Legendäre Herrensitzung bei der Narrhalla Hainbrunn – Vorverkauf läuft

Die Herren lassen bitten. Nach vier Jahren Pause ist es wieder so weit: Die Narrhalla Ober-Hainbrunn lädt zur legendären Herrensitzung. Die findet am Freitag, 16. November, um 20.11 Uhr in der Sporthalle statt. „Shoot-out in Hainbrunn City“ lautet das Motto. Der Abend wird ganz im Zeichen des Wilden Westens stehen.

Hochkarätige Büttenredner aus der Umgebung, etwa aus Zwingenberg, Eberbach und Rockenau, sowie aus Hainbrunn selbst und „extra aus Texas eingeflogene“ Saloon-Damen werden die Location in eine Wildwest-Kulisse verwandeln, versprechen die Organisatoren. Mottogetreue Kostümierung ist ausdrücklich erwünscht.

„Jetzt heißt es Kumpels mobilisieren und ab nach Hainbrunn City“, fordert Narrhalla-Präsident Franks Flachs die Herren-Narren auf. Da es nur eine Sitzung geben wird, sind die Tickets sehr begehrt. Es herrscht Fotoverbot, Einlass ist erst ab 18 Jahren. „Die berühmte Hainbrunner Bar ist bestens bestellt“, verspricht er.

Urheber dieser speziellen Sitzung war vor zwölf Jahren Narrhalla-Urgestein Ralph Volk, der selbst immer in den Faschingssitzungen als Weltenbummler oder „Schackeline“ in der Bütt dabei ist. Seitdem finden die Events in unregelmäßigen Abständen statt und sind in der Regel schnell ausverkauft. Frauen, auch in Männer-Klamotten, dürfen nicht rein, bedauert der Präsident.

Info: Der Vorverkauf läuft. Kartenbestellungen bis 6. Oktober unter E-Mail shootout@ober-hainbrunn.de oder WhatsApp 0163/1616134. Eine komplette Tischeinheit besteht aus 18 Plätzen, falls diese jemand buchen möchte.

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Nacht der offenen Kirchen am 29. September in Hirschhorn

Mit einem neuen Konzept startet die dritte ökumenische „Nacht der offenen Kirchen“ am Samstag, 29. September, in Hirschhorn. Die Teilnehmer werden auf eine kleine Rundreise mitgenommen. Die zeitlich aufeinander abgestimmten Programmpunkte machen es möglich. Als Motto wählten die Organisatoren, zu denen die evangelische und katholische Kirchengemeinde Hirschhorns gehören, „Wie im Himmel so auf Erden“ aus. Es geht um das Vaterunser. Die acht Bitten des Vaterunsers werden musikalisch und mit Texten auf verschiedene Stationen aufgeteilt.

Den Anfang macht um 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Ersheimer Kapelle. Die erste Station „Vater – Unser Abba“ ist um 18.40 Uhr vor der Kapelle, die zweite, „Geheiligt werde dein Name“, um 19.10 Uhr auf dem Park-/Spielplatz in der Ersheimer Straße und die dritte, „Dein Reich komme“, um 19.40 Uhr am Schiffermast bei der Neckarbrücke.

Danach geht es hoch in die Klosterkirche auf der anderen Neckarseite. „Dein Wille geschehe“ wird dort ab 20.20 Uhr umrahmt mit den schönen Stimmen von Jugendchors und Band. Danach geht es wieder den Berg hinunter zur fünften Station, „Unser tägliches Brot gib uns heute“, die um 21.20 Uhr am Kreuz vor der Pfarrkirche gestaltet wird. Die Gläubigen gehen dann durch die Hauptstraße zur evangelischen Kirche. Dort beginnt um 22 Uhr die sechste Station „Und vergib uns unsere Schuld“.

Danach trifft man sich wieder vor der katholischen Pfarrkirche, im Hause des „Vaters“ angekommen. „Und führe uns nicht in Versuchung“ sowie „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“ sind die siebte und achte Station. Zu den Klängen der katholischen Kirchenmusik wird hier um 23 Uhr ein Herz aus vielen brennenden Kerzen gelegt. Es soll ausdrücken, dass viele Hoffnungslichter ein strahlendes Licht ergeben.

Auch wird an dieser Stelle eine kleine Stärkung angeboten, bis es dann zum Abschluss in die katholische Pfarrkirche geht. Zur Erholung gibt es dort ab 23.45 Uhr erst einmal was zum Lachen. Allerdings ist danach um 0.20 Uhr „Gänsehaut“ angesagt, denn es folgt das Mysterienspiel „Totentanz“. Das Spiel will zeigen, dass alle – ob reich oder arm – letztendlich den gleichen Weg gehen müssen. Zum Schluss sind die Teilnehmer um 1 Uhr mit dem Segen zur Nacht zum Brotbrechen und zu einem Glas Wein eingeladen.

Info: Interessierte können den ganzen Meditationsweg mitgehen, haben aber auch die Möglichkeit, nur bei einzelnen Stationen des Vaterunsers mitzumachen. Flyer mit dem gesamten Programmablauf und dem Meditationsweg liegen in den Kirchen und an verschiedenen anderen Stellen der Stadt aus. Gut wäre es, eine Taschenlampe mitzubringen. Sollte es regnen, werden die Außentermine in Ersheim in die Kapelle verlegt, die vor der Pfarrkirche in diese selbst. Ein schönes Kinderproramm wird ab 18.30 in der katholischen Pfarrkirche angeboten. Außerdem erwartet die Gäste eine interessante Ausstellung zum Vaterunser.

Finkenbacher Freibad mit viel mehr Besuchern als im vergangenen Jahr

Gelungener Abschluss einer sehr guten Saison: Stefan Zirkel, bekannt von „Cool Breeze“, unterhielt mit der Band „SO!“ die Gäste im Finkenbacher Freibad beim Abschlussfest. Mit dem Besuch an diesem Tag zeigte sich das Team um Mareike und Christian Niesen wie auch mit dem Andrang während des Sommers sehr zufrieden. „Wir hatten höchstens zehn Tage zu“, forderte der heiße und lang anhaltende Sommer den beiden einiges ab. „Langsam läuft es wieder“, scherzt Niesen. Zwischendurch gingen die Helfer aber ziemlich auf dem Zahnfleisch.

Der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) verzeichnete ein großes Plus an verkauften Eintrittskarten gegenüber dem Vorjahr. Das hing auch damit zusammen, dass das Freibad an mehr Tagen als 2017 geöffnet war. Daneben kommt das Konzept der Niesens bei den Badegästen sehr gut an, ist immer wieder zu hören. Damit das Bad rausgeputzt in die Winterpause gehen kann, gibt es am 29. September einen letzten Arbeitseinsatz. Am ersten Mai-Wochenende 2019 soll das Eröffnungsfest für die kommende Saison steigen. Gebadet werden kann dann je nach Witterung.

Mit längst verschollen geglaubten Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten unterhielten die Musiker die Gästeschar. Ganz nach dem Motto „Kennt jeder, spielt keiner“. Mit Charme verpackt in einer Art, wie man sie nirgends sonst zu hören bekommt. Damit kam die Treppe bestens an. „Die Leute waren lange da“, freute sich Niesen. Erst die typische abendliche Kälte im Finkenbacher Tal bereitete dem Feiern ein Ende.

Zur nachmittäglichen Kinderunterhaltung war Ritter Friedrich aus Hirschhorn vorbeigekommen. Hans-Jürgen Waibel in seiner Paraderolle leitete das Hufweisenwerfen, Armbrust- und Bogenschießen an. Unterstützt wurde er dabei von Mareike und Christian Niesen in mittelalterlichen Kostümen. Auf die Kinder wartete noch ein kostenloses Eis, das Herbert Gerhart von IWG-Induktionswerkzeuge spendete. Er stiftete auch jeweils eine Jahreskarte für Erwachsene, Kinder und Familien, die unter den Besuchern des Jahres 2018 verlost wurde. Als Losnummer diente die Eintrittskarte aus dieser Saison.

Info: Der Heimat- und Verschönerungsverein Finkenbach/Hinterbach/Raubach veranstaltet einen Arbeitseinsatz im Freibad Finkenbach. Am Samstag, 29. September, soll ab 10 Uhr in einer freiwilligen Helferaktion das Schwimmbadgelände in Ordnung gebracht werden. Anmeldung/Ideen/Fragen an Christian Niesen, Telefon 06068/4029, oder in Mareikes Backshop. Nach getaner Arbeit ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Wechsel an der Spitze des Heimat- und Geschichtsvereins – Schwerpunkt Oberzent-Museum

Der langjährige Vorsitzende Dieter Borck hört nach 16 Jahren auf, aber ein Nachfolger ist bereits gefunden: Beim Heimat- und Geschichtsverein Oberzent ist an der Spitze Kontinuität angesagt, wenn die Mitglieder am Freitag zur Jahreshauptversammlung zusammenkommen. Denn der neue Mann bringt viel kommunalpolitische Erfahrung mit, wirkte er doch in der früheren Stadt an oberster Stelle. Beste Bedingungen für den 31 Jahre alten Verein, sich auch in Zukunft mit Hingabe der Oberzent-Geschichte zu widmen.

Aus dem „Schwarzen Haus“, das der Verein erbte, wurde das Oberzent-Museum. „Schon damals kam der Name der heutigen Stadt vor“, schmunzelt der 78-Jährige im Rückblick. Der frühere Vorsitzende Kurt Siefert und sein Team „arbeiteten heftig“ an der Ausgestaltung. „Er ist mein Vorbild“, sagt der Schöllenbacher Pfarrer in Rente. Die Gründungsmitglieder wurden jedoch langsam älter, die Aktiven weniger, die Arbeit blieb.

„Der Verein stand damals kurz vor der Auflösung“, erinnert sich Borck, als Kurt Siefert 2002 nach 15 Jahren sein Amt zur Verfügung stellte. Borck kam 1998 als Pfarrer in die Oberzent. „Ich fand es maßlos schade aufzuhören“, sagte er damals, fragte den Kirchenvorstand, ob er „nebenher“ ehrenamtlich tätig sein könne und wurde zum Vorsitzenden gewählt. Mit einem neuen Vorstandsteam „wollten wir alles wieder zum Laufen bringen“. Was auch gelang.

Ein neues Konzept ging weg vom Museum hin zur erlebten Geschichte. Wer ins Museum kam, sollte sich so fühlen, als besuchte er das Haus der Großmutter „und die Oma ist gerade auf dem Markt beim Einkaufen“. Also quasi wie im richtigen Leben. Die Vitrinen kamen raus, die Schränke erhielten Glasschiebetüren, damit man den Inhalt sehen konnte. Was nicht zum Konzept passte, wurde an geeignete Stellen weitergegeben. Ein alter Safe steht jetzt im Erbacher Landratsamt, die Wurzelkrippe des Gammelsbacher Holzschnitzers Tikale fand ihren Platz in der dortigen Kirche.

Eine Aktion für die Zukunft, die immer noch läuft, ist die Digitalisierung der Kirchenbücher. Sie wurden in mühevoller Handarbeit in den Computer getippt, erst in Beerfelden, dann in Rothenberg. „Fürs Tippen war ich nie schnell genug“, schmunzelte der ehemalige Pfarrer, „aber ich kann 200 Jahre zurücklesen“. Die Verknüpfungen in der Datenbank „können bei der Ahnensuche helfen“, stellt er den großen Wert heraus. „Ich habe wenig und viel gemacht“, sagt der 78-Jährige über sich. Es ist immer das Team, das einen Verein voranbringt. Der eine hat Ideen, die anderen setzen sich um. All diese Leistungen „gehen nur übers Ehrenamt“, verdeutlicht Borck.

„Wir haben fürs Museum nie Eintritt genommen“, erläutert der Pfarrer i.R. Ein gutes Konzept: „Die Leute waren so begeistert, dass sie kräftig spendeten.“ Wenn die Grundschüler zu Gast waren, erzählten die Kinder so lebhaft davon zuhause, dass sie Eltern und Großeltern dazu animierten, selbst einmal vorbeizuschauen. Gerade in Beerfelden sieht er aber noch Nachholbedarf. „Die meisten Gäste sind Auswärtige“, beobachtete der Vorsitzende.

Rennfeuer, alte Seilerei, Feldscheune, Wechselausstellungen, alter Backofen: Auf den Nachfolger und sein Team warten einige Aufgaben. „Der muss dann in die Zukunft blicken“, sagt sein Vorgänger. „Die bisherigen können nicht mehr so wie sie wollen.“ Eine neue Mannschaft muss neue Akzente setzen. Einen davon wünscht sich Borck schon seit Langem: die Würdigung der Funde des Lehrer Werner Hardes in Etzean. „Das gehört einfach hierher, das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, hebt er hervor.

In den vergangenen 16 Jahren „wurde mehr gemacht als wir zu Beginn absehen konnten“, sagt er. „Wir haben Dinge realisiert, an die man damals noch gar nicht dachte.“ Seinem Nachfolger hinterlässt Borck, wie er es selbst einschätzt, „ein bestelltes Museum“. Allerdings ist der Verein mit seinen Anstrengungen „noch lange nicht am Ende“. Viel Arbeit für den „Neuen“. Aber die ist der schon aus seinem letzten „Job“ gewöhnt.

Info: Die Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Oberzent findet am Freitag, 21. September, um 19 Uhr im Lesesaal des Bürgerhauses in Beerfelden statt.

Schönes Ambiente und ein ausgefallenes Angebot machen das Finkenbacher Weinfest zum Erfolg

Es sind zwei, besser drei Faktoren, die das Weinfest der Finkenbacher Feuerwehr immer zu einem Erfolg werden lassen: das herrliche Ambiente im kleinen Park neben dem Gerätehaus, außerdem die Speisekarte mit einem nicht alltäglichen Angebot – und das zu sehr moderaten Preisen. Kommt dann noch das herrliche Wetter dazu, dann sind ruckzuck alle Sitzplätze belegt und die Helfer von Feuerwehr und Ortsbevölkerung haben alle Hände voll zu tun. 50 Freiwillige sind den Tag über fürs Wohl der Besucher im Einsatz.

Fabian Sauter und Thomas Frisch sind die Chefs der Flammkuchen-Abteilung. Ob traditionell mit Lauchzwiebeln, Speck und Schmand, griechisch Marke Hellas oder mit Lachs: Sie kommen, im Holzofen frisch gebacken, alle an. Natürlich die süße Variante nicht zu vergessen. Der Klassiker, der elsässische, läuft aber immer noch am besten. Er wird wie die anderen im Feuerwehrhaus von fleißigen Händen frisch belegt und dann die paar Meter zum Holzofen rübergetragen.

Dazu Forelle mit Kartoffelsalat, Ofenkartoffel mit Kräuterquark oder hausgemachte Kürbissuppe: Eher ungewöhnliche Gerichte bei einem Feuerwehrfest. Die Finkenbacher Brandschützer haben mit diesem Angebot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Beim Fisch setzen die Wehrleute auf Regionalität. Die Forelle stammt aus der Teichanlage Finkenbachtal von Matthias Bartmann. Am Tag vorher gefangen, legte sie dieser eine Nacht in Salz ein, ehe sie dann auf den Teller kommen. 40 Stück waren geordert worden. Kein Vergleich aber zum Flammkuchen, von dem 240 Stück an diesem Tag verputzt werden.

Die fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr verdienten sich etwas fürs Zeltlager dazu und boten neben Kuchen (Spenden aus der Ortsbevölkerung) auch Kaffee an. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder. Alles zusammen bildet das Erfolgsrezept des Festes, das die Feuerwehr im Jahr 2010 neu aufleben ließ. Den dortigen Brunnen im Park „gibt’s schon seit 24 Jahren, aber bisher wurde er noch nicht als Festkulisse genutzt“, weiß Vereinsvorsitzender Jens Schindler. Was wäre das Weinfest ohne Wein: Verschiedene Tropfen vom Weingut Diel aus Rheinhessen fanden zahlreiche Abnehmer.

Von der Bevölkerung wird es sehr gut angenommen, ist es doch eine schöne Alternative zur traditionellen Kerwe. Aus Finkenbach selbst kommen deshalb auch die meisten Gäste. Mit Holzwagenrad, alten Weinfässern und aus Weinflaschen gestalteten Kerzenhaltern für Teelichter wurde das entsprechende Ambiente geschaffen. Zum inzwischen neunten Mal wurde im Park gefeiert.

Mehrere hunderte Besucher dürften es in diesem Jahr gewesen sein, freute sich Schindler. Ähnlich viele wie 2017, als ebenfalls optimales Wetter herrschte. Auch die Feuerwehren aus Langenthal und Ober-Hainbrunn ließen es sich munden. Bei den Getränken war natürlich der Fest-namensgebende Wein ein Muss. Die Weinprobe „wurde sehr gut angenommen“, so Schindler. Vier weiße und vier rote Tropfen standen zur Auswahl, dazu noch zwei Roséweine. Sie durften vorher auch im Fünfer-Pack verkostet werden.

Bei so viel Durst kommt natürlich etliches zum Spülen zurück. Herr der Gastro-Spülmaschine ist Rainer Flick, der sich über die prompte Erledigung der schmutzigen Arbeit innerhalb von zwei Minuten freut. „Früher musste das alle drüber im Haus per Hand gewaschen werden“, deutet er aufs Feuerwehrgebäude. „Das war eine ziemliche Strafarbeit.“

Altstadtfreunde boten zum Tag des offenen Denkmals eine Burgführung auf dem Hirschhorner Schloss an

Am diesjährigen Tag des offenen Denkmals beteiligten sich auch wieder die Freunde der Hirschhorner Altstadt, diesmal mit einer Burgführung. Bei herrlichem Sommerwetter fanden sich über 60 interessierte Teilnehmer ein, um den spannenden und unterhaltsamen Ausführungen von Richard Köhler zu folgen. Sehr erfreulich war die Tatsache, dass neben Hirschhorner Bürgern ebenso etliche Besucher aus den Nachbarstädten und von weiter her der Einladung folgten. Aber auch Feriengäste fanden sich unter den Teilnehmern.

Köhler stellte bei seinen Ausführungen die bauliche Entwicklung der Burg bis hin zu einem repräsentativen Schloss in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Stand zunächst die Wehrhaftigkeit im Vordergrund der Architektur – mit beschaulichen und spartanisch ausgestatteten Wohnbereichen -, änderte sich das im Laufe der Jahrhunderte hin zu mehr Komfort.

Besonders die mehrfache Ummauerung im hinteren Bereich machte die Burg zu einer fast nicht einnehmbaren Festung. Allerdings wurde diese in der Ritterzeit wenig gefordert. Dies war erst im Rahmen der deutschen Revolution der Jahre 1848/49 der Fall, als sich Hanauer Truppen in der Burg verschanzten und gegen die Belagerung der Bundestruppen heftig wehrten.

Aus dieser Zeit stammt auch der Wedekindstein, der an die irrtümliche Erschießung des Leutnants Wedekind erinnert. Das Besondere dabei ist, dass es sich um eine von insgesamt nur drei „Gedenkstätten“ der 1848/49er Revolution in Süddeutschland handelt. Die bekannteste ist sicherlich das Hambacher Schloss.

Nach gut einer Stunde mit sehr interessanten Informationen, die auch für „alte“ Hirschhorner viel Neues beinhalteten, bedankte sich der Vorsitzende Reiner Lange bei Köhler für die Unterstützung an diesem Tage und bei den Zuhörern für ihre Aufmerksamkeit. Dank des „Food-Trucks“ von Peppe konnten viele noch bei einem kleinen Snack und erfrischenden Getränken den Sonntag gemütlich ausklingen lassen. Auch im kommenden Jahr will der Verein am Tag des offenen Denkmals eine Veranstaltung anbieten.

 

Rothenberger Kerwepfarrer geht in den Ruhestand – Vom 28.9. bis 1.10. wird gefeiert

Das größte Fest des Jahres steht an: die Kerwe. Von Freitag, 28. September, bis Montag, 1. Oktober, wird wieder im Höhenort gefeiert. Freitags ist um 16.30 Uhr Start mit dem Treffen am Gemeindehaus. Hierzu sind alle Bürger eingeladen. In diesem Jahr wird nach zehn Jahren Amtszeit der bisherige Kerwepfarrer Tobias Genschel in den Ruhestand verabschiedet und ein Nachfolger geweiht. Auch bei Vikar und Kerweborscht wird es – noch geheime – Änderungen geben.

Zur Ausgrabung der Kerweschlumbel vom letzten Jahr und Taufe der neuen gibt es wieder mit Beginn 17 Uhr am Gemeindehaus eine Planwagenfahrt. An dieser darf gerne jeder teilnehmen. Danach zieht die Truppe durch die Rothenberger Wirtshäuser und verkündet die frohe Botschaft der Taufe. Samstags ist ab 18 Uhr dann traditionelle „Gockel-Kerwe“ im Hotel Hirsch. Bei leckeren Speisen und Getränken wird sich der neue Kerweborscht beim Fassanstich beweisen müssen. Stichwörter: knusprige Hähnchen, Maßkrug stemmen, Äppelwoi-Hingel, Nagel-Bock, frisch gezapftes Fest-Bier sowie Musik und gute Stimmung

Sonntags stehen die beiden Heimspiele der SG Rothenberg an. Die Kerwegemeinde wandert gemeinsam hoch auf den Rothenberger Sportplatz, um die freudige Botschaft der Kerwe zu verkünden. Bei den Heimspielen der ersten und zweiten Mannschaft (13 und 15 Uhr) „unterstützen wir die Jungs in Blau-Weiß“, kündigt Benny Beisel an. Alle hoffen zusammen mit den Teams auf einen Sechs-Punkte-Sonntag.

Montags gibt es wie jedes Jahr ab 11 Uhr Schlachtplatte im Gasthaus „Zur frischen Quelle“. Die Kerwegemeinde trifft sich zu einem letzten gemeinsamen Mittagessen und Umtrunk am Nachmittag. Gegen Abend findet die Verbrennung und Beerdigung der Kerweschlumbel, wie immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, statt. Die Asche wird danach zusammen mit den obligatorischen Bierflaschen an einem geheimen Ort fürs nächste Jahr vergraben.

Früher, weiß Benny Beisel, gab es zur Kerwe sogar mal einen großen Umzug und Buden am Metzkeil. Da sich irgendwann aber niemand mehr fand, der dies organisierte, schlief die Tradition ein. Seitdem die Gruppierung die Kerwe neu aufleben ließ, „wird es jedes Jahr ein bisschen mehr“, so Beisel. „Das macht immer einen Riesenspaß“, lacht er. „Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten“: Für diesen Zweck haben sich im Höhendorf die Gleichgesinnten zusammengefunden, die seit 2009 jedes Jahr eine Neuauflage veranstalten.