Gegen wilden Aktionismus im Wald

Wilder Aktionismus ist zwar fehl am Platz, waren sich die Diskutanten einig. Aber die Lage ist mehr als ernst, schälte sich aus den Wortbeiträgen der Fachleute heraus, die auf Einladung der SPD Mossautal in die gleichnamige Halle gekommen waren. „Dürresommer – Klimawandel: Ist unser Wald in Gefahr?“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu dem sich die Sozialdemokraten ein paar mehr Besucher erhofft hätten. Denn ihnen liegt das Thema extrem am Herzen, machte Moderator Matthias Brenner deutlich.

Fünf Referenten begrüßte der Vorsitzende des Ortsvereins. Mit Heike Hofmann war darunter auch die SPD-Vizepräsidentin des Hessischen Landtags dabei. Prof. Dr. Arnulf Rosenstock von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Dr. Georg Berthold vom hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, der stellvertretende Michelstädter Forstamtsleiter Steffen Hering und Gerhard Eppler vom NABU Hessen.

Rosenstock sprach bei seiner Ursachenforschung die zwei Extremsommer in Folge und die negative Wasserbilanz durch zu wenige Niederschläge an. Dadurch gab‘s optimale Vermehrungsbedingungen für Schädlinge aller Art, nicht nur den Borkenkäfer. Das Problem dabei: Die natürlichen Fressfeinde werden im gleichen Maße durch die Klimaveränderung in ihrer Verbreitung ausgebremst wie die „neuen Gäste“ zunehmen.

„Wir bekommen, ob wir es wollen oder nicht, neue Waldgesellschaft“, prognostizierte Rosenstock. Es gehe darum, sich auf die neue Situation einzustellen. Seinen Worten zufolge ist ein Paradigmenwechsel bei der Waldwirtschaft notwendig, weg von Bewirtschaftungsinteressen hin zu einem Klima-, Wind- und Wasserschutzwald.

„Für den Wald kommt es knüppeldick“, meinte die SPD-Landtagsabgeordnete. Und damit auch für die Menschen. Denn: „Nur ein gesunder Wald erfüllt eine Klimaschutzfunktion“, betonte sie. Deshalb müsse man alles für seine Rettung tun. Hofmann forderte „einen Pakt für den Wald“. Der Gesellschaft müsse der Schutzwaldgedanken wichtiger sein als der wirtschaftliche Aspekt.

Einen ganz anderen Aspekt brachte Dr. Berthold ein. Er wies auf die trockenen Böden durch fehlenden Regen hin. „2019 haben wir das Defizit aus dem Vorjahr übernommen“, erläuterte er. Die Böden seien bis in eine Tiefe von zwei Metern trocken. Die Quellschüttung geht seinen Worten zufolge „sukzessive zurück“. Verstärkt lässt sich das seit dem Jahr 2000 beobachten. „Als wäre ein Schalter umgelegt worden“, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Die Grundwasserneubildung belaufe sich nur noch auf 85 Prozent des langjährigen Mittels. Gleichzeitig stieg die Wassertemperatur der Quellen um ein bis 1,5 Grad an. Dürren, so seine Aussage, kamen früher im Abstand von 20 bis 30 Jahren, „jetzt alle vier bis fünf“. Was Berthold zur Aussage führte: „Wir müssen wirklich was tun.“ Denn über kurz oder lang sah er in wasserarmen Regionen Nutzungskonflikte. Wenn es diesen Winter nicht ausreichend bis überproportional regnet, „wird 2020 extrem bei der Wasserversorgung“, prognostizierte er.

Der Odenwald ist zwar in Mitleidenschaft gezogen, aber im bundesweiten Vergleich kommt er noch einigermaßen gut weg, berichtete Steffen Hering. Im Staatswald belief sich der Käferholzanteil auf die Hälfte des Einschlags, sagte er. Hessenweit waren es 70 Prozent. „Große Entwaldungen haben wir zum Glück noch nicht“, machte er drei Kreuze. Hering war guten Mutes, „dass wir es hinbekommen“, mit den verschiedenen hier wachsenden Baumarten den (Oden-)Wald zu retten.

Gerhard Eppler wandte sich gegen eine „hektische Regulierung“. Denn der Klimawandel sei längst in vollem Gange. Er verglich ihn mit einer Fußbodenheizung, die nur langsam auf Touren kommt, aber dann so richtig losbollert. Ein bisschen weniger Kohlendioxid bedeute lediglich eine Reduzierung des Anstiegs, aber keine pauschale Reduzierung. „Wir dürfen keine Fichte mehr pflanzen“, forderte er. Auch die Douglasie sei kein „Heilsbringer“. In der folgenden Diskussion ging es vor allem um die Privatwaldbesitzer – was sie tun können, welche Hilfen sie bei Waldschäden bekommen.

 

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Weg von den Mehrverpackungen an der Oberzent-Schule

Wolfgang Bechtold ist der Oberzent-Schule (OZS) schon seit Jahrzehnten eng verbunden. Seine beiden Kinder drückten hier die Schulbank, viele Azubis des Betriebs für Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau rekrutiert er von der OZS. Er ist auch gerne Partner der Lernanstalt, wenn es um Neuerungen geht. So wie jetzt beim Umstieg von Einwegtetraverpackungen auf Plastikmehrweg-Trinkflaschen.

„Wir wollen unseren Schülern jeden Tag frisches Wasser zur Verfügung stellen“, erläutert Schulleiter Bernd Siefert die Hintergründe. Die Idee kam von der Schülervertretung. Deren ursprüngliches Ansinnen ging in Richtung eines Wasserspenders. Der Weg soll auf jeden Fall wegführen von den Milchbeuteln hin zu weniger Verpackungsmüll. Vom Wasserspender kam man allerdings wieder ab – auch wegen der möglichen Keime.

Zwei Bechtold-Azubis, natürlich von der Oberzent-Schule, werden jetzt in einem speziellen Herstellungsverfahren im Betrieb Mehrweg-Plastikflaschen herstellen, mit denen dann die Wasserleitung direkt „angezapft“ werden kann. „Fridays for Future“ mal anders, meint Siefert augenzwinkernd. „Wir produzieren weniger Müll, was auch der Umwelt zugutekommt.“ Ein weiteres gemeinsames Bechtold-OZS-Projekt sind 300 Familienkalender, in denen sich die verschiedenen Termine gesammelt eintragen lassen.

Vor kurzem feierte der Unternehmer seinen 70. Geburtstag. Bernd Siefert schenkte seinem rotarischen Freund dazu ein Fotobuch mit Bildern der Belegschaft, von Andreas Weinmann „heimlich“ aufgenommen. Jeder Mitarbeiter konnte sich dazu mit einem Spruch eintragen. Ein Fotobuch mit Motiven aus Oberzent, ebenfalls von Weinmann geschossen, ist auch bei der Schule in Planung. Es soll als Geschenk für Partner beider Institutionen dienen, da es mit den jeweiligen Logos versehen ist.

Ansturm auf die Kortelshütter Wildsau

Max Fink, Sven Völker, Felix Götz und Florian Fink sind die Meister des Apfelmosts. Sie keltern wie die Weltmeister. In schöner Regelmäßigkeit werden erst die Äpfel zerstampft, ehe sie dann in die Presse kommen, die wiederum den leckeren Süßmost ausspuckt, der reißenden Absatz bei den Besuchern des Kelterfestes findet. Das Getränk war jedoch nur eine Spezialität von vielen, die die Brandschützer am Dorfgemeinschaftshaus auftischten.

Der Besuch bei der 28. Auflage der Traditionsveranstaltung war bei herrlichem Wetter mal wieder sehr gut. Die Bembelparty am Abend zog ebenfalls viele Gäste an, darunter zahlreiche Wehren aus der Umgebung angesagt. Das passende Ausflugswetter lockte die Ausflügler in Scharen auf die Höhe. Die kamen nicht nur aus Oberzent, sondern auch aus dem Neckartal und sogar der Unterzent.

Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren sehr gut belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Neben den Kameraden der befreundeten Wehren beobachteten die Wehrleute viele Auswärtige, die ihre Gastfreundschaft sowie das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten.

Ein Schwarzkittel schmorte auf dem Grill vor sich hin. Statt Gulasch kam unter anderem Gyros auf den Tisch, dazu auch ein Odenwälder Käseteller mit ein paar Spezialitäten. Äpfel gab es dieses Jahr leider nicht so viele wie 2018. Man kam „nur“ auf 400 Kilo, die den Weg in die Presse fanden. Was vom Süßmost übrig bleibt, wird für Apfelwein angesetzt. Über den Winter werden die Behälter im Sandsteingewölbekeller von Sven Völker gelagert, der dafür beste Bedingungen bietet.

Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 20 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. „Es werden leider immer weniger“, bedauert Völker. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut, die Semmelknödel, der Kartoffelsalat oder der Zwiebelkuchen. „Wir wollen die Traditionen bewahren“, betont Götz. Gerade weil in Kortelshütte eben nicht nach Schema F abläuft, sondern alle viel Herzblut investieren. Der Andrang ist dann auch eine schöne Bestätigung. Die Gäste wissen zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt.

 

Neues Leben auf alten Rothenberger Pfaden

Ein herrliches Fleckchen Erde haben sich die Ehrenamtlichen für ihren Arbeitseinsatz herausgesucht. Mitten im Wald Richtung Gammelsbach, um die 200 Höhenmeter unterhalb der Sporthalle, verhelfen sie dem Klemertsbrunnen zu neuem Glanz. Die Aktion ist eine von 16 auf Gemarkung Oberzent und macht deutlich, welchen Stellenwert der Einsatz für die Gemeinschaft im Südkreis genießt. Der Rothenberger Wasserspeicher hat historisch eine besondere, sogar lebenswichtige Bedeutung fürs Dorf.

Männergesangverein, Ortsbeirat, Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) sowie Freiwillige Feuerwehr haben sich für diesen Einsatz zusammengetan. Planung und Organisation lagen bei Jens Beisel, Lars Gittek, Jan Johe und Thomas Wilcke. Der Klemertsbrunnen etwa wurde vor exakt 42 Jahren das letzte Mal instand gesetzt. Davon zeugt noch das eingeritzte Datum 7.7.77 auf dem Sandstein. „Damals gab es ein großes Fest“, erinnert sich Werner Beisel.

„Es war alles verschlammt und zugewachsen“, erläutert Lars Gittek die Ausgangslage. Deshalb wurde der Schotter erst einmal abgetragen, alles gesäubert und er dann wieder eingebaut. Damit das Gelände rund um den Brunnen dauerhaft befestigt ist, legen die Helfer Sandstein-Pflastersteine in Speiß. Diese Kawenzmänner hatte Gittek vom familieneigenen Ferienhof mitgebracht, wo sie früher im Hof lagen. Schön nach Größe sortiert, legte er sie dann in Reihe.

Die Ehrenamtlichen hatten ihr Projekt unter den Titel „Alte Pfade neu getreten“ gestellt. Das Motto wurde unter anderem beim Pfad von Rothenberg hinunter ins Gammelsbachtal umgesetzt, der völlig zugewuchert und teilweise sogar komplett unpassierbar war. Er diente früher, weiß Ralf Braner, den Rothenbergern als Weg zur Arbeit, wenn sie bei Scherer oder Stoeß bei Eberbach arbeiteten. „Das dauerte nur 45 Minuten“, ist zumindest bergab der Weg kurz.

Obwohl es im Sommer wieder sehr trocken war, tröpfelt das kühle Nass immer noch überall aus dem Hang hervor, staunt Ralf Beisel. Schön schattig, Richtung Osten gelegen, war diese Talseite schon jeher die Rothenberger Lebensader. Deshalb wurde hier auch Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Tonschicht ein paar Meter unterhalb eine Quelle als „großer Brunnen“ gefasst, dessen Wasser dann fast 300 Meter in die Höhe pumpte, um das Dorf mit dem benötigten Frischwasser zu versorgen.

Früher geschah das über den Schmid’schen Zweizylinder-Wassermotor mit Drillingspumpe, der jetzt als Alte Pumpe an der Straße Richtung Kortelshütte bewundert werden kann. Heutzutage bezieht Rothenberg immer noch sein Frischwasser von dort, allerdings geschieht das Pumpen nun über Stromaggregate. „Einiges läuft trotzdem noch unbenutzt weg“, weist Braner auf die große Ergiebigkeit hin.

In Angriff genommen wurde von den Machern auch der alte Kirchenweg nach Finkenbach. Der führt vom Sportplatz aus am Armbruststein vorbei und kommt dann im Tal am Ortsanfang bei der Firma Fenster Baum raus. Hier, erzählt Braner aus eigener Erfahrung, „läuft man nur 30 Minuten“. Ähnlich ebenso Richtung Hainbrunn.

VVR-Vorsitzender Wilcke widmet sich an diesem Tag dem Geopark-Pfad „Wasserarmut in einem regenreichen Gebiet“. Die Rothenberg-Runde beläuft sich auf etwa zehn Kilometer. Erklärt wird dort mit Start am Homerichsbrunnen, wo sich heute die Alte Pumpe befindet, wie Schichtquellen funktionieren und Sandstein den Wasser speichert – oder eben nicht. Am tiefsten Punkt der Tour erreicht man Richtung Hainbrunn die bemooste Sandsteinanlage Matzenbrunnen. Die sicherte im 19. Jahrhundert, als die oberhalb gelegenen Brunnen mehrfach leerliefen, den Rothenbergern das Überleben.

Für die Beteiligten ist es eine Selbstverständlich, sich für den Ort zu engagieren. „Wir sind sowieso alle schon anderweitig im Dorf aktiv“, betont Johe. Da opfern sie auch gerne einen weiteren Samstag im Dienste der Allgemeinheit. „Wir wollen erhalten, was frühere Generationen angelegt haben“, ergänzt Braner. Beisel meint: „Unsere Vorfahren liefen auf diesen Weg noch zur Arbeit.“

 

Ralf Braner: „Wir wollen erhalten, was frühere Generationen angelegt haben.“

750 ehrenamtliche Stunden fürs alte Schulhaus

Stolze 750 ehrenamtliche Einsatzstunden für die Sanierung des alten Schulhauses: Das soll den Hainbrunnern erst einmal jemand nachmachen. 35 Helfer waren insgesamt ein Jahr lang aktiv. Ein harter Kern von zehn Leuten sorgte dafür, dass die Arbeiten zügig voranschritten und genau zwölf Monate nach Beginn die neu gestalteten Räumlichkeiten eingeweiht werden konnten. Dafür kam die Dorfgemeinschaft in gemütlichem Rahmen zusammen.

„Vor 365 Tagen haben wir mit einer großen Auftakt-Aktion am Freiwilligentag mit der Entkernung des Erdgeschosses angefangen“, blickte Ortsvorsteher Stefan Hofmann zurück. Dabei wurden Türen, Decken, Wände und Heizkörper entfernt, der Wandputz bis auf die Grundmauern abgeklopft. „Da war alles verschimmelt“, erinnerte er sich.

Die freiwilligen Helfer spuckten immer wieder samstags in die Hände: „Bis Weihnachten haben wir die Wasserleitungen ab dem Hausanschluss komplett in Edelstahl erneuert“, erläuterte Hofmann. Denn die alten waren so dicht, „dass kaum noch ein Finger reinpasste“. Im Erdgeschoss hieß die Devise: aus zwei mach eins. Die Helfer brachen eine Zwischenwand heraus und schufen einen großen Raum, der Platz für alle Bedürfnisse bietet. „Wir haben viel Holz an die Decke machen müssen, damit es passte“, schilderte Hofmann die Höhenunterschiede.

Dann wurden die WC-Elemente gesetzt, die neuen Zwischenwände in Holzständertechnik eingebaut und verkleidet sowie die Deckenkonstruktionen erneuert und verstärkt. Im Anschluss ging es an die Fenster. Die alten klopfte man raus und ersetzte man durch neue, wärmegedämmte. Die Außenwand erhielt eine fünf Zentimeter dicke Wärmedämmung. Weiterhin wurde eine neue Elektroverteilung eingebaut und alle Elektrokabel neu verlegt. Wie auch die Abwasserrohre.

Weiter ging es dann im Frühjahr, erzählte der Ortsvorsteher: mit dem Setzen der Wasseranschlüsse und dem Verlegen der Wasserleitungen sowie den Schaltern und Steckdosen. Die sind so einfach konzipiert, „dass man nichts falsch machen kann“, meinte Hofmann. Die Fliesenleger bauten den Estrich im Bad und Flur ein, dämmten und fliesten Bad und Nebenräume. Entkernen des Eingangs, Montage der Holzdecken in Bad und Eingang, Deckenbeleuchtung sowie Schleifen und Streichen der Fenster waren weitere Arbeitsschritte.

„Der Abriss war die dreckigste Arbeit“, ging der Ortsvorsteher auf Details ein. Da gab es einige Tage, „an denen wir viel Staub geschluckt haben“. Zeitaufwändig waren daneben die Sanitär- und Elektroarbeiten. Die Ehrenamtlichen arbeiteten so effizient, „dass wir deutlich unter den prognostizierten Kosten sind“.  Für den Überschuss, hoffte er, „können wir vielleicht noch die Heizung im Obergeschoss erneuern“. Denn die ist ebenfalls noch auf einem Stand aus früheren Jahrzehnten.

Bereits vor Umbaubeginn wurde ein Raumkonzept erstellt, sagte Hofmann. Das beinhaltet folgende Nutzungsmöglichkeiten: Wahllokal, Sitzungszimmer Ortsbeirat, Frauenkreis Kirche und Ausweich-Trainingsraum Tanzgruppen. Die Toilette ist behindertengerecht gebaut und wird auch vom MGV mitgenutzt, der im Schulsaal probt. Hierzu gibt es eine Rampe für die Treppe am Eingang.

Der Nebenraum wird zum Lagern der Tische und Stühle genutzt. „Weitere Ideen der Nutzung werden gerne gesehen“, betonte er. So kam von Sabine Koch bereits die Anregung, über Winter einen Strickabend zu veranstalten. Damit es den Helfern nicht langweilig wird, packten sie am Tag der Einweihung vormittags gleich noch einmal an.

Stühle auspacken, säubern und aufstellen hieß es dann. Sonnenschutz-Plissees wurden montiert, der Löwenzahn im Hof entfernt, Kellerräume und Speicher ausgeräumt und gekehrt. Da gleichzeitig der Freiwilligentag des Odenwaldkreises anstand, kümmerten sich weitere Ehrenamtliche um den Hain-Brunnen, die Brücke, die Hütte an der Himmelreichquelle, die Saugstelle Mühlstraße, das Gefriertruhenhaus oder den Stellsteinweg.

Königsbrunnen bei Hetzbach wird 1200 Jahre alt

Ob an ihm schon Könige rasteten und sich einen kühlen Trunk gönnten, ist nicht mehr überliefert. Das entsprechende Alter hat der Königsbrunnen bei Hetzbach jedenfalls. Denn er ist einer der aufgeführten Grenzpunkte Mark „Michlinstat“ und als Cuningesbrunnen überliefert. Um sein 1200-jähriges Bestehen zu feiern, laden Ortsbeirat und Dorfverein Hetzbach am Donnerstag, 3. Oktober, zu einer kleinen Wanderung und einem Treffen am Königsbrunnen ein.

Im Jahre 815 erhielt Einhard, der Erbauer der Einhardsbasilika in Steinbach, als Anerkennung für seine großen Verdienste als Vertrauter am Hofe Karls des Großen von dessen Sohn, Ludwig dem Frommen, die Mark „Michlinstat“ als Geschenk. Im Jahr 819 vermachte er die Mark Michelstadt dem Kloster Lorsch und beschrieb dabei ihre Grenzen. Seine Grenzbeschreibung ist als Abschrift im sogenannten „Lorscher Codex“ erhalten geblieben. Ein Grenzpunkt ist der Königsbrunnen.

Die heutige Brunnenanlage mit ihrer deutlich vom Jugendstil beeinflussten Gestaltung von 1904 ist ein Kulturdenkmal aus heimat- und ortsgeschichtlichen sowie künstlerischen Gründen nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Um diesen erstmals vor 1200 Jahren erwähnten Ort zu würdigen und wieder ein wenig mehr in Erinnerung zu bringen, organisieren Ortsbeirat und Dorfverein die Veranstaltung. Die Wanderung beginnt um 10 Uhr an der Krähberghalle und wird auch für Kinder- und Bollerwagen geeignet sein. Ab 12 Uhr werden zwischen der Krähberghalle und dem Königsbrunnen Planwagen verkehren. Vor Ort ist fürs leibliche Wohl gesorgt.

Ehrenamtliche spenden für Ehrenamtliche

Herrliches Wetter, Gute-Laune-Musik, viele Bekannte und ein schönes Ambiente: Beim Saisonende wurde im Finkenbacher Freibad groß gefeiert, aber gleichzeitig auch dem guten Zweck gehuldigt. Denn das Hinterbacher Köhlerteam, das im Sommer wieder an zehn Tagen den Kohlenmeiler rauchen ließ, hatte gleich drei Schecks für die Dorfgemeinschaft im Gepäck. Ehrenamtliche spenden für Ehrenamtliche: Im Ort eine schöne Tradition.

Je 500 Euro gingen an die Voraushelfer von DRK und Feuerwehr, an die Jugendfeierwehr und an den Heimat- und Verschönerungsverein (HVV), der sich auch ums Schwimmbad-Outfit kümmert. Der Kohlenmeiler war in diesem Jahr ein absoluter Erfolg. Die Aktiven wurden förmlich überrannt und hatten alle Hände voll zu tun, so groß war das Interesse am alten Brauchtum. Aus dem Erlös zwackten die Helfer jetzt diese Spenden ab.

Eigentlich wäre ja nochmal optimales Badewetter gewesen, aber das Freibad hatte leider schon zu. Vielen nutzten aber trotzdem die Möglichkeit zu einem Sonnenbad. Dieser Sommer war vom Besuch her eher durchschnittlich, bilanzierte Christian Niesen von HVV. Was auch mit dem zwischenzeitlichen schlechten Wetter zu tun hatte. Gegen das Highlight 2018 kamen die Besucherzahlen nicht ran, aber sie waren zumindest besser als 2017.

Während so langsam die Sonne hinterm Hügel verschwand, packte Stefan Zirkel mit seiner Band „So!“ die Instrumente aus. Country, Pop, Rock, Deutsches: Es gibt nichts, was der Wieslocher nicht im Programm hat. Mit längst verschollen geglaubten Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten fühlt man sich in Zeiten zurückversetzt, als man vor dem Radio saß und diesen Liedern lauschte. Mit Charme verpackt in einer Art, wie man sie nirgends sonst zu hören bekommt.

Ganz nach dem Motto „Kennt jeder, spielt keiner!“ zählt Stefan Zirkel Hits (zweiter Reihe) von Coldplay, Snow Patrol, Michael Jackson, Genesis, Reamon, Robbie Williams, Take That oder Mr. Mister zu seinem Repertoire und kombiniert gekonnt das Programm zusätzlich mit deutschsprachigen Eigenkompositionen aus seinem Debütalbum „Geh‘ deinen Weg“.