Finkenbacher Feuerwehr freut sich über viele Neuzugänge

Auf ein ereignisreiches Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr bei ihrer Jahreshauptversammlung zurück. In seinem Bericht über die Aktivitäten der Einsatzabteilung nannte Wehrführer Fabian Sauter 18 Einsätze im Jahr 2017, davon zwei Kaminbrände, zwei Brandsicherheitsdienste und 14 technische Hilfeleistungen. Dazu gehörten Bäume auf der Straße, Ölspuren, Verkehrsunfälle und Wasserrohrbrüche.

31 Einheiten leisteten die Brandschützer bei Übungen und Unterrichten. Das entspricht einer Ausbildungszeit von 1172 Stunden. Aus der Reihe fielen dabei gemeinsame Übungen mit Rothenberg und zum ersten Mal mit Falken-Gesäß sowie ein Unterricht über Wegerechte mit der Polizei und Übungen mit der neuen Wärmebildkamera. Er erwähnte die beiden Anschaffungen, eine Magirus FPN 10-1000 Pumpe durch die Gemeinde Rothenberg und eine Flir K2-Wärmebildkamera, komplett aus Vereinsmitteln finanziert.

„Momentan sind wir 34 aktive Mitglieder“, sagte Sauter, davon 14 Atemschutzgeräteträger. Innerhalb eines Jahres kamen sechs Mitglieder zur Einsatzabteilung hinzu, freute er sich. „Das entspricht einer kompletten Löschstaffel“, betonte er. 62 Prozent der Aktiven sind unter 30 Jahre alt. „Somit sind wir eine junge Wehr“, hob der Kommandant hervor. Neun Jugendfeuerwehrleute zählen die Finkenbacher, weitere drei Personen in der Alters- und Ehrenabteilung.

In Vertretung für Uwe Katzer verließ Alexander Volk den Kassenbericht des Feuerwehrvereins. Für die Kassenprüfer bescheinigte Kevin Jung die einwandfreie Führung der Kassengeschäfte. Auf Antrag wurden Rechner und Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Adrian Kruppa verlas den Kassenbericht für die Jugendwehr. Auch hier bestätigte Jung die Richtigkeit, worauf die einhellige Entlastung folgte.

Tim Egler, Leonie Friedrich und Nicklas Katzer präsentierten den Bericht der Jugendfeuerwehr. Darin fanden sich die vielfältigen Unternehmungen übers Jahr hinweg, so unter anderem Kreisjugendfeuerwehrtag in Rothenberg, Berufsfeuerwehrnacht, Jahresabschlussübung und Südhessenpokal.

Aus seinem ersten Jahr als Vorsitzender des Feuerwehrvereins hatte Jens Schindler eine große Auswahl an Aktivitäten in seinen Vortrag gepackt. Die erste große Herausforderung stand mit der Aufführung des Kikeriki-Theaters in der Oberzenthalle Beerfelden an. „Beide Vorstellungen waren ausverkauft und für uns ein voller Erfolg“, sagte er. Die traditionelle Grillnacht im Mai und das Weinfest im September sind bereits eine feste Bank für den Verein. Nicht nur eigene, sondern auch Feste anderer Wehren und Vereinen wurden besucht, erläuterte Schindler.

Es wurde jedoch nicht gefeiert, sondern auch gearbeitet, schmunzelte der Vorsitzende. Das Erscheinungsbild des Feuerwehrhauses und des Außenbereiches stand im Mittelpunkt der Tätigkeiten. So wurde der Wirtschaftsraum in Eigenregie neu gestrichen. Weiterhin wurde der Hof von Unkraut befreit und die Umrandung des Feuerwehrhauses Richtung Straße mit Rindenmulch erneuert. In der Parkanlage war vor dem Weinfest Großreinemachen angesagt.

Im Oktober startete man die „Löscheimeraktion“, berichtete Schindler. Diese soll mit etwas Ironie darauf hinweisen, dass den Feuerwehren mit der Zeit die Freiwilligen ausgehen – was bedeutet, dass Hilfskräfte in Notsituationen fehlen und die Bürger selbst zum Eimer greifen müssen. Bis dato war die Aktion ein großer Erfolg: Man gewann 35 neue Vereinsmitglieder hinzu.

Zusammen mit dem FC Finkenbachtal hieß es am Ende Dezember zum ersten Mal „Wintergaudi am Tretbecken“. Bei Erbseneintopf, heißen Würstchen, Glühwein, dem Verkaufsschlager heißem Apfelwein sowie Waffeln, Stockbrot und Kinderpunsch für die kleinen Besucher fand ein schönes kleines Fest zwischen den Jahren statt.

Am Samstag, 24. März, hat die Freiwillige Feuerwehr das Theaterduo „Hannes und der Ourewäller Landrat“ in der Hermann-Wilhelm-Halle in Finkenbach zu Gast. Karten hierzu sind bei Mareikes Backshop (Finkenbach), Metzgerei Beisel & Jehle (Rothenberg), Hartmann-Fachmarkt und Papillon (beide Beerfelden) zu erwerben.

Beförderungen:

Nach Erfüllung der erforderlichen Dienstzeit und der erfolgreichen Lehrgangsteilnahme wurden durch Stadtrat Hans-Heinz Keursten und den kommissarischen Stadtbrandinspektor Marco Johe befördert: zu Feuerwehrmann/frau Paul Schmidt, Marcel Jung, Adrian Kruppa, Gina Lilienkamp, zum Oberfeuerwehrmann Patrick Löffler, zum Hauptfeuerwehrmann Christian Heckmann. Übernahmen in die Einsatzabteilung: Paul Bartmann, Felix Kaiser, Paul Schmidt.

Lehrgänge:

Maschinisten Christian Heckmann, Patrick Löffler, Feuerwehr-Sanitäter Christian Heckmann, Thomas Friedrich, Gruppenführer Christian Heckmann, Leiter einer Feuerwehr Fabian Sauter.

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Großer Andrang aufs Bürgermeister-Amt: Schon sechs Kandidaten für den Oberzent-Chefsessel

Der Job in der neuen Stadt muss sehr attraktiv sein. Denn wie sonst lässt es sich erklären, dass (mindestens) sechs Bewerber am 29. April Bürgermeister von Oberzent werden wollen. Am kommenden Montag läuft um 18 Uhr die Bewerbungsfrist ab. Im Gespräch ist derzeit noch ein siebter Kandidat von auswärts, der aber erst jetzt die entsprechenden Formulare abgeholt hat. Somit könnte es knapp werden, die 74 Unterstützer-Unterschriften zusammenzubekommen.

Die jüngste Stadt Deutschlands, flächenmäßig die drittgrößte Hessen, aber nur mit 10.200 Einwohnern, kann mit einigen Pfunden wuchern. Geht es um die Natur, ist es der enorme Waldreichtum im Süden des Odenwaldkreises. Geht es um die Finanzen, steht das Fusionsergebnis aus Rothenberg, Hesseneck, Sensbachtal und Beerfelden glänzend da.

Durch die zusätzlichen Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich, die Teilschulden-Übernahme durchs Land und drei eingesparte Bürgermeister-Gehälter eröffnen sich kommunalpolitische Spielräume, die in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst wurden. Es besteht jedoch auch dringender Handlungsbedarf, damit die ländliche Region im Dreieck zwischen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern mit den Städten mithalten kann.

Kein Wunder, dass sich alle Bewerber mehr oder weniger auf die gleichen Themen fixieren. Ganz vorn steht das Gesundheitszentrum, um die ärztliche Haus- und Facharztversorgung in der Stadt sicherzustellen. Genauso geht es aber auch um den Erhalt der Infrastruktur, die Belebung der Tourismus, den ÖPNV und die Förderung der Wirtschaftskraft. Die Windkraftnutzung sehen praktisch alle sehr kritisch oder lehnen sie gleich in Bausch und Bogen ab.

Von Finkenbach bis zur Gebhardshütte, von Falken-Gesäß bis nach Schöllenbach, von Rothenberg bis nach Unter-Sensbach: Die sechs Kandidaten bilden die gesamte Breite und Länge der neuen Stadt mit ihren 19 Ortsteilen und 165 Quadratkilometern Fläche ab. Sie alle kommen damit aus der Gemarkung von Oberzent. Ein Auswärtiger wagte sich (bisher) nicht in den Kreis der Einheimischen. Das könnte sich kurzfristig jetzt noch ändern.

Unterschiedlich gesät ist die bisherige Verwaltungs- und kommunalpolitische Erfahrung der Kandidaten. Mit dem vorherigen Hessenecker Bürgermeister Thomas Ihrig hob die SPD einen sehr erfahrenen Verwaltungsmann auf den Schild, der zuvor 24 Jahre lang die Geschicke in der damals kleinsten selbständigen Gemeinde Hessens lenkte. Der 52-jährige Ihrig ist mit Sicherheit ein politisches Schwergewicht auf der Bewerber-Bühne.

In dieser Hinsicht dürfte ihm am ehesten Christian Kehrer Paroli bieten können. Der Finkenbacher tritt als unabhängiger und parteiloser Kandidat an. Seine späte Kandidatur, die er erst vor wenigen Tagen bekannt gab, wirbelte das bisherige Fünfer-Feld kräftig auf. Denn der 42-jährige Kehrer ist als vorheriger Leiter des Kommunalservice Oberzent und des Fusionsprojekts sowie jetziger Chef der Stabsstelle im Rathaus bestens mit der Materie in allen vier ehemaligen Orten vertraut.

Für die Grünen tritt Thomas Väth aus dem Weiler Gebhardshütte an. Der 52-jährige Sprecher des Stadtverbands Oberzent kommt aus der freien Wirtschaft und betreibt gemeinsam mit seiner Frau die Schaaf & Väth OHG, die sich mit der Herstellung von „Flowerpads“ beschäftigt. FDP-Kandidat Andreas Krauch leitet den Falkenhof in Falken-Gesäß. Der jetzige FDP-Stadtverordnete hat bereits Wahlkampf-Erfahrung: Der 59-jährige kandidierte vor einigen Jahren schon einmal in Beerfelden, damals gegen Gottfried Görig.

Ebenfalls im städtischen Übergangsparlament sitzt Claus Weyrauch. Der Rothenberger geht für die ÜWO ins Rennen und war zuvor als Mitglied der WGR seit 2016 im Parlament des Höhendorfs. Als Mittelstandsberater hat der 50-Jährige unter anderem einen genauen fachmännischen Blick auf Tourismus und Wirtschaft. Oliver von Falkenburg arbeitet bei der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Bergstraße. Der 32-jährige gebürtige Niederbayer, wohnhaft in Unter-Sensbach, geht für die CDU ins Rennen.

Die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl in Oberzent endet am Montag, 19. Februar, 18 Uhr. Bis dahin müssen die Unterlagen im Rathaus bei Wahlleiter Helmut Ulrich abgegeben sein. Der Urnengang findet am Sonntag, 29. April, parallel mit der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung und zu den Ortsbeiräten statt.

Hainbrunner Narren lassen es beim Rosenmontagsumzug krachen

Trockenes Wetter, noch erträgliche Temperaturen um den Gefrierpunkt und 32 ideenreiche Zugnummern bescherten der Narrhalla Ober-Hainbrunn wieder einen Riesenansturm zu ihrem Nachtumzug. Besonders am Moderationsstopp kurz vor der Abzweigung zur Sporthalle herrschte großer Betrieb, da die Narren dort auch eine Verpflegungsstation aufgebaut hatten. Dort hatte sich auch die Guggemusik Wiesenbach platziert und beschallte die Gäste. Der 14. Rosenmontagsabendumzug im 35. Jahr der Narrhalla wurde an allen Ecken und Enden mit einem lautstarken Helau begrüßt.

32 Fußgruppen, Garden und Motivwagen zogen vom Alten Schulhaus aus über die gesperrte Landesstraße durch den Ort. Danach stieg in der Sporthalle die große Piraten-Party im Trockenen und Warmen. Die meisten Zuschauer versammelten sich rund um den Dorfbrunnen an der Abzweigung zum Himmelreichweg, wo sie die Feuerwehr mit Speisen und wärmenden Getränken versorgte. Zugmoderator Wilfried Friedrich kündigte dort auch in seiner ganz eigenen Art die jeweiligen Gruppen und Zugnummern an. Feuerwehr und DRK umrahmten den Narrenwurm.

Die Gäste sparten nicht mit aufmunternden Fastnachts-Rufen für die über 250 Aktiven, ähnlich viele wie im vergangenen Jahr. Erste Auflage des Umzugs war bereits im Jahr 2005 anlässlich des 22. SV-Jubiläums. Eine feste Größe ist inzwischen schon die Guggemusik des Fanfarenzugs Wiesenbach. Für die war nach dem Umzug noch nach lange nicht Schluss. In der Sporthalle spielten die Musiker kräftig auf und heizten den Narren ein.

Danach waren beim Umzug die Veranstalter vom SV dran, die mehr als die Hälfte der Gruppen stellten. So etwa Dancing Starlets, Minigarde, Next Generation, Happy Feet, SV-Funken,  „Bembelsänger“ mit „Narren, Gaukler, Mummenschanz“ oder „Rhythm Attack“ mit der Tour nach Las Vegas. Die Dorf- und Jungspatzen zwitscherten im „Spatzencamp“ gerne einen und machten das Dorf unsicher, „No Limits“ kannten keine Fastnachts-Grenzen, die „Crazy Girls“ schickten die Götter zur Hainbrunner Fastnacht, das Männerballett unternahm einen Ausflug nach Malle.

Tanzfieber-Garde, Tanzquartett, das Oberzent-Prinzenpaar Trudi und Jupp sowie Funkenmariechen Kim Weyrauch beschlossen die große Demonstration fastnachtlicher Macht aus dem Oberzent-Ortsteil. Die „Hainbrunner Kerwemaries“ als Smileys hatten immer ein Lächeln im Gesicht. Aus Hirschhorn war das Lachsbachperlen-Kinderprinzenpaar Coralie I. und Kian I mit Funkenmariechen Yaren dabei.

Dicke Luft herrschte beim Äppelwoiteam Heddesbach, das im 11-Jahre-Jubiläumswagen mit heißer Musik und tanzwütigen Insassen Hainbrunn zum Beben brachte. Die „Wilde 13“ aus Brombach ließ allerlei Schneemänner aufmarschieren. Auch die Sensbachtaler Fastnachtsfreunde von TSV und MGV waren mit Elferrat und Garden auf Tour. Der Wohnwagen Rothenberg hatte mal wieder einen Hingucker gebaut. „Harry Potter und die Heiligtümer der Oberzent“ hieß es in „Hagrids Hütte“.

Die Hirschhorner Ritter waren mit Prinzengarde und dem aktuellen Prinzenpaar Sandra I. und Manuel I. vertreten. Auch die Fastnachtsfreunde Kortelshütte mit ihrem „Fünfer-Rat“ waren wie die Neckargemünder Karnevalisten mit Stadtprinzessin Dania I. aktiv. Alle zusammen liefen sie dann in die Sporthalle ein. Einlaufen war dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die Party stand ganz unter dem Motto „Piraten“. Das Aufbauteam des SV Narrhalla hatte ganze Arbeit geleistet. Vor Anker gegangen war ein kompletter Dreimaster, der im Vorfeld von den SV-Mitgliedern aus 30 Paletten zusammengebaut worden war. Länge, wie sollte es anders sein: 11,11 Meter.

In der Bartheke der Black Pearl standen verführerische Piratinnen, vereinzelte Piraten und andere Schreckgestalten bereit, um mit karibischen Cocktails, aber auch fastnachtlichen Standardgetränken den Durst der Narren zu stillen. Auf Deck, pardon der Bühne, gab es etliche Sitzgelegenheiten – und auch gleich eine massive Reling, damit die Narren nicht in die Tiefe stürzen konnten.

Mehr Bilder hier:

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/02/13/hainbrunner-narren-lassen-es-beim-rosenmontagsumzug-krachen/SV Narrhalla HainbrunnNarrhalla Hainbrunn

Posted by Thomas Wilken on Tuesday, February 13, 2018

AC/ID ist pures TNT für die AC/DC-Fans: Die Coverband rockt das Michelstädter Hüttenwerk

Warum für ein Konzert mit der australischen Supergruppe einen Haufen Geld ausgeben, wenn es AC/ID mit „Keule“ gibt? Die AC/DC-Coverband rockt im Hüttenwerk den proppenvollen Saal – quasi authentisch für einen Bruchteil des Eintrittspreises. Mit geschlossenen Augen stehen da die Hardrocker in vollem Saft auf der Bühne, brettert Angus Young die Gitarren-Riffs in die Menge, dass es eine wahre Pracht ist. Neben ihm röhrt Brian Johnson oder bei einigen Songs wahlweise der schon verstorbene Bon Scott die alten Hits ins Mikro.

Im Gepäck hat die Coverband vor allem die ganz alten Kracher Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre, als AC/DC einen Hit nach dem anderen produzierte, zeitlose Hits schuf, die auch heute im Radio noch hoch und runter laufen. Wie ein roter Faden zieht sich die LP „Powerage“ durch den Abend, die in diesem Jahr 40. Veröffentlichungs-Jubiläum feiert. Die Wahl des Faschingssamstags als Termin war goldrichtig, weil so viele Fastnachtsmuffel so richtig abrocken konnten.

Ein Blick ins Publikum zeigte, dass AC/DC zeitlose Musik macht. Die in Ehren ergrauten Fans, die von der ersten Stunde an dabei waren, standen neben den „Youngsters“, die erst in den vergangenen Jahren mit den Klassikern wie „T.N.T.“, „Hells Bells“ oder „Highway to Hell“ in Kontakt kamen. Die Band ist ebenso zeitlos wie die Songs. Auch wenn mal der eine oder andere Musiker schwächelt oder – R.I.P. Malcolm Young und Bon Scott – Männer der ersten Stunde sterben, AC/DC lebt weiter.

Den fünf „alten Jungs“ auf der Bühne merkt man musikalisch in keinster Weise an, dass an Lebensjahren gar kein so großer Unterschied zu den Vorbildern ist. Je doller, desto doller, könnte man in Bezug auf die Spielfreude sagen. Kein Weg ist auf der Bühne für Ralf „Angus“ Keßler zu weit, der den legendären AC/DC-Saitenhexer in Grimassen, erratischen Bewegungen und Spiel perfekt imitiert.

Sänger Christian „Keule“ Hass ist der zweite Fixpunkt auf der Bühne. Er gleicht optisch fast 1:1 Brian Johnson, der 1980 das Mikro vom verstorbenen Bon Scott übernahm und trotz des Axl-Rose-Intermezzos 2016 weiterhin von den Fans als „der“ Shouter verehrt wird. Keule schreit sich die Seele aus dem Leib, zelebriert die einzelnen Songs, hat immer eine spaßige Zwischenmoderation parat. Die Rhythmusgruppe mit Ekki Bock (Gitarre), Stefan Schiemer (Bass) und Jens Gellner (Drums) sorgt für den krachenden, treibenden, knalligen Backgrund-Sound, immer auf den Punkt gespielt

„Live Wire“, „Dirty Deeds“ oder „Walk all over you“ sind solche Kracher, die schon zu Beginn des Konzerts dafür sorgen, dass die Besucher voll mitgehen. Wie die Musiker wuchsen sie in der Zeit mehr in die Breite als in die Höhe, die Haare wurden lichter, die Bewegungen etwas eckiger. Wenn aber ein „Touch too much“ aus den Boxen dröhnt, mit „Back in Black“ der gleichnamige Albumtitel von 1980 angestimmt wird, gibt es kein Halten mehr. Die gehen die Arme hoch, die Kilos werden in Bewegung gesetzt, die Songs lautstark mitgesungen.

Die fünf Musiker leben ihre Songs, spielen sie voll aus, geben alles. Da sitzen die fetzigen Riffs bis auf den Punkt, dass es die Originale auch nicht besser hätten machen können. Nach der Pause setzt die Band noch einen drauf. Voller Sound mit zwei Gitarren, eine Reibeisenstimme, die das Original vergessen lässt, wummernde Drums, dazu noch das Glockengeläut aus der Hölle zu Beginn: „Hells Bells“ versetzt die Meute in Ekstase.

„The Jack“, „Thunderstruck“ oder „You shook me all night long“ werden lauthals mitgesungen. Bei „TNT“ darf das obligatorische „Hoi, hoi, hoi“ nicht fehlen, und über den „Highway to hell“ mit den Teufelshörner bei Ralf-Angus muss man sowieso keine Worte mehr verlieren. Dass nach „Whole lotta Rosie“, bei dem sich die Band nochmal in einen wahren Rausch mit fetzigen, krachenden Gitarrensoli spielt, nicht wirklich Schluss sein würde, war eigentlich jedem klar. Es ging 40 Jahre zurück in der Zeit zu „Up to my neck“. „If you want blood“ und „Let there be Rock“ warfen einen knalligen und fetzigen Blick in die Anfangszeit der Rocker. Und dann kommt es doch – das Ende.

Mehr Bilder hier:

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Sunday, February 11, 2018

Ganz schön dolle Hinterbacher sind im HR-Fernsehen

Besser hätte der hessische Rundfunk den Zeitpunkt nicht abpassen können. Kaum ist Hinterbach eine „richtige“ Ortschaft mit eigenem Ortsschild, da wurde sie vom Sender auch gleich aus der Lostrommel zur Vorstellung als „Dolles Dorf“ gezogen. Danach musste alles ganz schnell gehen. Schon zwei Stunden später war das vierköpfige HR-Team in einem der südlichsten Flecken Hessens angekommen und begann damit, den kommenden Drehtag mitsamt Hinterbacher Highlights vorzubereiten.

Wenn eine Ortschaft in der Donnerstags-Hessenschau gezogen wird, muss es immer ganz schnell gehen. Gut 900 Karten sind im Studio auf zwei Plexiglastrommeln verteilt. Immer abwechselnd in Frankfurt und Kassel werden diese neu gemischt. Auf jedem Los ist ein hessisches Dorf verzeichnet, das unter 2000 Einwohner hat. Stichdatum ist ein Zeitpunkt vor der Gebietsreform.

„In der Edelquelle ist das ganze Dorf zusammengekommen“, lachte Reporterin Nora Enns. Denn dort wurden die Pläne für die Rundfahrt geschmiedet. In der Hinterbach läuft so etwas noch über die traditionellen Kommunikationskanäle und nicht über WhatsApp-Gruppen, denn das Dorf liegt in Sachen Internet und Funknetz im Tal der Ahnungslosen. „Bestimmt gab es die Info mit der Ortsschelle“, grinste Kameramann Markus Bär.

Was der Oberzent-Ortsteil nach der Aufwertung vom grünen zum gelben Ortsschild alles zu bieten hat, vermittelte die gesammelte Bürgerschaft den Reporter-Team. Beleuchter Bernhard Martin und Ton-Mann Ralph Ganswindt waren ebenfalls an Bord, als zunächst die Odenwald-Quelle im Mittelpunkt stand. Sie wird natürlich mit dem Wasser gespeist, das aus dem hinteren Tal mit Hinterbach und Olfen kommt.

Ein privater Gnadenhof für Tiere war die nächste Station. Schafe, Esel, Pferde und Galloway-Rinder weiden idyllisch im grünen Tal und dürfen dort ihr Lebensende in einer schönen Umgebung verbringen. Ein Oldtimer von Peter Kwiadkista kutschierte das Team mitsamt Begleitung in ihren neumodischen Karossen zu anderen Bereichen des Dorfs. Der Mercedes Cabrio S 170 A aus dem Jahr 1949 sorgte für einiges Aufsehen an der Durchgangsstraße.

Alle zwei Jahre lässt das Köhlerteam ein altes Handwerk aus dem Odenwald wieder lebendig werden. Die Hinterbacher Köhlertage ziehen an ihren zehn Tagen Besucher aus den beiden Metropolregionen in den südlichsten Zipfel des Odenwaldkreises. Eine eingeschworene Truppe kommt in dieser Zeit praktisch nicht zum Schlafen, berichtete Susanne Blum, die zusammen mit Chef-Köhler Thomas Frisch den HR-Team gerne Auskunft gab. Die Gaudi ist riesig, das Interesse auch. Die Gastfreundschaft der Hinterbacher mit urig-traditionellen Speisen ist legendär.

Das Kneippbecken am Parkplatz gleich nebenan hat zwar keine so lange Tradition, kann aber ebenfalls schon auf ein paar Jahrzehnte zurückblicken. Kälter als die Außentemperaturen war das Wasser auch nicht, weshalb sich Thomas Frisch (Nomen est omen) und Rainer Händel zu Demonstrationszwecken überreden ließen, Schuhe und Socken ausziehen, die Hosen hochzukrempeln und ein paar Runden zu laufen. Der Respekt der Zaungäste war ihnen gewiss.

Der letzte Widder des Odenwalds musste natürlich auch Erwähnung finden. Dabei handelt sich aber nicht um einen Hinterbacher wolligen Vierbeiner, sondern eine mit Wasserdruck und zwei Ventilen arbeitende hydraulische Pumpe. Diese wurde 1923 angelegt, um Quellwasser von einer Wiese in den höher gelegenen Hof zu pumpen. Der Widder wurde inzwischen als Kulturdenkmal in die Denkmaltopographie des Odenwaldkreises aufgenommen.

Abschluss der Tour durch den Ort war am neuen Ortsschild. Dort gesellte sich auch Oberzent-Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann zur Gruppe. Symbolisch wurde noch einmal das alte Weiler-Schild ab- und das neue Ortsschild aufgehängt. Mit der Umfirmierung ging ein jahrzehntelanger Wunsch der Ortsbevölkerung in Erfüllung, die auf die gleichen Rechte wie andere kleine Dörfer in der Umgebung pochte.

 

Info: Das Video zum „Dollen Dorf“ Hinterbach kann unter http://www.hessenschau.de/tv-sendung/video-54356.html angeschaut werden

Der Finkenbacher Christian Kehrer will am 29. April Bürgermeister in Oberzent werden

Kurz vor knapp wirft noch ein aussichtsreicher Kandidat seinen Hut in den Ring des Bürgermeister-Wahlkampfs. Christian Kehrer will Rathaus-Chef in Oberzent werden. Der 42-Jährige tritt als unabhängiger Kandidat an. Die notwendigen 74 Unterstützer-Unterschriften bekam er rasend schnell zusammen. „Inzwischen sind es weit über 100“, freut sich der Finkenbacher. Seit 2008 Leiter des Kommunalservice Oberzent (KSO) und seit 2016 Projektleiter für die Fusion im südlichen Odenwaldkreis, kennt Kehrer, quasi „Geburtshelfer“ für die neue Stadt, diese und ihre Strukturen aus dem Effeff.

Die Resonanz auf seine Kandidatur hat den Finkenbacher schwer beeindruckt. Seitdem er seine Entscheidung öffentlich machte, gab es Zuspruch von vielen Seiten und aus den verschiedenen Stadtteilen. „Ich bin im Beerfelden vor dem Rewe angesprochen worden“, freut sich Kehrer. Als er bei der Sensbacher Feuerwehr im Bürgerhaus zu Gast war, kamen aus dem anderen Raum ein paar Mitglieder des Schützenvereins vorbei und fragten, ob er noch Unterschriften brauche. Dazu gab es viele Zuschriften auf Facebook oder WhatsApp.

„Das zeigt mir, dass meine Entscheidung richtig war“, sagt der 42-Jährige. Denn leicht tat er sich damit nicht. Bereits im Oktober, als sich das Kandidaten-Karussell zu drehen begann, machte er sich die ersten Gedanken. „Ich habe lange hin und her überlegt, wie ich der Stadt am sinnvollsten helfen kann“, erläutert Kehrer. Denn die neue, fusionierte Stadt nach vorn zu bringen, ist kein Zuckerschlecken. Viele Ansätze sind da, vieles in die Wege geleitet, jetzt geht es in den kommenden Jahren um die Ausgestaltung.

Der Stabsstellen-Leiter geht als parteiloser und unabhängiger Kandidat ins Rennen, um Neutralität an der Stadtspitze zu gewährleisten, betont er. „Ich komme mit jeder Partei oder Wählervereinigung in Oberzent gut aus“, hebt Kehrer hervor. „Mir geht es um die Sache und nicht um die Parteipolitik.“ Nicht nur aus der ehemaligen Gemeinde Rothenberg, sondern auch aus dem ehemaligen Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck habe ihn die Rückmeldung erreicht: „Jetzt wissen wir, wen wir wählen können“, schmunzelt er.

Die neue Stadt hat seinen Worten zufolge neben ein paar Schwächen aber „jede Menge Stärken“. Diese müsse man allerdings transparenter machen und besser herausstellen. Allein die 125 Vereine und renommierte Firmen sind laut Kehrer eine feste Bank. Dem ehrenamtlichen Engagement will er große Aufmerksamkeit schenken. „Durch die Vereine pulsiert das Leben in den einzelnen Orten“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Den mit der Fusion eingeschlagenen Weg erfolgreich weiter zu beschreiten, „wird nach wie vor ein großer Kraftakt sein“, sagt Kehrer. Er will ihn kontinuierlich weitergehen, macht aber auch klar, „dass man nicht von jetzt auf nachher den Schalter umlegen kann und alles ist super“. Was in den vergangenen Jahren liegengeblieben sei, „kann man nicht innerhalb eines Monats aufarbeiten“. Ihm geht es darum, die Fusions-Euphorie mitzunehmen und zu kanalisieren, andererseits aber auch „realistisch zu bleiben“.

Die wirtschaftliche Weiterentwicklung („nur mit Attraktivitätssteigerung kommt Zuzug“), Tourismus, ÖPNV, Verwaltungsmodernisierung, Erhalt der Infrastruktur („die Kernstadt Beerfelden braucht eine Revitalisierung“), Kindertagesstätten und Ärztehaus („zwingend notwendig, da Marktversagen“) nennt Kehrer als Schlagworte für die kommende Zeit. „Wir sind auf einem guten Weg und müssen weiter dran bleiben“, fordert der Stabsstellen-Mitarbeiter. Die Kinderzahlen in Oberzent gehen seinen Worten zufolge nach oben, was er positives Signal wertet.

Zur Windkraft sagt Kehrer lapidar: „Jetzt ist auch mal gut.“ Die Bürger zahlten die Zeche für ein nicht ausgegorenes Konzept. Der Bürgermeister-Kandidat beschreibt seine Stärken in der beruflichen Erfahrung sowohl in der freien Wirtschaft als auch in der Kommunalverwaltung. Durch die Mitarbeit in den Fusionsvorbereitungen „kenne ich die vier Gemeinden durch und durch“.

Der 42-jährige Christian Kehrer ist ein waschechter Finkenbacher. Nach einem kurzen Fußball-C-Jugend-Abstecher hielt er fast 30 Jahre der Feuerwehr die Treue, bis er wegen des Arbeitsaufwands rund um die Oberzent-Fusion seine ehrenamtliche Betätigung zurückfahren musste. 1999 bis 2005 war Kehrer Kreisjugendfeuerwehrwart, 2005 bis 2015 Rothenberger Gemeindebrandinspektor. Von 2000 bis 2004 saß er als Parteiloser auf dem SPD-Ticket im Kreistag, leitete zwei Jahre den Kreisjugendring. Nach seinem Realschulabschluss an der Oberzent-Schule war Christian Kehrer von 1992 bis 2001 als Steuerfachangestellter in der freien Wirtschaft tätig. 2001 wechselte er als Kassenverwalter nach Rothenberg, 2008 als Verwaltungsleiter zum KSO, den er in den Folgejahren mit aufbaute. 2016 wurde der 42-Jährige Projektleiter für die Fusion, seit Januar leitet er die beim Bürgermeister angesiedelte Stabsstelle der Stadt.

(Stolper-)Steine schrubben gegen das Vergessen: Beerfeldener Oberzent-Schüler engagieren sich

„Stolpersteine reinigen – wider das Vergessen“ hatte die Oberzent-Schule ihre Aktion genannt, mit der der jüdischen Bevölkerung der Stadt am Berge gedacht werden sollte. Gleichzeitig ging es um die Erinnerung an die Verlegung der Stolpersteine im Jahr 2012 durch Gunter Demnig – 70 Jahre nach der Deportation der letzten Beerfelder Juden im Jahr 1942. Die Botschaft dahinter: „Das darf nie wieder passieren und auch nicht in Vergessenheit geraten.“

In den ersten beiden Schulstunden bereiteten sich die Sechstklässler mit verschiedenen Informationen auf das Thema vor. Da ging es um einen persönlichen Bezug durch Erinnerungen, das Interesse an der Thematik oder auch die heutige Ausgrenzung von bestimmten Menschengruppen. Anhand von Bildern bekamen die Schüler einen Eindruck von dem, was in den vergangenen Jahren unternommen wurde.

Durch einen Stadtplan aus dem Jahr 1905 ließ sich nachvollziehen, in welchen Häusern damals Juden wohnten. Auch wurde ein Bild der zerstörten Synagoge gezeigt, wo 2008 eine Gedenktafel angebracht worden war. Erwähnt wurde außerdem die Stolpersteinverlegung für Herbert Creutzburg im Juni 2016. Der war in den letzten Kriegstagen als „Fahnenflüchtiger“ von Nazi-Schergen auf dem Marktplatz gehängt worden.

Thematisiert wurde in den beiden Schulstunden daneben das Buch von Dirk Strohmenger, „Nationalsozialismus im Erbacher Landkreis“. Dort wird ebenfalls auf die Hinrichtung Creutzburgs eingegangen. Von besonderer Eindringlichkeit war ein Video mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Franz Ulm, der als einfacher Soldat damals verantwortlich dafür war, dass der Verurteilte nicht in seiner Zelle Selbstmord beging. Auch die beiden Zeitzeuginnen Dr. Elisabeth Kellner und Hilde Bormuth kamen zu Wort.

Kellner, bei Kriegsantritt knapp 15 Jahre alt, schilderte ihre Eindrücke der damaligen Zeit. „Die Diktatur kam auf leisen Sohlen“, betonte sie. Persönliche Freiheiten seien meist in kleinen Schritten eingeschränkt worden. „Zuerst brannten die Bücher unliebsamer Autoren, dann die Synagogen und zuletzt die Menschen“, fasste sie in drastischen Worten die schleichende Entwicklung des Terrors zusammen.

Beim Gedenkgang der Klasse 6c hatten die 21 Schüler rote Rosen dabei. Diese wurden nach dem Sauberwischen der 19 im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine an diesen abgelegt. Außerdem zündeten die Jugendlichen an der ehemaligen Synagoge ein ewiges Licht an und stellten es auf – „wider das Vergessen“.

Ellen Ihrig, die elf Jahre in Israel lebte, informierte die Schüler über den Umgang der Juden mit dem Gedenken an den Holocaust. Dieser sei trotz Hightech und modernem Lebensstil noch immer sehr präsent. Heute lebten in Israel  noch etwa 200.000 Menschen, die die Nazizeit überlebten. Viele von ihnen „wurden wie unsere Beerfelder Juden in Konzentrationslager verschleppt, gequält, mussten schwer arbeiten und bekamen kaum etwas zu essen“, erzählte sie.

In Jerusalem gibt es einen Berg, der Berg des Gedenkens heißt, erläuterte Ellen Ihrig. Dort wurde ein Museum mit dem Namen Yad Va Shem errichtet. Sein Ziel sei es, den vielen namenlosen Opfern wieder einen Namen zu geben und sich an sie zu erinnern, ihnen ein Denkmal zu setzen, damit sie nicht vergessen werden. Eines der vielen Denkmäler sei den 1,5 Millionen von Nazis ermordeten Kindern gewidmet. Darunter war laut Ihrig auch die elf 11 Jahre alte Hilde Reinheimer aus Beerfelden. Auch die ehemalige jüdische Gemeinde der Stadt findet man im „Tal der Gemeinden“, einem weiteren Teil des Museums.

Vor der evangelischen Kirche informierte Schulleiter Bernd Siefert über das Schicksal Creutzburgs und zeichnete dessen Lebensgeschichte nach. In der Kirche gab es im Anschluss Musikstücke von Lea Siefert (Klavier) und Leonie Braun (Altflöte) zu hören. Pfarrer Roger Frohmuth sprach Gedenkworte, bevor gemeinsam das Vater Unser gebetet wurde.