Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.

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Wissenswertes über Rothenbergs Alte Pumpe

Das wechselhafte Wetter ließ dieses Mal nicht so viele Ausflügler die Odenwald-Strecke nehmen. Beim Mühlentag am Pfingstmontag machten sich weniger Besucher als im vergangenen Jahr auf zum Industriedenkmal „Alte Pumpe“ an der Landesstraße zwischen Kortelshütte und Rothenberg. 2018 herrschte auch wirklich eine hervorragende Witterung, die den Aktiven vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) einen neuen Rekord bescherte. Zwei Mal im Jahr öffnet der VVR die Hütte für die Öffentlichkeit.

„Mich fasziniert, was vor über 100 Jahren technisch schon möglich war“, sagt VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke. Das Bauwerk hat für ihn „einen ganz besonderen Wert“, da es heutzutage in seiner Art einzigartig und Relikt einer vergangenen Zeit ist. Damals wurde viel Geld für die Herstellung des Wassernetzes in die Hand genommen, erzählt er.

Dass Rothenberg aufgrund der herrschenden Not an fließendem Nass nicht irgendwann abfackelte, „war reine Glückssache“, blickt Wilcke zurück. Deshalb legte sogar die Brandversicherung Ende des 19. Jahrhunderts noch etwas drauf, als es um die Leitungsverlegung ging. Unter der Bevölkerung gab es eine Umfrage, ob man sich für eine Summe X an das Netz anschließen wolle.

Mit der Pumpe war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich möglich, zuerst für Rothenberg und dann auch für Kortelshütte sowie Ober-Hainbrunn eine gesicherte öffentliche Wasserversorgung herzustellen, erläutert Wilcke. Denn der Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe beförderte das Nass vom Gammelsbachtal über 290 Höhenmeter hinauf in den Rothenberger Hochbehälter.

Schmunzelnd weist der VVR-Vorsitzende auch auf die schnelle Realisierung eines für damalige Zeiten Mammutprojekts hin, verglichen mit heutigen Großbaustellen wie dem BER oder Stuttgart 21. Geplant wurde seinen Worten zufolge ab Mitte 1898, im Jahr 1902 war bereits alles fertig. Die an diesem Tag gezeigte Power-Point-Präsentation über die Pumpe erarbeitete Oberzent-Schüler Philipp Foshag als Abschlussarbeit zusammen mit Wilcke.

In den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor „herrschte Wasserknappheit“, weiß der VVR-Vorsitzende. Durch den Sandsteinuntergrund versickerte das Wasser auf dem Berg sehr schnell. Auch Tiefbrunnen konnten die Misere nicht lösen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Stollen in den Felsen getrieben worden, um des kühlen Nass‘ habhaft zu werden. Im Unterdorf auf 400 Metern „ging das auch recht gut“, erzählt Wilcke.

Weiter oben nicht. Beschwerden über die unhaltbare Situation drangen bis nach Darmstadt. Dort wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eine Art „Konjunkturprogramm“ aufgelegt, um auch die abgelegenen Odenwald-Gemeinden ans öffentliche Wassernetz anzuschließen. Zupass kam den damaligen Ingenieuren, dass es auf 250 bis 270 Meter in beiden Tälern Tonschichten gab, auf denen sich das Wasser sammelte und ergiebige Quellen speiste.

„40 Meter unterhalb von diesen wurde der ‚Große Brunnen‘ im Gammelsbachtal gefasst“, so Wilcke. Die dortigen vier Bar Wasserdruck reichten, um mit dem Motor der Schweizer Firma Schmid das Nass fast 300 Meter in die Höhe pumpen zu können. „Das wurde nicht erst ausprobiert“, sagt er, sondern im Vorfeld „ingenieurmäßig durchgerechnet“, damit die Installation kein Reinfall würde.

„Dieser Wassermotor ist ein Unikat. Den gibt es nur noch ein weiteres Mal in Deutschland“, weiß er. Weil die Anlage so wartungsanfällig war, wurde sie 1904, zwei Jahre nach Fertigstellung, gleich ein zweites Mal installiert – damit immer eine in Betrieb sein konnte. Mit dem Druckwasser lässt sich die Energie gewinnen, führt Wilcke aus.

Nach dem Ausbau von Wassermotor und Pumpe aus dem alten Pumpenhaus im Tal des Clemensbrunnens auf Gammelsbacher Seite erfolgte Ende der 1990er Jahre die aufwändige Restaurierung durch den Verein Museumsstraße Odenwald. „Wir haben damals die Wasserwerke Zürich wegen Rat angefragt“, erinnert er sich. Die hatten aber ein jüngeres Schmid-Modell in Betrieb „und wünschten uns nur viel Glück“, meint Wilcke rückblickend lachend.

Info: Eine Besichtigung der Anlage ist nach Anmeldung bei Thomas Wilcke, Telefon 06275/1027, oder der Stadt Oberzent, Telefon 06068/7590-805, möglich. Erklärungen im Internet unter http://www.vvrothenberg.de/wassermotor/

 

Schmid’scher Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe:

Ähnlich einer Dampfmaschine drückt das Wasser auf die Kolben der zweizylindrigen Maschinen. Die Kolbenstangen übertragen die Bewegung und die Kraft auf die Kurbelwelle. Auf der einen Seite der Kurbelwelle sitzt das Schwungrad, auf der anderen Seite die Kupplung, die Motor und Pumpe miteinander verbindet. Beachtenswert ist die Steuerung der Wassermotoren durch die unterhalb der Zylinder angeordneten Schieber.

Die Zylinder sind mittels Zapfen in je zwei zur Zylinderachse parallele Stangen gelagert. Durch die Bewegung des Kurbelgetriebes werden die Zylinder in eine schwingende Bewegung versetzt.  Dadurch werden die Öffnungen der Kanäle an der Unterseite der Zylinder am kreisbogenförmigen Schieberspiegel abwechselnd mit der Öffnung des Druckrohres oder einer der beiden Öffnungen des Entleerungsrohres in Verbindung gebracht.

Der Zylinder füllt sich somit abhängig von seiner Lage entweder von vorn oder von hinten Da der Wasserdruck bestrebt ist, den Zylinder vom Schieberspiegel abzuheben, kann man mit der richtigen Einstellung der Schraube mit Handrad das Verhältnis zwischen Leckwasser und Schieberreibung optimieren.

Vielhundertköpfige Trauergemeinde nahm Abschied von Hans Heinz Keursten

Die Fassungslosigkeit ist auch noch über eine Woche nach dem Tod von Hans Heinz Keursten allgegenwärtig. Der 67-jährige Ehrenbürgermeister von Rothenberg war am 1. Juni überraschend gestorben. Die Trauerfeier in der Rothenberger Sporthalle bildete eine eindrucksvolle Würdigung seines Lebenswerks und der Person Keurstens, den seine Mitmenschen als jederzeit hilfsbereiten Mann mit einem offenen Ohr für alle schildern, offen, herzlich, hilfsbereit, ein Macher.

Die Erschütterung, die grenzenlose Trauer um einen geliebten Menschen, das Unverständnis über den früheren Tod dessen, der mitten im Leben stand, war mit Händen greifbar. Die meisten der vielhundertköpfigen Trauergemeinde dürften Keursten persönlich gekannt haben, denn er war ein stets gut gelaunter Mensch, in seiner rheinischen Art ein Kommunalpolitiker zum Anfassen, immer an vorderster Front, wenn es für „seine“ Gemeinde was zu bewegen galt.

Die Halle als Ort der Trauerfeier war mit Bedacht gewählt. Denn die Renovierung des 50 Jahre alten Gebäudes, teilweise ehrenamtlich durchgeführt, bildete das letzte große Projekt in Keurstens 18-jähriger Amtszeit als Bürgermeister der Höhengemeinde, ehe diese mit Beerfelden, Sensbachtal und Hesseneck zu Oberzent wurde. Als dessen Baumeister darf der nahe der niederländischen Grenze geborene zusammen mit seinen drei Bürgermeisterkollegen mit Fug und Recht bezeichnet werden.

„Hans Heinz, du wirst eine große Lücke hinterlassen“, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. „Wir werden in deinem Sinne weiterarbeiten.“ Und ganz persönlich meinte er, dem das Geschehene sehr nahe ging: „Hans Heinz, ich habe dir viel zu verdanken.“ Das Stadtoberhaupt bezeichnete ihn als „Mann mit Weitblick, der die Zeichen der Zeit erkannte“, als jemanden, „dessen Fachwissen und Erfahrung von unschätzbarem Wert waren“.

Die Nachricht des Todes ist für Kehrer, der praktisch sein ganzes Berufsleben in irgendeiner Form an Keurstens Seite war, „immer noch schwer zu begreifen“. Als „unermüdlich im Tatendrang und beispielhaft im Engagement“ bezeichnete er den Verstorbenen. Die Trauerfeier wurde umrahmt von den Posaunenchören, die vereinigten Chören der Gesamtgemeinde aus Kortelshütte, Ober-Hainbrunn und Rothenberg und zwei Lehrerkollegen von Angelika Gugau-Keursten.

Pfarrer Reinhold Hoffmann sagte in seinen bewegenden Worten: „Was selbstverständlich war, ist auf einmal zu Ende.“ Hans Heinz Keursten hatte auch nach seinem aktiven Politikerleben einen Platz in der Gemeinde. Ambivalenz war das Thema von Hoffmanns Fürbitte. Alle wünschten sich, dass die Dinge so bleiben wie sie sind, denn Veränderungen bringen Schmerzen. „Aber das Leben ist Veränderung.“

Der ehemalige Bürgermeister war zum einen Amtsperson, „zum anderen aber auch ein Freund“. Wenn samstags die Straße gekehrt wurde, war er dabei. „Das war quasi die öffentliche Sprechstunde“, so der Pfarrer. Eben noch war alles voller Tatendrang – und jetzt „Trauer, Schmerz, Fassungslosigkeit“, meinte Hoffmann, selbst jahrzehntelanger Weggefährte. „Hans Heinz will, dass ihr euren Weg geht“, sagte er an die beiden Kinder gerichtet.

„Hans Heinz wird nicht vergessen werden, wenn wir uns bei all unserer Trauer auch dankbar an die gemeinsam verbrachte schöne Zeit und gemeinsam erlebte Momente erinnern“, meinte sein ehemaliger Bürgermeisterkollege Thomas Ihrig. In der langen Zeit des beruflichen Miteinanders, das weit über letzten 20 Jahre hinausreichte, habe man Schritt für Schritt einen persönlichen Kontakt aufgebaut, „der von tiefstem Vertrauen, insbesondere aber von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt war“.

Wenn es sein musste, sagte Ihrig, „haben wir uns kritisiert, uns aber auch ermutigt und gestärkt“. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit, Bescheidenheit und Menschlichkeit zählte er unter anderem als Wesenszüge Keurstens auf. Die Summe, die Mischung aus diesen vielen guten Eigenschaften, „hat ihn so wertvoll für sein Umfeld, seine Mitmenschen gemacht“.

 

Stimmen

Egon Scheuermann (ehemaliger Bürgermeister von Sensbachtal): Hans Heinz hat sehr klare Kante gezeigt, wenn er von etwas überzeugt oder begeistert war. Immer wenn ich unsicher war, vor etwas Respekt hatte oder lieber die Finger davon gelassen hätte, sagte er: „Das geht, das kriegen wir hin, verlass dich drauf.“ Er hat angepackt – nicht gezögert. Hans Heinz war einfach ein toller Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte. Schade, dass es ihn nun in dieser Welt nicht mehr gibt.

Bernd Siefert (Leiter Oberzent-Schule): Der Hans Heinz hatte immer ein offenes Ohr für die Belange des Jugendfußballs in Finkenbach und der Gemeinde. Es war klasse, dass er seine Frau, eine Kollegin an der Oberzent-Schule, nach seiner Pensionierung auf Schultheaterfahrten begleitete.

Christian Niesen (Ortbeirat Finkenbach): Er hat mich in das Vokabular der Lokalpolitik eingeführt. Hans Heinz war ein toller Mentor, bei dem immer lösungsorientiertes Handeln und Denken im Vordergrund standen, daneben war er auch ein zuverlässiger Helfer im Schwimmbad.

Gottfried Görig (ehemaliger Bürgermeister Beerfelden): Seit dem Jahr 2000, nach meiner Wahl, bestand eine mehr als kollegiale Verbindung. Nicht nur in der Oberzent, auch in unserer Bürgermeisterkreisversammlung war Hans Heinz mit seinen Redebeiträgen und auch mal kritischen Fragestellungen ein geschätzter Kollege. Dabei hat er mit seiner rheinischen Art ab und zu auch bei ernsten Themen für Erheiterung gesorgt.

Rüdiger Seip (langjähriger Feuerwehrvorsitzender in Finkenbach): Hans Heinz hatte immer ein offenes Ohr für alles. Die Vereine, nicht nur die Feuerwehren in der Gemeinde, lagen ihm sehr im Herzen. Und eines kann man mit Sicherheit sagen, wenn es was zu arbeiten gab wie etwa am Freiwilligentag, packte er mit an und machte nicht auf Bürgermeister. Da war er „einer von uns“.

Andrea Koch (Leiterin Kindergarten Rothenberg): Zukunft gestalten begann für ihn ganz früh – in der Kita. So tanzte er mit den Kindern vergnügt an Fasching oder am Nikolausfest und sein Büro stand für Fragen die die Kinder an ihren Bürgermeister hatten immer offen. Die Kinder ernst nehmen, ihnen zugewandt sein war für ihn gelebte Demokratie. Ein Bürgermeister zum Anfassen.

Thomas Ihrig (ehemaliger Bürgermeister Hesseneck): Ich bin sehr dankbar, dass sich zwischen ihm und mir in der langen Zeit, in der wir uns kennen, neben dem beruflichen auch ein privater Kontakt entstanden ist, der von viel Achtung, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt war. Er war immer ein guter Ansprech- und Gesprächspartner.

Wilfried Friedrich (Vorsitzender MGV Ober-Hainbrunn): Als die Hainbrunner „Brunnengemeinschaft“ zur 650-Jahr-Feier 1999 die Überlegung hatte, den alten Dorf- und Viehtränke-Brunnen am Himmelreichweg am alten Platz wieder neu entstehen zu lassen und eine komplette Brunnenanlage zu erbauen, war Hans Heinz einer der ersten Helfer. Damals noch als designierter Bürgermeister. Mit Hacke und Schaufel half er mehrmals samstags tatkräftig mit, diese schöne Anlage entstehen zu lassen.

 

 

Erweiterung des Therapiezentrum: Ortsbeirat soll gehört werden

Das Therapiezentrum Janowicz muss noch ein wenig länger auf seine Erweiterung warten. Erst wurde die Beratung im Bauausschuss vertagt, weil die Architektin erkrankt war, dann folgte ein Vor-Ort-Termin, worauf der vorhabenbezogene Bebauungsplan noch einmal seinen Weg auf die Ausschuss-Tagesordnung fand. Danach wurde die Entscheidung auf Neue aus formalen Gründen vertagt, um den Ortsbeirat Beerfelden einzubinden. Eigentlich war geplant, in den Stadtverordneten-Versammlung den Bebauungsplan abschließend zu behandeln und den Aufstellungsbeschluss zu fassen.

Doch zwischen der Sitzung des Bauausschusses und der Stadtverordneten wurde Bürgermeister Christian Kehrer auf eine neue Situation aufmerksam gemacht: Vor der Fusion diente der Magistrat von Beerfelden quasi als Ortsbeirat, weil es für die Kernstadt keinen gab. Seit der letzten Oberzent-Kommunalwahl existiert allerdings ein solches Gremium. Das soll nun, wie es Paragraf 82 der hessischen Gemeindeordnung für alle „wichtigen Punkte“ vorsieht, aus formellen Gründen dazu gehört werden, bevor ein endgültiger Beschluss gefasst wird.

Wie Stadtbaumeister Peter Bauer erläuterte, wurden den dortigen Mandatsträgern nun die notwendigen Unterlagen mit Plan und Begründung zugeschickt. Quasi in der „Roh-Variante“, denn die Empfehlungen des Bauausschusses sind nicht mit eingepflegt. Dieser sprach sich unter anderem für Milchglasfenster und ein Nutzungsverbot der entstehenden Terrasse aus. Es wurde allerdings der redaktionelle Fehler verbessert, weil zuerst von einem Mischgebiet die Rede war, wo sich ein allgemeines Wohngebiet befindet.

Bürgermeister Kehrer sah das Verschulden für den langen Prozess „nicht bei der Stadt“. Er verdeutlichte, dass das Verfahren rechtssicher sein soll. Im bestehenden Janowicz-Gebäude an der Gerhard-Hauptmann-Straße soll nach Auskunft von Bauer eine Kältekammer entstehen, in der besonders schmerzempfindliche Patienten behandelt werden können. Die dafür notwendigen Sanitärräume sind als Anbau im Untergeschoss geplant, der dem Stadtbaumeister zufolge aber nur zu einem Drittel aus der Erde ragt.

Wie er erläuterte, forderte das Kreisbauamt für die Maßnahme einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, um Unklarheiten und Streitigkeiten möglichst aus dem Weg zu gehen. Nach der Baunutzungsverordnung sei das Vorhaben in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig, ähnlich wie ein Kindergarten oder eine Gaststätte. Deshalb gehe es bei der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange auch nicht um die baulichen Angelegenheiten, sondern das Drumherum, so den Autoverkehr oder wildes Parken. Entsprechendes hatten Anwohner in ihren Einwendungen vorgebacht.

Ein Stellplatznachweis, so Bauer, sei in spe auch über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan möglich. Was dort drinstehe, „muss Wort für Wort umgesetzt werden“, hob er hervor. Deshalb sah er ein solches Vorgehen für Bürger und Anwohner von Vorteil. „Gerechter kann man ein Verfahren nicht machen“, sagte er. Denn in einem „normalen“ Bebauungsplan wäre eine bestimmte Zielsetzung nicht möglich.

Der Chef des Stadtbauamts wies außerdem darauf hin, dass keine zusätzlichen Therapieplätze und –formen geplant seien, sondern sich lediglich das Angebot verändere. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll gleich bleiben. Die Abwägung des Für und Wider, quasi die „politische Entscheidung“ über die Erweiterung, obliegt dann den Stadtverordneten, wenn der Ortsbeirat seine Stellungnahme abgegeben hat. Bauer erwähnte darüber hinaus das öffentliche Interesse an diesem Vorhaben. Denn das Therapiezentrum habe einen Bekanntheitsgrad weit über Beerfelden hinaus.

 

 

Das Therapiezentrum Janowicz gibt es seit 1982. Start war mit einer kleinen medizinischen Bäder- und Massagepraxis. In der heutigen Tagesklinik für ambulante Rehabilitation werden orthopädisch-traumatologische Verletzungen und Erkrankungen behandelt. Das gesamte Spektrum physiotherapeutischer und physikalischer Behandlungsmethoden wird angeboten. Zusätzliche Leistungen für Regeneration, Prävention und Therapie runden das Angebot ab. Die Tagesklinik verfügt über ein interdisziplinäres Team aus hochspezialisierten Fachkräften für den Bereich der orthopädischen Rehabilitation und umfasst derzeit 25 Mitarbeiter.

Oberzent-Schule setzte „ein Zeichen für Fremdenfreundlichkeit“

Die Stiftung der ehemaligen Lehrerin Johanna Käpernick-Krämer machte es möglich: Die Klasse 7a organisierte mit den Lehrerinnen Conny Frank und Derya Özdemir einen „Sporttag für Fremdenfreundlichkeit“, der sogar das Interesse des hessischen Rundfunks auf sich zog. Die Fußballer-Zwillinge Justin und Patrice Kabuya aus der U19 von Eintracht Frankfurt wurde nach Beerfelden eingeladen. Sie kamen zusammen mit ihrem Vater Jean Kabuya an die Oberzent-Schule.

Die Schüler wollten mit ihrem Projekt ein Zeichen für Fremdenfreundlichkeit setzen. Da es sich um eine sportbegeisterte Klasse handelt, wurde schnell die Idee entwickelt, im Rahmen eines Sporttages bekannte Sportler mit Migrationshintergrund einzuladen. Der Kontakt zu den jungen Fußballern kam durch Derya Özdemir zustande, die mit der Schülerverwaltung und der siebten Klasse von Conny Frank gemeinsam in kurzer Zeit ein Sportfest mit dem Schwerpunkt Fußball auf die Beine stellte.

Als Vorbereitung entwickelten alle Klassen ein Poster mit ihrem eigenen Statement, um sich mit der Thematik intensiv auseinanderzusetzen. Neben Fußballturnieren für alle Jahrgänge gab es ein Interview mit den Zwillingen und ihrem Vater, eine Autogrammstunde und die Vorstellung der Kicker mit DJ Leon Volk.

„Mit den Plakaten werden Zeichen gesetzt“, betonte Conny Frank. Vater Jean Kabuya, aus dem Kongo stammend, schnappte sich ein Plakat mit der Aufschrift: „C’est le caractère qui compte“ (auf den Charakter kommt es an). Es folgte dann ein Fußballturnier mit den jugendlichen Promi-Kickern. Jede Klasse erhielt, passend zu den Plakaten als Ausdruck von Vielfalt, bunte Bälle. Die konnten auch für Autogramme genutzt werden.

Johanna Käpernick-Krämer, die ihre Stiftung mit 50.000 Euro ausstattete, zeigte sehr zufrieden mit dem ersten Projekt, seit sie diese ins Leben gerufen hatte. „Besonders liegt mir am Herzen, dass sich die Schüler gegen Gewalt, Krieg, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Neonazismus engagieren“, hob sie hervor. Das Kabuya-Trio wiederum war begeistert von der positiven Atmosphäre in der Oberzent-Schule. Papa Jean meinte: „Ich bin ganz geflasht, wie herzlich wir empfangen wurden.“

Die Kabuya-Jungs haben ihren Worten zufolge das Glück, „bisher meist positiv empfangen und aufgenommen worden zu sein“ – sowohl in ihrer Schulzeit als auch im privaten Umfeld und auf dem Fußballplatz. Bei Bemerkungen, die sich auf ihre Herkunft beziehen, „reagieren sie cool und gelassen“, erläuterte der Vater. Die Zwillinge gaben den Rat, selbst immer offen und freundlich auf die Mitmenschen zuzugehen.

Auch in der Siebener-Klasse wurde der Umgang mit Jugendlichen intensiv angesprochen, die einen Migrationshintergrund haben. Es entstand dabei der Eindruck, „dass sich erfreulicherweise die meisten Schüler gut integriert und akzeptiert fühlen“, bilanzierte die Pädagogin Frank. Wenn der Tag zum Nachdenken und Diskutieren anregte, „dann war es ein voller Erfolg im Sinne des Projekts“, freute sie sich: nämlich ein Zeichen zu setzen für Fremdenfreundlichkeit.

Eine Schülerin meinte stellvertretend für andere: „Ich liebe meine Schule. Es war toll, dass solch ein Event bei uns möglich ist. Wir sind stolz, wir haben ein Zeichen gesetzt.“ Schulleiter Bernd Siefert betonte im Interview mit dem Hessischen Rundfunk das Leitbild der Lernanstalt: „Wir begegnen uns mit Respekt, Wertschätzung und Empathie.“ Der Podcast ist unter www.hr4.de/programm/podcast/rhein-main/oberzent-schule-beerfelden-aktiv-fuer-fremdenfreundlichkeit-290519-1530h,podcast-episode46778.html nachzuhören.

 

 

Johanna Käpernick-Krämer war seit 1983 bis zu ihrer Pensionierung 2009 Pädagogische Leiterin an der Oberzent-Schule Beerfelden. Sie ist auch heute noch als Vorsitzende des Fördervereins aktiv und bringt sich tatkräftig ein. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie deren Haus in Darmstadt verkauft und eine Stiftung über 50.000 Euro für die Oberzent-Schule ins Leben gerufen. Davon werden jedes Jahr 4000 Euro zur Verfügung gestellt – in der Erwartung, dass die Antragsteller selbst zehn Prozent der Kosten aufbringen. In diesem Jahr werden insgesamt drei Projekte bezuschusst: außer dem hier genannten die Fahrt nach Dachau der Neunt- und Zehntklässler und die Erforschung der Situation der Juden in Beerfelden.

Viele Teilnehmer bei herrlichem Wetter auf der Strecke

Fast war es einen Tick zu heiß, aber auf der Höhe ging ein schönes Lüftchen. Dazu noch die vielen Waldpassagen: Beste Bedingungen für den Rad- und Inlinertag. Somit war klar, dass es an den beiden Ende der Strecke, auf dem Rothenberger Metzkeil und am „Delta Parcours“ bei Beerfelden, wieder ein volles Haus geben würde. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) auf der einen und der SV Gammelsbach auf der anderen Seite kümmerten sich dort mit ihren Mitgliedern um die vielen Besucher, zu denen nicht nur Radler zählten.

„Das ist inzwischen schon fast ein Dorffest“, freute sich Rothenbergs VVR-Vorsitzender Thomas Wilcke. Auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden gab es einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inline-Skater bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe, sind aber trotzdem immer mal wieder vertreten. Zum 15. Mal stellte die Stadt Oberzent die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung.

Damit sich auch Motorradfahrer ans Durchfahrtverbot halten und nicht wie in den vergangenen beiden Jahren Absperrungen zur Seite räumen und trotzdem durchbrausen, war bereits morgens Stadtpolizist Nabil El-Kadi zur Stelle. Dessen Fahrzeug am Streckenbeginn machte gehörig Eindruck, sodass es dieses Mal wirklich unmotorisiert zuging.

Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten (oder das E-
Bike nutzten), um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen. Vom Pimpf bis zum Großvater war dann auch wirklich alles unterwegs.

Weit über 20 VVR-Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Besonders die Vereinsfrauen brachten sich kräftig ein. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. „Es ist fast noch mehr los als im vergangenen Jahr“, meinte Wilcke. Und das war bereits gut besucht.

Natürlich bilden immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet, das die Rothenberger Frauen zusammen mit einheimischen Kuchenspendern gezaubert hatten, und trinken gemütlich ihren Kaffee. Inliner-Pfanne mit Schweingeschnetzeltem und Pilzen als eher deftige Kost oder Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft. Für den VVR bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude für die leckeren Speisen der heimischen Metzgerei wird schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“, so Wilcke.

Sein prüfender Blick zeigte: „Viele kommen auch von außerhalb“, hat die Veranstaltung längst überregionale Züge über Oberzent hinaus. Für den VVR ist es neben dem Maifest der größte Event im Jahreslauf. Dieses fand vor kurzem das erste Mal in der Sporthalle statt, um dem wechselhaften Wetter zu begegnen. Eine gute Wahl. „Das machen wir wieder so“, betonte Wilcke.

In Beerfelden war der SV „sehr zufrieden mit dem Andrang“, sagte Frank Leutz. Eine gute Idee war es, Zweirad Stellwag aus Erbach mit ins Boot zu holen. Der Betrieb führte kleinere Reparaturen an den Rädern durch und informierte über die neuesten Radtrends, die immer mehr Richtung E-Bike gehen. Der SV beteiligte sich zum dritten Mal – „und jedes Jahr wird’s besser“, freute sich Leutz. Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft seinen Worten nach super. Denn quasi „mitten im Wald“ ist der Verein auf Frischwasser, Strom und Beschilderung angewiesen.

 

 

Info: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Rothenberg beteiligt sich wieder am Deutschen Mühlentag. Am Pfingstmontag, 10. Juni, wird von 11 bis 18 Uhr das Industriedenkmal „Alte Pumpe“ an der Landesstraße zwischen Kortelshütte und Rothenberg geöffnet. Da das normalerweise parallel stattfindende Posaunenchorfest ausfällt, lädt die VVR die Bevölkerung als Alternative an die Alte Pumpe ein.

Bestürzung über den plötzlichen Tod von Hans Heinz Keursten

Große Bestürzung in Oberzent und weit darüber hinaus: Am Samstag verstarb völlig unerwartet der frühere Rothenberger Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Er wurde 67 Jahre alt. Keursten war 18 Jahre lang Rathauschef des Höhenortes, der am 1. Januar 2018 mit Beerfelden, Hesseneck und Sensbachtal zu Oberzent fusionierte. Er gilt mit seinen drei Kollegen Gottfried Görig, Thomas Ihrig und Egon Scheuermann als Architekt dieses zukunftsweisenden Zusammenschlusses.

Bei der Verabschiedung der früheren Gemeindeoberhäupter wurden diese im vergangenen Herbst von Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch als die „vier Weisen aus Oberzent“ bezeichnet. Denn sie wussten, dass sie die zukünftig anstehenden Aufgaben einzeln nicht stemmen können. Deshalb trieben sie gemeinsam mehr als zehn Jahre die erste freiwillige Fusion nach der Gemeindereform voran, die von den Bürgern vor drei Jahren mit großer Mehrheit beschlossen wurde.

Hans Heinz Keursten wurde in Wankum an der niederländischen Grenze geboren. Seine Ausbildung begann er erst 14-Jährig 1966 bei der Heimatgemeinde. Zwölf Jahre war er anschließend ab 1969 in Wachtendonk tätig. Dann sollte ab 1981 für zehn Jahre die Stadtverwaltung von Neukirchen-Vluyn seine berufliche Heimat sein.

1991 zog es Hans Heinz Keursten dann in den Odenwald, „wegen seiner Leidenschaft für den Fußball und die Liebe zu seiner Frau Angelika“, wie es in einer Würdigung anlässlich seines 50. Jubiläums im öffentlichen Dienst hieß. In Bad König verantwortete er bis Anfang 2000 die städtischen Finanzen. Im Spätjahr 1999 wurde der damals 47-Jährige, in Finkenbach wohnhaft, gleich im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Rothenberg gewählt. Mit eindrucksvollen, hohen Mehrheiten von über 90 Prozent folgte bei zwei weiteren Urnengängen 2005 und 2011 die Bestätigung.

Während der 18 Keursten-Jahre wurde viel geleistet: Investitionen in die Infrastruktur, Straßenbau-Maßnahmen, Dorferneuerungen, Baugebietserschließungen, Brückenbau und -erneuerungen, Rückhaltebecken und vieles mehr. Etwa Hoch- und Finkenbacher Straße, Durchfahrt Ober-Hainbrunn oder Baugebiet Feldstraße. Auch die Dorferneuerung Finkenbachs wurde unter seiner Ägide durchgeführt.

Das letzte große Projekt des ehemaligen Bürgermeisters war der Umbau der Sporthalle, den das Gemeindeoberhaupt wie auch viele andere Maßnahmen als Baufachmann selbst plante. Die kurz vor seiner Pensionierung gestartete Erschließung des Neubaugebiets Alt-Schulzenfeld betreute er auch noch darüber hinaus. Mit hohem Engagement setzte er sich in seinem Heimatort für den Ausbau des Kindergartens, den Erhalt der Grundschule sowie Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen ein. Nach den Ortsbeiratswahlen im vergangenen Jahr übernahm er das Ehrenamt des Ortsvorstehers von Finkenbach, Hinterbach und Raubach.

Vor mehr als zehn Jahren war Keursten mit seinen Kollegen federführend bei der Gründung des Kommunalservices Oberzent. Der gilt als Initialzündung für die Oberzent-Fusion und deren Verwirklichung. Nicht nur im Rahmen der Fusionsgespräche wurde Hans-Heinz Keursten in Kreis und als stets engagierter und verlässlicher Gesprächspartner geschätzt. Seine Meinung als Fachmann war immer gefragt, seine joviale rheinische Art ließ ihn immer leicht mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Mit seiner Frau Angelika Gugau und den beiden Kindern trauert die ganze Stadt.

 

Zur Person: Hans Heinz Keursten

1952: geboren in Wankum/Nordrhein-Westfalen, an der niederländischen Grenze

1966-1969: Ausbildung Verwaltungslehre in Wankum

1969: Verwaltungsangestellter Wankum

1969-1981: Verwaltungsangestellter in Wachtendonk

1981-1991: Verwaltungsangestellter Neukirchen-Vluyn

1991-2000: Verwaltungsangestellter Bad König

2000-2018: Bürgermeister von Rothenberg mit Wiederwahl in 2005 und 2011

Ab 2018: Ortsvorsteher von Finkenbach, Hinterbach und Raubach