Donnernde Krähberg-Motoren aus Beerfelden erhalten den Auto-Bild-Buchpreis in Köln

Hohe Auszeichnung für Michael Schmitt. Sein Buch „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“ erhielt in Köln den Auto-Bild-Buchpreis in der Kategorie Motorsport. „Die Entscheidung der Jury soll einstimmig ausgefallen sein“, freut sich der Beerfeldener über diese besondere Würdigung seines Einsatzes für den lokalen Rennsport. Schmitts Buch erschien in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Die Preisverleihung fand in der „Motorworld Köln“ statt.

Insgesamt wurden Preis in fünf Kategorien vergeben. Marken- und Typenbücher, Biografien, Motorsport und Sonderpreise. Das Krähberg-Buch aus dem vergangenen Jahr, sein zweites Werk nach „Als Caracciola an den Krähberg kam“, wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Nach Köln angereist, „fiel mir vor Ort erst einmal auf, dass die Motorworld noch lange nicht fertiggestellt war“, erzählt der Autor. „Eine große Baustelle empfing uns – mit der dazugehörigen Hektik.“

Die Urkunden wurden vom Chefredakteur der „Auto Bild Klassik“, Christian Steiger, und seinem Stellvertreter Frank B. Meyer übergeben. In seiner Ansprache würdigte Steiger nicht nur die oft jahrelange Arbeit der Autoren, sondern auch den Mut und die Tätigkeit der Verleger. Daher wurden ebenso die jeweiligen Verlage mit einer Urkunde ausgezeichnet. Schmitt fuhr somit mit zwei Auszeichnungen nach Hause – eine davon für den Herausgeber, den Heimat- und Geschichtsverein Oberzent.

Steiger bezeichnete die Veranstaltung auch als eine Art Familientreffen, da meist die gleichen Verlage mit ihren Autoren vertreten sind. „Deshalb kam ich mir zusammen mit meiner Frau Daniela, die mich begleitete, erst einmal etwas verloren vor“, berichtet Schmitt. Denn „wir gehörten ja nicht zu dieser Familie“. Schließlich gab es aber noch ein sehr nettes Gespräch mit den Chefredakteuren und verschiedenen Verlagsvertretern.

„Ich habe nicht wirklich mit dem Preis gerechnet“, freut es den 57-Jährigen, mit seinem Krähberg-Werk gewonnen zu haben. Denn normalerweise kämen nur Veröffentlichungen großer Verlage zum Zug und nicht ein in Eigenproduktion erstelltes Werk. Deshalb ist es für ihn „umso schöner, dass ein Amateur wie ich gewinnt“.

352 Seiten zählt „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, das dem Motorsport in der Oberzent zwischen Schöllenbach und Hetzbach im 20. Jahrhundert huldigt. Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993 wird vom Rennsport-Enthusiasten beleuchtet. Eigentlich, so Schmitt, wollte er im Buch nur die Rennen der Nachkriegszeit beleuchten. Aber bei seinen Recherchen förderte er so viel Material zutage, dass er auch die Zeit davor mit aufnahm. „Schon vor dem ersten Weltkrieg sind die Autos den Krähberg hochgefahren“, macht er deutlich. Mit allen möglichen Modellen.

Am Abend fand dann die feierliche Eröffnung der Motorworld Köln und insbesondere der „Michael Schumacher Private Collection“ statt. Kai Ebel, bekannt als Sportreporter der Formel 1, führte als Moderator die 1000 geladenen Gäste durch den Abend. Dabei war auch die Managerin der Familie Schumacher, Sabine Kehm. Nach der Ansprache von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ging es hinüber zur großen Ausstellungshalle.

Dort befindet sich im oberen Bereich die jetzt dauerhaft dort untergebrachte „Michael Schumacher Privat Collection“. Hier werden ausschließlich Exponate aus dem Besitz der Familie gezeigt. Dazu gehören 15 Fahrzeuge sowie viele Formel 1-, aber auch Rennkarts aus den Anfängen seiner Karriere. Außerdem alles Mögliche an Zubehör wie Helme, Mützen, Rennanzüge oder Pokale.

Neben Kai Ebel entdeckte Schmitt noch den Fernsehkoch Horst Lichter, der ja auch eine Vorliebe für alte Autos hat. Der Abend endete mit einem Buffet, bei dem der Veranstalter an nichts gespart hatte. Für Köln-Besucher mit einer Begeisterung für Automobile ist die fertiggestellte Motorworld unbedingt zu empfehlen – „nicht nur weil der Eintritt frei ist“, schmunzelt Schmitt.

Info: Michael Schmitt, „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Oberzent. Verkauf bei: Michael Schmitt, 64760 Oberzent-Beerfelden, Friedhofsweg 4, Telefon 06068/3371, E-Mail michael.schmitt3@gmx.net, beim Heimat- und Geschichtsverein im Museum der Oberzent, im regionalen Buchhandel sowie in den Tourist-Informationen Beerfelden und Erbach sowie im Erbacher Schloss.

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Drei Odenwälder Schafzüchter informierten am Reußenkreuz über sich und ihre Tiere

Paulina und Davina sind ganz vernarrt in Schafe. Schon seit einiger Zeit liegen die beiden siebenjährigen Zwillingsschwestern ihrer Mutter Katharina Lieb aus Steinbach in den Ohren, dass die Schafzüchterinnen werden wollen. Da passte es, dass drei Odenwälder Schafzüchter am Gasthaus „Reußenkreuz“ anzutreffen waren, um im Rahmen der Lammwochen über sicht, ihre Tiere und die Tierhaltung zu informieren. Katharina Lieb war beileibe nicht die einzige, die die Schafhalter mit Fragen löcherte. Den ganzen Tag über herrschte stetes Kommen und Gehen, wurden viele Infos ausgetauscht.

Udo Wüstenhagen aus Hetzbach hatte seine Texelschafe und Rhönlämmer mit auf die Höhe gebracht. „Und ein schwarzes Schaf“, lachte er. Peter Müller aus Erbach war mit Suffolks vertreten.  Harald Brandel aus Kailbach hatte zwei weißgehörnte Heidschnucken dabei. Alle drei sind sie Schafzüchter schon fast seit Kindesbeinen an. „Wir wollen Transparenz erzeugen“, erläuterte Wüstenhagen. Gezeigt werden soll, wo die Tiere herkommen, wie sie gehalten, aber auch, wie sie verarbeitet werden.

„Schafhalter betreiben Landschaftspflege“, betonte der 55-Jährige, der vor 40 Jahren die ersten Tiere bekam. Seine Texelschafe halten etwa das Gras an der Solaranlage in Beerfelden kurz, beweiden in der Stadt auch verschiedene Baugrundstücke oder sind auf Golfplatz und Streuobstwiesen in Hetzbach grasend aktiv. Der Hetzbacher hat 80 Muttertiere, davon 40 Texel in der reinrassigen Zucht (Herdbuch).

Während die Erwachsenen Wissen sammelten, waren die Kinder von den drei und fünf Wochen alten Lämmern begeistert. Jannis, der mit seiner Oma Hanni Emig aus Friedrichsdorf vorbeigekommen war, streichelte fleißig ein Lämmchen. Die Muttertiere gebären im Jahr maximal zwei Jungtiere, so Wüstenhagen. Die Lämmer der Texelschafe kommen immer sehr pünktlich im März/April auf die Welt, die Rhönschafe sind nicht so stark saisonal geprägt. Sie sind quasi für die früheren Osterlämmer zuständig. Im Schnitt werden die Tiere fünf Jahre alt, sagte er. Wenn die Muttertiere nicht gedeckt werden, könnten sie sogar 13 Jahre erreichen.

Fragen über Fragen gab es von den interessierten Passanten. So etwa, warum die Schur notwendig ist. „Die wird einmal im Jahr durchgeführt und ist eine Pflegemaßnahme“, so der Züchter. Weiter ging es um Pflege und Ernährung der Tiere. Auch ihr Einsatz kam zur Sprache. „Sie weiden Flächen ab, die für größere Tiere wie Rinder unzugänglich sind“, erläuterte der Fachmann. Auch mit Maschinen komme man dort nicht hin. „Wir wirken der Verbuschung des Odenwalds entgegen“, meinte Wüstenhagen.

Natürlich ist das Thema Wolf allgegenwärtig. „Null Toleranz“ ist das Motto der drei Züchter. Nach den Vorkommnissen im vergangenen November, als es im Fünf-Tages-Rhythmus drei Übergriffe gab, sind die Schafhalter auf der Hut. 90 Zentimeter hohe Weidezäune seien für den Räuber kein Hindernis, so Müller. Und wenn man die Wiesen großflächig und höher umzäune, sei das ebenfalls keine Lösung und mache die Landschaft kaputt.

„Wir sind alle im Nebenerwerb tätig, aus Liebe zur Natur“, hob Wüstenhagen hervor. Von der Zeit her „ist es aber eigentlich ein Hauptberuf“, schmunzelte er. Aber finanziell bleibe natürlich nicht viel hängen. Der Hetzbacher etwa arbeitet als kaufmännischer Angestellter bei Bosch-Rexroth und baute seine Herde selbst auf. Er hatte zuerst Hasen und Kaninchen, ehe dann als 15-Jähriger zwei Schafe dazukamen. Nach fünf zwischenzeitlichen Jahren Pause merkte er: „Es geht nicht ohne.“ Im Jahr 2000 war dann der Neustart.

Der 60-jährige Peter Müller nennt ungefähr 80 Suffolks sein Eigen. Streuobstwiesen, Feldwege, Auswuchsäcker und Bauernwiesen werden von diesen beweidet. Schon während der Schulzeit, vor 45 Jahren, begann er mit der Zucht. Harald Brandel (72), dessen Herde unter dem Wolf litt, kümmert sich mit seinen 30 Herdbuch-Tieren um Bahnböschungen und Streuostwiesen. Er ist seit 40 Jahren als Schäfer tätig. Die Idee kam über den Vater, der die „lebendigen Rasenmäher“ Heidschnucken ins Herz geschlossen hatte.

124 Medaillen für Odenwälder Sportler in Rothenberg überreicht

Ehrenamt und sportliche Höchstleistungen in bester Verbindung: Bei der 53. Sportlerehrung des Odenwaldkreises wurden nicht nur erfolgreiche Athleten, 124 an der Zahl, ausgezeichnet, sondern auch das Engagement der Ehrenamtlichen gewürdigt, die sich tagein, tagaus ohne Entgelt für ihr Hobby und die Mitmenschen einsetzen. In den verschiedenen Grußworten zog sich dies wie ein roter Faden durch den Abend.

Die Chorgemeinschaft Rothenberg und Kortelshütte unter Chorleiter Mario Freidel hatte mit zwei Liedern auf den Ehrungsabend eingestimmt. Landrat Frank Matiaske startete nach seinen begrüßenden Worten mit einem Satz von Gichin Funakoshi, dem Vater des modernen Karate: „Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.“ Anlässlich der Sportlerehrung gelte heute „Ehre, wem Ehre gebührt“. Diese gebühre den siegreichen Sportlern.

Mit den sportlichen Leistungen hätten die Aktiven nicht nur sich selbst und dem Verein Ehre gemacht, „sondern auch unserem Kreis“, betonte er. Sie trugen den Namen des Odenwaldkreises über die Grenzen hinaus und verliehen ihm einen guten Klang, so der Landrat. International bekannte Sportler wie etwa Tischtennis-Crack Timo Boll kämen aus dem Odenwald, betonte er. „Viele haben bei uns klein angefangen.“ Matiaske lobte die große ehrenamtliche Unterstützung hinter diesen Leistungen.

124 Medaillen würden überreicht, die meisten für Einzelpersonen. 72 Mal gab es Bronze, 15 Silber- und 37 Gold-Medaillen fanden den Weg zu den Sportlern. „Goldmedaillen sind eigentlich gar nicht aus Gold. Sie sind aus Schweiß, Entschlossenheit und einer seltenen Legierung namens Mumm gemacht“, schloss der Landrat, ehe es an die Ehrungen ging.

Zwischen den einzelnen Blöcken stellte die Bogenschießen-Jugendabteilung des TV Michelstadt diese Sportart vor. Die „Wild West Eagles“, eine Linedance-Gruppe des Tanzzentrums Odenwald, demonstrierte ihre Künste ebenso wie die Damengymnastik-Gruppe der SG Rothenberg, nachdem der gastgebende Verein durch Dominik Foshag vorgestellt worden war.

Johann Weyrich von Sportförderkreis Olympia Odenwald freute sich darüber, dass er bereits zum 22. Mal daran teilhaben durfte, „junge Menschen auszuzeichnen, die etwas Besonderes leisteten“. Sportkreis-Ehrenvorsitzender Klaus-Dieter Neumann dankte dem Odenwaldkreis für die Ausrichtung der Veranstaltung auch in Zeiten knapper Mittel. Anderswo gebe es diese freiwillige Leistung nicht mehr. Er wies auf die Unterstützung des Kreises für die Vereine hin und lobte die gute Zusammenarbeit.

Foshag ging kurz auf die Geschichte der SG Rothenberg seit Gründung im August 1946 ein. Er freute sich, dass ein paar Gründungsmitglieder immer noch aktiv sind. Derzeit zählt der Verein 474 Mitglieder. Die größte Sparte ist die Fußballabteilung, die jüngste der Freizeitsport. Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Sportfest. Die Erhaltung des Bestehenden steht für die SG im Vordergrund. Deshalb engagierte man sich mit den anderen Ortsvereinen auch ehrenamtlich bei der Renovierung der Sporthalle.

Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh dankte in seinen Schlussworten „allen, die etwas geleistet haben“. Er gratulierte für die tolle sportliche Leistung. „Sie machen Werbung für den Odenwaldkreis“, hieb er in dieselbe Kerbe wie der Landrat.

Dass Sport Alt und Jung zusammenführt, zeigt sich auch in Oberzent. Gold gab es unter anderem für die beim Judo-Club startende Tanika Rundel, die bereits beachtenswerte internationale Erfolge verzeichnete. Die junge Beerfeldenerin verzeichnete bereits eine Vielzahl von Meistertiteln auf Landes- und Bundesebene. Tanika betreibt Ju-Jutsu seit 2008 und ist seit 2016 Mitglied des Bundeskaders.

Ein Urgestein der Odenwälder Sportszene ist Steffen-Luis Neuendorff. Der Wald-Michelbacher geht für den SC Beerfelden an den Start. Der 74-Jährige wurde bereits fünf Mal Crosstriathlon-Meister auf Hawaii und holte fünf Europameister-Titel. Die Qualifikation für den kommenden Crosstriathlon auf Maui im November hat er bereits geschafft. Aber zuerst einmal ist er jetzt im Apennin crossmäßig unterwegs.

Goldmedaillen

Conny Reuter 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd 1. Platz
Arno Kaczmarek 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd und Halle 1. Platz
Gaspard Löbbert 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Barebow Recurve Schüler der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Lukas Gutzeit 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Barebow Recurve Junioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Kornelia Eidenmüller 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Feld/Jagd und Halle 1. Platz
Thomas Glaubrecht 64395 Brensbach Gold Barebow Compound Senioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Uwe Wielsch 64354 Reinheim Gold Primitivbow Senioren der Deutschen Meisterschaft Halle 1. Platz
Aaron Sauter 64760 Oberzent Gold Schnellfeuerpistole Herrenklasse der Europameisterschaft 10. Platz
David Koenders 64756 Mossautal Gold KK-Gewehr 60 Schuss liegend der Europameisterschaft in Baku 1. Platz
Anna Köhler 64385 Reichelsheim Gold Frauenbob Junioren der Junioren-Weltmeisterschaft 2. Platz
Dr. Steffen von Neuendorff 69483 Wald-Michelbach Gold Winter-Triathlon der Europa-Meisterschaft 3. Platz
Björn Satorius 64342 Seeheim-Jugenheim Gold Automobil-Rallyemeisterschaft der Deutschen Amateurmeisterschaft 1. Platz
Fabian Kreim 674407 Fränkisch-Crumbach Gold Automobil-Rallyemeisterschaft der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Kerstin Weis 64720 Michelstadt Gold Kugelstoßen Frauen W 40 der Europameisterschaft der Senioren 11. Platz
Robert Funke 64747 Breuberg Gold Tischtennis der Deutschen Seniorenmeisterschaft 1. Platz
Horst Edelmann 64760 Oberzent Gold Freestyle Compound Limited der Europameisterschaft Feld/Jagd 1. Platz
Emanuel Heumann 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Ju-Jutsu Fighting U 15 bis 37 kg der Deutschen Schülermeisterschaft 1. Platz
Tanika Rundel 64760 Oberzent Gold Ju-Jutsu Fighting U 18 bis 48 kg der Weltmeisterschaft 2. Platz
Carolin Paesler 13055 Berlin Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen -78 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Wang Zheng 64407 Fränkisch-Crumbach Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen +78 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Anika Jürß 65929 Frankfurt Gold Rasenkraftsport-Dreikampf Frauen -58 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Sebastian Lenz 65929 Frankfurt Gold Gewichtwurf Männer -98 kg der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Michael Thierolf 64720 Michelstadt Gold Orientierungslauf (H55) der Deutschen Meisterschaft 1. Platz
Florian Bowitz 64732 Bad König Gold Steptanz solo männlich der Weltmeisterschaft 4. Platz
Simon Schäfer 64720 Michelstadt Gold Steptanz solo männlich Junioren der Weltmeisterschaft 7. Platz
Noemi Simon Couceiro 64732 Bad König Gold Steptanz solo weiblich Hauptklasse der Weltmeisterschaft 22. Platz
1. Triathlon-Mannschaft des VfL Michelstadt Swimrun der Weltmeisterschaft 13. Platz Gold Sebastian Bleitgen und Frank Mertins VfL Michelstadt Abt. Triathlon Herrn Jan Homberg Dürerstraße 18 64711 Erbach  
2. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf MJC der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Cora Best, Malou Scazzari und Emma Jung TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
3. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf Juniorinnen U23 der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Marlene Pfeifer, Anika Jürß und Saskia Höfle TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
4. Damenmannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt Rasenkraftsport der Bundesliga 1. Platz Gold Carolin Paesler, Wang Zheng, Pavla Snajdr und Anika Jürß TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
5. Mannschaft der WG Fränkisch-Crumbach/Bürstadt RKS Dreikampf Frauen der Deutschen Meisterschaft 1. Platz Gold Wang Zeng, Carolin Paesler, Anika Jürß und Saskia Höfle TV 1892 e. V. Fränkisch-Crumbach Herrn Karl Vogel Erbacher Straße 30 64407 Fränkisch-Crumbach  
6. Duo der Ballettschule Krings Steptanz Duo Hauptklasse der Weltmeisterschaft 20. Platz Gold Florian Bowitz und Noemi Simon Couceiro Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
7. Trio der Ballettschule Krings Steptanz Trio der Weltmeisterschaft 9. Platz Gold Noemi Simon Couceiro, Florian Bowitz und Simon Schäfer Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
8. Formation der Ballettschule Krings Steptanz der Weltmeisterschaft 12. Platz Gold Anisha Alves da Costa, Tamara Bartsch, Linian Bereiter, Isabelle Bereiter, Florian Bowitz, Johanna Münch, Stefanie Keil, Sina Kirchhofer, Jana Knapp, Laura Reichert, Marika Rohde, Simon Schäfer, Laura Schwardt, Noemi Simon Couceiro, Ruby Willis-Zimmermann, Berit Achatzi, Benita Beckenhaup, Mirjam Berdecki, Annabelle Held, Franziska Rösler, Elisa Schäfer, Alina Winschel, Luisa Zulauf, Maraike Grün, Nikolai Gallina und Isabel Behrens Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
9. Smallgroup Junioren Steptanz der Weltmeisterschaft 20. Platz Gold Simon Schäfer, Elisa Schäfer, Sophie Ehret, Annabelle Held, Mirjam Berdecki, Isabell Behrens und Amelie Heim Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
10. Production der Ballettschule Krings Steptanz der Weltmeisterschaft 3. Platz Gold Berit Achatzi, Anisha Alves da Costa, Anne Alves da Costa, Merle Bachert, Jo Insa Lee Bahr, Tamara Batsch, Benita Beckenhaup, Isabel Behrens, Thomas Behrens, Doris Berdecki, Isabelle Bereiter, Karin Bereiter, Lilian Bereiter, Pauline Bock, Roman Boll, Sabine Boll, Lea Pauline Boll, Florian Bowitz, Ronja Breitenbach, Ulrike Ditter, Leni Ehret, Sabine Ehret, Sophie Ehret, Beate Fricke, Nikolai Gallina, Maraike Grün, Amelie Heim, Annabelle Held, Soraya Heimann, Lucie Hermann, Hannah Hoffarth, Julia Ihrig, Loana Jäger, Annalena Nowara, Laura Reichert, Marlene Klock, Sophie Klock, Stefanie Keil, Sina Kirchhofer, Ines Knapp, Lea Knapp, Jana Knapp, Aliah Koch, Nathalie Koch, Emma Körbitz, Elisabeth Landgraf, Helena Lang, Johanna Münch, Franziska Rösler, Marika Rohde, Vicky Orth, Emma Pilger, Hanna Schäfer, Susanne Schäfer-Limmer, Simon Schäfer, Elisa Schäfer, Liska Seidel, Manuela Couceiro, Jutta Storch, Madeleine Straub, Melanie Strauß, Noemi Simon Couceiro, Laura Thielsch, Ivona Tomasovic, Katharina Trumpfheller, Stefanie Wiener, Kim Willis-Zimmermann, Rubi Willis-Zimmermann, Alina Winschel, Derya Yangöz, Mareike Wolf und Luisa Zulauf Ballettschule Krings Frau Susanne Landgraf Kimbacher Straße 211 64732 Bad König  
1. Herrn Horst Kanneberg Immanuel-Kant-Straße 15 64711 Erbach 45 r Herr Gold TSV Erbach Frau Heike Medelnik Obere Stadtwiese 16 64711 Erbach  

Die Kirche muss zu den Menschen kommen: Pfarrer Roger Frohmuth feiert in Beerfelden das 25.Jubiläum seiner Ordination

Roger Frohmuth wirft den Kopf in den Nacken und lacht lauthals, sodass der ganze Körper bebt und auch die Besucher im nächsten Zimmer noch hören, wie viel Spaß der Mann hat. Die Hände zeichnen seine Worte nach, er weiß anschaulich, lebendig, wortgewaltig, plakativ über sich und seinen Glauben zu sprechen. Der 53-Jährige ist eine Frohnatur, macht seinem Nachnamen alle Ehre. Er weiß seine Stimme so einzusetzen, dass sie Gehör findet und widerhallt in dem, was er anderen zu sagen hat. Das Ganze ohne erhobenen Zeigefinger.

Frohmuth entspricht gar nicht so sehr dem Klischee eines Pfarrers. Aber das ist vielleicht gerade sein „Erfolgsgeheimnis“: Frohmuth ist ein Pfarrer zum Anfassen, einer mit Augenzwinkern, mit Selbstironie, der die Menschen genauso nimmt wie sie sind und nicht an ihnen herumkrittelt. Er will auf der persönlichen Schiene den Glauben vermitteln, „sonst fährt auch der Zug nicht“. Ihn fasziniert der Kontakt mit so vielen unterschiedlichen Leuten.

25 Jahre ist es jetzt her, dass Roger Frohmuth in Beerfeldens evangelischer Martinskirche ordiniert wurde. Genau dort feiert er jetzt am 24. Juni im Rahmen eines Festgottesdiensts das Vierteljahrhundert als Pfarrer. „Das ist außergewöhnlich, dass es in derselben Kirche stattfindet“, betont er. Denn ein Pfarrvikar muss mit der Ernennung zum Pfarrer als Lebenszeit die bisherige Stelle frei machen, was er 1997 schweren Herzens tat. Es folgte ein zwölfjähriges Intermezzo in Nieder-Ramstadt.

„Es war wie heimkommen“, sagt Frohmuth über seine Rückkehr 2009 in die Stadt am Berge. Die war einem glücklichen Zufall geschuldet – ein Pfarrer würde Fügung sagen. Denn der Geistliche kam bei einem längeren Krankenhausaufenthalt dazu, das einschlägige Amtsblatt genauer zu studieren, in dem auch die Stellenanzeigen aufgeführt waren. So auch die für die Pfarrerstelle in Beerfelden. Eigentlich war die Frist kurz vorher abgelaufen, aber Frohmuth schaffte es noch ins Auswahlverfahren – und seine Beerfellmer hatten ihn wieder.

„Als wären zwölf Jahre nichts gewesen“, wurde seine Rückkehr im Ort fast wie selbstverständlich aufgenommen. Der Geistliche schildert mit Augenzwinkern seinen Gang durch die Turmstraße kurz danach. Da schaute einer aus dem Fenster, „der da schon immer rausschaute“. Der lakonische Kommentar des Einwohners: „Na, wieder do.“ Für einen Pfarrer „ist es toll, mit offenen Türen empfangen zu werden“, betont der 53-Jährige.

Er schätzt es sehr, dass ihm so viele Möglichkeiten geboten werden, das Wort Gottes kund zu tun. Der Geistliche muss sich „nicht aufdrängen“, was er sowieso nicht tun würde. Für die Oberzentler ist es wichtig, dass Veranstaltungen mit einem Gottesdienst beginnen, hat er festgestellt. Ihn freut es, „dass es möglich ist, im weltlichen Bereich unseren Senf dazu zu geben“, lacht Frohmuth.

Mit seiner mobilen Kanzel predigt der Pfarrer „überall wo es geht“. Denn die Kirche „muss zu den Menschen kommen“, betont er. Es gelte neue Formen zu finden, das Wort Gottes weiterzugeben. Genau das sieht er als seine Hauptaufgabe an. Um zu predigen, „sollte kein Weg zu weit und zu schmutzig sein“, so Frohmuth. Vorurteile gibt es bei hm nicht, alle sind Kinder Gottes. Er sieht sich nicht als Moralapostel, denn die Predigt soll die frohe Botschaft verkünden. Das macht Frohmuth auch ungern von oben herab, „weil ich nicht herabkündigen will“. Er ist lieber auf Augenhöhe.

„Ich will die Leute nicht verändern und vereinnahmen“, hebt er hervor, sondern so wertschätzen wie sie sind. Der Geistliche hält nichts „vom brutal Missionarischen“. Es ist der Mensch Roger Frohmuth, der mit seinen Schäfchen spricht und ihnen das Wort Gottes weitergibt. So wie es sein soll. „Wenn ich vergesse, dass ich Pfarrer bin und stattdessen ganz ich bin, dann ist es am besten.“ Und lacht wieder aus voller Kehle. „Das ist mein Weg“, sagt der musikalisch Beschlagene mit Anklang an Frank Sinatra.

Die Verbindung von Leib und Seele war Frohmuth von Beginn an immer wichtig. „Christsein ist nichts Leibfeindliches“, meint er. Männerkochkurse sind seit je her sein Steckenpferd. Eine große Rolle spielt für ihn seit je her die Kirchenmusik. Natürlich ist beim Jubiläum deshalb auch der Kirchenchor zu hören. Ein Glaube, der nur im Kopf hängen bleibt „und nicht in Herz und Füße geht, ist tot“, lautet deshalb auch sein Credo.

Roger Frohmuth, 53 Jahre alt, verheiratet, wurde in Darmstadt geboren und wuchs in Hassenroth auf. Nach dem Abitur in Groß-Umstadt studierte er in Erlangen und Heidelberg evangelische Theologie. Als „jüngster Examenskandidat“ war mit Ende 24 fertig. „Aber das Leben fehlte noch.“ Weshalb er in einem Jahr zuerst bei Pirelli am Band arbeitete, dann ein halbes Jahr bei der Bahnhofsmission in Darmstadt tätig war und schließlich in die Kirchenverwaltung Darmstadt hineinschnupperte. „Dann war ich reif fürs Vikariat“, schmunzelt der Geistliche.

Das begann Frohmuth Anfang 1991 in der Petrusgemeinde Gießen. Schon dort entdeckte er seine Liebe zur Kirchenmusik und kam mit einem Männerkochkurs in Kontakt – Dinge, die sich in Beerfelden fortsetzen sollten. Von Dezember 1992 bis Mai 1993 folgte ein Spezialvikariat im Diakonischen Werk Hessen-Nassau (Frankfurt). Von Juni 1993 bis August 1997 war Frohmuth Pfarrvikar in Beerfelden. Von September 1997 bis Juli 2009 folgte die Tätigkeit als Pfarrer in Nieder-Ramstadt, ehe er danach wieder nach Beerfelden zurückkehrte. „Ich bin sehr gerne Gemeindepfarrer“, sagt er. „Das ist der tollste Job der Welt“. Eine Karriere in der Kirchenhierarche käme ihm nie in den Sinn.

Info: Die 25. Wiederkehr von Roger Frohmuths Ordination wird am Johannestag, Sonntag, 24. Juni, mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Martinskirche Beerfelden gefeiert. Dieser beginnt um 10 Uhr und wird musikalisch umrahmt. Im Anschluss gibt es geselliges Fest rund ums Gemeindehaus, bei dem die „Martinsmänner“ (aus dem Männerkochkurs) Kartoffelsuppe kochen. Zuerst spielt die Feuerwehrkapelle Beerfelden auf, danach singen die Kindergartenkinder Lieder.

 

 

 

Feuerwehr Kortelshütte fährt zum Landesentscheid nach Hungen

Zum dritten Mal vertritt die Freiwillige Feuerwehr aus dem Oberzent-Stadtteil die Region beim Landesentscheid in Hungen. Die Kortelshütter belegten bei den Feuerwehrleistungsübungen auf Bezirksebene in Echzell (Wetterau) den vierten Platz, der zur Teilnahme berechtigt. Aus dem Odenwaldkreis nimmt außerdem noch Kirchbrombach teil, das sich als Sechster den letzten verfügbaren Platz sicherte. Sieger war Ober-Mockstadt. Die Feuerwehr Kortelshütte hatte sich für die Teilnahme am Bezirksentscheid mit Platz 1 bei den Kreismeisterschaften Odenwald qualifiziert.

Als erstes kam in Echzell die Theorie an die Reihe. Dieser Fragebogen hatte es wirklich in sich „und bereitete uns doch einiges Kopfzerbrechen“, berichtet der stellvertretende Kommandant Timo Fink. „Die war sehr schwer im Vergleich zum Kreisentscheid in Breuberg-Neustadt“, sagte er. Gut gelaunt gingen die sechs Teilnehmer schon ganz früh am Morgen in die theoretische Prüfung (mit 15 Fachfragen).

Nachdem man die Startnummer 12 für die Praxis gezogen hatte, hieß es erst einmal lange warten und zuschauen, was die Konkurrenz so macht – bei schwülwarmen Wetter nicht gerade angenehm. Als die Kortelshütter Staffel endlich an der Reihe war, legte sie eine sehr gute Übung hin. Es gab nichts zu beanstanden und auch die Knotenzeit war super. Der praktische Teil verlief reibungslos und ohne Fehler.

Da er aber auf einem Rasenplatz stattfand, bedeutete das eine große Umstellung fürs Team, die jedoch gut gemeistert wurde. Es waren noch zwei Mannschaften hinter den Kortelshüttern dran, sodass diese auf die Folter gespannt wurden, ob sie letztendlich aufs Neue nach Hungen fahren dürfen. 2016 hatten sie das mit dem fünften Platz auf Bezirksebene ebenfalls geschafft. Die Entscheidung auf Hessenebene findet wie die vergangenen beiden Male wieder im Landkreis Gießen statt. Somit sind die Oberzentler auf vertrautem Terrain unterwegs.

Nachmittags hatte man endlich die Gewissheit: Mit 95,83 Prozent wurde der vierte Platz erreicht und damit erneut die Eintrittskarte für den Landesentscheid am 9. September gelöst. Erneut bewiesen die Brandschützer aus dem kleinen Stadtteil mit seinen 450 Einwohnern, auf welch hohen Niveau sie in den verschiedenen Leistungsübungen mitmischen. „Damit vertreten wir als erste Mannschaft die Stadt Oberzent in einem Landesentscheid“, freute sich Kommandantin Anja Hinrichs. „Für uns ist es die dritte Qualifikation nach 2006 und 2016“, sagte sie.

Wie bei den bisherigen Wettbewerben üblich konnte die Mannschaft auf ihren treuen Fanclub zählen. Gerrit Bissdorf und Theresa Kuntzi versorgten das Wettkampfteam mit einem leckeren Frühstück. Ein ganz dickes Dankeschön der Wehrleute ging an Coach Günter Braner, „ohne den die Mannschaft nie so weit gekommen wäre“, betonte Tina Uhrig.

Auf dem Bild von links: Anja Hinrichs, Manuel Heiß, Malte Hinrichs, Tina Uhrig, Maurice Fink, Timo Fink

Claus Weyrauch führt die Stadtverordneten-Versammlung von Oberzent

Claus Weyrauch ist neuer Stadtverordnetenvorsitzender von Oberzent. In ihrer konstituierenden Sitzung wählten die Mandatsträger den ÜWO-Mann aus Rothenberg mit 24 Ja- bei vier Nein- und neun ungültigen Stimmen zu ihrem „Chef“. Der 50-jährige Mittelstandsberater hatte es als Bürgermeisterkandidat der Überparteilichen Wählervereinigung Oberzent zwar nicht in die Stichwahl geschafft. Bei der gleichzeitigen Stadtverordnetenwahl erhielt er aber mit 4181 die höchste Stimmenanzahl aller Bewerber.

Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann eröffnete die Sitzung in der Alten Turnhalle. Er wies darauf hin, dass die vorläufige Stavo seit Jahresbeginn 57 Mitglieder hatte (alle Parlamentarier der bisherigen vier Gemeinden). Gleiches galt für den Magistrat mit 20 Stadträten. Jetzt hat sich diese Zahl durch die Wahlen vom 29. April auf 37 und neun verringert. Die verschiedenen Ortsbeiräte konstituieren sich am 20. Juni, sagte er.

Sein Dank galt neben den bisherigen, jetzt ausgeschiedenen, auch den gewählten Mandatsträgern. „Interessante und anspruchsvolle Aufgaben liegen vor Ihnen“, so Scheuermann. Also Beispiel nannte er das Tourismus-Konzept und die ärztliche Versorgung. Die Würdigung für das bisherige ehrenamtliche Engagement in den Gremien von Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck soll im Spätjahr erfolgen. Dann ist auch die Verabschiedung der früheren Bürgermeister dieser Orte neben Verleihung von Auszeichnungen und Ehrenbezeichnungen geplant.

Zuvor steht am Freitag, 29. Juni, um 19.30 Uhr die Einführung des neuen Bürgermeisters Christian Kehrer in der Alten Turnhalle an, teilte Scheuermann mit. Dieses soll im Rahmen einer öffentlichen Stadtverordneten-Versammlung erfolgen. Er dankte den Fraktionen für die „konstruktive Zusammenarbeit“ in zwei vorbereitenden Gesprächen am 15. Mai und 5. Juni. Gleichzeitig wies der Interims-Rathauschef auf die „umfangreichen Vorarbeiten“ für die Wahlen und die konstituierende Sitzung hin, die vom Verwaltungsteam geleistet wurde.

Claus Weyrauch zeichnete in seinen einleitenden Worten das Bild vom Schiffsbau bis zur „MS Oberzent“ auf großer Fahrt. Es waren einmal vier Kapitäne, die mit ihren kleinen, tüchtigen Barkassen durch die Gewässer der Oberzent und des Odenwaldes schipperten“, begann er seine Rede. Die trauten es sich aufgrund des Alters und der mangelnden Größe ihrer Barkassen nicht recht zu, weiter hinaus in hessische oder gar bundesdeutsche Gewässer zu fahren, schmunzelte der Rothenberger.

Außerdem stellten sie vermehrt fest, dass auch die Gewässer in der Oberzent immer unruhiger wurden. „Was lag da näher, als sich zusammenzutun und miteinander ein großes, gemeinsames Schiff zu bauen.“ Als kluge Männer erkannten sie sofort, dass sie nur mit Hilfe von Mannschaften und Passagieren in der Lage waren, ein so großes Projekt zu realisieren.

Nach mehreren Jahren intensiver Bautätigkeit lief am 1. Januar das von der Fläche her drittgrößte Schiff Hessens und „das weltweit jüngste und somit modernste“, die MS Oberzent, vom Stapel. „Ein schönes, ein prachtvolles Schiff, das viele andere Barkassenkapitäne neidisch machen soll und wird“, spann Weyrauch seine Geschichte weiter.

Die ersten Aufgaben der neuen Crew sieht er darin, das Feintuning der Instrumente und die Motorenschmierung zu überprüfen. Dazu zählt er die Anpassung von Gebührensatzungen oder die Angleichung der Vereinsförderung. Als nächstes müsse der einzuschlagende Kurs bestimmt werden: „Wo wollen wir hin? Wie gehen wir Gesundheitsversorgung an? Wie betreiben wir positive Stadt- und Dorfentwicklung? Wie fördern wir Wirtschaft und Tourismus?“

Die Kursbestimmung „können wir nur selbst verantworten“, betonte er. Entscheidungen seien nicht delegierbar. Informationen von Spezialisten und Beratern könnten nur unterstützen. Mit verbindlichem Arbeiten, dass von einem fairen, sachlichen Miteinander geprägt sein müsse und das frei von parteipolitischer Polemik bleibe, „werden wir Kurs halten und unsere Ziele erreichen“, so Weyrauch.

Weitere Wahlen

Stellvertreter des Stadtverordneten-Vorstehers: Thomas Ihrig (SPD), Oliver von Falkenburg (CDU), Frank Leutz (FDP), Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne)

Schriftführerin: Sonja Eckert zur Schriftführerin, Stellvertreterinnen:  Heike Petersik, Karina Roßnagel, Ilona Bachert

Stadträte: Gerhard Rebscher (1. Stadtrat), Rainer Flick, Meinolf Heptner (ÜWO), Erik Sauer, Ellen Koch (SPD), Bernd Bergmann (CDU), Gerald Schwinn (FDP),  Walter Braner (Grüne)

Haupt- und Finanzausschuss: Chris Poffo, Achim Schäffler, Claus Weyrauch (ÜWO), Marcel Gerling, Dr. Michael Reuter (SPD), Oliver von Falkenburg (CDU), André Bechtold (FDP), Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne)

Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss: Wilfried Friedrich, Katharina Riesinger, Thomas Mergenthaler (ÜWO), Brigitte Heckmann, Andrea Heß-Kraus (SPD), Walter Gerbig (CDU), Alexander Beck (FDP), Thomas Väth (Grüne)

Sozial-, Kultur- und Gesundheitsausschuss: Klaus Bulling, Bettina Schwöbel, Alexander Ihrig (ÜWO),  Pia Mester, Dirk Daniel Zucht (SPD), Johannes Barth (CDU), Frank Leutz (FDP), Horst Kowarsch (Grüne)

Schwüles Gewitterwetter macht die Gäste auf dem Erbacher Mittelaltermarkt schlapp

Jungs spielen Ritter, Mädchen kleiden sich als Prinzessin: Auf einem Mittelaltermarkt werden die Kinderträume schlechthin wahr. Zum zweiten Mal gastierten „Heimdalls Erben“ aus Biebesheim mit ihrem Spektakel auf dem Wiesenmarkt-Gelände. Dieses Mal mit mehr Platz und mehr Ständen, aber weniger Besuchern. Die schwülheiße Gewitterluft am Wochenende schreckte scheinbar einige Ausflügler ab.

Mit Reiter- und Feuershow, mittelalterlicher Musik, orientalischem Tanz, Gaukelei und Spielmannskunst wurden die Besucher unterhalten. Dazu gab es noch reichlich „Fresserey und Sauferey“ aus früheren Zeiten – oder eher eine Annäherung an das, was man früher zu sich genommen haben könnte. Das Angebot war gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet worden, nachdem es 2017 teilweise schon gegen 17/18 Uhr „ausverkauft“ hieß.

Davon war man allerdings bei der zweiten Auflage weit entfernt. Veranstalter Holger Hörstkamp war mit dem Zuspruch am Samstag unzufrieden. Als es gegen Abend dann auch noch anfing zu platschen, war der Tag mehr oder weniger gelaufen. Der Sonntag entschädigte aber noch einmal mit deutlich mehr Besuchern bei den weit über 50 Marktständen und Lagergruppen.

Als „Prinzessinnen-Macher“ waren Doris Hensen und Günther Marks aus Limeshain mit ihrem mobilen Schmuckstand unterwegs. In Katharina Reeg fanden sie eine interessierte Kundin, die zwar nicht mehr im Mädchen-Alter war, die angebotenen Schmuckstücke aber zu schätzen wusste. Zuerst als Besucher von historischen Märkten unterwegs, starteten Hensen und Marks vergangenen Jahr in Büdingen ihre „Marktkarriere“ mit einer Standarte.

Für ihre selbst hergestellten Waren verwenden sie böhmisches Glas und allergiefreies Metall. Erst nur im Umkreis ihres Heimatorts unterwegs, „fragen uns die Veranstalter inzwischen schon an“, freut sich Marks. „Das ist etwas Ausgefallenes, was man sonst nicht findet“, bekommt er immer wieder zu hören. Auch trudeln immer mehr Aufträge für Kronen herein.

Ein „Dinosaurier“ auf den Mittelalter-Märkten ist Alexs Induashvili. Der Georgier ist inzwischen seit 22 Jahren mit der „Feldbeckerey“ unterwegs, bäckt Brot, belegte Fladen oder Rosinenbrötchen. Eigentlich ist der 57-Jährige ja Atomphysiker. Als er aus Tiflis nach Deutschland kam, wurde aber gerade keiner gebraucht, lacht er. Sechs Jahre später kam die Anfrage für eine Verpflichtung in den Schuldienst. Da hatte Alexs, wie ihn alle nur nennen, aber bereits die Luft der Freiheit auf den historischen Veranstaltungen geschnuppert.

Außerdem war er natürlich nicht mehr in der (Physik-)Materie drin, sodass er das Angebot ausschlug. Heute ist er deutschlandweit mit seinem auf historisch getrimmten Bäckerwagen und Feldofen unterwegs und schätzt das ungebundene Leben. Seine Heimat hat er in Wilgertshausen in der Pfalz gefunden. „Da habe ich meine absolute Ruhe“, lacht er. Mobilfunknetz gibt es erst wieder fünf Kilometer weiter.

Auch wenn Heimdall als nordischer Gott dem Team seinen Namen gab, sind seine Erben eigentlich ein ganz traditionelles Familienunternehmen. Mutter Margarethe Hörstkamp sitzt mit ihren 78 Jahren an der Kasse, Vater Hans betreibt trotz seiner 82 den Bratwurststand. Der 54-jährige Holger wiederum steigt bei der Reitershow aufs Pferd und gibt im ewigen Kampf Gut gegen Böse mit Lust den schwarzen Ritter. Ein festes Team von acht Personen schmeißt die komplette Veranstaltung.

Neben etlichen Verkaufsständen mit Fellen, Silberschmuck, Senf, Räucherwerk, Lederwaren, Met, Korbwaren, Fellen oder Gewürzen waren bei den Kindern vor allem die Mitmachangebote beliebt. Auch das Kamelreiten war ein Renner. Für die Erwachsenen gab es vielerlei Handarbeit zu bestaunen: so Lederarbeiten mit Metall, die Herstellung des eigenen Gürtels oder Schmuckkreationen nach eigenen Vorstellungen.

Patut der Gaukler vermochte Klein und Groß mit seinen Jonglage-Kunststücken zu bannen. Bei der Musik-Gruppe „Heidenlärm“ war natürlich der Name Programm. Die Spielleute „Maleficius“ kamen ganz klassisch mit Dudelsack, Gitarre und Nickelharpa rüber, während die Tribal Dance Tanzgruppe „Sharzad“ für orientalisches Flair sorgte. Chandra und Shanti waren für die tänzerischen und Feuer-Elemente zuständig.

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Posted by Thomas Wilken on Thursday, June 14, 2018