Oberzent-Fusion: Es werden noch Kandidaten für die Ortsbeiräte gesucht

Wenn am 29. April der neue Bürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oberzent gewählt werden, sollen auch die Mitglieder der jeweiligen Ortbeiräte bestimmt werden. Ein Punkt, der in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht so richtig präsent zu sein scheint. Deshalb gibt es seit zwei Wochen Info-Veranstaltungen in den verschiedenen Ortsteilen der fusionierenden Kommunen, die nach der Winterpause fortgesetzt werden.

In 13 Ortsbezirken sind bis 17. Februar die jeweiligen Kandidaten zu benennen, die dann Ende April zur Wahl stehen werden. Die Ortsbeiräte sind ein freiwilliges Gremium: Gibt es nicht genügend Bewerber, dann kommen sie nicht zustande. Da 2018 allerdings nur eine Zwischenwahl bildet, könnten sie bei jetzigem Nichtzustandekommen 2021 beim regulären Wahltermin trotzdem ins Leben gerufen werden. Die bisherigen Gemeinden Sensbachtal und Hesseneck bilden mit ihren jeweils drei Teilorten einen gemeinsamen Ortsbeirat. Bis auf den neuen Zusammenschluss von Finkenbach, Hinterbach und Raubach sind in allen anderen Ortsteilen jeweils Gremien zu wählen.

Während dies in diversen Beerfeldener Stadtteilen keine Neuerung ist, weil es sie bisher schon gab, hatte Rothenberg diese Institutionen nicht mehr. Inzwischen liefen im Höhendorf alle vier Infoveranstaltungen. Mit unterschiedlichem Feedback. 35 Besucher zählte Bürgermeister Hans Heinz Keursten in Rothenberg-Ort, je 28 in Finkenbach und Ober-Hainbrunn sowie 26 in Kortelshütte. Zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer führte er die Info-Veranstaltungen durch.

Die Interessierten wollten vor allem wissen, welche Aufgaben auf den Ortbeirat übertragen werden und welche Mitwirkungsrechte er haben wird. Die werden endgültig erst von der neuen Stadtverordnetenversammlung definiert. Deshalb erläuterten Kehrer und Keursten erst einmal die in der hessischen Gemeindeordnung vorgesehen Punkte. Die Ortsbeiräte sind zu allem, was den Ortsteil betrifft, und zum Haushaltsplan zu hören.

Angedacht ist ein eigenes Budget für die Ortsbeiräte als „Sprachrohr der Bevölkerung“: etwa eine Pauschale plus eine gewisse Summe pro Einwohner. Lindenfels hat erfolgreich vorgemacht, wie dies praktiziert werden kann. Damit wird auch die Verwaltung entlastet und muss nicht bei jeder Kleinigkeit mit ins Boot, erläutert Keursten. „Der bürokratische Aufwand lässt sich senken“, betont Kehrer. Blumenschmuck, Dorffeste oder Unterhaltungsmaßnahmen könnten darüber abgedeckt werden.

„Die Eigeninitiative der Bevölkerung kann so gestärkt werden“, führt Kehrer aus. Die Bürger können sich an ihrem Wohnort einbringen, mit ihm identifizieren und selbst ohne große Umwege das angehen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Keursten war angetan im „großen Interesse“ in Ober-Hainbrunn. Vier Personen signalisierten gleich ihre Bereitschaft mitzumachen. In Rothenberg und Finkenbach ist der Zuspruch noch etwas verhaltener. Eine „gute Resonanz und hervorragende Diskussion“ gab es laut dem Bürgermeister in Kortelshütte.

In den ersten Bürgerversammlungen im Vorfeld der Fusion hörte man 2015 heraus, dass es die Furcht vor einem großen Gebilde weit weg vom Wohnort gab, so Kehrer. Auch, dass sich die Bürger mehr engagieren wollen. „Jetzt sind sie aufgefordert mitzuwirken“, hob der Fusions-Projektleiter hervor. Der Vorsitzende des Ortsbeirats arbeite durch das neu geschaffene Gremium aller Ratschefs Magistrat und Bürgermeister direkt zu, wies er auf die unmittelbaren Einflussmöglichkeiten hin.

Bei den Veranstaltungen gab es aber auch weitere Infos rund um die Fusion. Um die Ausweisdokumente zu ändern, werden die Bürger ab dem 8. Januar alphabetisch nach Nachnamen geordnet in die jeweiligen ehemaligen Rathäuser gerufen. Kehrer bittet um Geduld bei den Änderungen. „Die alten Dokumente sind weiterhin gültig“, betont er.

Info: Auf der KSO-Homepage www.oberzent.info ist eine Liste mit den Behörden und Institutionen zu finden, die bereits zentral vom Kommunalservice über Adressänderungen informiert wurden. Dort lässt sich auch ein Formular herunterladen, mit dem die Bürger ihre neue Adresse weitergeben können. Christian Kehrer empfiehlt, vor allem die eigenen Versicherungen rund ums Haus wie Feuer-, Wohngebäude- und Hausrat- extra zu benachrichtigen.

Advertisements

Zwei Sondermarken der Deutschen Post würdigen die Oberzent-Fusion

Die neue Stadt Oberzent wird auch auf zwei Briefmarken verewigt. In einer Erstauflage von je 500 Stück gibt’s das Porto sowohl für die Postkarte (45 Cent) als auch für einen regulären Standardbrief (70 Cent). Der regionale Post-Politikbeauftragte Friedhelm Schlitt war von Bad Hersfeld aus extra in den südlichsten Zipfel seines Zuständigkeitsgebiets zum Rothenberger Rathaus gereist, um die 1000 selbstklebenden Postwertzeichen rechtzeitig vor dem Jahreswechsel in den Odenwaldkreis zu bringen.

Die „individuelle Briefmarke“ wird von der Post in begrenzter Anzahl für einen bestimmten Anlass hergestellt. Im Oberzent-Fall ist es quasi ein Geschenk des Unternehmens aus Anlass des ersten freiwilligen Gemeindezusammenschluss nach der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre. Staatsbeauftragter Egon Scheuermann nahm die Briefmarken zusammen mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent (KSO) entgegen. Von der KSO war auch die Idee ausgegangen, das Ereignis in dieser bleibenden Form zu würdigen.

Auf der 70er-Cent-Marke steht zu lesen: „1. Januar 2018: Gründung der Stadt Oberzent Odenwaldkreis“. In der Mitte ist dann das neue Wappen zu sehen. Auf der 45er-Marke heißt es „Stadt Oberzent im Odenwaldkreis“. Diese ziert das nicht auf den ersten Blick zu erkennende Himbächel-Viadukt der Odenwaldbahn. Es sollte bewusst nicht ein einzelner Stadtteil herausgegriffen werden, so Kehrer, sondern mit diesem Wahrzeichen der deutschen Ingenieurskunst ein über die Regionsgrenzen hinaus bekanntes Identifikationsmerkmal.

Schlitt hob die lange, aufwändige Vorarbeit zwischen KSO und Post hervor, um das Thema neue Postleitzahl sowie geänderte Straßennamen und Hausnummern zu beackern, sodass zum Jahreswechsel alles steht. Er dankte Kehrer für das sehr vertrauensvolle Zusammenwirken. Dieser betonte, dass die Änderungen notwendig seien, damit es keine doppelten Straßennamen gibt und in Zukunft Rettungsdienste die richtige Adresse finden.

„Natürlich ist es nicht nur mit der Briefmarke allein getan“, meinte Egon Scheuermann. Damit ab dem neuen Jahr alles reibungslos funktioniert, bedarf es viel mehr Vorarbeit. Die Umbenennungen gingen seinen Worten zufolge fast immer problemlos über die Bühne. In Sensbachtal, wo der Staatsbeauftragte aktuell noch Bürgermeister ist, kamen die meisten Vorschläge für neue Straßennamen von den Anwohnern selbst.

„Der Sammlerwert der Marken ist sicher hoch anzusetzen“, betonte Schlitt. Deshalb liege die Entscheidung über die Ausgabe auch bei der Stadt, sagte er. Auf jeden Fall könne man damit Postkarte und Standardbrief freimachen. Wie Kehrer sagte, sollen Schreiben der Oberzent-Verwaltung an die Bürger ab dem kommenden Jahr mit der 70-Cent-Marke freigemacht werden. Er hob den Einsatz der Verantwortlichen bei der Post vor Ort und in der Zentrale hervor. „Auch die Briefträger haben uns sehr unterstützt“, sagte er. Die seien losgegangen und hätten die Veränderungen gegengeprüft.

„Wir sind in Hessen bekannt durch unsere Arbeit“, freute sich Scheuermann. Dass die Fusion nun durch eine Sondermarke gewürdigt wird, nannte er „eine tolle Sache“. Auf die Stadt kommen dadurch keine Kosten zu. Die Briefmarken sind von der Post „gesponsert“, um das bedeutsame Ereignis zu würdigen. Die 70-Cent-Marke soll voraussichtlich in den freien Verkauf gehen und ab dem 8. Januar in den Verwaltungen erhältlich sein. Die Verkaufsstellen werden noch bekannt gegeben.

Eine Reise in die Schul-Vergangenheit: BSO-Leiter Wilfried Schulz informierte sich an der Oberzent-Schule Beerfelden

Rückkehr zu den Wurzeln: Viereinhalb Jahrzehnte ist es her, dass Wilfried Schulz die Bänke der Oberzent-Schule (OZS) in seinem damaligen Wohnort Beerfelden drückte. Jetzt kehrte der heute in Haisterbach wohnende 59-jährige Leiter des Beruflichen Schulzentrums Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt für einen Tag dorthin zurück, wo er die mittlere Reife ablegte. Der Gegenbesuch fußte auf dem pädagogischen Tag, den das Kollegium der OZS Ende Oktober am BSO durchführt hatte.

Schulz hatte damals den Wunsch geäußert, sich das heutige OZS-System anzuschauen und zu erfahren, wie die integrierte Gesamtschule (IGS) etwa im Bereich Inklusion arbeitet. Denn auch an der BSO gibt es dieses Angebot. Einblicke in den schulischen Alltag seiner ehemaligen „Penne“ in der Stadt am Berge bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Wie Siefert sagte, ist die IGS sowieso bestrebt, Kooperationen mit anderen Schulen des Odenwaldkreises auszubauen.

Eine Führung durch Schulleiter Bernd Siefert stand am Anfang. Dabei wurde deutlich, wie sich die Bildungsstätte in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Siefert hatte für Schulz ein besonderes Präsent: ein Schul-Bild von 1971, auf dem seine Eltern mit drauf sind. Sicherlich eine große Freude für die 87-jährige Mutter des BSO-Chefs. Der Vater des in Darmstadt geborenen „Beerfellmer Bubs“ war selbst Lehrer.

An den Berufsschulstandort in Michelstadt verschlug es den heutigen Oberstudiendirektor nach der Mittleren Reife in Beerfelden zum ersten Mal 1974. Das Wirtschaftsabitur befähigte ihn zum Studium. 1983 legte Schulz seine Prüfung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt als Diplom-Handelslehrer ab. 1987 kehrte er zu ersten Mal zurück an die BSO – als Referendar im Hauptfach Wirtschaft und Verwaltung. Nach einer Station in Gelnhausen übernahm Schulz 1999 in Michelbstadt die Leitung der Gymnasialen Oberstufe. 2011 wurde er Leiter der Kaufmännischen Schulen Hanau. 2015 kehrte aufs Neue in den Odenwald zurück – dieses Mal als BSO-Leiter.

Die nach Sanierung gut ausgestatteten naturwissenschaftlichen Räume sowie renoviertes Schwimmbad und Mensa stießen auf großes Interesse von Schulz. Auch die neue Schulküche, in der BSO-Lehrer Stefan Sonnenburg eventuell Koch-Unterricht anbieten möchte, wurde in Augenschein genommen. „In den vergangenen 25 Jahren hat sich vieles an der Oberzent-Schule verändert“, stellten sowohl Siefert als auch Schulz fest. Einhellig waren sie der Meinung, dass die OZS-Schüler für die gymnasiale Oberstufe sehr gut vorbereitet und anschlussfähig sind.

Der BSO-Leiter nutzte die Gelegenheit, bei Stufenleiterin Heidi Domack in einer fünften Klasse die Arbeit im Lernbüro und mit dem Logbuch kennenzulernen. Das Konzept in der fünften und sechsten Klasse sieht laut Siefert vor, „die gute Arbeit an den Grundschule fortzusetzen“. Das soll unter anderem durch eine gute Betreuung der Kinder durch die Lehrkräfte gewährleistet werden. Dafür stehen die Pädagogen auch untereinander im Austausch.

Da es in den unteren Klassen wenige Lehrer sind, kennt man sich untereinander. So unterrichtet etwa eine Pädagogin in zwei Klassen Mathe. Über das Lernbüro bekommen die Kinder Übungszeit zur Festigung und Vertiefung des Gehörten – sie sollen quasi „das Lernen lernen“. In Form des Logbuchs wird daneben der enge Austausch von Schülern und Lehrern mit den Eltern praktiziert. Diese sind quasi immer „up-to-date“, was sich bei ihren Sprösslingen gerade tut.

Einerseits will die Oberzent-Schule die neuen Fünftklässler „gut an der Grundschule abholen“, andererseits möchte sie ihnen auch vermitteln, wie sie eigenverantwortlich lernen können. Außerdem erfüllte die Lernanstalt an diesem Tag Schulz den Wunsch, in die Arbeitsweise der Klasse für Lernhilfe zu schnuppern. Dort werden Fünft- bis Neuntklässler individuell betreut.

Mit zwei klassischen Gitarren wurde von „Millennium“ in Michelstadt die Hütte gerockt

Was für eine große Party, die so gar nicht geplant war. Es kam wie so bei einer Musik-Session oft unverhofft. Und was daraus dann entsteht, ist umso besser. Hinter „Millennium“ verbergen sich die beiden Gitarren-Cracks Andreas Singer und Rainer Müller aus Rimbach und Fürth, die bei ihren Auftritten mit Gastsänger(inne)n zusammenarbeiten. Im Hüttenwerk waren das jetzt Michi Tischler und Bluesrock-Röhre Fritz Strößinger von den legendären Bergsträßer „Starfuckers“. Flugs gesellten sich von der Hausband noch Axel Imhof am Bass und Thomas Klein (Percussion) hinzu.

Das Sextett lieferte eine spontan improvisierte Show ab, die einfach nur Laune machte. Die einzelnen Songs entwickelten eine ungeahnte Dynamik. Auch wenn mal was schief ging, weil diese Besetzung noch nie zusammengespielt hatte, wurde das einfach weggelacht. Die Zuschauer waren genauso begeistert wie die Musiker von dem, was da ad-hoc auf den Instrumenten und mit Stimmen gezaubert wurde. Viel länger als geplant „musste“ die Band auf der Bühne stehen.

Irgendwann ist dann doch mal Schluss. Aber Fritz Strößinger sorgte für einen, den man nicht so schnell vergisst. „Hymn“ von Barclay James Harvest haut er in einer Form ins Mikro, dass es eine Pracht ist. Dazu noch die beiden akustischen Gitarren im Hintergrund, klassisch mit spanischen Anklängen gespielt. Das alles gibt einen Soundteppich, den man mal gehört haben muss um zu wissen, wie der Song unverstärkt von einem altgedienten Rocker geröhrt wird. Das Lied wird in der Begeisterung und Spiellaune fast zur Endlos-Schleife, in der Strößinger ein ums andere Mal im Zusammenwirken mit den Saitenkünstlern den monumentalen Touch des Welthits rüberbringt.

Schon „In the air tonight“ von Phil Collins als Abschluss des regulären Sets hatte klar gemacht, dass die Musiker nicht ohne eine Zugabe davonkommen würden. Auch hier dominierte Strößinger mit seiner markanten Stimme, während Andreas Singer ein filigranes Solo zauberte. Diese geballte Spielfreude zusammen mit unbändigem Spaß riss einfach mit. Ihrer Vorliebe für Disco-Musik frönte Michi Tischler dann mit einem „Hot Stuff“ von Donna Summer, das voll abging.

Sie hatte bereits bei „Let it rain“ von Amanda Marshall gleich nach der Pause eindrucksvoll gezeigt, was sie stimmlich drauf hat. Das „Amazing” von George Michael oder auch „One“ von U2 in der Version mit Mary J. Blidge (also Michi Tischler) waren weitere Stücke, in denen sich die beiden Sänger die Bälle zuwarfen. Das soulige Duett lebte durch die Improvisation. Was wären diese Songs aber ohne die Gitarrenklänge. Erst im Hintergrund, wurde bei den Soli die Kunst der beiden Könner auf den sechs Saiten deutlich.

Der warme Klang ihrer Instrumente bildete das Fundament und die stilistische Basis der Formation. Mit vollen Einsatz: „Ich hab‘ mir die Finger blutig gespielt“, lachte Andreas Singer nach dem dreistündigen Auftritt. Zum Wohl der Zuschauer. Die bekamen ein „Billie Jean” von Michael Jackson zu hören, das sie so noch nicht kannten. Oder wer kann schon von sich behaupten, das „Jump“ von Van Halen mit zwei akustischen Gitarren zu kennen.

Fritz Strößinger gab dem Song mit seinen rauen Rockattitüden ein ganz anderes Aussehen als David Lee Roth. Andreas Singer und Rainer Müller dann noch vereint als Eddie van Halen – das hatte nmicht nur was, sondern ganz viel. Das „Horse without a name“ von America oder „Maneater“ von Hall & Oates waren weitere Stücke, die einfach nur Laune machten. Dazu noch Akteure auf der Bühne, die miteinander können, über sich und die anderen lachen und aus dem Nichts einen Song zaubern.

„Burning down the house” der Talking heads, „Eye of the Tiger” von Survivor, „Run to you“ von Bryan Adams  oder „Junimond“ von Rio Reiser sind neben vielen anderen Songs Titel, die in dieser ungewöhnlichen Version einfach ins Ohr gehen und dort haften bleiben. Ein Abend genau nach dem Geschmack von Singer & Müller, die gerne der Improvisation freien Lauf geben. „Akustisch ist alles echt, authentisch“, betont der Gitarrist Singer.

Info: www.millennium-band.de

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Saturday, December 2, 2017

 

Adventsmarkt verzauberte die Besucher in Finkenbach

Es war einfach zauberhaft im Finkenbachtal. Von der „Traube“ bis hin zu Mareikes Backshop gab es viele weihnachtliche Geschenkideen, boten Finkenbacher und alle, die sich dem Ort verbunden fühlen, ihre selbst gefertigten Waren zum Verkauf an. Mit Erfolg: Die Ortsbevölkerung und auch ein paar „Zugereiste“ aus Eberbach, Abtsteinach oder Bammental drängten sich dicht um die Stände, sodass die Beschicker schon bald nach dem Start des kleinen Adventsmarktes sehr zufrieden waren. Eine Wiederholung in 2018 ist geplant.

Monika Jung zaubert in ihrer Freizeit viele verschiedene Motive aus Holz. Seit zwei Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. Der der jetzige Adventsmarkt war die „Premiere“, um ihre Waren einem breiteren Kreis vorzustellen. Der Zuspruch überraschte sie mehr als positiv. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt die Finkenbacherin, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Eichen- und Buchenholz aus dem Odenwald. Hergestellt wird, was Monika Jung gerade in den Sinn kommt. Manches davon „ist nicht ganz gerade, die Rinde ist gesprungen oder das Holz hat Unebenheiten“. Das ist aber gewünscht. „Ich will nicht die Handschrift der Natur verfälschen“, betont sie. In der vergangenen Zeit bekam sie sehr viel Zuspruch.

„Versuch’s doch mal zur verkaufen“, lautete die Aufmunterung. Was sie auch umsetzte und nicht nur „für meine eigene Wohnung“ ans Werk ging. „Mir macht das unheimlich Spaß“, betont sie. „Am liebsten würde ich jedes Stück selbst behalten.“ Mit ihren Produkten ist sie am zweiten Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Schönau und am Wochenende darauf in Hirschhorn vertreten.

Alle Sorten von Seifen hat Katja Rabsch aus Siedelsbrunn im Gepäck, die über ihren in Finkenbach lebenden Freund auf den Adventsmarkt kam. „Ich stehe auf Selbstgemachtes“, sagt sie. Die Idee zur Herstellung kam ihr bei einer Paddeltour mit einer Freundin. Sie verwendet immer ein Grundrezept für die Seife. Dann kommt Natronlauge für den Verseifungsprozess, später dann Duftöle und Farbpigmente, die jedem Stück die eigene Note geben.

„Man muss schon üben, bis es funktioniert“, schmunzelt sie. Außerdem benötigt man die richtigen Rezepte. Jede Seife hat eine spezielle Zutat. Die Form ist natürlich auch frei gestaltbar. So kann auch ein wohlduftender Pflaumen- oder Waldbeerkuchen entstehen. Oder Mandelbiskuit. Lavendel, Mandarine oder Kokosmilch sind weitere „Geschmacksarten“.

Bei Manuela Müller, Petra Bauer und Beate Bartmann gibt es eine bunte Vielfalt von selbst hergestellten Weihnachtsgeschenken zu erstehen. Alle drei kommen sie aus dem Ort und pflegen ihr schönes Hobby schon seit einigen Jahren. Manuela Müller begann vor einiger Zeit damit, Dekoartikel aus Holz für sich selbst herzustellen. Ihr Schmuck orientiert sich an den vorgegebenen Formen des Holzes.

Brötchenkörbe, Taschen und Dinkelkissen näht Petra Bauer. Den „Startschuss“ dafür gaben Pumphosen, Mützen und Lätzchen, die sie für ihr erstes Enkelkind herstellte. Für das nächste ist bereits eine Windeltasche in Arbeit. „Ich sehe den Stoff an und habe dann gleich Ideen, was ich daraus gestalten kann“, beschreibt sie ihre Herangehensweise.

Betonlichter, Vasen und Adventskränze finden sich bei Jutta Stork und Diana Kniebis aus Eberbach und Waldbrunn. Dazu noch beleuchtete und dekorierte Haselnusszweige, genähte Elche, Filzschuhe oder Dekozweige. Die Zweige sind einbetoniert und deshalb stabil genug für daran hängende Lichterketten. Alles wird natürlich in Handarbeit hergestellt.

Mareike und Christian Niesen, die federführend für die Organisation zuständig waren, zeigten sich hoch zufrieden mit der Wiederbelebung des Adventsmarktes, den es vor längerer Zeit schon einmal gegeben hatte. Bis Mitternacht standen Gäste noch an der „Traube“ zusammen, wo es die wärmenden Getränke und etwas zu essen gab. „Die Standbetreiber sind hoch zufrieden“, so Niesen. Natürlich trug auch das trockene, klare, kalte Wetter zum Erfolg bei. „Es war unheimlich viel los“, freute er sich, viel mehr als erwartet. „Alt und Jung kamen im Ort zusammen.“

Riesiges Geschenkeangebot beim Weihnachtsbasar in der Beerfeldener Oberzent-Schule

Der Weihnachtsbasar in der Oberzent-Schule ist eine schöne Tradition, die schon seit vielen Jahren Alt und Jung, Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und Kinder, an einem unterhaltsamen Nachmittag zusammenbringt. Auch viele ehemalige Lehrer schauen vorbei, um sich mit den Kollegen auszutauschen. Dieses Mal gab es Geschenkideen in rauen Mengen, sodass niemand ohne das passende Weihnachtspräsent wieder nach Hause gehen musste. Für die entsprechende musikalisch-besinnliche Untermalung sorgten die Schüler.

Die Begrüßung geschah durch Schuleiter Bernd Siefert. Der wünschte den Gästen eine gesegnete Weihnachtszeit. Organisiert hatte die Veranstaltung Lehrerin Maraike Hufer. Beide trugen auch das Gedicht „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm in verteilten Rollen vor. Wer welche Figur verkörperte, dürfte klar sein. Maraike Hufer als Christkind und der Knecht Siefert stießen mit ihrer Darbietung auf viel Zuspruch.

Genau rechtzeitig waren am Morgen auch die neuen Tassen mit dem Logo der Oberzent-Schule eingetroffen. Sie wurden gleich mit Kaffee- oder Kinderpunschinhalt verkauft. 200 Stück davon hat die Schule bestellt. Aber das Heißgetränk war nur ein Angebot unter vielen, das die zehnten Klassen parat hatte. Die Tische bogen sich unter dem reichhaltigen Kuchenbüffet. Dazu wurden auch noch von den Neuntkässlern frische Waffeln gebacken. Für die Naschkatzen gab es Früchte mit Schokoladenüberzug.

Vor allem die Klassen 5 und 6, teilweise noch mit Unterstützung der Siebtklässler, hatten sich in einigen Schulstunden während der Prüfungen der „Großen“ zusammen mit den Klassenlehrern hingesetzt und etliche weihnachtliche Artikel hergestellt. Weihnachtskränze, Nikoläuse, Figuren aus Holz, selbstgezogene Wachskerzen und weitere Dekoartikel bildeten nur eine kleine Auswahl des riesigen Sortiments. Das fand bei den Besuchern rege Abnehme.

Die Schule freute sich besonders über ein Geschenk von Georg und Mathilde Brecht aus Falken-Gesäß. Sie übergaben an Siefert die wertvolle Faksimile-Ausgabe eines Mercator-Atlasses aus dem Jahre 1595. Dieser beinhaltet Weltkarten und sämtliche Kontinentalkarten. Georg Brecht und Bernd Siefert kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei der Schreinerei Pracht, als Siefert dort nach der Schule bis zum Beginn der Lehrerlaufbahn an der Oberzent-Schule immer mal wieder jobbte. Eine wertvolle Bibel stifteten die Eheleute auch der Kirche.

Mit Weihnachtsliedern auf dem Klavier unterhielten die beiden Sechstklässlerinnen Leonie Schmahl und Lea Siefert. „Maria durch den Dornwald ging“ oder – passenderweise – „Leise rieselt der Schnee“ erklangen unter anderem. Abwechselnd spielte auch die Schulband unter der Leitung von Andreas Weinmann auf. Dort haben sich Schüler der Klassen 5 bis 10 versammelt. Leonie Edelmann, Benedikt Schmitt, Justin Ruf, Leon Ulrich, Sarah Siebert, Caroline Siebert, Jannik Eichmann, Florian Bork, Celina Geiß und Clarissa Netuschil traten gemeinsam auf.

SPD Oberzent nominierte Thomas Ihrig als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in der neuen Stadt am 29. April

Thomas Ihrig ist der Bürgermeister-Kandidat der SPD Oberzent für die Wahlen in der neuen Stadt am 29. April. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hob den 52-Jährigen mit übergroßer Mehrheit aufs Schild. Der scheidende Hessenecker Rathauschef erhielt nur eine Gegenstimme bei drei Enthaltungen. 35 der 40 anwesenden Genossen stimmten für seine Kandidatur (eine Stimme wurde nicht abgegeben). Ihrig hatte zuvor seine Ziele für die neue, fusionierte Stadt erläutert.

Von unruhigen Zeiten sprach der Ortsvereinsvorsitzende Danny Zucht in seiner Begrüßung. Nationalismus keime allerorten auf. Deshalb sei es umso notwendiger, um Geschlossenheit zu werben und „Respekt vorzuleben“. Die SPD stehe derzeit am Scheideweg zwischen Opposition und Regierungsverantwortung, sagte er. „Egal welcher Weg eingeschlagen wird, wird dieser auch die kommende Kommunalwahl beeinflussen.“

Zucht forderte die Mitglieder auf, sich „im jüngsten SPD-Ortsverein Deutschlands“, der gleichzeitig der mitgliederstärkste im Odenwaldkreis sei, einzubringen. Mit dem entsprechenden Engagement „wird auch die Stadt Oberzent wahrgenommen“. Er wies auf die vielen verschiedenen Anforderungen eines neuen Bürgermeisters hin. Und schlug den Bogen zu Ihrig: „Ich vertraue ihm, er kann das.“

Ähnlich äußerte sich auch Landrat Frank Matiaske. Der SPD-Mann Ihrig kandidiere für den Posten in einem Zusammenschluss von vier Kommunen, „die immer wieder bewiesen haben, dass sie ihre Aufgabe erfüllen können“. In einem vorbildlichen Prozess, „der in Hessen bisher in dieser Form nicht stattfand“, erlebe man nun die erste freiwillige Fusion überhaupt. „Vier Mal eins ist mehr als vier“, betonte Matiaske.

Der Landrat bezeichnete das Thema Demografie als große Herausforderung für die Zukunft. Daneben thematisierte er die Ärzteversorgung auf dem Land. Matiaske nannte aber auch die großen Chancen der Stadt Oberzent in ihrer „Sandwich-Position“ zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main, Rhein-Neckar und Heilbronn. Es sei für die Zukunft wertvoll, „die wichtigen Schritte gemeinsam zu gehen“. Dafür sei Ihrig der richtige Mann. Als „ruhig, kompetent, sachlich versiert“, bezeichnete ihn der Landrat.

Thomas Ihrig, seit 24 Jahren Hessenecker Rathauschef, nannte die Fusion die richtige Antwort auf die demografischen Entwicklungen der letzten Jahre. Mit den verbesserten finanziellen Rahmenbedingungen ab dem kommenden Jahr „haben wir uns etwas Luft verschafft, um an manchen uns wichtigen Stellen freier agieren zu können“. Der Bürgermeister-Kandidat ist seit fast 28 Jahren SPD-Mitglied und seit 1995 Vorsitzender des Ortsverbands in der bis dato kleinsten selbstständigen hessischen Gemeinde.

Er bezeichnete es als sein Ziel, „eine Verwaltung nach modernen Gesichtspunkte und mit moderner Technik aufzubauen, um für die immer größeren Anforderungen gewappnet zu sein“. Trotz aller Änderungen bleibe vieles in der neuen Stadt Oberzent erhalten. Hier nannte Ihrig die 19 eigenständigen Ortschaften von der Raubach bis zur Kernstadt Beerfelden. Eine flächendeckende Einführung von Ortsbeiräten ist seinen Worten zufolge eine Basis für den Erhalt dieser Identität.

Die neue Stadt kann dem SPD-Mann zufolge auf dem aufbauen, was die vier Kommunen in den vergangenen Jahrzenten an Infrastruktur geschaffen haben. Exemplarisch führte er die vier Kindertagesstätten plus die evangelische Einrichtung an, mit denen man einen „gewaltigen, wichtigen Bildungs- und Erziehungsauftrag im vorschulischen Bereich“ leiste.

Allerdings werden laut Ihrig auch aktuelle Themen mitgenommen. Der Kandidat erwähnte die Gesundheitsversorgung, wo Anfang 2018 weitreichende Entscheidungen in punkto Ärztehaus anstehen. Die Fortführung der Dorfentwicklungen und Flurbereinigungsverfahren ist ein weiterer Punkt. Dazu kommt der Aufreger Windkraft, bei dem sich Ihrig ganz klar gegen weitere Rotoren positionierte, und das Thema ÖPNV/Mobilität.

Große Freude bei der SPD Oberzent: Der scheidende Hessenecker Rathauschef Thomas Ihrig (2.v.r.) wurde von den Sozialdemokraten als Kandidat für den Bürgermeisterposten in der neuen Stadt nominiert. Glückwünsche gab es von (v.l.) dem Ortsvereinsvorsitzenden Danny Zucht, dem Landtagsabgeordneten Rüdiger Holschuh und Landrat Frank Matiaske.