„Palito Aché“ bringt Latin an den Neckar

Weil es vor zwei Jahren so schön war, bietet die Kunstpflege Hirschhorn am Sonntag, 28. Juli, um 17 Uhr beim Sommerfest im Garten des Ateliers von Jens Hafner wieder Latinmusik. Pablo Pellecer Flores und Marcos Gutierrez von „Palito Aché“ spielen in der Brentanostraße 8, Hirschhorn, auf. Palito Aché ist bekannt dafür, dem Erbe der kubanischen Musikkultur gerecht zu werden und nicht nur eine Partyband zu sein. Die Gruppe versteht sich gerne als ein Ausdruck dieser Vielfältigkeit.

Das musikalische Fundament der kubanischen Musik sind die Wurzeln, die tief im kulturellen und religiösen Leben des Landes verwurzelt sind. Vermischt wurden diese Klänge mit der Musik der spanischen Kolonialherren. Ess entstanden verschiedene populäre Stilarten kubanischer Folkloremusik wie Yambu, Columbia, Guaguanco, Sucu-Sucu oder Changüí. Weitere aktuelle Stile sind Son, Songo, Timba, Salsa oder Merengue. Es darf also getanzt werden.

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Im Finkenbacher Freibad findet jeder ein freies Plätzchen

Wenn es heiß wird und in der Ebene die Freibäder überlaufen sind, dann ist das Finkenbacher Open-Air-Bad im Odenwald-Tal ein Geheimtipp. Es kommt ganz selten vor, dass sich hier die Menschen drängen. 100 bis 200 Besucher an einem schönen Sommertag sind der Schnitt, schätzt Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der beim Kiosk-Betrieb seine Frau Mareike unterstützt. Somit lassen sich problemlos ungestörte Runden im 25 auf zwölf Meter großen Becken drehen.

Von Familien mit Kindern wird daneben das Planschbecken unter dem Sonnensegel geschätzt, wo der Nachwuchs ohne Sorge vor einem Sonnenbrand herumtollen kann. Der Spielplatz direkt vor dem Gelände ist ebenfalls immer einen Ausflug wert, seitdem dort die Geräte erneuert und erweitert wurden. Mareike Niesen verkauft im Auftrag der Stadt die Eintrittskarten, der HVV kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Bauhof um die Pflege der Grünanlage.

Der Verein koordiniert außerdem den Einsatz der freiwilligen Badeaufsichten. „Fünf neue kamen in diesem Jahr dazu“, freut sich Niesen. Die versehen ihren Job ehrenamtlich lediglich gegen Verpflegung mit Essen und Trinken. Eine entsprechende Flyer- und Plakataktion des Vereins im Frühjahr hatte somit den gewünschten Erfolg.

Dass man in Finkenbach an schönen Tagen halb Hirschhorn begrüßen kann, ist schon gute Tradition. Auch aus dem Überwald kommen schon länger Gäste nach Oberzent. Neu sind aber die Ruhesuchenden aus Heidelberg, Weinheim, Neckargemünd oder Walldorf, die der drangvollen Enge ihrer Bäder entfliehen und sich auf der Liegewiese nicht dicht an dicht aufhalten wollen. Dazu kommt, beobachtet Niesen, dass anscheinend in den großstädtischen Schwimmbädern das Gewaltpotenzial mancher Jugendgruppen zunimmt.

In Finkenbach geht alles unkompliziert zu. Sollte das Wetter morgens schlecht sein oder gegen Nachmittag der Himmel zuziehen, wird eine spätere Öffnung oder frühere Schließung über Facebook (siehe unten) und WhatsApp kommuniziert. In eine entsprechende Gruppe des Messenger-Dienstes kann man sich vor Ort aufnehmen lassen (wegen Datenschutzbestimmungen nur direkt im Bad selbst).

Eine Anregung aus dem vergangenen Jahr wurde in dieser Badesaison umgesetzt: Für Geflügel, also Chicken Nuggets, Chili-Bällchen und Burger, wurde eine separate Fritteuse angeschafft, um einen Schweinefleisch freien Genuss zu ermöglichen. Und wer’s gänzlich fleischlos will, kann sich an den vegetarischen Flammkuchen halten. Eis geht natürlich im Sommer neben dem regulären Angebot besonders gut.

 

 

Info: Das Finkenbacher Freibad ist in den Ferien regulär jeden Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Änderungen werden auf www.facebook.com/FreibadFinkenbach/ oder über eine Schwimmbad-WhatsApp-Gruppe bekannt gemacht.

Birnen, gebrannt für Oberzenter Helden

„Gereift auf Oberzenter Hügeln, geerntet von Oberzenter Händen, gebrannt für Oberzenter Helden“: Dahinter verbirgt sich eine süffige Idee von Achim Schäffler, Ehrenamtliche „hinter den Kulissen“ für ihr beständiges Engagement in der neuen Stadt zu würdigen. Nämlich mit einem Birnen-Edelbrand, den es nur in einer Abfüllung von 300 Flaschen gibt. Die ersten 15 Helfer aus der zweiten Reihe erhielten nun ihr ganz eigenes Exemplar.

Im vergangenen Frühjahr hatte Schäffler die Idee, anlässlich der Fusion etwas Gemeinsames und Neues zu kreieren: einen Birnen-Edelbrand von Bäumen aus so vielen Ortsteilen wie möglich. Denn es sollte etwas sein, „was die Region symbolisiert“. Dazu zählt er die Birne mit dem „Parfüm der Oberzent“. Das Obst erfüllte alle Voraussetzungen. Ihm war daran gelegen, das Zusammenwachsen von der großen, politischen Ebene runterzuziehen auf die dörfliche, menschliche in den 19 neuen Stadtteilen und die Zusammengehörigkeit zu stärken. „Eine Initiative der Kommunalpolitik für die Bürger“, betont er.

„Die Zustimmung war und ist sehr groß“, stellt Schäffler fest. Um die 30 Helfer aus den verschiedenen Orten trugen das Obst in großer Menge zusammen und schafften es zur Verarbeitung nach Olfen. 1700 Liter Maische kamen bei der Brennerei Jahn-Kellermann an. Zwischenzeitlich wurde dann alles wieder in Achim Schäfflers Garage zum Gären geschafft und aufs Neue nach Olfen.

Die alkoholische Gärung ist dem Apotheker natürlich bekannt, aber für den Rest „habe ich mich bisschen eingelesen“ und zusätzlich den Fachmann gefragt. Das Ganze ist augenscheinlich bestens gelungen, konnten sich Interessierte bei einer Verkostung überzeugen. Es entstanden 113 Liter des 41-prozentigen Schnapses, abgefüllt in 300 Flaschen zu je 0,35 Liter. Jede hat ihre eigene Nummer und ist damit ein Einzelstück.

„Brandneu“ steht auf dem Etikett, das ebenfalls in Oberzent-Brainstorming entstand. Somit ist „von der Birne bis zur Flasche“ alles durch die Händen der fleißigen Helfer aus der fusionierten Stadt entstanden. „Hier gewachsen, hier geerntet, hier gemaischt, hier gebrannt, mit reinstem Hinterbacher Wasser eingestellt, hier abgefüllt, hier das Etikett entworfen … alles von hier“, erläutert Schäffler.

Der Jahrhundert-Sommer 2018 hat sein Übriges dazu beigetragen, „dass wir jetzt etwas ganz Besonderes haben“, schildert Claus Weyrauch die Bemühungen. Bei den Birnen handelt es sich um sehr alte Sorten, die in den vergangenen Jahren kaum Beachtung erfahren haben, „aber für unsere Region ganz charakteristisch sind“.

Die Idee hinter der Aktion ist, „dass man den Brand nirgends kaufen kann“, sondern er Personen als Geschenk übereicht wird, die sich durch Außergewöhnliches hervorgetan haben. Dazu kann das Ehrenamt zählen, aber auch besondere Hilfe anderen gegenüber oder kreative Leistungen, die über Oberzent hinaus Beachtung finden. „Den Brand muss man sich ehrenamtlich erarbeiten“, lacht der Ideengeber. „Die Auflage ist limitiert, jeder bekommt ein Unikat, auf das er stolz sein kann.“

Über einen Aufruf an die Mandatsträger auf Stadt- und Ortsebene kamen nun die ersten Geehrten zusammen. Es wurden viel mehr Namen genannt, als in einem ersten Durchgang ausgezeichnet werden konnte. „Das ist großartig“, freut er sich. Es werden daher wohl weitere Auszeichnungen folgen, schätzt Schäffler.

„Es soll damit ein Anreiz auch für andere geschaffen werden, ebenfalls Außergewöhnliches zu tun“, hebt der Initiator hervor. „Tradition, alte Sorten, gemeinsame Wurzeln“ verbindet er mit den städtischen Hügeln. „Die Leute helfen sich gegenseitig, sind zupackend, wollen was Gemeinsames erreichen“, steht für die Hände.

Die Idee ist, daraus eine wiederkehrende Veranstaltung zu machen, sie quasi zu institutionalisieren und immer mal wieder Personen für Außergewöhnliches zu ehren. In die Zukunft gedacht suchen die Initiatoren einen interessierten Verein oder Person eine, die das Projekt weiterführen, „damit die Sache nicht im Sande verläuft, wenn die Flaschen verschenkt sind“.

 

 

Die ersten 15 Geehrten

Kategorie Dorfentwicklung: Josef Pokoy (Hesselbach), Willi Maurer (Falken-Gesäß), Georg Herbert Ihrig (Schöllenbach), Edmund Schnetz (Kailbach), Frieder Götz (Rothenberg)

Kategorie Kultur: Iris Thierolf (Etzean)

Kategorie Menschen helfen Menschen: Hans-Peter Fink (Rothenberg), Brigitte Schanbacher (Beerfelden), Cornelia Frank (Erbach), Gerhard Friedrich (Beerfelden), Bruno Lindy Angert (Olfen), Anja Krautschneider (Airlenbach)

Kategorie Wirtschaft: Daniel Pracht (Falken-Gesäß)

Kategorie Vereinswesen: Freiwillige Feuerwehr Kortelshütte (Timo Fink), Verein Waldseebad Beerfelden (Ina Bottelberger)

Jugendförderverein bündelt Fußball-Aktivitäten

Oberzent als Vorreiter: In der neuen Stadt wurde jetzt der erste Jugendförderverein des Odenwaldkreises gegründet. In ihm bündeln sieben Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Ziel ist es, ab der Saison 2020/21 Mannschaften von den A- bis G-Junioren in die Wettbewerbe zu schicken. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern.

Das Orga-Team mit Sebastian Siefert, Hartmut Beisel, Marcel Daub und Steffen Ulrich ging vor etwa einem Jahr an die Vorbereitung. Denn in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen, schilderte Beisel vom SV Beerfelden. Der ist neben FC Finkenbachtal, SV Gammelsbach, TV Hetzbach, SG Rothenberg, TSV Sensbachtal und Türkspor Beerfelden einer der Partner.

Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig. Denn logischerweise, so Beisel, standen für die beteiligten Einzelvereine erst einmal die eigenen Interessen im Vordergrund. „Wir haben dann überlegt, wie sich das verbessern lässt“, schilderte er.

Heraus kam der Gedanke, einen eigenständigen Verein für Jugendfußball zu gründen. In den verschiedenen Vortreffen wurden die Vereinsvertreter mit ins Boot genommen. „Wir haben vieles schnell erreicht“, freute sich der SV-Mann. Über einen Kooperationsvertrag wird die jeweilige Mitwirkung im JFV Oberzent vertraglich geregelt. Der soll offiziell zu Beginn des neuen Jahres an den Start gehen, damit zur kommenden Runde alles steht.

Sebastian Siefert dankte den beteiligten Vereinen „für die schnelle und positive Einigung“. Es gab zehn Organisationstreffen im Vorfeld, dann „nur“ zwei mit den Vereinsvorständen und der neue Verein war im Sack. „Die sind uns sehr entgegengekommen“, war die Kooperationsbereitschaft groß. Er hätte, schmunzelte Siefert, „mehr Widerstand erwartet“.

Es gab noch ein zusätzliches Bonbon: Der neue Verein bekommt von seinen Gründervätern mehr Geld zur Verfügung gestellt, als die Organisatoren gedacht hatten. Der offizielle Startschuss war das eine, „die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst“, meinte Siefert. Ziel sei es, in allen Altersklassen eine Mannschaft zu melden und mit Großfeldteams auch höherklassig zu spielen.

Mittelfristig, sagte er, werde mit dem JFV die Qualität verbessert, da man als Verein andere Möglichkeiten habe, an qualifizierte Trainer zu kommen. Siefert zeigte sich optimistisch, in spe auf genügend Betreuer zurückgreifen zu können. Zwar ist die Vereinsbindung nicht mehr wie früher, aber wenn die eigenen Kinder kicken, „ist vielleicht einfacher, die Eltern zur Mitwirkung zu bewegen“. Robin Hemberger vom SVB bezeichnete die Entwicklung als „alternativlos“. Dem Orga-Team sprach er seinen großen Danke für die viele Arbeit aus.

Bürgermeister Christian Kehrer wertete die Zusammenarbeit im JFV als „Schritt in die richtige Richtung“. Die Stadt werde ihren Beitrag dazu in Form einer Anschubfinanzierung leisten. Eine freiwillige Fusion, so Kehrer mit Blick auf den Oberzent-Zusammenschluss, „ist immer zielführend“. Den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis begrüßte ebenfalls Kreisjugendwartin Birgit Johe. „Das macht es organisatorisch um einiges einfacher“, erläuterte sie. Denn die Spielgemeinschaften müssten jedes Mal aufs Neue gemeldet werden.

 

Info: Der neue Jugendförderverein (JFV) 2020 Oberzent wird im Herbst bei einer Info-Veranstaltung allen Interessierten vorgestellt.

 

Oberzent will eine „Smart City“ werden

Die Stadt will „Smart City made in Germany“ werden. Der Vorteil der Teilnahme am entsprechenden Förderprogramm: Die Digitalisierung der Verwaltung wird mit mindestens 65 Prozent der Kosten bezuschusst. Wenn eine Kommune als „arm“ eingestuft wird, dann sind es sogar 90 Prozent. „Ob wir arm genug sind, muss sich noch zeigen“, meint Bürgermeister Christian Kehrer mit etwas Galgenhumor. Denn das Land hat ja bekanntermaßen eine andere Definition von bedürftigen Gemeinden als diese selbst.

Digitalisierung innerhalb der Verwaltung ist laut Kehrer „dringend notwendig“. Nicht nur um den Bürgern Wege abzunehmen und das Verfahren unkomplizierter zu gestalten, sondern auch aufgrund der E-Government-Gesetze. Der Odenwaldkreis will die Aufgabe gemeinsam stemmen und sich mit seinen angeschlossenen Gemeinden um Aufnahme ins Programm bewerben.

Es ist wie in anderen Bereichen auch, bedauert der Bürgermeister. Durch das Online-Zugangsgesetz werden den Kommunen neue Aufgaben übertragen, „ohne dass deren Umsetzung durch adäquate Finanzmittel kompensiert wird“. Mit dem „Smart-City“-Programm könne man der Digitalisierung „nicht nur reaktiv, sondern gestaltend begegnen“, betont er. Positiver Nebeneffekt: Die Effizienz der Verwaltung wird erhöht.

Das Stadtoberhaupt verspricht sich davon auch eine höhere Attraktivität der Stadt. Da geht es dann um eine bessere Online-Auffindbarkeit, Reservierungs- und Lieferdienste oder Stärkung von Einzelhandel und Gastronomie. Natürlich spielt ebenso die Vernetzung des touristischen Angebots eine Rolle wie die Optimierung der Internetanschlüsse und bedarfsorienteiere, flexible Betreuungsmöglichkeiten.

Wie Kehrer erläutert, wird eine Fachjury zehn Bewerbungen für eine erste Staffel auswählen. Für diese steht ein Förderbudget von 150 Millionen Euro zur Verfügung, maximal 15 pro Teilnehmer. Start ist mit einer ein- bis zweijährigen Strategiephase, gefolgt von einer Umsetzung mit bis zu fünf Jahren Dauer. Eine Strategieerstellung könnte im Odenwald eng mit der Erneuerung des Kreisentwicklungskonzepts verknüpft werden.

Die Umsetzung geht dem Bürgermeister zufolge einher mit der Einstellung eines Projektverantwortlichen. Im ersten Jahr rechnet man mit Kosten von 94.000 Euro, die jährlich leicht nach oben gehen werden. Der Kreis übernimmt von der Summe nach Abzug der Fördermittel die Hälfte. Sollte die Förderung also 65 Prozent belaufen, müssten die Kommunen noch zusammen 16.500 Euro schultern, bei 90 sonst 4700.

Die vorhandenen Potenziale im Odenwaldkreis könnten dabei ziemlich gut in die geforderten Kriterien passen, hoffen die Verantwortlichen. Angeführt werden Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Innovation oder Partizipation und Inklusion. Auch wird die gute Infrastruktur durch die Breitbandabdeckung erwähnt. Diese ermögliche digitale Projekte.

Kehrer wünscht sich, mit einer Smart-City-Strategie Kreativität und Kompetenz zusammenzubringen, „um dem Megatrend Digitalisierung nicht nur zu begegnen, sondern ihn zu gestalten“. Die soll nicht nur als Projekt, sondern auch als dauerhaft wirksame Veränderung verstanden werden. Das Ganze soll bedarfsgerecht sein und von den Bürgern aktiv mitgestaltet werden. „Günstiger kommen wir nicht weg“, so der Stadtchef.

Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk

Zum 51. Mal in Folge veranstaltet die Stadt am Samstag, 27. Juli, den „Tag des Gastes“ mit Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk. Neckarsteinach zeigt sich mit seiner wunderschönen Landschaft um die vier Burgen, den bunten Schiffen auf dem Neckar und dem Festgelände am Ufer dann von seiner sonnigsten Seite. Viele Vereine laden mit Musik und Unterhaltung sowie einem vielseitigen Angebot an Speisen und Getränken ein.

Mit dem Fassbier-Anstich durch Vierburgenkönigin Franziska I. wird die Veranstaltung am Stand des Turnerbundes um 18 Uhr offiziell eröffnet. Zuvor bieten die Vereine bereits ab 16 Uhr Kaffee und Kuchen an. Um 19 Uhr wird die neue Vierburgenkönigin in Anwesenheit zahlreicher Hoheiten des Nibelungenlandes und der Metropolregion gekrönt. Nachdem dann das neue Burgfräulein in ihr Amt eingeführt wurde, flanieren die Königinnen mit ihrem Gefolge über das Festgelände.

Ab 20 Uhr bietet „Potzblitz“ beste musikalische Unterhaltung am Neckarufer (beim TB 04) und die jungen Tänzer des Vereins zeigen in temperamentvollen Darbietungen ihr Können. Zwischen 18 und 21 Uhr sind Aufführungen der „Askardia Oriental Dance Fusions“-Gruppe am Stand der Opelfreunde zu bewundern. Im Anschluss, etwa 21.30 Uhr, spielt dann „Bagmo“ Rock-Cover und mehr.

Um 20 Uhr startet weitere Live-Musik mit „Best Friends“ am Stand des Heimat- und Kulturvereines. Ab 22 Uhr erleben die Gäste vom Neckarlauer aus die Vierburgenbeleuchtung und das vielbewunderte Brillantfeuerwerk – ein Besuchermagnet Jahr für Jahr. An den Ständen der Vereine wird anschließend bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert. Das Festgelände ist auch bequem (ohne Parkplatzsuche) mit Bussen und der S-Bahn zu erreichen. Parkmöglichkeiten sind entlang der gesamten B 37 vorhanden.

Schilder-Versteigerung: Kleinere Ortsteile gab’s für schmales Geld

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Falken-Gesäß ist mehr wert als Beerfelden, aber nur weil hinten Airlenbach draufsteht: Stolze 900 Euro zahlt die Familie Beck für das ehemalige Ortsschild des damaligen Beerfelder Stadtteils. Auf den Plätzen: Natürlich die „Haupt-Stadt“ selbst mit 800 Euro, gefolgt von Rothenberg und Airlenbach mit 350: Die Versteigerung der früheren gelben Ortseingangsschilder während der Oberzent-Expo war eine Riesengaudi mit großen Andrang.

Da die Gebote allesamt dreistellig waren, kamen am Schluss fast 5700 Euro für den guten Zweck zusammen: Der Erlös wird gedrittelt und geht an die drei Schwimmbad-Initiativen in Beerfelden, Hetzbach und Finkenbach für benötigte Anschaffungen. Hinten raus schwächelten die Bieter ein wenig, sodass die kleineren Ortsteile für relativ wenig Geld zu haben waren.

Das Mindestgebot lautet 20 Euro, informierte Auktionator Stefan Münkel zu Beginn. Um gleich unterbrochen zu werden: „Geh‘ ein bisschen runter.“ Aber keine Chance, die Summe blieb. Die war „BAT“, bar auf Tatze, fällig, so seine Ansage. Da alles alphabetisch vor sich ging, „können sich die Unter-Sensbacher noch ein Bier holen gehen“. Münkel mit seinen launigen Ansagen und den lokalen Spitzen war mit ein Garant für den Erfolg und den Spaß bei der Versteigerung.

Der rechtliche Hinweis, quasi die AGB, durfte nicht fehlen. „Es ist nicht erlaubt, die Schilder vors Haus zu hängen, damit einer dort 50 fährt“, informierte er. Denn sonst kommt derjenige vor den Kadi oder besser gesagt, Stadtpolizist Nabil El-Kadi schaut vorbei. Im Garten oder im Partykeller ist es aber kein Problem, scherzte Münkel.

Um Airlenbach lieferten sich Lothar und Alexander Beck eine Bieterschlacht, die Beck Senior schließlich für sich entschied. Auch Beerfelden schoss sofort in die Höhe. Dieses Mal war Beck Junior am Zug. Dass auch die Rückseiten der Ortsschilder von Belang sein konnten, zeigte sich an Falken-Gesäß. Da setzte der Run ein, als der Hinweis auf Airlenbach zu lesen war. Beim Biet-Battle zwischen den Familien Pracht und Beck hieß es schließlich: Noch ein Becks.

Etzean mit seinen 150 Einwohnern fiel zu Beginn angesichts der Platzhirsche ein wenig hinten runter, schlug sich aber dann doch sehr achtbar. „Knapp weniger Bürger als Beerfelden“, so Münkel, aber stolze 350 Euro. Fast wäre Finkenbach ein Ladenhüter geworden. Das konnte der gebürtige Finkenbacher Bürgermeister Christian Kehrer nicht auf sich sitzen lassen.

Gammelsbach schoss plötzlich noch auf 350 Euro, nachdem Münkel zuvor gemutmaßt hatte, der anstehende, teure Gailsmarkt-Montag könnte bei manchen den Geldbeutel verschlossen halten. Hebstahl und Hesselbach fielen ein bisschen zurück hinter beim Schilder-Hype, der dann bei einem Unikat wieder in die Gänge kam: das grüne Weiler-Schild Rothenberg-Hinterbach. 300 Euro ließ Kehrer mit dem Hinweis springen, dass es der Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt wird.

Jörg Wehrle vom dortigen Haus Cordula hätte sich gern „Kortelshütte“ ins Azurit-Seniorenzentrum gehängt. Aber Gianluca Eifert machte mit 310 Euro mehr locker. Der feierte seinen Biet-Erfolg danach mit Bier: einem frisch gezapften, logischerweise Beerfeldener aus den Felsenkeller-Spezialitätensortiment. Winfried Friedrich hatte bei Ober-Hainbrunn leichtes Spiel. Das hätte fast die rote Auktions-Laterne bekommen, ging dann aber noch auf die 150.

In Olfen ist die Welt zu Ende, könnte man mit Blick auf die Rückseite des Ortschilds meinen. Denn hinten ist der Name rot durchgestrichen, aber es fehlt der Hinweis aufs nächste Dorf. „Zum Selbstausmalen“, meinte Münkel trocken. 160 Euro hier und 150 für die Raubach: Es läpperte sich.

Claus Weyrauch sicherte sich seinen Heimatort Rothenberg, Karlheinz Ihrig von der Sparkasse „sein“ Schöllenbach. Unter-Sensbach musste der Auktionator nochmal richtig schmackhaft machen, dann wurden auch hierfür 130 Euro von Christina Obenauer gezahlt. Für die hohe Endsumme, akkurat vom Sparkassenchef ausgerechnet, gab’s zum Schluss einen Riesenbeifall.