Tag des offenen Denkmals am 11. September in Hirschhorn mit verschiedenen Angeboten

DSC_3678 - Kopie

Der landesweite Tag des Denkmals am Sonntag, 11. September, steht dieses Jahr unter dem Motto „Zusammen ist man weniger alleine – Gemeinsam Denkmäler erhalten“. Er wird in Hirschhorn um 12.15 Uhr in den Räumen des ehemaligen Seniorentreffs (Repaircafè) in der hinteren Hauptstraße mit einer Fotoausstellung eröffnet. Stadtführung, Kinderaktionen und eine Bewirtung schließen sich an. Veranstalter sind vor Ort die Freunde der Hirschhorner Altstadt.

Das Motto ist sinnbildlich für die Sanierung der Altstadt im gemeinsamen Zusammenwirken von Privatpersonen und öffentlicher Hand gleichermaßen in den vergangenen 30 Jahren. Ein Anlass, der Gelegenheit gibt, noch einmal die Altstadtsanierung Revue passieren zu lassen. Hat diese doch das Gesicht der Stadt weitreichend und dauerhaft verändert. Unter der Schirmherrschaft der Stadt wurde vom Verein bisher unveröffentlichtes Fotomaterial aus dem Archiv des Bauamts zusammengetragen und wird der Öffentlichkeit an diesem Tage in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Doch neben dieser Ausstellung finden weitere Angebote an diesem Tage für die Bevölkerung statt. Unter dem Thema „Schöpferisches gestalten mit Kindern“ werden von 13 bis 18 Uhr auf dem Vorplatz des Seniorentreffs Kunstpädagogen gemeinsam mit den Kindern spielerisch mit unterschiedlichen Materialien Objekte formen und gestalten.

Weiterhin wird um 14 Uhr eine kostenlose Stadtführung für alle Interessierten ab dem Freien Platz angeboten. Eine Bewirtung mit kleinen Odenwälder Spezialitäten findet ab 14 Uhr im „Heckmann-Keller“ im Vorderstädtchen statt. Die Fotoausstellung ist an diesem Tag bis 18 Uhr zu sehen. Die Freunde der Hirschhorner Altstadt hoffen, damit auch in diesem Jahr einen interessanten Beitrag zum Tag des Denkmals leisten zu können.

Der Verein „Freunde der Hirschhorner Altstadt“ kümmert sich seit seiner Gründung 1982 um die Sanierung, Instandhaltung und Gestaltung der Altstadt. Waren die ersten Jahre geprägt von der Schaffung einer Fußgängerzone und der Beratung bei der Altstadtsanierung, so rückte nach und nach die Gestaltung und Erhaltung des historischen Stadtbildes und -wertes in den Vordergrund des Engagements. So wurden die Hochwassermarken instandgesetzt sowie die Handwerks- und Zunftzeichen restauriert, daneben Hinweistafeln und Stadtansichten in Bronze angebracht.

Die Beleuchtung der Hirschhorner Klosterkirche war das erste große Vereinsprojekt. Nach Jahren der Diskussion, Überzeugungsarbeit, Planung und Mittelbeschaffung konnte diese Beleuchtung Ende 1994 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Sie ist seither zur allabendlichen lieben Gewohnheit der Hirschhorner geworden.

Neben dem anspruchsvollen, verantwortungsvollen und zeitaufwändigen Engagement der Vereins- und Vorstandsmitglieder sollen aber auch in Zukunft das gesellige Vereinsleben und die Gemeinschaftspflege nicht zu kurz kommen. Fest eingeplant sind dazu in erster Linie die jährlichen Ausflüge zu attraktiven Zielen mit Potenzial für neue Ideen zur Gestaltung und Pflege der Hirschhorner Altstadt, aber auch mit großem Freizeitwert.

In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens hat sich die Altstadt zu einer „strahlenden Perle des Neckartals“ entwickelt. Der Verein ist stolz darauf, dass er an dieser Entwicklung teilhaben und auch einige bedeutsame Beiträge dazu leisten konnte. Die Vereinsmitglieder werden diese Arbeit fortsetzen müssen, damit der Glanz der „Perle des Neckartals“ nicht verblasst, ist man sich im Vereinsvorstand im Klaren.

Gemischter Chor Finkenbach begrüßte viele Gäste zur Bockskerwe

finkenbach-gemischterchor-bockskerwe (2) - Kopie

Wenn der gemischte Chor zur Bockskerwe einlädt, dann halten ihm die Finkenbacher und auswärtige Kerwegäste immer die Treue. Obwohl die Temperaturen in der Hermann-Wilhelm-Halle am Sportplatz schweißtreibend waren, kamen über die Mittagszeit zahlreiche Besucher, um die Gastfreundschaft der Chormitglieder zu genießen und eine traditionelle Speise zu sich zu nehmen: das Odenwälder Hochzeitsessen, Tafelspitz (Rinderbrust) mit Meerrettich und Kartoffeln. Dazu stand auch Rollbraten auf der Karte.

Den morgendlichen Gottesdienst hielt Pfarrer Reinhold Hoffmann. Der Chor umrahmte ihn durch zwei Stücke. Der Pfarrer thematisierte in seiner Predigt die Entwicklung der Menschheit an den Beispielen Miteinander, Bildung oder Schutzbedürfnis. Er ging darauf ein, wie sich rund um diese Begriffe die Dörfer und Städte herausbildeten, nachdem die Menschen früher als Nomaden herumgezogen waren. Kommunikation und gegenseitige Hilfe waren weitere Themen.

Am Nachmittag gab’s noch zusätzliche musikalische Unterhaltung. Chorleiter Karlfried Schicht und Dirk Bondes sorgten auf verschiedenen Instrumenten für die Umrahmung. Später kamen zu Kaffee und Kuchen etliche Einheimische vorbei, um den beiden Mannschaften des FC Finkenbachtal zuzuschauen. „Wenn dann nachmittags die Fußballspiele sind, haben wir immer volles Haus“, freute sich Vereinsvorsitzender Rainer Maurer.

„Die Bocks-Kerwe wird eine Pracht, weil heut die Sonne wieder lacht“, begrüßte er die Gäste in Reimform. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass es „für einen Verein mit unserer Altersstruktur immer schwieriger wird, eine solche Veranstaltung zu stemmen“. Schon jetzt hätten einige Vorstandsmitglieder angekündigt, nach den Wahlen im kommenden Jahr kürzer treten zu wollen. „Des Feiern kann nur übberlewe, wenn junge Leit sich engagiere un net nur Sache diskutiere“, sagte er.

Viele der 60 Mitglieder des 1909 gegründeten Vereins, davon etwa 30 aktive Sänger, sind den ganzen Tag im Service über um das Wohl der Gäste besorgt. „Wie beim Finki-Festival“ könne man auf Unterstützung aus dem Ort zählen, weiß Maurer: Kaffee und Kuchen würden oftmals gespendet. Auch „wenn wir einen hohen Altersdurchschnitt haben“, sei der Gemischte Chor übers Jahr hinweg vielfältig aktiv: mit Auftritten, Grillfest oder Adventskonzert.

Bei seinen Versen, so Maurer, lasse er sich gerne auch von Vorlagen inspirieren und dichte diese für seine Zwecke um. „Auch beim Sammele ihr liewe Leit, wurd gespend – es war e Freud. So dass die Tombola gelingt und unsern Gästen Freude bringt“, wies er auf die reicht bestückte Tombola hin. Die Verlosung war ein besonderes Highlight mit einem unerwarteten Ereignis. Hauptpreis war ein Gasgrill, „den wohl jeder gerne gewonnen hätte“.

Die Lose wurden von zwei jungen Damen gezogen und für die Ziehung des Hauptpreises wurde spontan ein kleines Mädchen aus den Besucherreihen nach vorn gebeten. „Die Kleine hat unbedarft in den Eimer gegriffen und mir ein Los übergeben“, schilderte es Maurer. Die Freude und Überraschung im Saal sei riesengroß gewesen, als sich als Gewinner des Gasgrills die Eltern der Kleinen meldeten.

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lädt der Gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle ein, die ihm dafür vom FC zur Verfügung gestellt wird.

Zurück zum Ziegenbock: Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus im Ort wurde erst 1954 erbaut.

160 Haxen gingen am Kerwemontag in Hirschhorn über die Theke

hirschhorn-kerwe-2016 (3) - Kopie

„Willkommen bei typischem Kerwewetter“, nahm Andreas „Ätsche“ Körber den leichten Nieselregen bei der Eröffnung der Hirschhorner Kerwe mit Humor. Kein Wunder, denn seit der Sportgaststätten-Wirt vor drei Jahren die Ausrichtung neben den Sportplatz übernommen hat, ist pünktlich mit Beginn das Wetter schlecht. Diesmal aber zum Glück nur dann, denn die folgenden beiden Tage blieb es bis auf einen Schauer am Sonntag trocken und die Gäste strömten anstelle des Wassers von oben.

Der Fassbieranstich war ebenfalls eine trockene Angelegenheit. Erster Stadtrat Karlheinz Happes scheint dafür sowieso ein gutes Händchen zu haben, denn schon bei der Ersheimer Kerwe (die er irrtümlich nochmal für eröffnet erklärte) war das Anzapfen des Bierfasses ohne Malheur über die Bühne gegangen. „Der Hammer ist trocken“, registrierte Happes beruhigt, dann könne nichts schiefgehen. Es sei für ihn eine Ehre, die Veranstaltung zu eröffnen, meinte er, und wünschte viel Spaß an den drei Tagen.

Obwohl der Himmel erst langsam seine Schleusen schloss, waren trotzdem schon ein paar Gäste gekommen, die im Zelt der Zeremonie beiwohnten. Geschäftsführer Wilhelm Werner von der Dachsenfranz-Brauerei, seit Jahrzehnten Hirschhorner Kerwe-Partner, hatte 20 Liter Kellerfreibier mitgebracht, die danach unters Volk verteilt wurden. „Ätsche“ dankte DJ Volker, der die Kerwe am Mischpult begleitete, für die „permanente Sommermusik“, mit der dieser schon ein paar blaue Fetzen am Horizont zum Vorschein gebracht hatte.

Eine Gaudi ist traditionsgemäß die Vereinsolympiade, bei der sich am Sonntagabend sechs Teams in verschiedenen Disziplinen miteinander maßen. Die mussten unter anderem Limbo tanzen, mit einem Bierdeckel auf dem Kopf über Hindernisse balancieren oder Bierkasten nach vorn durchreichen. Sieger war die Feuerwehr Hirschhorn punktgleich mit den Aktiven des FCH. Aber auch den restlichen Tag über herrschte reger Betrieb, als nach einem mittäglichen Tröpfeln sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte.

Die Haxen mit Kraut waren am Montagmittag der Renner. Viele Firmen kommen dann zum Mittagessen vorbei, um den Austausch mit- und untereinander zu pflegen. „160 Stück wurden vertilgt“, meinte Körber erfreut. Der Besuch an den drei Kerwetagen dürfte ähnlich dem des Vorjahres gewesen sein, da der nasse Start und ein Schauer am Sonntag doch ein wenig die Bilanz verhagelten.

Handkäs ist der Renner beim Fest der Ober-Hainbrunner Feuerwehr

oberhainbrunn-feuerwehr-handkäsfest (1) - Kopie

Eilends müssen die Feuerwehrleute mehr Sitzgarnituren herbeischaffen. Über Mittagszeit füllen sich Fahrzeughalle und Vorgelände schnell mit vielen Besuchern, die beim Handkäsfest der Freiwilligen Feuerwehr das namensgebende Gericht probieren möchten. Der Betrieb bis fast zur Straße hin ist kein Problem, da ja die Strecke von Hirschhorn kommend ins Finkenbachtal gesperrt ist und sich nur ein paar Einheimische per Auto hierher verirren.

„Das wird knapp“, meint Kommandant Stefan Hofmann mit Blick auf die vielen Gäste und die zur Verfügung stehenden 160 Portionen Handkäs mit Musik. Zwischenzeitlich habe man die Bestellung bei der Molkerei Hüttenthal mal auf 100 Portionen zurückgefahren, aber die Nachfrage sei in der Vergangenheit wieder gestiegen. Für die Zubereitung ist das Frauenküchenteam im Keller zuständig, das seine ganz speziellen Kreationen einbringt. Am Vortrag wurde die Lieferung eingelegt, damit sie das ganze besondere Aroma bekommt.

„Der Handkäs ist eine super Konstante“, freut sich Hofmann. Dazu noch 70 Portionen Kochkäse und als Mittagessen den Rollbraten – aus dem Keller wird nonstop das Beste aufgefahren. Damit’s auch richtig schön zünftig zugeht, haben die Brandschützer etliche Bembel im Umlauf, aus denen der Äppelwoi in Strömen fließt. Auch die Floriansjünger aus dem badischen Brombach werden langsam ans hessische Nationalgetränk herangeführt. „Ich hab denen einen Krug ausgegeben und seitdem läuft das“, meint Dirk Heckmann grinsend.

Die Badener sind nicht die einzigen Besucher von befreundeten Wehren. Neben den anderen Orts-Abteilungen aus Kortelshütte, Rothenberg und Finkenbach sind auch die Hirschhorner und Langenthaler aus dem Nachbarkreis gerne gesehene Gäste. „Früher sind wir zu Besuchen oft weit in den Odenwaldkreis gefahren“, erklärt Hofmann, aber seit einiger Zeit pflege man verstärkt die Kameradschaft mit den Wehren aus der Nähe.

Zu den Wehrleuten gesellen sich aber über den Tag auch viele andere Gäste sowohl aus der Großgemeinde als auch von außerhalb. Das freut den Kommandanten ganz besonders, denn in diesem Jahr wurde im Vorfeld mehr Werbung getrieben als sonst. Der sehr gute Besuch, dem auch ein Regenschauer nach dem Mittagessen wenig anhaben konnte, gab ihm Recht.

Seit zehn Jahren, mit Einweihung des Feuerwehrhauses am Ortsausgang Richtung Finkenbach, feiern die Floriansjünger nun dort ihr Handkäsfest. Zuvor war man in der freien Natur bei der unteren Hommerschen Quelle zuhause. Doch die Herrichtung des Platzes bedeutete immer einen großen Aufwand. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung Ende der 70er Jahre zur Unterstützung der 1975 gegründeten Jugendwehr. In deren Kasse fließt auch heute noch der Erlös und wird für Unternehmungen und Ausrüstung verwendet.

Etwa zehn Heranwachsende zählt die Jugendwehr, von denen einige an diesem Tag auch eifrig am Bedienen sind, nonstop die Treppe hoch und runter laufen. Natürlich tatkräftig unterstützt von der 24 Köpfe zählenden Einsatzabteilung. 70 Passive und zwischen sieben und acht Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gehören ebenfalls mit zur Hainbrunner Truppe. 20 Aktive stemmen an diesem Tag das Fest, weitere sind an Auf- und Abbau beteiligt.

Rothenberger Thermikflieger und die IG Modellflug richteten erstmals gemeinsam das Flugplatzfest

rothenberg-modellflieger-flugplatzfest03

Vom Boden aus gesehen könnten oben in der Luft durchaus echte Flugzeuge ihre Runden drehen. Erst wenn sie näher an die Erde kommen, merkt man, dass sie nicht mehr größer werden. Und dass das Motorknattern eher untypisch ist. Bei der Landung haben die Maschinen dann in der Regel eine Spannweite von zwei Metern. Beim Flugplatzfest der Thermikflieger und der IG Modellflug Rothenberg gab’s aber auch die Kleinsten der Kleinen und einen Segler mit elf Metern von der einen Flügelspitze bis zur anderen zu sehen.

Auf dem „Schomen“, ganz oben auf dem Hirschhorner Rücken, richteten beide Vereine dieses Jahr zum ersten Mal das Fest gemeinsam aus. Vorher war zwei Jahre Pause gewesen, aber davor wurde zehn Jahre lang in Folge gefeiert. „Die Ortsbevölkerung steht immer hinter uns“, freute sich Vorstand Michael Bellon über den guten Besuch, obwohl der Samstag verregnet und der Sonntag sehr windig war. In Zukunft will man das Fest wieder regelmäßig stattfinden lassen und gut bewerben.

Um die 25 Aktive waren es in beiden Gruppen, die an den zwei Tagen ihre Flieger in die Luft schickten. Dazu kamen aber ein paar auswärtige Starter, etwa aus Rüdesheim, Neumarkt in der Oberpfalz oder Steinau an der Straße. Man kennt sich halt in der Szene. Bellon ist mit seinem Sohn an den Sommer-Wochenenden auch oftmals auf regionalen oder deutschen Meisterschaften unterwegs. „Inzwischen haben wir den Radius auf 300 Kilometer eingegrenzt“, meinte er aber.

Es waren vor allem Eigenbauten, die an diesem Tag in die Lüfte gingen. Sowohl Holzflugzeuge als auch solche aus Glas- oder Kohlefaserverbundstoffen. Zwischen 1500 und 2500 Euro liegt der Materialwert – würde man die Maschinen bauen lassen, käme nochmal ein Vielfaches obendrauf, so Bellon. An Stern-, Zwei- und Viertaktmotoren ist alles vertreten. Die beschleunigen die Flieger je nach Größe auf 70 bis zu 350 km/h. Die meisten haben dabei einen Ein-Liter-Tank an Bord, der mit einer 1:50-Zweitakt-Mischung befüllt wird. Die reicht für etwa 30 Minuten.

Das Hobby Modellflug sieht Bellon „als besonders interessant für Jugendliche an“. Die Beschäftigung bedeute eine Herausforderung in punkto handwerkliches Geschick, Formenlehrer und Elektronik. „Der Phantasie sind beim Bau keine Grenzen gesetzt“, betonte er. Manche könnten sich so für die Fliegerei begeistern, dass sie diese später zum Beruf machten: „Einer aus dem Verein wurde Pilot“, verdeutlichte der Vorstand die Ambitionen.

Von 100 Gramm bis hin zu 25 Kilo wiegen die verschiedenen Modelle, fangen bei der Flügelspannweite bei 20 Zentimetern an und reichen bis zu elf Meter, so Bellon. Viele Flieger hätten auch mehrere Maschinen aus verschiedenen Sparten in ihrem Besitz, sagte er. Die Älteren unter ihnen seien noch faszinierte Holzbastler, die gerne auch mal über ihren Teilen tüfteln, „den Jüngeren geht es vor allem ums Fliegen“, machte er deutlich. „Wenn schönes Wetter ist“, treffe man sich regelmäßig jedes Wochenende am Gelände.

Am Himmel knatterten derweil die Motoren, hörte es sich durch die Zweitaktmischung ein wenig so an, als würde ein Rasenmäher durch die Luft fliegen. Der böige Wind am Sonntag erschwerte so manche Kunstfigur. Looping, Rolle, stehende Acht, auf dem Rücken, Rollenkreis, Flachtrudeln oder gerissene Rolle sind so einige der Möglichkeiten. Was der Laie kaum glaubt: „Am schwierigsten ist die Landung“, betonte Bellon. Doch die klappte jedes Mal aufs Beste. Auch am regnerischen Samstag stiegen die Flugzeuge vor und nach dem Regen in die Lüfte und zogen ihre Runden.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1233138660063614.1073741960.100001024761983&type=1&l=242f1e17f6

Spielerischer Einblick für die Ferienspaßkinder in die Arbeit der Hirschhorner Feuerwehr

hirschhorn-feuerwehr-ferienspaß (5) - Kopie

Der Ferienspaß bei der Feuerwehr ist jedes Jahr ein Renner. Das bewiesen auch die „Wiederholungstäter“ unter den Kindern, die bereits im vergangenen Jahr mit dabei waren und dieses Mal wieder die verschiedenen Aktionen besuchten. Das Hochklettern am Feuerwehrhaus und verschiedene Wasserspiele standen dabei sehr hoch im Kurs. Aber auch die anderen Übungen stießen bei den Kindern auf Begeisterung.

Etwa die Fahrt auf dem Neckar mit dem Mehrzweckboot, das bei den Hirschhorner Brandschützern stellvertretend fürs hessische Neckartal untergebracht ist. 15 Kinder, davon auch einige von Feuerwehr-Angehörigen, hatten sich zur Teilnahme am diesjährigen „Action-Day“ angemeldet. Während die eine Gruppe mit dem Boot auf dem Fluss unterwegs war, durfte die zweite mit dem großen Löschfahrzeug eine Tour um Hirschhorn machen – Blaulicht und Tatütata inklusive.

Bei den Wasserspielen galt es, mit einem Feuerwehrschlauch Bälle durch einen Geschicklichkeitsparcours zu jagen, Reifen auf ein Strahlrohr zu werfen und einen Tischtennisball durch einen Schlauch zu schicken. Beim Brandsimulator galt es, mit verschiedenen Feuerlöschern einen Brand zu löschen.

Das Hochklettern am Feuerwehrhaus stand als Abschluss eines ereignisreichen Vormittags auf dem Programm. Vom Straßenniveau aus durften die Ferienspaßkinder über eine Leiter (mit Schutzausrüstung, Helm und natürlich gut abgesichert) in den Versammlungsraum der Feuerwehr steigen. Und dort bleiben. Denn dort wartete ein Kinder-Essens-Klassiker auf sie: Wurst mit Brötchen und Ketchup. Schlagartig kehrte Stille in den wuselnden Haufen ein, als Essen und Getränke auf dem Tisch standen. Sieben Betreuer kümmerten sich um die Rasselbande zwischen fünf und zwölf Jahren.

„Das Lernen und die Schüler in den Blick nehmen“: Der 41-jährige Bernd Siefert ist neuer Leiter der Oberzent-Schule Beerfelden

beerfelden-oberzentschule-schulleitersiefert (2) - Kopie

„Auch das Lernen muss gelernt sein“, bringt Bernd Siefert sein Credo auf den Punkt. Denn das ist notwendig, „um sich immer wieder neu Wissen aneignen zu können.“ Der 41-jährige Finkenbacher ist mit dem neuen Schuljahr Nachfolger von Bernhild Hofherr Leiter der Oberzent-Schule (OZS). Es sei deren Verdienst gewesen, „dass es keine Vakanz an der OZS gab“, da sie die Ausschreibung rechtzeitig auf den Weg gebracht habe, betont er. Siefert sieht die Lehrer nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als „Coaches“ und Lernbegleiter.

Dass Siefert mal an der Spitze einer Schule – und dann auch noch der, an der er selbst Schüler war – stehen würde, war für ihn nicht vorgezeichnet. „Ich wollte immer Schreiner werden“, faszinierte ihn früher das Handwerkliche. Ohne das integrierte Gesamtschul-System „hätte ich nie Abitur gemacht“, weiß er. Denn dieses eröffne Bildungschancen für alle.

Ein Vertretungsvertrag führte Siefert nach dem Referendariat wieder an die Oberzent-Schule zurück. Zum Glück, sagt er, „kam das Angebot für eine Stelle in Mannheim erst danach“, sonst wäre er vielleicht jetzt dort Lehrer. Dann ging es für ihn Stufe für Stufe nach oben. „Schulentwicklung kann ich nur als Schulleiter betreiben“, war ihm früh klar. Und deshalb „machte ich mich fachlich auf den Weg“, um die entsprechende Qualifikation dafür zu erwerben.

Zwei Stationen hierfür sind seit 2011 seine Qualifikationen als Fortbildner für kompetenzorientiertes Unterrichten und die Tätigkeit als Unterrichtsentwicklungsberater für Deutsch. „Ich habe Schulen auf ihrem Weg begleitet“, macht Siefert deutlich. Und dadurch auch „ein Stück weit Erfahrung gesammelt, wie Schulen ticken“. Kontakte zu anderen Schulen möchte er auch für die OZS nutzen, um von anderen Lehranstalten lernen zu können.

Durch seine Verbundenheit mit der Oberzent-Schule war es für den 41-Jährigen klar, „dass ich hier Schulleiter werden will“. Denn die „ist mir eine Herzensangelegenheit. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir an der Schule eine sehr gute Arbeit machen“, betont er. Trotzdem dürfe man in seinen Bemühungen nicht stehenbleiben und „muss immer das Lernen und die Schüler in den Blick nehmen“.

Siefert nennt zwei Schwerpunkte, die er im kommenden Schuljahr angehen möchte: Zum einen sollen die Schüler „anschlussfähig sein für Schule und Beruf sein“, zum anderen soll das neu eingeführte Konzept für die fünften und sechsten Klassen weiterentwickelt und fortgeführt werden. Es gebe hier durch das Logbuch einen „intensiven Kontakt zu den Eltern“. Weitere Aspekte seien die doppelte Klassenlehrerführung und die Lernzeit, mit der die Möglichkeit für intensives Üben geschaffen werde.

Auch wenn er sicherlich manches erneuere, „bin ich nicht gekommen, um alles umzuschmeißen“, versichert der 41-Jährige. Denn er stehe voll hinter dem System der integrierten Gesamtschule. Das „normale“ dreigliedrige Schulsystem erinnere ihn immer ein wenig an ein mittelalterliches Ständesystem. Die IGS hingegen „ist eine Schule für alle“. Jedem Kind solle der bestmögliche Abschluss ermöglicht werden.

Der neue Schulleiter nennt John Hattie als Ideengeber. „Weg vom defizitorientieren Lernen hin zur Freude am Lernen“, habe dieser postuliert. Außerdem solle es mehr Respekt für das geben, „was die Schüler täglich leisten“. Die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung möchte er auch einbeziehen. Siefert bezieht sich hier auf Gerald Hüther (zwei Grundbedürfnisse des Menschen: Wunsch nach Verbundenheit und Wunsch wachsen zu können) sowie Manfred Spitzer („Das Gehirn merkt sich nicht die Details, es lernt die Regeln, die dahinter stehen“).

Auch für ihn bedeute es einen Einschnitt, „nicht mehr Klassenlehrer zu sein“, betont Siefert. Gerade die kompetenzorientierten Projekte mit seinen Klassen in Bezug auf die Stadtgeschichte wie die Stolpersteinverlegung oder die Gedenktafel an der Synagoge lagen ihm am Herzen. „Mit 41 habe ich Zeit, die Dinge mit Bedacht und wohlüberlegt anzugehen“, sagt der Schulleiter. Unterstützung erfährt er dabei als „wertvolle Hilfe“ vom Ehepaar Neff als Hausmeister und Sekretärin. Und natürlich von seinem Schulleitungsteam und vom „innovativen Kollegium mit vielfältigen Ideen“. Er wolle als Teamplayer agieren, so Siefert. „Ich brauche nicht nur Mittelstürmer.“

 

Bernd Siefert war bis 1991 selbst Schüler der Oberzent-Schule (OZS). Nach dem Abitur 1994 in Michelstadt studierte er 1995 bis 1999 in Heidelberg unter anderem evangelische Religionswissenschaften und Geschichte. Ein Referendariat an der Friedrich-Realschule in Durlach schloss sich an. Seit 2001 ist der Finkenbacher an der OZS als Lehrer tätig, übernahm 2004 die Stufenleiterstelle für die Klassen 5 und 6. Seit 2011 ist der neue Schulleiter Fortbildner für kompetenzorientiertes Unterrichten in Gesellschaftswissenschaften sowie Unterrichtsentwicklungsberater für Deutsch mit jeweiligen Abordnungen ans Kultusministerium und ans Staatliche Schulamt. Bernd Siefert ist seit 2003 verheiratet und Vater von zwei Kindern im Alter von zehn und zwölf Jahren, die beide auf die OZS gehen.

An Projekten mit schulischen und außerschulischen Partnern nennt der 41-Jährige die AG Übergang (sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Grundschulen), „Lernen lernen“, Patenschaften der 10er für die 5er, Buspaten, Mediencoaches oder „Sicher im Netz“. Als Leitbild der Oberzent-Schule führt er an: „Wir verstehen Schule als Lern- und Lebensraum, in dem die individuelle und ganzheitliche Entwicklung der Schüler gefördert wird. Wir richten unseren Blick auf die vielfältigen Begabungen. Wir begegnen uns in der Schulgemeinde mit Respekt, Wertschätzung und Empathie.“