Weitere Helfer sind am Waldseebad Beerfelden gerne gesehen

Das über 80 Jahre alte Waldseebad verlangt den Mitgliedern des Arbeitskreises regelmäßig im Frühjahr immer viel Arbeit ab. Zwei Monate lang ziehen sich die Einsätze hin, bis Ende Mai die Pforten für die Sonnenanbeter geöffnet werden, die das kalte Quellwasser zu schätzen wissen. Helfer sind immer willkommen, wenn es bis dahin jeden Samstag um 10 Uhr losgeht. Denn es ist ja nicht allein mit der Instandsetzung des Beckens getan – auch das Umfeld will in Schuss gehalten werden.

Alle Jahre wieder seit Gründung des Vereins vor 17 Jahren ist ein umfangreicher Frühjahrsputz notwendig. Um Wald und Wiesen kümmerten sich die freiwilligen Helfer, zu denen wie in den Vorjahren auch ein paar Flüchtlinge zählten, bereits an vergangenen Wochenenden. Da wurde Laub aus dem Wald befördert, einige Bäume gefällt, damit es weniger Laub gibt, und Hecken geschnitten. Außerdem wurde das Babybecken ausgespritzt. Die richtige Plackerei startete beim aktuellen Einsatz, als mit dem Hochdruckschlauch dem Dreck im großen Becken zu Leibe gerückt wurde. Mit Schrubbern kratzten die Helfer die Algen von den Seitenwänden.

„Wenn jeder, der übers Jahr das Schwimmbad nutzt, einmal mit anpackt, werden die Arbeiten auf viele Schultern verteilt“, hofft die Vereinsvorsitzende Ina Bottelberger auf mehr Unterstützer in den kommenden Wochen. Denn dann müssen im Becken die Löcher ausgebessert und zugespachtelt werden. Das Streichen schließt sich an. Damit nicht vor jeder Saison so viel zu tun ist, wäre ihr Wunsch an die neue Stadt, das 1935 eingeweihte Becken grundlegend zu sanieren. Damit es wieder für Jahrzehnte hinaus fit ist.

Einmal angesprochen, gibt es sofort weitere Verbesserungswünsche von den Helfern. Eine Befestigung des Hangs zum Wald hin sähe man gerne, damit von dort nicht immer Dreck ins Becken fällt. Beim Mähen findet sich Rasenschnitt immer im Wasser wieder. Eine Rinne wäre sinnvoll. „Auch die linke Seite benötigt eine gescheite Begrenzung“, heiß es weiter.

Dass auch einige Flüchtlinge mithelfen, ist für Bottelberger ein Segen, da leider von den 150 Vereinsmitgliedern zu wenige mit anpacken, um alles rechtzeitig bewältigen zu können. Über die Jahre hinweg haben die Aktiven darüber hinaus immer wieder am Erscheinungsbild gefeilt. Die Terrasse wurde frisch gepflastert, drei Sonnendecks zum Liegen gebaut, ein Beachvolleyball-Feld angelegt, neue Toiletten geschaffen, Zweirad-Parkplätze mit Drainage und Kies hergestellt und die Zufahrt erweitert, damit dort besser geparkt werden kann.

Nach der durchwachsenen letzten Saison hoffen die aktiven Arbeitskreis-Mitglieder, dass das Waldseebad dieses Jahr stärker frequentiert wird. Denn seine besondere Lage, das 50 Meter lange Becken, die Liegewiesen, die niedrigen Eintrittspreise und der ungezwungene Charakter haben ihm bis nach Heidelberg, Darmstadt oder in den Kraichgau den Ruf eines Kleinods eingebracht, für das Ruhesuchende gerne auch einmal ein paar Kilometer mehr fahren.

Ist das Becken erst einmal gesäubert und frisch gestrichen, muss es wieder volllaufen. Das erledigt die Quelle innerhalb von zwei Wochen. Das frische Quellwasser ist der beste Garant dafür, dass die Abkühlung auch in heißen Sommern garantiert ist. Über 24 Grad steigt die Wassertemperatur nie, selbst wenn draußen die Luft bei fast 40 Grad kocht. 20 bis 22 Grad sind im Sommer normal. Wenn die Saison beginnt, trauen sich einige Unerschrockene auch schon bei 16 Grad in die dann wahrlich kühlen Fluten.

Beim Verein ist man froh darüber, dass es eine Bestandsgarantie für drei städtischen Freibäder (zusätzlich noch Finkenbach und Hetzbach) gibt. Die Eintrittspreise wurden vereinheitlicht, womit die Dauerkarte günstiger wurde. Die Tageskarten bleiben im Preis gleich. Im Gespräch ist laut Bottelberger eine Rückkehr der Zehnerkarte.

Info: Arbeitseinsätze im Beerfeldener Waldschwimmbad jeden Samstag bis Ende Mai ab 10 Uhr. Weitere Helfer sind willkommen, die einfach vorbeischauen können.

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„Purple Rising“ erweckt im Hüttenwerk Michelstadt Deep Purple zum Leben

Als wäre die Zeit stehen geblieben: So muss es vor 45 oder 50 Jahren geklungen haben, als die britische Hardrockband Deep Purple in wechselnden Besetzungen eines ihrer legendären Konzerte gab. „Mark II“ ist dabei die Formation, die sich am ehesten ins Gedächtnis eingebrannt hat, da der Fünfer so legendäre Songs wie „Smoke on the Water“, „Child in Time“, „Lazy“ oder „Space Truckin‘“ komponierte. Aber auch Mark III mit „Burn“ oder „Mistreated“ kommt zu seinem Recht.

Satt wummert der Bass von Roger Glover aus den Marshall-Boxen, majestätisch thront die Hammond-Orgel von Jon Lord über den Songs, filigran reiht sich Ritchie Blackmores Gitarrenspiel ein, in schnellem Rhythmus halten die Drums von Ian Paice den Takt, während sich Ian Gillan die Seele aus dem Leib singt und schreit. Mit einem Unterschied: Es stehen nicht die Deep Purple von 1972 wie bei „Made in Japan“ auf der Bühne des Hüttenwerks, sondern mit „Purple Rising“ eine Coverband, die die Hits von damals auf der Bühne frisch und fetzig spielt – einfach perfekt.

Dominik Stotzem (Bass), Andreas König (Hammondorgel, Keyboards), Patrick Sühl (Vocals), Stefan Deissler (Drums) und Reik Muhs (Gitarre) erschaffen im Hüttenwerk Michelstadt eine perfekte Illusion früherer Jahre. Enthusiastisch, exzessiv, ausufernd, nicht enden wollend, auf den Punkt genau werden die alten Kracher von der fünfköpfigen Band förmlich zelebriert, die Spielfreude kommt in jedem Ton rüber. Die Reminiszenz ist quasi total.

Es stimmt alles, von den Handbewegungen, dem affektierten Gehabe über die Kleidung und den Haaren bis hin zu den diversen Instrumenten. Reik Muhs imitiert den Meister auf den sechs Saiten, Ritchie Blackmore, beinahe schon so perfekt, dass es unheimlich ist. Selbst die Frisur aus den 70ern stimmt. Mit der Fender Stratocaster-Gitarre ergibt das inklusive stimmiger Bewegungen, den typischen Posen und dem virtuosen Spiel ein Gesamtbild, wie es besser nicht sein könnte.

Richtig (unheimlich) authentisch wird es, wenn er sich mit Andreas König an Hammond-Orgel und Keyboards immer wieder die legendären musikalischen Duelle liefert. „Highway Star“, „Space Truckin‘“ oder „Black Night“ sind solche Klassiker, die inklusive der eingestreuten Soli überhaupt nicht mehr enden wollen.

Wie König den nicht mehr unter uns weilenden Jon Lord gibt, ist ebenfalls ein Hingucker für sich. Seine Hammond-Orgel hat schon 63 Jahre auf dem Buckel und ist bei jedem Aufbau „eine Riesen-Plackerei“. Aber der Sound! Der ist unvergleichlich und legt quasi sofort den Schalter um – das legendäre Live-Album „Made in Japan“ lässt grüßen. Dazu noch die Leslie-Verstärker, nur wenig jünger als das Instrument. Auch Jon Lords Fingerzeige hat sein Epigone bis ins kleinste Detail drauf.

Dominik Stotzem am Bass hat eher was vom zappeligen und nie still stehenden Ausnahmekünstler Glenn Hughes. Er ist eindeutig der Partymacher in der Band, animiert das Publikum ein ums andere Mal erfolgreich zum Mitmachen und Mitsingen, ist wie ein Irrwisch auf der Bühne unterwegs und hat einfach den puren Groove im Blut.

Sänger Patrick Sühl darf sich gleich an vier Vorgängern abarbeiten und macht seine Sache sehr gut. Rod Evans stand bei „Hush“ und „April“ am Mikro, mit dem Deep Purple 1968 die ersten großen Erfolge feierte. Und dann natürlich Ian Gillan vom klassischen Mark II-Line-up, den Sühl sehr gut draufhat. „Child in Time“ etwa oder „Smoke on the Water“ klingen mit geschlossenen Augen wie vor mehr als 45 Jahren. Mit „Stormbringer“ lieferte David Coverdale ein Glanzstück ab. Etwas schwerer tut er sich mit dem Gesang von Glenn Hughes oder auch Joe Lynn Turner, wenn mit „Fortuneteller“ ein Rainbow-Stück eingestreut wird.

„Catch the Rainbow“ am Schluss, bei dem der vor einigen Jahren verstorbene Ronnie James Dio am Mikro stand, ist ein besonderes Schmankerl. Wie auch „Halleluja“, der erste Song der Mark II-Besetzung, oder das Concerto von Jon Lord, bei dem dieser wegbereitend eine Rockband zusammen mit einem klassischen Orchester auftreten ließ. Der Jubel der Besucher kennt keine Grenzen, die Band wird enthusiastisch gefeiert.

Vorbereitungen für Schwimmbad-Eröffnung in Finkenbach laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Samstag, 5. Mai, startet die neue Saison im Finkenbacher Freibad. Bis dahin müssen die restlichen Arbeiten noch abgeschlossen sein, damit der Betrieb in die zweite Saison unter der Regie des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) gehen kann. Mareike und Christian Niesen sind schon seit einiger Zeit mit Unterstützung von ein paar Helfern schwer am Schuften.

Gleich neben dem Eingang erhielt die Sitzecke für Stammgäste, eine Art inoffizieller Dorftreff im Sommer, jetzt einen festen Untergrund. Der Bauhof plättelte die ganze Fläche. Vergangenes Jahr hatte man das Sonnensegel über dem Kinderplanschbecken noch provisorisch befestigt, jetzt bekamen die vier Metallpfosten ein gemauertes Fundament. Dieser Sonnenschutz für die Kleinen wird gern angenommen. „Den findet man in der Umgebung nicht so oft“, sagt Christian Niesen.

Neben der Fliesenumrandung des Kinderbeckens wurde auch die Randfolie vor der Saison erneuert. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und marode Holzlatten ersetzt. Außerdem machten die Mitglieder auf dem über 3700 Quadratmeter großen Gelände die Maulwurfshügel platt. Sie mähten bereits zwei Mal den Rasen, damit dieser in der Saison wieder als angenehmer Untergrund für die Sonnenanbeter und Schwimmer dienen kann.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Dessen Wasser wurde Anfang des Monats abgelassen, damit der Bauhof das große Becken reinigen konnte. Es wurde außerdem ein neuer Stromkasten angeschafft. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern.

Vor dem Eingangsbereich soll der Kinderspielplatz neu gestaltet werden. Zum einen sind neue Spielgeräte geplant, zum anderen will man den Bereich näher zum Kiosk hinziehen, damit die Eltern ihre Kleinen besser im Blick haben. Bänke und Lager putzen oder Mülleimer abdampfen heißen die weiteren Reinigungsarbeiten für die Niesens und ihre Helfer, die teilweise schon erledigt wurden, teilweise aber auch noch anstehen. Der Kiosk bekommt daneben noch eine Dunstabzugshaube.

Wenn am 5. Mai um 12 Uhr der Startschuss fällt, findet gleichzeitig auch ein Flohmarkt startet. „Ab 16 Uhr wird dann gegrillt“, kündigt Christian Niesen an. Natürlich wieder mit den leckeren Finki-Burgern, zu denen die Metzgerei Siefert die Pattys liefert und die frisch belegt werden. Pizza-Schiffchen sollen die hungrigen Mäuler in diesem Jahr ebenfalls stopfen. Geplant ist für einen lauschigen Abend außerdem wieder ein Nachtbaden. „Mit ‚h‘ und nicht mit ‚k‘“, lacht Mareike Niesen.

Die Gäste kamen im vergangenen Jahr nicht nur aus der Oberzent, sondern weit darüber hinaus. Neckarsteinach, Abtsteinach, Heidelberg, Bammental, Heiligkreuzsteinach und sogar Mannheim lauteten die Herkunftsorte. „Aus Beerfelden sind viele Eltern mit kleinen Kindern wegen des Sonnensegels da“, weiß Niesen.

Zur Attraktivität trägt laut dem HVV-Mann auch bei, dass „wir Trinkwasserqualität haben“. Die Chlorung werde aufs Minimum zurückgefahren, sodass selbst hautsensible Schwimmer in der Regel damit keine Schwierigkeiten hätten. 2016 hatte die Gemeinde viel Geld in die Wasseraufbereitungsanlage investiert. Die Hoch-Zeit ist immer das Guru-Fest im August. Dann bietet das Freibad „die einzige reguläre Dusche im ganzen Tal“, schmunzelt Niesen. Die Woche davor und danach herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände.

Info: Am Samstag, 5. Mai, wird um 12 Uhr die Badesaison eröffnet. Vor dem Schwimmbad ist ein großer Flohmarkt geplant. Die Flohmarktspenden können an diesem Tag von 9 bis 11.30 Uhr am Schwimmbad abgegeben werden, ebenso auch Kuchenspenden. Wer mithelfen möchte oder Rückfragen hat, kann sich bei Familie Niesen, Telefon 06068-4029, oder in Mareikes Backshop melden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt in vollem Umfang neuen Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem Schwimmbad sowie Anschaffungen für Kinder im Schwimmbad zugute. Das Bad ist je nach Wetter unter der Woche von 11 bis 19 Uhr, am Wochenende und in den Sommerferien von 10 bis 19 Uhr geöffnet, an besonders schönen und lauschigen Sommerabenden auch etwas länger. Mehr auf Facebook unter Freibad Finkenbach.

Kochinsel „SQR“ von Daniel Pracht aus Falken-Gesäß erhält den Red Dot Design Award

Mit seiner Kochinsel unter dem Namen „SQR“ hat Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei bereits für Aufsehen gesorgt. Vergangenes Jahr gewann er den renommierten Bad Wildunger Designpreis für sein Meisterstück, jetzt kam der Red Dot Design Award, einer der bekanntesten Designpreise weltweit, hinzu. Zur Vermarktung hat Pracht eine eigene Firma mit der Bezeichnung „BODI Interiors“ gegründet. Mit der ist er ab dem 28. April auf dem Maimarkt vertreten und will dort einem breiten Publikum seine Innovation vorstellen.

Die Kochinsel fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist per Knopfdruck stufenlos höhenverstellbar. Per Motor fährt ebenso ein Induktionskochfeld in der Größe von 124 auf 60 Zentimetern, von der Firma Schott Ceran produziert. Ausziehbar sind daneben fünf Massivholzschubkästen für iPad, Messer, Gewürze oder Schneidbrett. Pracht sieht eine ständige Weiterentwicklung. „Wir wollen noch einen Abzug integrieren“, kündigt er an.

Der Preis zwischen 15.000 und 20.000 Euro je nach Ausführung kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 32-Jährige. „Alles daran ist quasi Handarbeit.“ Bis auf die Aussparung für die Herdplatte, die mit der Maschine gefertigt wird. Drei Wochen lang wird an einem Exemplar gefeilt. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen bauen“. Auch sind zahlreiche Materialformen und -farben sowie Holztypen möglich.

Seit dem 1. April hat die Schreinerei mit Jan Simon Maibaum einen neuen Mitarbeiter, der mit Daniel Pracht die Küche weiterentwickelt. Der Juniorchef kennt ihn von der Berufsfachschule Michelstadt. Der Schreinergeselle aus Hamburg hat an der Hochschule für Produktdesign und Gestaltung in Offenbach studiert. Er kümmert sich um die ganzheitliche Raumplanung.

Seine Kochinsel „öffnet die Küche Richtung Wohnen“, so der Juniorchef. Die Auflage kann außerdem als Arbeitsunterlage verwendet werden. Ihm geht es darum, für alle beteiligten Gewerke nur einen Ansprechpartner zu bieten. Der kümmert sich Planung, Konzept und Umsetzung. „Wir müssen die gesamte Räumlichkeit in den Blick nehmen“, meint er.

In den Städten wird im Zuge der fortschreitenden Urbanisierung der Wohnraum knapper und teurer, weiß Pracht. Dafür will er eine Lösung bieten: „Die Leute kommen mit dem Grundriss der Wohnung zu uns und wir kümmern uns um den optimalen Ausbau.“ Seine Kochinsel ist in diesem Jahr serienreif, betont er. Inzwischen hat sie über ein Ingenieurbüro auch das CE-Abzeichen erhalten.

Die prächtige Kochinsel aus dem Odenwald hat auch den SWR auf den Plan gerufen. Der filmte schon in Falken-Gesäß in den Geschäftsräumen und wird auch auf dem Maimarkt vorbeikommen (Ausstrahlung am 29. April um 18.45 Uhr auf SWR-Fernsehen Baden-Württemberg). Dort ist Daniel Pracht neben dem Stand der Schreinerei auch mit seinem eigenen vertreten. Er will „SQR“ in Verbindung mit einer kompletten Küche zeigen.

„Wir sind zu dritt mit dem Lkw nach Essen gefahren“, erinnert er sich schmunzelnd. 6300 Produkte waren in der in der Riesenhalle zu sehen. Mit dieser Auszeichnung im Hintergrund will sich der Schreinermeister jetzt bei weiteren Designpreisen bewerben. Der Wettbewerb war außerdem wichtig, um Kontakte zu knüpfen und Publicity zu erhalten. „Wir stehen mit der Auszeichnung auf einer Linie mit den ganz großen Marken und Designstudios“, freut er sich.

„Um einen Fuß in die Tür zu bekommen, hilft der Award weiter“, so Pracht. Ein Auge hat er auf den Grand Tower in Frankfurt geworfen. In Deutschlands größtem Wohnturm sollen 400 sehr exklusive Apartments entstehen. Mit dem Verantwortlichen kam er bereits in Kontakt. 200 Küchen sind noch zu vergeben – „das wäre was“. Ein Square wurde bereits nach München verkauft. „Das ist ein Riesenschritt, dass es dort nun die Möglichkeit zur Besichtigung gibt“, freut sich Pracht. Der Kontakt kam bei der Möbelmesse Köln zustande, wo Pracht mit BODI Interiors mit einem eigenen Stand vertreten war.

Der Red Dot Award: Product Design, der in seinen Ursprüngen bereits seit 1955 besteht, ermittelt die besten Produkte eines jeden Jahres. 2018 reichten Designer und Hersteller aus 59 Nationen mehr als 6300 Objekte zum Wettbewerb ein. Eine rund 40-köpfige Jury bewerte die Produkte individuell und am Original. Die strengen Bewertungskriterien, zu denen unter anderem Innovationsgrad, Funktionalität, formale Qualität, Ergonomie und Langlebigkeit zählen, bilden einen Orientierungsrahmen, den die Juroren entsprechend ihrer Expertise ausfüllen.

Der Red Dot Award ist einer der größten Design-Wettbewerbe der Welt. Die begehrte Auszeichnung „Red Dot“ ist seitdem das international hochgeachtete Siegel für hervorragende Gestaltungsqualität. Das Expertengremium vergibt das international anerkannte Qualitätssiegel lediglich an Produkte, die durch ihre hohe Gestaltungsqualität überzeugen.

 

Feuerwehr Ober-Hainbrunn ist jetzt top ausgestattet

„Das ist ein Quantensprung gegenüber dem bisherigen“, freut sich der stellvertretende Wehrführer Jochen Sauter über das neue Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W), das die Feuerwehr Ober-Hainbrunn jetzt in Dienst genommen hat. „Zwei Generationen weiter als das alte“, ergänzt Kommandant Stefan Hofmann. Der neue Sechssitzer TSF-W mit 1000-Liter-Wassertank, 180 PS, 6,5 (vorher 3,5) Tonnen und Euro-Norm 6 löst das alte TSF mit seinen 28 Jahren auf dem Buckel ab.

2016 wurde die Entscheidung für die Beschaffung getroffen, da Feuerwehrfahrzeuge eigentlich nur 25 Jahre in Betrieb sein sollen. Vor ziemlich genau einem Jahr kam der positive Bescheid vom Land Hessen. Fahrgestell und Kabine werden über das Landesbeschaffungsprogramm finanziert, den Aufbau zahlt die Kommune. Diese Kosten beliefen sich laut Hofmann auf 40.000 Euro. Vom alten Fahrzeug wurde alles, was noch verwendbar war, übernommen: Pumpe, Atemschutz, Schläuche oder Beleuchtungsvorrichtung.

Für etwa 10.000 Euro mussten Gerätschaften neu angeschafft werden. Dazu zählten Stromerzeugungs- oder Druckbelüftungsgerät. Kreis, Kommune und Feuerwehrförderverein sprangen hierfür in die finanzielle Bresche. Der große Wassertank ist für Hofmann ein unschlagbarer Vorteil, da manchmal der Wasserdruck in den Leitungen nicht ausreicht. „Jetzt fahren wir hin, legen den Hebel um und können sofort loslegen“, sagt er.

Neu angeschafft wurde auch ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Es löst den 19 Jahren alten MTW ab, der an die Güttersbacher Feuerwehr weiterverkauft wurde. Zwar ist das MTF nicht niegelnagelneu, „aber wir haben es für einen wirklich guten Preis bekommen“, freut sich Hofmann. Der neunsitzige Wagen wurde komplett aus Vereinsmitteln angeschafft. Außerdem hatte er schon die benötigte rote Farbe, sodass 2000 Euro für eine Umlackierung gespart wurden.

Aus- und Umbau geschahen in Eigenleistung. 180 Stunden leisteten die Brandschützer im gesamten Dezember dafür. Für Material wurden noch einmal 3000 Euro investiert, so Sauter. „Wir sind jetzt top aufgestellt“, ergänzt Hofmann. Also die beste Möglichkeit für Interessierte, den Weg zu den 20 Aktiven der Einsatzabteilung zu finden und die Truppe im kleinen Oberzent-Stadtteil zu verstärken.

Während es den MTW zur Weiternutzung in die nähere Umgebung verschlug, kommt der Käufer des alten TSF aus Berlin. Im Auftrag der Stadt bot man das Fahrzeug übers Internet an. Ein Liebhaber alter Feuerwehr-Vehikel meldete sich aus der Hauptstadt. Er will in den nächsten Tagen in den Odenwald kommen und sich den begehrten fahrbaren Untersatz abholen. Der Erlös geht an die Stadt und wird wieder für Feuerwehrzwecke verwendet.

Info: Die Feuerwehr Ober-Hainbrunn stellt den Bürgern die beiden neuen Fahrzeuge am Samstag, 26. Mai, bei einem kleinen Fest vor.

Zweite Hirschhorner Gitarrennacht mit hochkarätigen Musikern

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen, sagt der Volksmund. Wer eine erste Hirschhorner Gitarrennacht veranstaltet, muss auch (mindestens) eine zweite veranstalten, findet die Kunstpflege Hirschhorn. Am Freitag, 4. Mai, um 21 Uhr ist es also so weit: Im Atelier von Enno Folkerts in der alten Pappenfabrik am Ortseingang von Langenthal werden drei außergewöhnliche Musiker von internationalem Ruf für ein Musikerlebnis der besonderen Art sorgen.

Claus Boesser-Ferrari ist ein „stilprägender deutscher Gitarrist, Komponist und Dozent mit internationaler Reputation“, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Er steht für eine individuelle Klangästhetik, die die Grenzen seines Instruments erweitert. Wer schon einmal das Glück hatte, Heiko Plank aus Kortelshütte zu hören, versteht, warum er in Ungarn als „außergewöhnlicher Gitarrist der Welt“ bezeichnet wurde. Er hat ein eigenständiges Instrument und damit einen völlig eigenen Stil entwickelt.

Konark Reddy ist der „Großmeister“ der indischen Gitarrenszene und unterhält eine eigene Musikschule in Bangalore. Er studierte zunächst klassische westliche Gitarre und Jazz, zusätzlich hindustanische Musik und das indische Saiteninstrument Sarod. In seiner Musik kombiniert er Einflüsse des Jazz, der westlichen Klassik und indische Musikstile. Wie auch bei der ersten Gitarrennacht erhält der Nachwuchs eine Chance. Im Vorprogramm treten die Geschwister Lana und Thea Karapandza von der Musikschule Odenwald auf. Ihr Lehrer ist David Forstman, der 1975 aus Nashville nach Deutschland kam.

International renommierte Künstler – das klingt nach hohen Gagen und entsprechenden Eintrittspreisen. Die Kunstpflege bleibt jedoch dabei: Es wird kein Eintritt erhoben. Das Publikum wird nur gebeten, den Künstlern durch Spenden, deren Höhe jedem überlassen bleibt, wenigstens eine gewisse Gage zukommen zu lassen. Um das zu unterstützen, haben drei Künstler Bilder gestiftet, deren Erlös ebenfalls an die Künstler geht. Diese Bilder können zu sehr günstigen Preisen über die Webseite des Vereins gekauft werden.

Weitere Infos: www.kunstpflege-hirschhorn.de/veranstaltungen.html

„Coversnake“ zelebriert im Hüttenwerk Michelstadt das Wirken von David Coverdale

Der Mann hat den Blues in der Stimme. Wenn Emmo Acar anfängt, mit seiner Band „Coversnake“ einen auf David Coverdale zu machen, dann ist es, als stünde der Deep Purple- und Whitesnake-Sänger selbst auf der Bühne. Mit viel Power, groovend, bluesig, rockig und in den höchsten Tönen nähert sich der Voice-of-Germany-Teilnehmer von 2015 dem Rockshouter ganz, ganz nahe, hat dazu noch die richtigen Bewegungen und das zweideutige Spiel mit dem Mikro-Ständer perfekt darauf.

Wer vor der Zugabe noch gemeint hatte, besser geht nicht mehr, den belehrten zwei weitere Songs von „Coversnake“ eines Besseren. Die Whitesnake-Epigonen hatten bereits zuvor eineinhalb Stunden lang das Wirken von David Coverdale im Hüttenwerk perfekt inszeniert und die größten Perlen aus dessen 45-jähriger Musikgeschichte zelebriert. Da saßen die Töne, gab es krachende Soli, eindrucksvolle Rocker-Posen, 70er-Jahre-Look, klassische 80er-Jahre-Hardrock-Frisuren und lange Haarmähnen zu sehen.

Schon als die ersten Töne von „Mistreated“ als Zugabe erklingen, kennt die Begeisterung keine Grenzen. Acar gibt alles, geht an seine höchsten Ton-Grenzen, kann das ganze Volumen seiner klangvollen Stimme ausschöpfen. Es ist, wie wenn die Zeit vor 44 Jahren stehengeblieben wäre, als das legendäre Deep-Purple-Album „Burn“ mit der Mark III-Besetzung herauskam, auf dem auch dieser Song mit Coverdale am Mikro zu finden ist.

Der Song wird exzessiv in allen Facetten vor den begeisterten Fans ausgebreitet. Nur ein paar mehr hätten ins Hüttenwerk zu dieser perfekten Hommage an eine Rocklegende gepasst. Einer geht danach noch – zum Glück. Wie würden es „Coversnake“ wohl schaffen, nach diesem Klassiker noch einen draufsetzen? Ganz einfach: mit einem der bekanntesten Hardrock-Stücke überhaupt. „Burn“ rockt die Halle kurz vor Mitternacht in einer Form, dass es jetzt auch dem allerletzten in den Gliedern zuckt.

Getreu dem Motto, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, ist danach wirklich Schluss. „Coversnake“ hatte mit „alter“ Musik gezeigt, wie man die Leute hinterm Ofen hervorlockt, mit handgemachten Songs begeistert und mit exzessiver Spielfreude den Klassikern neues Leben einhaucht. Dabei immer mit genug Respekt vor dem Original.

David Coverdale steht natürlich nicht nur für die Deep-Purple-Kracher. Auch mit „Whitesnake“ hat er Musikgeschichte geschrieben. Dankbarerweise konzentriert sich die Coverband mehr auf die frühen Jahre Ende der 70er bis Ende der 80er, als die weiße Schlange noch mehr Bluesrock-orientiert war als später. Der Klassiker „Live in the Heart of the City“, 1980 als Doppel-Album erschienen, bietet ein Stück weit Orientierungsrichtlinie.

„Walking in the Shadow of the Blues“, „Fool for your Loving“ oder „Ready an’ Willing” hat die Coverband daraus im Gepäck. Martin Ulrich an der zweiten Gitarre und Bobby Stöcker spielen sich wie früher Micky Moody und Bernie Marsden die Klänge zu, dass es eine wahre Pracht ist. Jochen Schnur (Bass) und Axel Balke (Keyboards) sind die beiden weiteren Mitstreiter im Hintergrund, die für einen gnadenlos druckvollen Sound sorgen, dass der Dezibelmesser am Mischpult laufend in den dreistelleigen Bereich springt.

„Ain’t no live in the Heart of the City“ in seiner alten, bluesigen Version ist mit dem Stöcker-Solo einfach eine Wucht. Und spätestens als danach die ersten Klänge des wohl bekanntesten Whitesnake-Stücks aus vergangenen Tagen, „Here I go again“, erklingen, gibt es kein Halten mehr. „Cyring in the rain“, „Give me all your love“, „Slide it in“ oder „Still of the Night“ aus der erfolgreichsten Bandphase Mitte der 80er Jahre machen den Sack zu. Stöcker darf einmal mehr zeigen, dass er mit John Sykes das Spiel eines anderen Whitesnake-Gitarristen perfekt drauf hat. Jürgen Lucas knallt dem Saal ein fulminantes Schlagzeug-Solo um die Ohren, das einem Tommy Aldridge aus den mittleren Bandjahren zur Ehre gereichen würde.

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Sunday, April 1, 2018