoni, der nach 2015 in diesem Jahr wieder die Bühne entern wird. Oder Legende Arthur Brown, der „God of Hellfire“, ebenfalls ein Dinosaurier der Rockszene. Der 76-Jährige ist längst Stammgast.

Die Franzosen von „Lazuli“ sind eher „Jungspunde“ gegen diese Ur(groß)väter des Rock und Blues, auch wenn die Band schon 20 Jahre auf dem Buckel hat. Sie steht für den progressiven Part des Festivals, gepaart mit Folk-Einflüssen aus ihrer südfranzösischen Heimat. „Adesa“ wiederum sorgt für Weltmusik und Afrika im Odenwald. Bei allem nicht zu vergessen: Das traditionelle Konzert von Guru Guru, immer samstags um 21 Uhr.

„Wir wollen mit dem Programm ein schönes und gemütliches Festival haben“, betont auch Booker Karlheinz Osche. „Die Bands müssen einfach nur zum Finki passen“, sagt er. Beste Voraussetzung für ein gelungenes Event war die Tour zum 50-jährigen Bestehen von Guru Guru. „Die lief super gut und wir waren sehr zufrieden“, freut sich Osche. In diesem Jahr wird es weniger Konzerte geben, „denn wir spielen nicht jedes Jahr im selben Club“, erläutert er. Es läuft aber schon die Tour-Planung für 2020 an, die den „Elektrolurch“ im Titel trägt, verrät er.

Info: Der Vorverkauf fürs „Guru-Feschd“ am Freitag, 9. (ab 19 Uhr), und Samstag, 10. August (ab 15 Uhr), in Finkenbach hat begonnen. Alles weitere unter www.finki-festival.de. Schon vorher spielt Guru Guru am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr Open-Air im Mannheimer 7er Club.

Haushalts-Genehmigung für Oberzent ohne Auflagen

Die Kommunalaufsicht des Odenwaldkreises hat den 2018er-Haushalt der Stadt Oberzent ohne Auflagen bewilligt, aber gleichzeitig in bestimmten Punkten den Zeigefinger erhoben. So fasste Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch auf der vergangenen Sitzung des Gremiums die Feststellungen zusammen. Die Höhe der (Kassen-)Kredite mit insgesamt vier Millionen Euro wurde genehmigt.

Allerdings weist die Behörde darauf hin, dass die Stadt eher als finanzschwach einzustufen ist und daher sämtliche Entscheidungen immer mit Blick auf die haushaltswirtschaftlichen Auswirkungen zu überdenken sind. Der Hintergrund: Schwankungen in der konjunkturellen Entwicklung und der kommunale Finanzausgleich könnten den finanziellen Spielraum einengen.

Die Kommunalaufsicht sieht „Handlungsspielraum“ beim Friedhofs- und Bestattungswesen. Denn der dortige Deckungsgrad von 74 Prozent könne nicht als kostendeckend betrachtet werden, trug Weyrauch vor. Er erwähnte daneben die geparkten Mittel für die Zuschussrückzahlung nach dem Insolvenzverfahren des Hauses Cordula. Sämtliche Investitionen sollten „nochmals auf ihre unbedingte Notwendigkeit und den erforderlichen Umfang überprüft werden“, fordert die Aufsichtsbehörde.

Der Forstzweckverband ist von Oberzent-Seite unter Dach und Fach. Die Stadtverordneten-Versammlung stimmte einhellig der Verbandssatzung zu. Gründungsmitglieder sind außerdem Abtsteinach, Fränkisch-Crumbach, Grasellenbach, Hirschhorn, Michelstadt, Neckarsteinach und Wald-Michelbach. In spe sollen alle Gemeinden des Odenwaldkreises plus fünf aus dem Kreis Bergstraße dabei sein.

Der Bereich des Forstamts Lampertheim sei außen vor, teilte Bürgermeister Christian Kehrer mit. Die dortigen Interessenslagen seien zu unterschiedlich. Sitz des Verbands ist Oberzent, Kehrer auch Vorsitzender der Versammlung. Sein Stellvertreter ist Bürgermeister Sascha Weber als Wald-Michelbach. Als weiterer Oberzent-Vertreter wurde Wilfried Friedrich (ÜWO) einstimmig gewählt. In einer geheimen Abstimmung um den Stellvertreter-Posten erhielt Alexander Beck (FDP) 20 Stimmen und wurde gegen Thomas Väth (Grüne) mit 13 bestimmt.

Zwei Mal ging es auf der Sitzung um öffentlich-rechtliche Vereinbarungen. Mit der einen beschlossen die Mandatsträger die Übertragung der Aufgaben nach dem Prostituiertenschutzgesetz an den Kreis. Das Stadtoberhaupt erläuterte, dass es auf städtischer Gemarkung nur eine solche Einrichtung gebe und es für den Verwaltung einen Riesenaufwand bedeute, Personal zu schulen und entsprechende Formulare vorzuhalten.

Die Stadtverordneten wurden außerdem über die Schaffung einer gemeinsamen Vergabestelle beim Eigenbetrieb Bau- und Immobilienmanagement informiert. Der Entwurf einer entsprechenden Vereinbarung ist derzeit in der rechtlichen Prüfung. Eine Beschlussfassung ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Bei einer „Vergabestelle Odenwaldkreis“ sollen die Kompetenzen gebündelt werden, damit sie nicht in jeder Gemeinde einzeln vorgehalten werden müssen. Außerdem möchte man so eine Trennung von Bauherrschaft und Vergabestelle erreichen.