Musik ohne Ende versüßt den Vatertag: Festivalprogramm auf dem Michelstadter Hüttenwerk-Gelände

Es war einfach für alle etwas geboten. Und folgerichtig kamen sie gefühlt auch alle aus den verschiedenen Ecken des Odenwaldkreises ins Hüttenwerk nach Michelstadt, um dort bei herrlichem Wetter den Vatertag zu verbringen. Ein ganztägiges Musik- und Showprogramm hielt Unterhaltung für die gesamte Familie parat. Dazu gab es noch allerhand Stände auf dem weiträumigen Hof, sodass man problemlos einige Stunden dort verweilen konnte.

Die Hüpfburg gleich am Eingang zum Gelände war den ganzen Tag über stark belagert, freute sich Michi Tischler, die zusammen mit ihrem Mann Achim und etwa 30 Helfern den Event zum 13. Mal auf die Beine gestellt hatte. Auch sonst spielten die Kinder eine große Rolle. Der Schulförderverein der Einhard-Schule Steinbach war wieder mit seinem Waffelstand vorbei. Popcorn, Kaffee und allerhand Gegrilltes rundeten die verschiedenen Genüsse ab.

Ein kompletter Programmpunkt war diesmal dem Nachwuchs vorbehalten. Die Kleinsten vom Kindergarten an der Basilika in Steinbach führten einen Tanz auf, auch die Kinder des Carnevalsclubs Rot-Weiß waren mit Showtänzen dabei. „Das ist einfach schön, wenn die auf der Bühne stehen“, freute sich Tischler. „Die fiebern schon die ganze Zeit auf ihren Auftritt hin.“ Erstmals war in diesem Jahr der Schulchor der TLS Michelstadt dabei.

Michi Tischler, die selbst als Sängerin bei der Hausband „Antother Livetime“ auftrat, kümmerte sich auch um das musikalische Programm. Ihr ist es wichtig, „dass es möglichst ein breites Spektrum gibt“. Sowohl musikalisch als auch von der Ausrichtung der Gruppen her. Da geht es dann am Abend kräftig hardrockmäßig ab, während tagsüber eher „getragenere Klänge“ die Bühne beherrschten. Nachwuchsbands kommen zum Zuge ebenso wie die Profis. Zu Ersteren zählte die Coverband „Harvest 21“, Gewinner des Vielbrunner Nachwuchswettbewerbs. Die Jugendlichen orientierten sich in Richtung Grunge.

Das Hüttenwerk-Team hat keine Probleme, den Vatertags-Nachmittag musikalisch durchzuplanen. „Viele kommen auf uns zu und fragen, ob sie beim Fest spielen dürfen“, weiß Tischler. Dazu macht der Event über Kontakte in der Szene die Runde und ergeben sich auf diese Weise ebenfalls Gigs.

Die „Redhouse Ramblers“, Rock- und Bluesveteranen aus der Hobbyszene, machten den Auftakt. Achim Tischler war hier ebenso dabei wie Klaus Wilka, der später nochmal mit seiner eigenen Band auftrat. Klassiker wie „Lay down Sally“ beherrschten das Repertoire. „Another Livetime“ gingen da mehr Richtung aktuelle Songs, Charthits und Dancefloor-Stücke. Kate Perry, Gossip oder Fleur East standen mit ihren Liedern auf der Liste.

Tim Ahmed mit seinen Deutschpop-Stücken war für Tischler ein Highlight des Tages. Etwas groovig, mit Hip-Hop-Einflüssen, ersang sich der Musiker viele neue Fans. Nach ihm ging dann aber so richtig der Rock ab. Das Quartett von „Endfield“ aus München stellte auf der großen Party seine neue CD vor. Eingängiger Hardrock ohne große Schnörkel, routinierte Gitarren- und Schlagzeugarbeit standen bei dem Vierer von gestandenen Herren mittleren Alters im Vordergrund. Ein fettes Soundgewitter beherrschte die Szenerie.

Waren über den Nachmittag hinweg die Bänke immer voll besetzt, so hielt der Andrang sogar bis in den Abend hinein an. Was kein Wunder war, denn dann standen mit „Fools Crossing“ Odenwälder Lokalmatadoren auf der Bühne. Von Gammelsbach im Süden bis nach Bad König im Norden kommen die Mitglieder der Rock-Coverband. Klaus Wilka an der Leadgitarre, Marin Müller (Rhythmusgitarre), Oliver Heß (Bass), Joachim Bork (Schlagzeug) und Stefanie Schäfer (Gesang) zelebrierten die alten Hits mit viel Einsatz.

„Somebody to love“, „All right now“ mit einem Einsprengsel von „Highway to hell“, „Doctor Doctor“ von UFO oder auch „Rock you like a hurricane” von den Scorpions knallten aus den Boxen, während auf der Bühne die Musiker vor lauter Spielfreude nur so sprühten. Der mehrstimmige Gesang und der fette Sound taten ein Übriges dazu, dass noch einmal kräftig abgetanzt wurde. Ein krönender Abschluss eines absolut gelungenen Festes, das den Veranstaltern eine volle Hütte bescherte.

Blumenkübel, Schmuckkugeln und LED-Beleuchtung bei Hirschhorner „Debo 800“ geklaut

Zwei große rote Blumenkübel, die mit Olivenbäumen bepflanzt sind, sowie zwei Schmuckkugeln aus eloxiertem Draht und LED-Beleuchtung wurde in der Nacht zum Dienstag (22./23.5.2017) von der Terrasse der ehemaligen Gaststätte „Debo 800“ in der Grabengasse weggeschafft. Schleifspuren der bis zu 30 Kilogramm schweren Kübel reichen bis zum Anlegesteg am Neckar. Eventuell wurde die Gegenstände im Fluss versenkt. Der Schaden wird auf etwa 1000 Euro geschätzt. Am Vorabend fand in der Nähe eine Feier statt. Möglicherweise gibt es Zeugen aus der Gruppe heraus oder Anwohner, die Hinweise zu der Tat geben können. Die ermittelnde Polizei ist in Hirschhorn unter der Rufnummer 06272 / 93050 zu erreichen.

Rock ohne Schnörkel: Die Odenwälder Band „ØL“ war im Michelstadter Hüttenwerk zu Gast

Zugegeben, der Name lädt natürlich zu Wortspielen ein. Warum eine Odenwälder Band mit „ØL“ einen eher nordisch anmutenden Namen hat, wird wahrscheinlich das Geheimnis der Gründer bleiben. Aber ölig, glatt, konturlos, ohne Kanten, ist ihre Musik nun beileibe nicht. Denn hinter der Marke verbirgt sich schnörkelloser Independent-, Alternative-, aber auch melodischer Mainstream-Rock. Was das Quintett bei seinem Auftritt im Hüttenwerk eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Über zwei Jahrzehnte gibt es die Gruppe bereits. Die Gründungsmitglieder Sebastian Schimmer (Gesang und Gitarre) sowie Schlagzeuger Sascha Brandel am Schlagzeug bilden das Fundament von ØL. „Decades“ heißt passenderweise der aktuelle Silberling aus dem vergangenen Spätjahr, der auch den Rahmen für die live gespielten Lieder auf dem Auftritt vorgab. Was im Studio eher bisschen glattgebügelt rüberkommt, lebte auf der Bühne von der überschäumenden Spielfreude vor allem der Männer in der ersten Reihe.

Zweimal Gitarre, einmal Bass und einmal Gesang trieben die Songs voran. Dabei ging das Quintett ziemlich schnörkellos zu Werke. Ausufernde Gitarren- oder Schlagzeug-Soli zur Selbstdarstellung gab es praktisch nicht, kein Stück hatte mehr als drei oder vier Minuten. Das kann erfrischend sein. Aber auch auf die Dauer etwas monoton, wenn von der Bühne zwischendurch außer einem „Danke“ keine Moderation kommt.

Musikalisch lässt sich die Band in keine Schublade stecken. Einem richtigen Rocker dürften ein paar der Songs zu weichgespült sein. Auf der anderen Seite rockt das Quintett dann so überraschend wieder los, dass die Hosenbeine vor lauter Bass- und Bassdrum-Vibrationen flattern. Punk- und Indierock-Einflüsse sind teilweise unverkennbar. Manche Riffs erinnern an Fischer Z, Fury in the Slaughterhouse lässt sich auch wenig heraushören – und durch die spacigen Keyboard-Töne die eine oder andere progressive Komponente.

Etliche Songs des Fünfers haben dabei durch Hitpotenzial. Sie könnten ohne Probleme den ganzen Tag hoch und runter im Radio laufen und keiner würde merken, dass dahinter eine Truppe aus dem Odenwald steht und nicht etwa eine amerikanische Rockband. Nur: Irgendwie hat es für den großen Sprung wohl nicht gereicht.

An der Beweglichkeit von Frontmann Sebastian Schimmer kann es wohl kaum liegen. Der ist wie ein Dopsball auf dem Bühne unterwegs und steckt seine ebenfalls stehenden Kollegen Marcus Hartmann (Bass) und Jens Weimar (Gitarre, Gesang) mit seinem Bewegungsdrang immer wieder an. Keyboarder Dirk Weimar ist eher einer von der stoischen Sorte, während Drummer Sascha Brandel sich an seiner Schießbude kräftig abarbeitet.

„Out there“ oder „Sun in my Hand“ sind zwei solch druckvolle Rockstücke, die einen mit offenem Mund staunen lassen, was der Odenwald an perfekten Bands alles hervorbringen kann. Der mächtige Sound, kurze, knackige Riffs, melodiöser Background-Gesang und ein dichter Tonteppich wabern durchs Hüttenwerk und erfüllen die eingefleischten Bands vor der Bühne mit Entzücken.

Ehrliche, handgemachte Rocksongs ohne Firlefanz hat die Band noch zahlreiche andere im Gepäck. „Hold your hand“ etwa oder „Brother“, bei denen oben die Post abgeht. Auch wenn Schimmer nicht viel redet, gibt er doch den charismatischen Frontmann, der die Songs voran- und seine Mitmusiker antreibt. Das wummernde Schlagzeug bei „One hey, one ho“ oder das Gute-Laune-Stück „Fine“ machen bei den Zuschauern so viel Lust auf mehr, dass die Band nicht Nein sagen kann.

Dass „ØL“ auch schmusig kann, zeigen die ersten beiden Zugabe-Stücke. Vor allem „Whereever“ ist ein Balladen-Klassiker, bei dem – wäre es nicht im Saal – alle Feuerzeuge hochgehen würden. Mit „Heartbeat“ setzt die Band noch einen Knaller drauf, der eigentlich gar nicht als Rausschmeißer funktioniert. Denn schneller als jeder Herzschlag knall Weimar ein Gitarrensolo raus, das so richtig abgeht. Und wie die Songs allgemein gehalten ist: kurz, knackig, heftig, laut.

Die Erbacher Band ØL wurde im Mai 1996 gegründet. Durch erste Auftritte im Umland formierte sich rasch eine kleine Fangemeinde. Teile der Band initiierten das legendäre „Mosaiq“-Festival in Michelstadt. Nach einigen Besetzungswechsel in der langjährigen Geschichte fand sich im Jahr 2007 die aktuelle Formation zusammen. ØL war als vierte Band unter hunderten nominiert, um Bon Jovi im Sommer 2011 zu supporten. Die Single „Heartbeat“ wurde 2012 von einigen Sendern als EM-Songs ins Programm aufgenommen. Im September 2016 erschien das aktuelle Album „Decades“.

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Odenwald-weite Motorradkontrollen mit Präventionscharakter: 16 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, 19 waren mehr als 41 km/h zu schnell

Als die laut bollernde Harley Davidson auf den Parkplatz beim Festplatz einbiegt, richten sich automatisch alle Blicke auf die Maschine. Aber ihr „Lärm“ war im grünen Bereich. Nicht nur auf zu laute Zweiräder hatte es die Polizei im Zuge des Schwerpunktprogrammes „Verkehrssicher in Hessen“ abgesehen, sondern auch auf Raser. Im Vordergrund stand aber die Info: „Wir wollen den Bikern auf Augenhöhe begegnen“, formulierte es Polizeidirektor Hartmut Scherer vom Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt.

Von der „Zentrale“, dem Präventionsmobil in Erbach-Ebersberg aus, fanden am Sonntag Odenwald-weite Motorradkontrollen statt, die vor allem Präventionscharakter haben sollten. Besondere Zielgruppe waren Wiedereinsteiger auf zwei Rädern, die in jungen Jahren den Führerschein gemacht hatten und sich in gesetzterem Alter eine starke Maschine kaufen, um das das „Easy-Rider-Feeling“ auszuleben.

Wobei dann ein großer Unterschied zu früher besteht – bei den PS-Zahlen wie auch beim Verkehrsaufkommen. Darüber informierte ein nagelneuer Film. Der erste Polizeihauptkommissar Michael Prenzlow wies in diesem Zusammenhang auch auf das Fahrsicherheitstraining hin, um Defizite gegenüber früheren Kenntnissen auszugleichen. Mit der „Rennleitung 110“ waren außerdem im Verein organisierte Fahrer mit Polizeihintergrund unterwegs, „um die Botschaft an den Mann zu bringen“.

30 Beamte nicht nur aus Hessen, sondern auch aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, waren zusammen mit der Krad-Staffel auf den Straßen des Bergstraßen- und Odenwaldkreises unterwegs, um die Geschwindigkeit zu überwachen, aber auch technische Veränderungen an den Zweirädern in Augenschein zu nehmen. Bei der Polizei hat man festgestellt, dass ein Gespräch von Biker zu Biker viel besser funktioniert, als wenn irgendwo ein Polizeiwagen steht.

„Wir wollen mit den Fahrern übers gemeinsame Hobby reden“, formulierte es Pressesprecher Sebastian Trapmann. Denn viele der Motorradpolizisten sind in ihrer Freizeit auch auf zwei Rädern unterwegs. Themen, die die Polizei beschäftigen, „wollen wir an die Biker weitergeben und für Fragen zur Verfügung stehen“. Was am Vesperhäusel vorzüglich funktionierte, wie die angeregten Unterhaltungen zeigten. In den „Benzingesprächen“ wurden Vorurteile abgebaut und Barrieren überwunden, freute sich Trapmann.

Daneben gab es aber auch stationäre Kontrollen wie auf der B 47 von Michelstadt nach Amorbach, wo die Verkehrssicherheit der Geschosse überprüft wurde. In Lindenfels oder Mörlenbach wiederum ging es vor allem um den Motorrad-Verkehrslärm, der vor Ort schon öfters moniert worden war. Wieder anderswo, etwa am Krähberg oder auf der Rennstrecke zwischen der Kreidacher Höhe und Zotzenbach, wurde das Sonntagsfahrverbot kontrolliert. In Erbach oder Mossautal wurden Gefährte aus dem Verkehr gezogen, die den Beamten spanisch vorkamen.

Einen „rundum gelungenen Einsatz“ mit „vielen netten Gesprächen“ bilanzierte Trapmann im Verlauf des Nachmittags. Es habe viel positive Resonanz gegeben. Was auch Scherer bestätigte. Er hob hervor, dass es der Polizei bei ihren Einsätzen um die „schwarzen Schafe“ gehe, die einfach beratungsresistent seien. Bei diesen gehe man auch mit aller Härte des Gesetzes vor. Diese „Renitenten“ erreiche man besser von zwei als von vier Rädern aus.

„Die Raser stehen nicht für die Masse“, unterstrich der Polizeidirektor. Bei der überwiegenden Zahl sei die Einsicht über zu schnelles Fahren vorhanden. Vielmehr sei so, dass sich die, die sich an die Regeln halten, das Fehlverhalten anderer ausbaden müssten. Mit einem Pilotprojekt in Hessen, das den Einsatz ziviler motorradstreifen vorsieht, „wollen wir die wenigen Unverbesserlichen erreichen“.

„Die Menschen sollen gesund nach Hause kommen“, formulierte es Scherer. In diesem Jahr habe es bereits zwei tödliche Unfälle im Bereich des PP Südhessen gegeben. Weitere gelte es zu verhindern „und die Zahl der Schwerverletzten soll runter“. Eigentlich, ergänzte Prenzlow zum Zweck der Prävention, „wollen wir niemanden anhalten müssen“.

Insgesamt überprüften die Polizisten am Sonntag 369 Motorräder und untersagten 16 Fahrern wegen zu hoher Geräuschentwicklung die Weiterfahrt. Darunter waren ein 32-Jähriger aus dem Main-Taunus-Kreis mit einer nicht genehmigten Auspuffanlage sowie ein 19-Jähriger aus Offenbach wegen eines demontierten DB-Killers. Das gleiche Schicksal ereilte auch vier Biker, die auf der Bundesstraße 47 bei Lindenfels ohne zulässige Auspuffanlage in eine Polizeikontrolle kamen.

Bei Geschwindigkeitsmessungen fielen trotz erheblicher Polizeipräsenz 232 Fahrzeuge wegen zu hoher Geschwindigkeit auf. Bei 20 „Rasern“, davon 19 Motorradfahrern, betrug die Überschreitung mehr als 41 km/h, was ein Fahrverbot zur Folge haben dürfte. Einige wenige Biker hielten sich auch nicht an die Streckensperrungen am Krähberg, in Zotzenbach und im Sensbachtal. Hier stoppten die Beamten 28 Motorradfahrer und erstatteten Anzeige.

Holzmarkt ist „auf einem extrem hohen Niveau“: Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald

Für die guten Nachrichten war auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald der stellvertretende Beerfeldener Forstamtschef Ronny Kolb zuständig. Er sprach von einem Holzmarkt, der sich in den vergangenen drei bis vier Jahren mit Preisen „auf einem extrem hohen Niveau“ stabilisiert habe. Für die Fichte ließen sich teilweise über 90 Euro pro Festmeter erzielen.

Kolb erläuterte, dass mit den großen Holzverarbeitungsfirmen Ganzjahresverträge abgeschlossen werden konnten, wo sonst sechs Monate die Regel seien. Der Vorteil: „Es gibt eine absolute Stabilität bei den Holzpreisen auch für das zweite Halbjahr.“ Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Holz boomt. „Bei Buche und Eiche können wir sie kaum befriedigen“, sagte er. „Wir segeln in sehr ruhigem Wasser und auf hohem Niveau“, freute sich Kolb.

Von den Ergebnissen der Nadelholzsubmission in Eberbach waren die Forstleute besonders angetan. Nicht nur, dass man dort generell sehr gute Preise erzielte. Der höchstdotierte Stamm kam außerdem noch aus dem Forstamt Beerfelden. Es handelte sich um eine Lärche aus dem Gemeindewald Rothenberg „mit ein paar tausend Euro“ Erlös.

Auf diesen Baum war der Rothenberger Revierförster Reiner Grünberg besonders stolz: Elf Meter war der verwertbare Teil lang, hatte mehr als 80 Zentimeter durchschnittliche Dicke und war damit ein Prachtstück. Kolb mahnte aber, dass sich das Blatt schnell wenden könne. Nach ein paar extrem warmen Tagen „müssen wir aufpassen, dass sich der Borkenkäfer nicht ausbreitet“.

Gudrun Kranhold vom Forstamt trug den FBG-Geschäftsbericht vor. 734 Betriebe bzw. Privatpersonen waren Ende 2016 Mitglied, zu denen jetzt drei neue hinzukamen. Die größte Fläche haben die neun angeschlossenen Kommunen mit 5500 Hektar, gefolgt von den fünf großen Privatwaldbesitzern mit 2300 Hektar und den 719 kleinen Privatwaldeigentümern mit 3700 Hektar.

Das FBG-Konto weist laut Kranhold zum Ende des Jahres 2016 ein schönes Plus auf. Ein „hervorragender, ordentlicher Zustand der Kasse“ wurde ihr von Kassenprüfer Jens Schnur bestätigt, der die Zahlen zusammen mit Egon Scheuermann in Augenschein genommen hatte. Die Entlastung des Vorstands war somit nur noch Formsache.

In punkto Holzverkauf sagte Kranhold, dass dieser gegenüber 2015 leicht zurückgegangen sei. Das habe aber damit zu tun, dass es 2016 die neuen Verträge mit erhöhten Gebühren für die Privatwaldbesitzer gab. Von diesen hätten noch nicht alle unterzeichnet bzw. warteten noch etwas ab. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 52.000 Festmeter eingeschlagen, davon fast 38.000 fm in den Kommunalwäldern. Am meisten in Beerfelden mit über und Wald-Michelbach mit knapp unter 10.000 Festmetern.

Die Forstamtsmitarbeiterin wies auf die Wichtigkeit des PEFC-Zertifikats für die heimischen Wälder hin. Diese Zertifizierung werde auch von den Verarbeitungsbetrieben nachgefragt. Die Waldbesitzer sollten deshalb mit Akribie darauf schauen, dass die entsprechenden Vorgaben erfüllt werden. PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Letztlich bedeute das Zertifikat in der Vermarktung auch bares Geld, so Kranhold.

Lob für die Oberzent-Waldbewirtschaftung beim PEFC-Audit

„Schöne, abwechslungsreiche Waldbilder, die von hoch engagierten Revierleitern betreut werden“: Es gab viel Lob beim PEFC-Audit der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald, das dieser Tage mit den Forstamt Beerfelden betreuten Wäldern Teil der Flächenstichprobe war. Das Lob kam aus berufenem Munde: Alfred Raunecker ist Zertifizierer für PEFC und war mit den Forstleuten zwei Tage im hiesigen Kommunal- und Kleinprivatwald unterwegs.

Bei PEFC handelt es sich um ein Waldzertifizierungssystem zur Sicherstellung einer nachhaltigen Forstwirtschaft, sozusagen ein „Wald-TÜV“. Das Logo steht für gute forstliche Arbeit und soll als international anerkanntes Zertifikat die Waldbesitzer bei einer besseren Vermarktung und Wertschöpfung ihres Holzes unterstützen. Diese verpflichten sich im Gegenzug, ihren Wald nach den vorgegebenen deutschen PEFC-Standards, der Qualitätsverpflichtung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, zu unterhalten.

Im Rahmen von Vor-Ort-Audits wird die Einhaltung der PEFC-Kriterien jährlich überprüft. Diese Kontrollen umfassen einen repräsentativen Anteil der teilnehmenden Betriebe in der Region. Hierbei werden die Maßstäbe, die für die Erteilung und Aufrechterhaltung des Zertifikats erforderlich sind, kontrolliert und besprochen. Dieses Jahr fiel die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald mit 16 ausgelosten Mitgliedern in die Flächenstichprobe.

Die FBG hat im südöstlichen Kreis Bergstraße und im südlichen Odenwaldkreis, also in Überwald, hessischem Neckartal und Oberzent, 734 Mitglieder aus Kommunal-, Groß- und Kleinprivatwald mit einer Gesamtwaldfläche von derzeit 11.567 Hektar. Die Fläche deckt sich mit der Zuständigkeitsbereich des Forstamts Beerfelden mit seinen elf Revieren in neun Kommunen.

Bei angenehm sonnigem Frühlingswetter fand der Begang im hiesigen Kommunal- und Kleinprivatwald in den Bereichen Beerfelden, Gammelsbach und Rothenberg sowie in Gras-Ellenbach, Hammelbach und Unter-Schönmattenwag statt. Neben Raunecker waren für die FBG Axel Bauer und Ralf Kredel dabei, daneben Alfred Kumpf als Bewirtschafter eines auditierten Privatwaldes sowie fürs Forstamt Beerfelden Leiter Norbert Sasse, Gudrun Kranhold, Ronny Kolb, Kim Jüstl und Rico Scheuermann.

Besonders lobte Raunecker den „gut gepflegten Privatwald“, den Alfred Kumpf für seine Tochter auf Gras-Ellenbacher Gemarkung bewirtschaftet. Er ermunterte ihn, die Waldbestände auch weiterhin „regelmäßig zu durchforsten“ und dabei die guten Holzvermarktungsmöglichkeiten zu nutzen. Von der FBG gab es auch eine Botschaft an Zertifizierer. Es stehe Holz im Wald mit hohen Vorräten, „die für den Erhalt der Stabilität und einen fortlaufenden Wertzuwachs gepflegt und genutzt werden wollen“.

Raunecker empfahl allen zertifizierten Waldbesitzern und FBG-Mitgliedern, sich immer „eng an die vorgegebenen Kriterien des PEFC zu halten“. Hier nannte er etwa aus Umweltschutz- und Gesundheitsgründen die Nutzung von Bio-Ölen und Sonderkraftstoffen in Motorsägen. Das Audit brachte ein zufriedenstellendes Ergebnis für Auditor und Waldbesitzer sowie das betreuende Forstamt. Die Forstbetriebsgemeinschaft „bestand“ und darf sich weiterhin „PEFC-zertifiziert“ nennen.

Info: PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und damit ein weltweiter „Wald-TÜV“. PEFC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“. Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC basiert auf den sehr strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Diese wird durch kompetente und unabhängige Organisationen kontrolliert. Trägt ein Produkt aus Holz das PEFC-Siegel, dann heißt das: Die gesamte Produktherstellung – vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt – ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter kontrolliert.

Schnelles Internet für Hirschhorn und Neckarsteinach

Mit zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft erfolgte Ende Juni vergangenen Jahres im Hirschhorner Stadtteil Igelsbach der erste symbolische Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes im Neckartal, um die beiden südlichsten Städte in der Wirtschaftsregion Bergstraße mit flächendeckendem schnellen Internet mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde mittels Glasfasernetzverlegung zu versorgen.

Bei schönstem Sonnenschein fand nun die offizielle Inbetriebnahme des Breitbandnetzes mit Staatssekretär Mathias Samson, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL), auf dem Marktplatz in Hirschhorn statt. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Oliver Berthold, Stadt Hirschhorn, Bürgermeister Herold Pfeifer, Stadt Neckarsteinach, Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB und Simone Remdisch, Regio Managerin der Telekom Deutschland GmbH sowie Hans Howorka, Fachreferent Planen und Bauen der Telekom Technik GmbH.

Weitere Teilnehmer an der Veranstaltung waren: Birgit Heitland, Nachfolgerin von Peter Stephan als Mitglied des hessischen Landtages, Georg Matzner, Referatsleiter im HMWEVL, Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros des Landes Hessen, Hessen Trade & Invest GmbH, Erster Stadtrat Karlheinz Happes, Stadt Hirschhorn, Stadtrat Willi Dreher, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiß, Stadt Hirschhorn, Stadtverordnetenvorsteherin Eva Schückler, Stadt Neckarsteinach, Dagmar Cohrs, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Kommunalbetreuung der WFB, Berthold Passlack, Regionaler Breitbandberater bei der WFB und weitere am Projekt Beteiligte.

Die heutige Inbetriebnahme des Breitbandnetzes ist ein wichtiger Grundstein, um uns für die Zukunft fit zu machen, betonte Bürgermeister Berthold. Eine schnelle Verbindung zum Internet sei für das tägliche Leben grundlegend, denn es ermögliche beispielsweise Zugang zu Wissen und sei für auch die Arbeit der Firmen unabdingbar. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir das Vorhaben in so kurzer Zeit realisiert haben“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Pfeifer blickte zurück auf die Anfänge des Projekts und erinnerte an den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Neckarsteinach im Jahr 2014, nach dem die Bürgerinnen und Bürger flächendeckende Breitbandinfrastruktur bis 2017 erhalten sollten. Ab jetzt sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs, so der Rathauschef, der ebenso das Engagement und die Unterstützung der WFB bei der Realisierung des Vorhabens unterstrich. Das gesamte Neckartal ist dadurch noch attraktiver geworden, schloss er.

„Dass ab heute rund 4.000 Haushalte schnelles Internet von bis zu 50 Megabit pro Sekunde nutzen können, ist ein großer Erfolg vieler Beteiligter, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Samson. Einen erheblichen finanziellen Beitrag leisten die Kommunen; das Land Hessen und der Bund unterstützen sie dabei mit 578.000 Euro. Das tun wir, weil leistungsfähige Datenverbindungen entscheidende Standortfaktoren sind. Mit 78,3 Prozent haben fast vier von fünf hessischen Haushalten die Möglichkeit auf einen Breitbandanschluss von 50 MBit/s oder mehr; wir sind damit eins der am besten erschlossenen Flächenländer.