Werbung: Kulinarische Herbst-Highlights im Rothenberger „Hirsch“

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Der Herbst verspricht im Rothenberger Hotel „Hirsch“ einige spezielle kulinarische Erlebnisse. Los geht’s mit des „Hirschwirts Gockelkerwe“ am Freitag, 29. September. Dann werden ab 18 Uhr knusprige Hähnchen nach eigenen Rezepten gewürzt und zubereitet. Wie auch im vergangenen Jahr ist gute Stimmung bis spät in die Nacht beim Maßkrug stemmen und Nagelbock nageln vorprogrammiert. Frisch gezapftes Dachsenfranz-Fest-Bier rundet das Angebot nach dem Anstich um 18.30 Uhr ab.

Dieses Jahr findet samstags die traditionelle Kerwe-Ausgrabung und Taufe statt. Dazu gibt es eine Planwagenfahrt ab dem Metzkeil für alle, die gerne dabei wären, ab 15.30 Uhr. Nach der Taufe zieht die Kerwegemeinde dann durch Rothenberg. Auch sonntags geht das bunte Treiben weiter.

Neuer „Spareribs all you can eat“-Termin ist Samstag, 21. Oktober. Beginn ist dieses Mal um 18.30 Uhr. Zu den Spareribs werden Ofenkartoffeln mit Sour Cream, Maiskolben und BBQ-Soße gereicht. Es heißt dann „futtern bis die Hose kracht“. Hinter dem Begriff „Pimp your Ribs“ verbirgt sich eine kleine Zusatz-Speisekarte. Über diese können gegen Aufpreis weitere Beilagen nach eigenem Geschmack dazu bestellt werden. „Gesmoked“ wird bei jedem Wetter.

Weihnachtsfeiern lassen sich ebenfalls bestens im „Hirsch“ durchführen. Gemeinsam mit den Gästen setzt das Team deren Wünsche um und plant die Wunschfeier. Für die kulinarische Gestaltung, das Rahmenprogramm und den Ablauf gibt es viele Ideen. Je nach Art der Veranstaltung entscheiden die Gäste über die Räumlichkeiten. Der Hirschwirt bietet viel Platz: uriger Weinkeller mit begehbarer Weinkarte, Bankettsaal, Kaminzimmer, Buffet unterm Sternenhimmel, Restaurant, Tagungsräume… Für Feiern werden exklusive Übernachtungspauschalen in 32 individuell eingerichteten Themenzimmern angeboten.

Gerne bietet der Hirsch auch BBQ-Smoker-Caterings für private Feiern, Geburtstage, Jubiläum und Firmenfeiern an. Auf Anfrage wird ein „rauchiges“ Buffet aus dem Smoker zusammengestellt. Oder wird in der kälteren Jahreszeit ein klassisches Buffet mit Glühwein-Empfang im Wintergarten am Brunnen und Feier im festlich geschmückten Kaminzimmer oder urigen Weinkeller komponiert. Nicht nur für Weihnachtsfeiern kann der XXL-Smoker gebucht werden, auch für Hochzeiten, Jubiläen, Firmen- und Familienfeiern oder Geburtstage. Catering ist möglich mit dem XXL-Smoker „Emma“ zuhause oder im Hirschwirt Rothenberg.

Info: Reservierung jeweils erforderlich per E-Mail hirsch@hirsch-hotel.de oder telefonisch unter 06275-91300, http://www.hirsch-hotel.de.

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Tanznachmittag für alle Sinne im Hirschhorner Kloster

„Zeitlose Freude – ein Tanznachmittag für alle Sinne“ hieß es vor kurzem beim katholischen Erwachsenenbildungskreis. Meditative Tänze in ökumenischer Runde fanden im Kloster Hirschhorn statt. In diesem schönen Ambiente konnten zwölf Frauen aus Brombach, Eberbach, Heddesbach, Hirschhorn, Neckarsteinach und Schönau unter Anleitung von Marlis Flachs, Hirschhorn, bei meditativer und auch spritziger Musik Tänze sowohl aus Deutschland als auch aus Afrika, Irland, Israel und Südamerika ausprobieren.

Für einige war dies etwas anstrengend, für andere wiederum entspannend und einfach Freude pur. Alle genossen aber auch sehr den Gesprächsaustausch in der Pause bei Kaffee und von den Veranstalterinnen selbstgebackenem leckeren Kuchen. Für die Referentin gab es als Dank für die schönen Stunden beim Abschied viel Applaus und ein Blumengebinde.

Aus kleinen Anfängen wurde in Ober-Hainbrunn ein großes Schlepper- und Oldtimertreffen

„Mit einem kleinen Eicher hat alles angefangen“, erinnert sich Wilfried Friedrich. Den Traktor bekam der MGV-Vorsitzende vor zehn Jahren zu seinem 50. Geburtstag geschenkt. Damals ließ er sich bestimmt nicht träumen, dass daraus ein großes Schlepper- und Oldtimertreffen werden würde, das inzwischen jedes Jahr 200 alte Vehikel mitsamt Eigentümern in den kleinen Odenwaldort im Süden des Kreises führt. Wie auch heuer wieder zur Freude des MGV – zum zehnten Mal.

Die Sänger als Veranstalter werden bei herrlichem Wetter „förmlich überrannt“, wie sich Friedrich etwas heiser freut – denn gleichzeitig steigt die Hainbrunner Kerwe. Es sind ja nicht nur die Fahrer mit ihren liebevoll gepflegten Karossen, die den kleinen Rothenberger Ortsteil bevölkern. Es kommt noch einmal eine Vielzahl von Gästen obendrauf, die die Gastfreundschaft der Sänger und das bekannte gute gastronomische Angebot Open-Air genießen. Der MGV-Chef zählt mehr Teilnehmer als 2015 und 2016. Schon damals freute man sich über einen Riesen-Andrang.

Am Vorabend wurde bereits die Kerwe, in deren Rahmen auch das Schleppertreffen stattfindet, eingeläutet. Nun entwickelten sich viele Benzingespräche rund um die Vehikel mit mehreren Jahrzehnten auf dem Buckel, die von ihren Eigentümern so hergerichtet werden, dass sie als neu durchgehen könnten. Friedrich, der die Fahrzeuge an der Einfahrt zum Platz in Empfang nimmt, kommt aus dem Schwärmen kaum mehr heraus.

Mit dem Eicher im Gepäck „kam spontan die Idee auf, doch ein Schleppertreffen zu veranstalten“, erzählt er. Gesagt, getan. Mit 70 Fahrzeugen startete man und verzeichnete Jahr für Jahr eine Steigerung. Dieses Jahr wurde noch eine zusätzliche Wiese angemietet, um dort Allradfahrzeuge unterzubringen. Besucher und Eigentümer kommen dabei längst nicht mehr aus der näheren Umgebung. Offenbach, Darmstadt, Miltenberg oder Aschaffenburg lauten neben Mosbach, Heppenheim und Heidelberg die Herkunftsorte und –kreise.

Aus Schlierbach bei Fürth kam einer mit seinem Schlepper über die Odenwaldhügel getuckert, ebenso ein Traktorbesitzer aus Mühlhausen über die Kraichgau-Erhebungen. Die Schlepperfreunde Allemühl aus dem kleinen Odenwald sind schon von Anfang an dabei. Erich Martin aus Schwanheim fuhr mit seinem neu restaurierten Hanomag vor. Ein herrliches altes BMW-Cabrio stammt aus Kreidach bei Wald-Michelbach – der Besitzer nennt vier davon sein Eigen. Ein Deutz-Bulldog bekam einen neuen Frontlader verpasst. Wie überhaupt die Fahrzeuge „Jahr für Jahr veredelt werden“, wie Friedrich beobachtet.

Die badischen Brombacher aus der direkten Nachbarschaft sind ebenfalls immer stark vertreten. Acht Gefährte stellen sie diesmal. Dennis Weber und sein Team kümmern sich um die Einweisung. Unter Anleitung von Fritz Heinzmann fand ein Kohleschaufel-Tennisturnier statt. Der Ball, den der Auspuff eines Lanz ausspuckt, muss mit der Schaufel zum anderen geschlagen werden. Eine große Gaudi, freute sich Friedrich.

Hanomag, Deutz, Lanz, Eicher, IHC, McCormick, Porsche, Allgaier, MAN oder Normag: Die Namen der alten, manchmal schon „ausgestorbenen“ Marken schwirren nur so durch die Luft auf dem Hainbrunner Festplatz. Da werden so manche Erinnerungen wach: „Gugge mol, so äna hot da Vadda ghabt“, heißt es von einer älteren Frau erstaunt.

Mit die weiteste Anfahrt hatte Pascal Wagner aus Neulautern bei Löwenstein im Schwäbischen. Ihm gehört ein restaurierter Normag, Baujahr 1952, mit zehn PS, der gerade so seine 15 km/h macht. Das chromblitzende Gefährt kaufte die Familie vor zwei Jahren für 1500 Euro – heute ist es in Super-Zustand ein Vielfaches davon wert.

Was dem einen die Schlepper, sind dem anderen die Auto-Oldtimer. Ein Stoewer Sedina von 1937 gehört Manfried Bauer aus Wald-Michelbach. In seinem dortigen Museum der deutschen Zwischenkriegs-Marke aus Rostock hat er noch mehrere dieser imposanten Gefährte stehen. Opel GT 1900, MG, Corvette, Karmann Ghia, VW 1303, Topolino, BMW-Isetta, Jaguar E-Type, Alfa Romeo-Cabrio oder diverse Enten treiben den Fans immer wieder die Freudentränen ins Gesicht.

Hans-Heinrich Hildebrand aus Langenbrombach nennt ein herrliches Traktor-Schmuckstück sein Eigen. Den 22-PS-Allgaier aus dem Jahr 1951 hat er 2008 gekauft und seitdem schon 20.000 Kilometer damit zurückgelegt. Unter anderem brereits zwei Mal über die Alpen nach Meran. „Bei Rückenwind und Heimweh hab ich zweieinhalb Tage nach Hause gebraucht“, erzählt er schmunzelnd. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h.

Das Besondere an dem guten Stück ist der Wasserverdampfer, bei dem auch der Brombacher Platzeinweiser Dennis Weber ins Schwärmen kommt. So schluckt der Traktor auch 30 Liter Wasser und nur 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die Schutzbleche behandelt Hildebrand mit Leinöl und Firniss, damit sie nicht rosten.

Der passionierte Oldtimer-Fan Hildebrand weiß jedes Detail über sein Gefährt. Etwa dass das Verdeck der Firma Bruns sehr selten ist. Oder Erwin Allgaier Traktoren nach dem Krieg 1946 als Erster gebaut hat. 1956 wurde die Firma an Mannesmann verkauft. Durch eine Zusammenarbeit mit Porsche entstand die Porsche-Diesel Motorenbau mit Sitz in Friedrichshafen. Danach hieß der Schlepper Porsche-Diesel. Ein solches Nachfolger-Exemplar aus dem Jahr 1960 stand als „Junior“-Ausführung ebenfalls nicht weit weg. Mit 11 PS und 822 Kubik im Originalzustand aus erster Hand. „Das findet man ganz selten“, meint Dennis Weber ehrfürchtig.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1637349822975827.1073742023.100001024761983&type=1&l=aeb93f8269

 

Nach 150 Jahren finden die Fuhrs aus den USA und dem Odenwald in Beerfelden wieder zusammen

Ein Schwarz-Weiß-Bild aus dem 19. Jahrhundert war der Auslöser. Es ist knapp 150 Jahre alt und fand sich sowohl in den USA als auch in einem Odenwälder Familiennachlass. Darauf unter anderem zu sehen: Johann Jacob und Friedrich Wilhelm Fuhr. Der erste wanderte 1881 in die USA aus, der andere blieb der Heimat verbunden und begründete in Mümling-Grumbach die Odenwälder Saft-Fuhr-Familie. Jetzt gab es ein großes Hallo beim Wiedersehen der Nachkommen in Beerfelden. Das gemeinsame Familienfoto auf der Treppe des Oberzent-Museums bekommt nun einen Platz gleich neben dem alten Familienbild.

Auf deutscher Seite hatten sich Wolfgang Kumpf aus Weinheim, aber auch aus Beerfelden stammend, und Manfred Heiss vom Heimat- und Geschichtsverein in der Oberzent-Stadt um den organisatorischen Part gekümmert. Denn die Besucher aus den USA wollten im Museum gerne besichtigten, wie damals ihre (Ur-)Urgroßeltern lebten. Begrüßt wurden sie vom Ersten Stadtrat Horst Kowarsch. Inge Groß vom Heimatverein, deren „Baby“ das Museum ist, führte die Gruppe dann durch die verschiedenen Räume.

Das alte, undatierte Bild zeigt die beiden Fuhr-Söhne, die den Odenwälder und den amerikanischen Familien-Zweig begründeten. In der Mitte sitzt Mutter Anna Katharina Sattler, geborene Maurer, mit Stiefvater Georg Adam Sattler. Den hatte sie geheiratet, nachdem ihr Mann, Schwanenwirt und Ururgroßvater der Besucher, schon früh mit 30 Jahren verstorben war. Beide führten dann zusammen den „Schwanen“ fort. Weitere Kinder auf dem Bild sind Stiefgeschwister der beiden Fuhr-Brüder aus der zweiten Ehe ihrer Mutter mit Georg Sattler. Dessen Nachfahre Otto Heinrich Sattler, ehemaliger Schwanen-Wirt, war auch beim Treffen dabei.

Auf dem alten Motiv ist der 1881 mit 25 Jahren nach Amerika ausgewanderte Johann Jacob Fuhr (1856-1937) zu sehen, der Urgroßvater von Cindy Decker, geborene Fuhr, und Holly DeLong. Daneben sein Bruder Friedrich Wilhelm Fuhr, der die Odenwälder Saft-Fuhr-Familie begründete. Somit eine klassische „Patchwork-Familie“ des 19. Jahrhundert – aus anderen Gründen als heute.

Friedrichs Urenkel Eberhard Fuhr und Edith Hubert aus Höchst, geborene Fuhr, begrüßten die amerikanischen Verwandten. Bei beiden hatte sich das Bild als Familien-Erinnerung erhalten, denn die Fuhr-Söhne hatten es mit an den neuen Wohnort genommen. Das Treffen führte somit die beiden Linien nach 150 Jahren wieder zusammen.

Der Kontakt mit den USA kam über Wolfgang Kumpf zustande. Der hat mit Barbara Walker in Wyoming eine Kontaktperson, die eine Datenbank speziell für die Auswanderer aus Beerfelden pflegt. An sie kam die Anfrage der inzwischen in Indiana und Kalifornien lebenden Nachfahren. Johann Jacob Fuhr machte bei seiner Auswanderung in Buffalo/NY sein Glück. Er heiratete dort – mit Maria Lang eine Auswanderin ebenfalls aus Beerfelden.

Die Gäste aus den USA waren begeistert vom herzlichen Empfang, beobachtete Wolfgang Kump (auch er aus Beerfelden stammend). Sie wollten erfahren, wie damals die Lebensbedingungen und die wirtschaftlichen Umstände waren und was die Menschen dazu brachte, ihr Heimatland zu verlassen. Dazu nutzten sie eine Europareise, um auch in der Oberzent Station zu machen. Vor dem Museumsbesuch gab es ein Mittagessen im „Grünen Baum“. Ein Besuch in der Martinskirche schloss sich an.

Was durch die wirtschaftliche Not im 19. Jahrhundert auseinander gerissen wurde, führte nun das Internet wieder zusammen. Denn auch die Beerfelder Kumpfs hier und dort fanden sich übers weltweite Netz, weil der gesammelte Stammbaum im Internet zu finden ist. Von beiden Familien-Teilen, aus den USA und aus dem Odenwald, landeten die Bilder bei den schlussendlichen Organisatoren des Treffens. „Mehr haben wir nicht“, hieß es von den Fuhr-Nachfahren. Ihnen konnte geholfen werden.

Ahnenforschung in der Martinskirche: Der Heimat- und Gesichtsverein hat in mühevoller Arbeit der vergangenen Jahre das Kirchenbuch der Stadt digitalisiert. Die Einträge dort sind nach Familien festgehalten. Nun lässt sich anhand der Daten eine gesammelte Ahnentafel erstellen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Pfarrer Roland Bahre schauten sich die Besucher im Archiv zunächst gemeinsam die Original-Kirchenbücher von 1855 bis 1861 an.

Dann gab es eine Kirchenführung durch Ute Löb, die ins Englische gedolmetscht wurde. Im Anschluss bestiegen die Gäste den Turm und bestaunten die Kumpf-Glocke, die ein sichtbares Zeichen der Verbindung zwischen Beerfelden und den USA ist: eine Glocke, die von einem ehemaligen „Beerfellemer“ gestiftet wurde, der seinerzeit in die Staaten auswanderte und dort Bürgermeister in Kansas City wurde. „Es war schön und inspirierend, mit Nachkommen von Beerfeldenern in Kontakt zu kommen“, sagte der Pfarrer. „Wir hoffen, diesen aufrechterhalten zu können.“

„Task-Force“ soll sich der Burgruine Freienstein bei Gammelsbach annehmen

Geschehen muss etwas. Und zwar bald. Denn sonst verfällt die Burgruine Freienstein noch mehr. Darüber waren sich alle Teilnehmer des hochkarätig besetzten Symposiums einig, die sich auf Einladung der Landesdenkmalpflege im Gammelbacher Turnerheim, in der Alten Turnhalle Beerfelden und in der Ruine selbst getroffen hatten, um über die Zukunft des Kulturdenkmals zu sprechen. „Eine starke Idee muss her“, fasste der Chef der hessischen Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter, die zwei Tage zusammen.

Harzenetter will „den Schwung aus dem Symposium mitnehmen“. Eine kleine Arbeitsgruppe, eine Art „Task Force“, soll zeitnah eingerichtet werden, um die besprochenen Themen zu vertiefen. Es gilt seinen Worten zufolge „schnell und konkret zu überlegen“, wie eine Voruntersuchung eingeleitet „und eine Vision entwickelt wird“. In diesem Zuge gelte es dann auch weitere Überlegungen wie eine touristische Nutzung mit einzubinden. Mit einem abgestimmten Konzept sei es leichter, auf die Entscheidungsträger zuzugehen, Gehör zu finden und Mittel lockerzumachen.

Dabei schwebt dem Leiter des Denkmalamts vor, sich zu Beginn nicht mit Klein-klein aufzuhalten. Wie Harzenetter betonte, muss die Definition des Ziels, „was wir erreichen wollen“, am Anfang stehen. Wenn das klar sei, gehe es darum, die auf dem Weg liegenden Probleme und Schwierigkeiten zu bestimmen und anzugehen. Sonst, machte er deutlich, „gehen wir mit leeren Händen raus“. Der Denkmalpfleger forderte, „Hindernisse nicht gleich als Stolpersteine anzusehen“.

Kommune und Landkreis haben ein großes Interesse daran, die Ruine Freienstein „als identitätsstiftendes Symbol für die neue Stadt Oberzent“ (Beerfeldens Bürgermeister Gottfried Görig) aufzuwerten. Der Rathauschef wünschte sich ein Konzept für die gemeinsame, nachhaltige Sicherung. Ähnlich der Kreisbeigeordnete Michael Reuter, gleichzeitig Vorsitzender des Denkmalbeirats. „Freienstein soll auf dem Dornröschenschlaf erweckt werden“, sagte er. Um möglichst schnell Nägel mit Köpfen zu machen, sollte man bald zusammensetzen. Was laut Bezirksdenkmalpflegerin Kristin Schubert für November angedacht ist. Nichts wäre für Reuter schlimmer als eine Veranstaltung nach dem Motto „gut, dass wir darüber geredet haben“.

In eine Arbeitsgruppe wird sich auch Louis Graf zu Erbach-Fürstenau als Grundeigentümer einbringen, machte er bei der Podiumsdiskussion deutlich. Er zeigte sich froh darüber, dass die Ruine „wieder auf die Agenda gebracht wurde“. Das Grafenhaus sei „für Lösungen ganz offen“, betonte er. „Wir werden uns als Eigentümer guten Ideen nicht verschließen.“ Er signalisierte sein „größtes Interesse“ an einer tragfähigen Lösung. Der Adlige beleuchtete die Entwicklung in den vergangenen 30 bis 40 Jahren mit der Sanierung nach dem Mauereinsturz.

Da man aufgrund der Vielzahl von Denkmal-Immobilien personell und organisatorisch nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich der Freienstein angemessen zu widmen, sei die Vergabe in Erbbaupacht an Andreas Tilly erfolgt. Dieser monierte die fehlende Nachfolgesanierung. Er sei „in die Bresche gesprungen“, als nichts mehr ging, meinte Tilly. Es geht seinen Worten zufolge nicht nur um das Bauwerk, sondern auch um schützenswerte Natur. „Die Ruine ist ein Paradies, man muss es nur sehen“, so der Pächter.

Wo die Knackpunkte sein könnten, zeigte sich im folgenden Gespräch. Von Görig, Reuter wie auch aus dem Publikum wurden die Verbesserung der Zuwegung, eine Beschilderung, Möglichkeiten von Vereinsfesten und eine sanfte touristische Nutzung als erste Etappen ins Gespräch gebracht. Tilly wies in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass er die Haftung fürs gesamte Gelände habe. Ein Punkt, der geklärt werden soll.

Aus dem interessierten Besucherkreis heraus wurden noch einige Anregungen eingebracht, es entwickelte sich ein angeregter Austausch. So forderte man „eine Strategie zur Erreichung des Ziels“, weil sich sonst alle im Kreis drehen. Studenten der TU Darmstadt wünschten sich konkretere Vorhaben. Harzenetter lud sie daraufhin ein, sich in der Arbeitsgruppe zu engagieren.

 

„Viele interessante Beiträge“ gab es laut dem Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter, beim Symposium. So referierte etwa Prof. Barbara Schock-Werner, die Präsidentin der deutschen Burgenvereinigung, über die Rekonstruktion von verschiedenen Objekten in Europa. Peter Hartnagel vom landeseigenen Immobilienbetrieb sprach zur Bauunterhaltung an Schlössern. Dr. Gerd Strickhausen und Dr. Jürgen Leib hatten Burg Königstein und Burg Gleiberg im Fokus.

Harzenetter freute sich über die „Palette an konkreten Anregungen“ und das „gebündelte Erfahrungswissen“, das in den Vorträgen vermittelt wurde. Durch die Anwesenheit der politischen Vertreter aus Stadt, Kreis und Land wurde seinen Worten nach signalisiert, „dass die Burg auch ein Symbolprojekt sein kann“. Eine behutsame Sanierung soll den „malerischen Charme erhalten“, betonte er.

„Wir brauchen für die Ruine eine ständige Baubegleitung“, forderte Kristin Schubert, die im Vorfeld die organisatorischen Fäden gezogen hatte. Deshalb sei ein nachhaltiges Träger- und Nutzerkonzept nötig. „Es bringt nichts, alle 100 Jahre diesen Kraftakt zu machen“, meinte sie. Heutzutage sei man nicht in der komfortablen Lage, dass wie Ende der 1980er Jahre zur Sanierung „Millionen fließen“.

Viele Besucher beim Heddesbacher Sport- und Spieltag

Ende gut, alles gut. Nach tagelangem Dauerregen und unvorhersehbaren Schauern fragten sich alle Organisatoren, ob es zum Sport- und Spieltag wohl trocken bleiben würde. Es blieb. Während es noch grau und neblig war, als am Vormittag der Aufbauarbeiten liefen, zeigte sich um die Mittagszeit die Sonne, sodass alle noch einen schönen Spätsommertag genießen durften. Gleich zu Beginn der Wettbewerbe wurden zahlreiche Besucher aus nah und fern begrüßt.

Beim Hufeisenwerfen hatten Groß und Klein viel Spaß. Andere maßen sich bei Tischtennis oder Boule. Viel Freude bereitete den Kleinen ein riesiges „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel, den Großen das Brettspiel „Jakkolo“. Wie immer war auch das Schießen auf die Torwand sehr beliebt. Das von der Jugendfeuerwehr betreute Kistenstapeln fand viele interessierte Zuschauer.

Bei den Kindern bis zwölf Jahren stapelte ein Junge unter großem Beifall 21 Kisten übereinander und stand darauf, bevor der Turm zusammenfiel. Ein Erwachsener schaffte sogar 22 Kisten. Viel mehr ist wegen des Anreichens und der Höhe des Astes, an dem das Sicherheitsseil befestigt ist, nicht möglich. Für ein halbstündiges Fußballspiel fanden sich danach zwei Mannschaften zusammen.

Am späten Nachmittag unterhielt der Posaunenchor Wald-Michelbach unter der Leitung von Frank Bihn die Besucher mit schönen Weisen, die teilweise auch zum Mitsingen einluden. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen, Getränke, einen kleinen Imbiss und die nicht nur bei den Kindern beliebten Pommes. Am Abend wurden die jeweils drei Bestplatzierten der einzelnen Wettbewerbe durch Bürgermeister Hermann Roth mit einer Urkunde geehrt. Sie durften sich einen der gestifteten Preise aussuchen.

Roth dankte zum Abschluss allen Teilnehmern und Besuchern, den vielen Helfern aus der Gemeinde für ihren Einsatz, aber auch den Firmen, die etwas gestiftet hatten. Beim Nachhause gehen waren sich Besucher und Veranstalter einig: Es war wieder ein gelungenes Spätsommerfest, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Dorffest veranstaltet wird.

Freiwilligentag in Rothenberg: Einzäunungen und Pfosten wurden erneuert, Schilder gesäubert

Eigentlich hieß das Projekt am Freiwilligentag im Odenwaldkreis „Wir schließen die Lücken im Baumlehrpfad“. Doch entgegen dem Motto wurde die geplante Einpflanzaktion auf Anraten von Revierförster Reiner Grünberg verschoben, da der Boden derzeit zu trocken sei. Stattdessen entfernten sechs gut gelaunte, arbeitswillige Helfer um Karl Heinz Braun die Einzäunung an den Bäumen, wo sie nicht mehr notwendig war. Außerdem wurde die Fläche innerhalb der Umzäunung ausgemäht. An der gesamten Beschilderung entlang des Baumlehrpfades erneuerten die Freiwilligen die Pfosten und säuberten Schilder. Zwei eingegangene Bäume wurden unter Einsatz eines Baggers ausgegraben. Da die Gruppe mit ihren Arbeiten nicht ganz fertig wurde, werden zwei Helfer in den nächsten Tagen weitermachen. In freier Natur gab es nach getaner Arbeit eine gemeinsame Vesper.