Sängerkreis geht kurz vor dem 100. die Puste aus

Das 100. Jubiläum hat der Sängerkreis hessisches Neckartal „leider nicht mehr zu erreicht“, bedauert der zweite Vorsitzende Gert Menges vom Gemischten Chor Finkenbach. Zum Jahresende 2020 löste sich der Vereinszusammenschluss im 95. Jahr seines Bestehens auf. Hintergrund: Es wurden immer weniger Sänger und Vereine. Die anstehenden Aufgaben konnten somit auf immer weniger Köpfe verteilt werden.

Die sangesfreudigen Gründer hatten 1925 die Vereine in den Ortschaften im Blick, die am Neckar und an seinen Zuflüssen in Südhessen beheimatet waren. Die holten sie ins sprichwörtliche Boot. Am 8. November fand in Neckarsteinach die offizielle Gründung des kreis- und länderübergreifenden „Hessischen Neckartal-Sängergaues“ statt.

Es schlossen sich damals zwölf Vereine mit insgesamt 420 Sängern an: Frohsinn Brombach, Heimatland Darsberg, MGV Ober-Finkenbach, Liederkranz Gammelsbach, Liederkranz Ober-Hainbrunn, Eintracht Hirschhorn, Sängerbund Hirschhorn, MGV Kortelshütte, Frohsinn Langenthal, Sängerbund Neckarsteinach, Eintracht Rothenberg und Frohsinn Rothenberg.

Der Sitz der neu gegründeten Vereinigung war Neckarsteinach. Dort wurde auch am 29./30. Juni 1929 das Gaubanner eingeweiht, das bis zur Auflösung bei allen offiziellen Anlässen mitgeführt wurde. Die jährliche Abhaltung von Wertungssingen, die Teilnahme an Bundeschorfesten und die gegenseitige Unterstützung durch Besuche bei Nachbarvereinen waren die wesentlichen Aktivitäten der Sängervereinigung.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam die Arbeit des Sängerkreises 1945 zum Erliegen, wurde aber 1948 wieder aufgenommen. Im 50. Jubiläumsjahr 1975 gehörten ihm stolze 17 Vereine an mit 17 Männer- und zwei gemischten Chören, einem Jugendchor und drei Kinderchören an: insgesamt 740 Sängerinnen und Sängern. Eine solche wurde nie wieder erreicht. Geographisch erstreckte sich das Gebiet von Darsberg über Hirschhorn und Unter-Schönmattenwag bis nach Gammelsbach, Sensbachtal und an die bayrische Grenze mit Hesselbach.

Wesentlich geprägt wurde der Sängerkreis Neckartal auch immer von seinen Vorsitzenden. Ganz besonders hervorzuheben ist die Zeit ab 1979, als Friedel Sepp aus Schöllenbach mit seiner gewinnenden Art für großen Zusammenhalt im Inneren und auch für eine starke Präsenz des Chorgesangs nach außen sorgte, erläutert Gert Menges.

Das 75. Jubiläum wurde im Jahr 2000 mit noch 15 Kreisvereinen begangen. Hier zeichnete sich bereits eine Trendwende ab: Mangels männlichem Nachwuchs hatten sich mittlerweile einige Männerchöre für Frauen geöffnet und so zu gemischten Chören gewandelt. So hatte der Sängerkreis nun insgesamt 660 Stimmen. Die Ära Friedel Sepp endete 2001 nach 22 Jahren. Danach konnte man den jungen Udo Mayer aus Unter-Schönmattenwag für den Vorsitz gewinnen, der bis 2007 amtierte.

Um den Vorsitzenden zu entlasten, entschloss man sich damals zu einer Doppelspitze, die mit Jutta Ihrig (Schöllenbach) und Ingrid Reinschild (Gammelsbach) eine gute Besetzung fand. Seit Herbst 2012 wurde der Vorsitz bis zuletzt im jährlichen Turnus reihum von den jeweiligen Vorsitzenden der Mitgliedsvereine wahrgenommen, „was auch erstaunlich gut funktionierte“, erinnert sich Menges schmunzelnd.

Mitte 2019 verließ der größte bis dato im Sängerkreis beheimatete Verein, der Sängerbund Unter-Schönmattenwag, die Vereinigung und schloss sich dem Sängerkreis Weschnitztal-Überwald an. Als kurze Zeit darauf noch die Nachricht eintraf, der MGV Liederkranz 1898 Kortelshütte befände sich in Auflösung, sah man im Vorstand die Notwendigkeit gegeben, den Fortbestand des Sängerkreises Neckartal insgesamt zu hinterfragen.

Denn es gab dann nur noch neun angeschlossene Vereine: Eintracht 1912 Falken-Gesäß, Gemischter Chor Finkenbach, Liederkranz 1912 Gammelsbach, Eintracht/Sängerbund Hirschhorn (derzeit nicht aktiv), Sängerbund 1860 Neckarsteinach, MGV Liederkranz 1898 Ober-Hainbrunn, MGV 1911 Rothenberg, Sängerkranz Schöllenbach und MGV Eintracht-Liederkranz 1882 Sensbachtal.

Nach dieser Bestandsaufnahme wurde ab Herbst 2019 im Vorstand diskutiert, ob angesichts des Wegfalls dieser beiden Mitgliedsvereine und einer damit einhergehenden drastischen Reduzierung des belastbaren Personals (nicht zuletzt auch wegen der immer ungünstiger werdenden Altersstruktur) eine Wahrnehmung der Aufgaben im Sängerkreis überhaupt noch gewährleistet werden kann.

Angesichts der geringen Anzahl der verbliebenen Vereine und der Diversität ihrer Chorarbeit konnte zukünftig keine vereinsgerechte Förderung mehr angeboten werden, bedauert Menges. Auch die Ausrichtung von Veranstaltungen erwies sich als fast nicht mehr lösbare Aufgabe. So wurde die Auflösung zum 31. Dezember 2020 beschlossen.

Zum 1. Januar 2021 fanden vier Vereine im Sängerbund Odenwaldkreis (Falken-Gesäß, Finkenbach, Gammelsbach, Schöllenbach), drei im Sängerkreis Weschnitztal-Überwald (Sensbachtal, Rothenberg, Ober-Hainbrunn) und einer im Badischen Sängerbund (Neckarsteinach) eine neue Heimat. In Hirschhorn ruht derzeit der Betrieb.

Am 25. April vergangenen Jahres hätte es eine durch den MGV Sensbachtal organisierte Abschluss-Veranstaltung mit allen Vereinen geben sollen. Dabei wollte man auch zahlreiche Jubilare ehren. Pandemiebedingt wurden jedoch alle Planungen zunichte gemacht. So bleibt den Vereinen nun die Hoffnung, nach der Zeit der Gesangsabstinenz ein verspätetes Abschlussfest feiern zu können.

Gleich 20 Erstspender lassen Blut

„Ausgebucht“ vermeldete Elke Wilhelm freudestrahlend. Die aktuelle Blutspende in Corona-Zeiten hatte wieder einen so großen Andrang, dass die verfügbaren Zeitfenster schon vor dem Termin aufs Neue komplett belegt waren. 110 Mehrfach- und stolze 20 Erstspender fanden dieses Mal den Weg in die Alte Turnhalle Beerfelden, vermeldete die zweite Vorsitzende des DRK Beerfelden. Damit bleibt der bisherige 130er-Schnitt über die Jahre erhalten.

Die dritte Aktion unter Corona-Bedingungen lief wieder wie am Schnürchen ab. Inzwischen hat sich ja schon eine gewisse Routine eingestellt, da das DRK wieder in der Alten Turnhalle mit ihren großzügigen Räumlichkeiten zu Gast war. Das Bürgerhaus als bisherige „Location“ wäre zu eng gewesen. Neben den sieben DRK-Aktiven (bei anderen Terminen sind es bis zu zehn) waren vom Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen zwei Teams mit Ärzten und Punktierern vor Ort.

Die Abstands- und Hygieneregeln wurden in Zeiten von wieder stark steigenden Infiziertenzahlen „peinlich genau beachtet“, versicherte die Blutspende-Verantwortliche. Am Eingang gab’s eine ganz frisch desinfizierte Mund-Nasen-Bedeckung. Bei allen Eintretenden wurde Fieber gemessen. Bei einer Temperatur unter 37,5 Grad durfte man rein – die hielten alle ein.

Die verschiedenen Stationen waren weitläufig angeordnet: Formulare ausfüllen, Labor und Arztbesprechung galt es zu absolvieren. Es gab feste Laufwege, informierte Diana Zimmermann und „keinen Begegnungsverkehr“, weil die Turnhalle einen Hinterausgang hat. Zwischendurch wurde in regelmäßigen Abständen gelüftet.

Die DRK-Mitwirkende freute sich, dass die Spenderzahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau sind. Die Terminvereinbarung im Vorfeld hat sich ihren Worten zufolge sehr gut bewährt. Die festgelegten Zeitfenster bringen es mit sich, dass die Spendenwilligen weniger Wartezeit haben, als wenn sich bei einem normalen Blutspendetermin zu bestimmten Zeiten ein Rückstau bildet.

Für die Ehrenamtlichen und das Blutspendeteam sind die Abende darüber hinaus besser planbar – der Feierabend ist absehbar, weil die Timeslots am Ende nur von einer vorher abgezählten Zahl an Spendenwilligen gebucht werden können. Einziger Nachteil: Mehr geht von der Bettenzahl her nicht, was sich beim jetzigen Termin zeigte.

 „Bisher habe ich nur Positives über das Terminsystem gehört“, erläuterte die zweite Vorsitzende. Deshalb gibt es Überlegungen, es auch in Zeiten nach Corona beizubehalten. Wenn die Blutspende in Beerfelden stattfindet, dann ist natürlich Oberzent mit seinen Stadtteilen ganz stark vertreten. Aus der Ecke Erbach/Michelstadt sowie Hüttenthal und Güttersbach kamen aber auch einige vorbei, beobachtete Wilhelm.

Coronabedingt darf es ja keinen Imbiss mehr nach der Spende von 500 Milliliter Blut geben. Deshalb hatte sich das Orga-Team zusammen mit dem Gewerbeverein Beerfelden eine besondere Aktion überlegt: Jeder Spender erhielt einen Fünf-Euro-Einkaufsgutschein, einzulösen in den angeschlossenen Geschäften des örtlichen Handels. Als man das ausmachte, war allerdings noch nicht die Rede davon, dass ab heute wieder Lockdown sein und die Einzelhandelsbetriebe großteils geschlossen sein würden.

Wilhelm hob die an diesem Abend besonders hohe Zahl an Erstspendern hervor. Normalerweise sind es immer um die zehn „Neulinge“, jetzt die doppelte Anzahl. Denn die jungen Leute bedeuten die Zukunft für den Blutspendedienst, weiß auch Vorsitzender Joachim Zimmermann. Er stellte fest, dass gerade in der Pandemie die Hilfsbereitschaft für die Mitmenschen bei der jüngeren Generation steigt und diese verstärkt Blut spendet. Denn es wird gebraucht, wissen alle. Ressourcen sind zu jeder Jahreszeit knapp.

Einen 130er-Schnitt hatte das örtliche DRK in den vergangenen Jahren die ganze Zeit – umso schöner, dass dieser jetzt, unter erschwerten Corona-Bedingungen, auch konstant erreicht wird. Die vielen treuen Spender, die oftmals zwischen 50 und 70 liegen, teilweise aber schon die 100er-Marke geknackt haben, sind nach wie vor eine Bank.

Diese „Wiederholungstäter“ müssen gar nicht groß benachrichtigt werden, sie haben sich die Termine sowieso vorgemerkt, weiß Wilhelm. Alle anderen spricht das DRK mit Plakaten und Facebook-Posts an, erläuterte sie. Gerade auf dem Land gibt es aber schon eine gewisse Tradition in der Familie: Die Eltern spendeten schon Blut, deshalb gehen die Kinder auch hin, sobald sie dürfen.

Nächstes Weihnachten soll heller werden

Es ist schwer, Kandidaten für die kommende Ortsbeiratswahl zu finden, wurde auf der vergangenen Versammlung in Beerfelden deutlich. Mit Elisabeth Bühler-Kowarsch, Horst Kowarsch und Rico Scheuermann wollen nur drei der bisherigen Mandatsträger wieder kandidieren. Allerdings sind fürs Gremium neun Personen erforderlich.

In seiner aktuellen Sitzung schlug der Ortsbeirat vor, für den Bus der Generationenhilfe Oberzent eine Unterstellmöglichkeit auf dem Gelände des städtischen Bauhofs zu schaffen. Hintergrund: Die Generationenhilfe arbeitet ehrenamtlich, die Fahrer engagieren sich in hohem Maße. Daher sieht man einen Carport gerade in den Wintermonaten als sinnvoll an. Der Ortsbeirat ist bereit, dafür Mittel aus seinem Budget zur Verfügung zu stellen, erläuterte Vorsitzender Christian Zimmermann.

Horst Kowarsch berichtete dem Gremium vom Einsatz beim Freiwilligentag am „Heldenhain“, der sehr gut aufgenommen wurde. Inzwischen wurde Kontakt mit der Oberzent-Schule aufgenommen, die das Projekt gerne unterstützen würde. Angedacht sind Informationstafeln zum Thema Gewalt, Krieg oder Fluchtursachen. Dazu könnten eventuell Lottomittel des Landes (500 Euro) beantragt werden, informierte Kowarsch. Aber auch der Ortsbeirat möchte diese Aktion aus seinem Budget unterstützen.

Die Mandatsträger schlugen außerdem vor, im kommenden Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung für Beerfelden anzuschaffen. Man denkt hier unter anderem an den Bereich des Brunnens. Große Kugeln für den Weihnachtsbaum am Metzkeil würden ebenfalls eine schöne Atmosphäre schaffen. Da es für dieses Jahr kurzfristig keinen Sinn mehr machte, Material einzukaufen und aufzuhängen, sollen die Budget-Mittel auf 2021 übertragen werden.

Aktuell stehen aus dem Budget des Ortsbeirates noch etwa 6300 Euro zur Verfügung, informierte Zimmermann. Die Mandatsträger beantragten einstimmig, Mittel, die dieses Jahr nicht mehr ausgegeben werden können, auf das kommende zu übertragen. Es geht um 1000 Euro für den Friedenspark am Heldenhain, 2000 Euro für die Unterstellmöglichkeit Bus der Generationenhilfe, den Kauf von zwei weiteren Panoramabänken (1500 Euro) und die Anschaffung von Weihnachtsbeleuchtung (1500 Euro).

Darüber hinaus sollen zwei weitere Street-Buddys gekauft werden. Dabei handelt es sich um reflektierende Kinderfiguren, die an den Straßenrändern aufgestellt werden. Sie sollen Autofahrer zum Langsamfahren animieren.

Auf Vorschlag von Ralf Fiedler wird sich der Ortsbeirat bei zwei Mitbürgern, die regelmäßig ehrenamtlich an den Straßen- und Wegrändern Müll einsammeln und mit ihrem Fahrzeug samt Anhänger jede Woche unterwegs sind, als Beispiel für ehrenamtliches Engagement bedanken.

Rico Scheuermann sprach das Thema öffentliche Toilette am Brunnen an. Die ist aktuell geschlossen. Der Ortsbeirat sieht es nach wie vor als außerordentlich wichtige Investition an, im Zentrum eine öffentliche Toilettenanlage anbieten zu können, die man auch gerne benutzt, betonte Zimmermann. Der Magistrat wurde gebeten, einen Sachstandsbericht zu geben. Horst Kowarsch wies darauf hin, dass am 5. Januar die IKEK-Steuerungsgruppe tagt und dann das Thema dort auch erneut angesprochen wird.

Neue digitale Wege des Schüler-Austauschs

Erasmus-Programm einmal anders: „Make Your Day A Happy Day“ hieß der Auftakt in Corona-Zeiten, um virtuell Grußbotschaften an die europäischen Partner der Oberzent-Schule Beerfelden zu schicken. An jedem Adventssonntag kamen auf ganz individuelle Art und Weise gestaltete Grüße und Wünsche zu den anderen Beteiligten. Begleitet wird das Projekt von den Pädagogen Conny Frank, Derya Westbelt und Felix Sasse.

Um ein Gemeinschaftsgefühl zu bewahren und sich auf digitalem Wege zu treffen, sorgten die Videos nicht nur für eine originelle Kontaktaufnahme, sondern auch für viel Freude und lachende Gesichter. Im Rahmen des „Kiss The Cook“-Projekts an der Oberzent-Schule wurden dabei digital „Rezepte“ zum Thema „Soul Kitchen“ für den möglichen Ablauf eines erfüllten Tages auf unterhaltsame Weise kreiert.

Durch die „Rezepte“ wurden alle inspiriert, wie man mit verschiedenen Aktivitäten und trotz der aktuellen Situation das Beste aus einem Tag herausholen kann, um glücklich und zufrieden einen „Happy Day“ zu erleben. Durch die wöchentlichen Videos wurde allen Teilnehmern bewusst, „dass wir uns im europäischen Team alle in der gleichen Situation befinden“. Durch die gegenseitige Inspiration entstanden eine positive Stimmung und eine Vorfreude auf das, was noch kommt.

Es sind insgesamt fünf Schulen am laufenden Projekt beteiligt, erklärt Conny Frank, die auch nach ihrer Pensionierung weiterhin ihrem Lieblingskind Erasmus an der Oberzent-Schule treu bleibt. Sie betreute es viele Jahre lang. Neben der Lernanstalt im Odenwald sind die italienische Partnerschule aus Cremona, die irische aus Dublin, die polnische aus Elblāg und die portugiesische aus Alter do Chāo beteiligt.

Das von der EU geförderte Projekt läuft seit 2018 mit dem von Oberzent entwickelten Konzept „Kiss The Cook – European Open Table For Happy Meetings“. Es wurde coronabedingt um ein Jahr verlängert. So besteht noch die Hoffnung, nächsten Sommer nach Portugal zu reisen, um dort allen teilnehmenden Schülern und Lehrern beim fröhlichen Finale zu begegnen.

 „Wir freuen uns riesig über das Engagement der Schüler“, betont Frank. Die haben unter diesen besonderen Umständen hochmotiviert digitale, kreative und originelle Wege des digitalen Austauschs gefunden. Die Organisatoren sind glücklich darüber, dass es noch weiterläuft. „Weltweit und im Odenwald steht die Freundschaft über allem.“

Die Schüler und auch die betreuenden Lehrkräfte „haben es zunächst schon bedauert, dass gerade das Finale unseres Projekts nicht wie geplant in Portugal stattfinden konnte“, ergänzt Derya Westbelt. „Bis zuletzt haben wir gehofft, unsere reservierten Tickets abholen zu können.“ Geplant war die Fahrt für April. Sie können es aber aufgrund der aktuellen Lage nachvollziehen, fokussieren sich mit Freude auf alternative digitale Wege und hegen die Hoffnung auf eine echte Live-Begegnung.

Bevor es zum Lockdown in Deutschland kam, hatte man sich im internationalen Team schon geeinigt, die Fahrt zu verschieben, weil die italienische Partnerschule viel früher und drastischer betroffen war und somit nicht hätte teilnehmen können. „Dass es Wochen später uns alle in diesem Ausmaß treffen würde, haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen können“, schildert die Lehrerin die Entwicklung. Schnell bemühte man sich um eine Verlängerung des Projekts, um doch noch die Chance zu haben, „Kiss The Cook“ finalisieren zu können.

Die Lehrer „waren positiv von den Reaktionen unserer Schüler überrascht“, sagt Westbelt. Bisher hatten im Rahmen von „Kiss the Cook“ etwa 20 Jugendliche aus der Oberzent-Schule die Chance, die beteiligten Partnerschüler in vier Ländern zu besuchen. Aktuell sind noch 15 aus den Jahrgängen acht bis zehn trotz coronabedingter Einschränkungen aktiv dabei, auch wenn aktuell keine Austauschfahrt möglich ist. Es sind sogar drei neue Schülerinnen beigetreten, die sich ihre Motivation nicht nehmen lassen.

Die Jugendlichen sind sehr kreativ und haben sich „tolle digitale Wege“ überlegt, um trotzdem in Kontakt zu bleiben. „Das macht uns sehr stolz“, spricht Westbelt ein großes Lob aus. Einige haben sogar privat Kontakt zu ihren Austauschschülern aufgenommen, um sich besser kennenzulernen. Mit den europäischen Partnern steht die Oberzent-Schule über eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe im Austausch.

Die Videogrüße können auf der Homepage der Oberzent-Schule angeschaut werden: http://www.oberzentschule.de

Beats bringen Sandbach zum Beben

Die Musik begleitet den Sandbacher Pierre Hallstein schon von klein auf. Der heute 20-Jährige begann so früh mit dem Schlagzeugunterricht, dass er sich kaum noch daran erinnert. Sein weiterer „Berufsweg“ war somit fast schon vorgezeichnet: Mit dem Kommunionsgeld wurde die erste PA-Anlage finanziert, nach der Schule startete er die Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Der erste große Event mit dem Namen „Galaxy Beats“ war im Januar 2020 gerade über die Bühne gegangen, als Corona zuschlug.

Auch wenn der Schlagzeug-Unterricht nach sechs Jahren irgendwann dem Sport weichen musste, eines war für den Sandbacher immer schon klar: „Ich wollte irgendetwas mit Events machen.“ Deshalb war es nur folgerichtig, den entsprechenden Beruf zu erlernen. Damit ging es 2017 in Aschaffenburg bei einem dortigen Unternehmen los.

Dort war dem 20-Jährigen aber zu viel Catering neben der Veranstaltungs-Organisation mit im Boot, weshalb er Ende 2019 ins Michelstädter Hüttenwerk zu Achim Tischler wechselte. Parallel besuchte er die Berufsschule, zuerst in München, dann in Wiesbaden.

Schon vor zwei Jahren hatte Hallstein sein Kleingewerbe „PHA_Events“ angemeldet, bei dem aktuell wegen der Pandemie „tote Hose“ herrscht, wie er bedauert. Im eigenen Ein-Mann-Betrieb mit dem Fokus auf Ton, Licht und Traversensystemen erfährt Pierre Hallstein Unterstützung von seinem Vater Uwe, in Breuberg bestens auch als „Dusty“ bekannt. Er will „möglichst alle Eventbereiche abdecken“, erläutert der Jungunternehmer. Was er nicht selbst machen kann, wird bei Bedarf weitervermittelt.

„Im Odenwald findet nicht viel für junge Leute statt“: Darüber war sich der 20-Jährige einig mit einem Kollegen aus der Berufsschule. Der, aus Erfurt kommend, empfand die hiesige Eventszene natürlich als verbesserungswürdig. „Er hat mich solange bearbeitet, bis ich 2018 in Sandbach meine erste Veranstaltung organisiert habe“, schmunzelt er.

Die lief noch nicht so wie erhofft. Drei Nachwuchs-DJs traten an, hatten aber nicht die Zahl an Publikum wie erhofft. „Das war ein kleiner Dämpfer“, bekennt Hallstein. Davon ließ er sich aber nicht unterkriegen. Nach und nach ergaben sich die weiteren Kontakte. Durch die Mitarbeit an „Aschaffenburgs next DJ“ lernte er unter anderem Nico Klein aus Erbach kennen.

Das Vorhaben, etwas für die jungen Odenwälder auf die Beine zu stellen, ließ den 20-Jährigen nicht los. Es sollte etwas Besonderes sein, „was es lange nicht gab“: acht oder neun DJs nicht nur auf einer Bühne. Das Ergebnis hieß „Galaxy Beats“ und wurde im Januar mit 550 Gästen zum vollen Erfolg. Allein vier DJs legten auf der Hauptbühne auf, vier weitere auf dem Techno Floor und noch einmal zwei im kurzfristig hinzugefügten Mini Floor. „Eine echte Megaparty“, lautete das begeisterte Feedback der Besucher.

Kein Wunder, dass Hallstein mit ein paar Gleichgesinnten gerne eine Wiederholung starten wollte, die auf dem Bewährten aufbaut, es sogar erweitert. Er stellt sich vor, den Event zu verstetigen. Seine „Galaxy Beats“ sollen im Odenwald, in der Unterzent, bleiben, betont er. Mit dem Treffpunkt Thierolf und Radeberger wurden zwei potente Partner gefunden. Die zweite Auflage im Januar 2021 fällt Corona-bedingt jedoch erst einmal aus. „Aktuell steht alles still“, bedauert der Eventmacher. Seine letzte Arbeit war die Begleitung der Sandbacher Fastnachtskampagne.

Als Trostpflaster soll nun am 22. und 23. Januar ein Livestream über zwei Abende stattfinden. Acht DJs legen dann für die Online-Community auf. Richtig live geht’s dann erst wieder im Oktober 2021 ab. Hallstein hat fürs zweite Wochenende in der Heinrich-Böhm-Halle Sandbach die galaktische Beat-Wiederholung angesetzt. Seine DJs kommen zwar auch aus Aschaffenburg und Erfurt, aber der Event soll „auf jeden Fall eine Odenwälder Komponente haben“. Weshalb Hallstein natürlich auch Cracks von hier akquiriert. Thema dann: „Urban Style“.

Die Galaxy Beats „sind mein Baby“, sagt der 20-Jährige. Da steckt viel Herzblut drin. „Die Leute waren sofort dabei“, hat er beobachtet. Das Konzept soll nicht unter der Corona-Pandemie leiden, wünscht er sich. Er denkt immer darüber nach, was sich Neues integrieren ließe. Mit DJ Duo hat Hallstein etwa für den Stream und die Veranstaltung im Oktober zwei Leute aus Göttingen als Mitwirkende gewinnen können. Die lernte er beim Aschaffenburger DJ-Contest kennen. 

Schönes Erholungsgebiet direkt am Haus

Die Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl Beerfelden bekommt einen Park für Bewohner und Besucher. Er wird gerade auf der Ostseite auf einer Fläche von etwa 16.000 Quadratmetern angelegt. Die Maßnahme wird durch das Büro für Landschaftsökologie Heuer & Döring begleitet und im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde des Odenwaldkreises abgestimmt. Das Projekt dient auch als Ausgleich für bereits erfolgte und zukünftige Baumaßnahmen.

Der Residenzpark wird jetzt angelegt, da der bereits bestehende Garten bei einer möglichen Erweiterung der stationären Pflegeeinrichtung weichen müsste. Für diese Flächen wird zurzeit ein Bebauungsplan in Zusammenarbeit mit der Stadt Oberzent erarbeitet, so Geschäftsführer Michel Vetter. Der zukünftige Park wird von einheimischen Bäumen, Sträuchern und Hecken eingerahmt.

So wurden bereits über 90 Bäume, davon 40 Streuobst-, und knapp 1000 Heckengewächse gepflanzt. Außerdem wurden zwei großzügige Obstbaumplantagen im inneren des Parks angelegt, die aus heimischen hochstämmigen Apfelbaumsorten sowie aus Birn-, Kirsch- und Zwetschgenbäumen bestehen. Bei der Auswahl der Apfelbäume wurde der Schwerpunkt auf zum Keltern geeignete gelegt, um die geernteten Äpfel beim jährlichen Kelterfest verarbeiten zu können.

Die Bepflanzung der Parkanlage trägt maßgebend dazu bei, für viele Arten, wie beispielsweise für Vögel, einen neuen Lebensraum zu schaffen. Im Residenzpark wird es darüber hinaus eine Lindenallee geben, durch die Bewohner und Besucher an heißen Sommertagen beschattet spazieren gehen oder auf Bänken verweilen können, teilt Vetter mit. Auf dem Parkgelände soll später noch für Bewohner und Besucher ein kleines gastronomisches Angebot entstehen, wo auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden können.

Außerdem sind ein Streichelzoo und ein Teich geplant. Für die jüngsten Besucher ist ein Spielplatz vorgesehen. Der Geschäftsführer freut sich, dass es mehrere Aussichtspunkte mit Blick in das schöne Mümlingtal geben wird. Mit einem Rundweg und Verbindungswegen soll somit ein schönes Erholungsgebiet direkt am Haus entstehen.

Umgesetzt wird dieses landschaftsgärtnerische Projekt wieder in Eigenleistung durch die Pflegestiftung Odenwald, die dabei in einem engen Austausch mit der beauftragten Baumschule steht. Öffentliche Zuschüsse gibt es nicht, betont Vetter – wie das bereits in der Vergangenheit bei eigenen Projekten der Fall war.

1000 Sterne für die Pflegebedürftigen

Große Freude für die Senioren im Haus Henneböhl Beerfelden: Sie wurden im Rahmen der rotarischen Weihnachtsaktion „1000 Sterne“ von lokalen Mitgliedern des Rotary-Clubs Erbach-Michelstadt besucht. „Advent im Odenwald – einmal ganz anders“ hieß die Devise. Lieb gewonnene Gewohnheiten und Traditionen können derzeit in vielen Bereichen nicht mehr durchgeführt werden, so etwa das traditionelle Benefizkonzert „Advent im Odenwald“ in der evangelischen Stadtkirche in Erbach.

„Durch den Erlös konnten wir 30 Jahre lang viele gute Zwecke unterstützen und fördern“, erläutert der amtierende Präsident, Beerfeldens Pfarrer Roger Frohmuth. Er bedauert es sehr, „dass diese schöne Veranstaltung leider nicht stattfinden kann“. Kurzerhand wurde stattdessen die „Aktion der 1000 Sterne“ ins Leben gerufen.

Alle Clubfreunde schwirrten aus und besuchten die 29 Pflegeeinrichtungen im Odenwaldkreis. Im Gepäck hatten die Rotarier für die jeweiligen Bewohner einen Weihnachtsstern und -gruß. Clubmitglied Prof. Peter Beckenhaub gestaltete die Grußbotschaft. „Wir sind trotz aller Kontaktbeschränkungen in dieser besonders schwierigen Zeit in Gedanken bei den Heimbewohnern“, betonte Frohmuth.

Umrahmt wurde die Übergabe mit Gesang und Musik. Anthony Rosin (Schlagzeug), Nils Haushammer (Gitarre) und Silas Daum (Trompete) aus der fünften Klasse der Oberzent-Schule sorgten mit Musiklehrer Andreas Weinmann sowie Deutsch- und Ethiklehrer Erdogan Suna dafür. Anthony Rosin überbrachte die Grüße der Schule und trug ein Gedicht passend zur Weihnachtszeit vor.

Die Ehrenamtlichen dachten aber auch an all diejenigen, die in den Einrichtungen eine unverzichtbarere Arbeit leisten. Für die 1500 Pflege-Beschäftigten im Odenwaldkreis hatten die Rotarier einen Präsentkorb als Anerkennung im Gepäck. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass niemand vergessen wird. Die Geschenk-Taschen wurden gespendet von der Firma Bernhard Koziol.

Solidarität und Respekt gebühren den Beschäftigten, hob der Pfarrer hervor. „Was sie über die letzten Monate hinweg geleistet haben und weiterhin leisten werden, verdient unsere allergrößte Hochachtung und Wertschätzung.“ Enthalten ist im Präsentkorb eine Packung eines speziellen Kaffees, dessen Kauf das rotarische Projekt „End Polio now“ zur Ausrottung der Kinderlähmung unterstützt.

Von Erbach schwärmten die knapp 30 Rotarier in einer Sternfahrt in alle Himmelsrichtungen aus. Oberzent, Erbach-Michelstadt, Gersprenztal sowie Höchst und Bad König hießen die angesteuerten Regionen. „Viele Gaben – ein Geist“ lautet das Motto, unter das der Präsident das neue rotarische Jahr gestellt hat. Das passt zum evangelischen Pfarrer, denn es ist ein biblisches. Der Apostel Paulus bezieht das auf seine Gemeinde in Korinth – Roger Frohmuth bezieht es auf den Rotarischen Club.

Weiter besonderer Schwerpunkt der Wohltätigkeitsarbeit des Rotary-Clubs ist die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Ebenso wird in der Vorweihnachtszeit in Zusammenarbeit der Sparkasse Odenwaldkreis die Aktion Wunschbaum durchgeführt. Die Geschenke gehen an Kinder des Frauenhauses in Erbach, an besondere Schüler der Oberzentschule und die Pflegekinder des Odenwaldkreises. Im Sommer 2022 wird der Rotary-Club seinen schon 50 Jahre währenden Dienst zum Wohle am Nächsten feierlich begehen.

Oberzent führt Zweitwohnungssteuer ein

80.000 bis 100.000 Euro: Diese jährlichen Mehreinnahmen erhofft sich Oberzent von der Einführung einer Zweitwohnungssteuer. Zwar ist der einmalige Verwaltungsaufwand zu Beginn hoch, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer der in der Sporthalle tagenden Stadtverordneten-Versammlung. „Aber es lohnt sich“, fügte er hinzu.

Bereits vor der Fusion 2018 hatte es in Rothenberg eine solche Steuer gegeben. Sie war danach erst einmal ausgesetzt worden, da sie in den anderen drei Gemeinden nicht existierte. Die Zweitwohnungssteuer bildet eine Möglichkeit, weitere willkommene Steuereinnahmen zu generieren, so Kehrer. Sie ist „für den Haushalt der Stadt notwendig“, sagte er.

Das Stadtoberhaupt betrachtete diese Steuerart „auch als regulierenden Faktor“. Denn oft würden dann Erst- und Zweitwohnsitze angepasst. Wird der Erstwohnsitz in Oberzent angemeldet, hat es den positiven Effekt, dass die Stadt von den höheren Einkommensteueranteilen profitiert. Kehrer nannte um die 800 Personen, die derzeit nicht ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben.

Eine Regulierung über die Grundsteuer funktioniert nicht, entgegnete er auf eine Nachfrage von Thomas Väth (Grüne). Brigitte Heckmann (SPD) bekannte, erst einmal „Bauchweh“ wegen des Verwaltungsaufwands gehabt zu haben. Unterm Strich sah sie aber die Vorteile.

Sie berichtete aus den Erfahrungen in Kortelshütte: Viele hätten nach Einführung der Steuer ihren Erstwohnsitz in der Altgemeinde Rothenberg angemeldet, wusste sie. Das wiederum, ergänzte Wilfried Friedrich (ÜWO), bedeutete dann finanzielle Vorteile, da es durch mehr Einwohner höhere Schlüsselzuweisungen gab.

„Wer hier wohnt, soll auch seinen Beitrag für die Kommune leisten“, sprach sich Horst Kowarsch (Grüne) ebenfalls dafür aus. Denn Personen, die nur ihren Zweitwohnsitz in Oberzent gemeldet haben, nutzen ebenfalls die komplette Infrastruktur. Positive Signale sendete ebenfalls Oliver von Falkenburg (CDU) aus, womit der einstimmigen Verabschiedung nichts im Weg stand.

Im Ausschuss war im Zuge der Diskussion daneben angesprochen worden, dass mit der Erhebung einer Zweitwohnungssteuer große Gebäude, „die wenig oder gar nicht genutzt werden, vielleicht an den Markt gebracht werden“. Als weiterer Vorteil wurde genannt, dass damit auch das Einwohnermeldewesen bereinigt wird.

Oberzent: Keine Steuer für Jagdhunde

Jagdhunde und Nachsuchengespanne sollen ebenfalls von der Hundesteuer ausgenommen werden. Diese Ergänzung der Satzung beschloss die Stadtverordneten-Versammlung Oberzent bei ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr auf Antrag von Oliver von Falkenburg (CDU). Die Grünen hätten sich Ausnahmen nur auf Antrag und nicht gleich schriftlich festgezurrt gewünscht, scheiterten aber mit diesem Ansinnen. Die eigentliche Satzung wurde dann einstimmig verabschiedet.

Der CDU-Sprecher wollte im ländlichen Raum Jagdhunde mit entsprechender Qualifikation als Teil der wertvollen Arbeit der Oberzent-Jäger wahrnehmen. Das sei zweckmäßig, so von Falkenburg. Die Jäger verrichten seiner Meinung nach „mit ihren treuen und qualifizierten Begleitern“ freiwillige Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit. Sie leisten weiterhin einen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge.  

Der CDU-Sprecher wies darauf hin, dass die Jagd und die damit einhergehenden Aufgaben im Odenwald „gelebter Naturschutz“ sind. Sie tragen zum Erhalt der Lebensgrundlagen bei. Das Zusammenspiel von Mensch und Tier sollte deshalb auf diesem Weg mit einer Steuerbefreiung honoriert werden, wenn das von den Hundehaltern so beantragt wird.

Der Hessische Städte- und Gemeindebund empfiehlt in seiner Mustersatzung keine Befreiung, sagte Bürgermeister Christian Kehrer. Allerdings wird auch nicht explizit davon abgeraten, ergänzte er. Das Stadtoberhaupt machte aber die Einschränkung: Wenn Jagdhunde mit aufgenommen werden, sollte das unter anderem auch mit Rettungshunden geschehen. Er wünschte sich deshalb, eine Einzelfallentscheidung dem Magistrat zu überlassen. Sonst mache man ein Fass auf.

Das befürchtete auch Thomas Väth (Grüne). Sein Gedanke, dass aus dem Tierheim stammende Kampfhunde dadurch befreit sein könnten, weil normalerweise auf Tierheim-Hunde keine Steuer erhoben wird, trifft nicht zu, entgegnete der Bürgermeister. Das ist in der Satzung entsprechend explizit geregelt.

Positiv äußerte sich Thomas Ihrig (SPD) zum CDU-Ansinnen. Auf dem Land „leisten die Förster viel fürs Allgemeinwohl“, betonte er. Deshalb macht eine Befreiung Sinn. Sollten wirklich mehr „weitere zehn Befreiungswünsche kommen“, könne man sich neu damit befassen.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wollte – wie auch der Rest ihrer Fraktion – gern die neue Satzung unverändert lassen. Für sie ist es sinnvoller, nur auf direkten Antrag zu reagieren. Deshalb plädierte die Fraktionssprecherin lediglich für enge Ausnahmen. Bei drei Gegenstimmen der Grünen ging der CDU-Antrag jedoch durch.

Die Stadt verspricht sich durch die Hundesteuer-Anhebung etwa 22.460 Euro zusätzliche Einnahmen zu den bisherigen 53.500 Euro. Bisher kostete der erste Hund 48, der zweite 72 und der dritte 96 Euro. Kampfhunde wurden pro Tier jeweils mit 600 Euro besteuert. Oberzent lag damit unter dem Schnitt benachbarter Kommunen. Lediglich bei den Kampfhunden war man um etwa 150 Euro drüber.

Hintergrund der Anhebung: Mit der Neufassung der Hundesteuer-Satzung soll das Oberzent-Modell an das Muster des Hessischen Städte- und Gemeindebundes angepasst werden. Außerdem werden Hundesteuermarken, Steuerbefreiungen und Meldepflichten geregelt. Aktuell sind in Oberzent etwa fast 1100 Hunde gemeldet. Der Verwaltungschef erläuterte, dass durch die Bestandsaufnahme im Frühjahr 40 nichtregistrierte Hunde festgestellt wurden.

Mit Blick auf die höheren Steuerbeträge bestand bei den Mandatsträgern Einigkeit, dass diese vertretbar sind. Künftig kostet der erste Hund ab Januar kommenden Jahres 66 Euro, der zweite 108 und der dritte 150 Euro. Dabei nimmt man die hessischen Durchschnittswerte als Orientierungswert. Kampfhunde werden pro Jahr mit 684 Euro besteuert.

Steigen soll auch die Spielapparatesteuer. Außerdem soll die Satzung ans Muster des Städte- und Gemeindebundes angepasst werden. Insgesamt verspricht man sich bei der Verwaltung durch die diversen Erhöhungen in den verschiedenen Kategorien Mehreinnahmen von knapp 34.000 Euro. Das entspricht bei insgesamt 76.000 Euro Erlös somit einer Fast-Verdoppelung.

Die als Corona-Hilfe gedachte Umsatzsteuersenkung des Bundes für zweite Halbjahr 2020 macht es darüber hinaus nötig, die Wasserversorgungssatzung für den entsprechenden Zeitraum zu ändern. Statt sieben werden jetzt bis Ende des Jahres fünf Prozent Mehrwertsteuer auf den Wasserpreis fällig. Beide Punkte gingen einstimmig durch.

5G auf den Punkt gebracht

Der neue Mobilfunkstandard 5G bewegt schon die Gemüter, bevor überhaupt die ersten Anlagen in Betrieb gehen. Verschwörungstheorien über alle möglichen Gefahren machen in diesem frühen Stadium die Runde, war in der Stadtverordneten-Versammlung Oberzent zu erfahren. Nicht nur deshalb wünschten sich die Grünen per Antrag einen Bürgerdialog zum Ausbau des 5G-Mobilfunks in Oberzent. Die Mandatsträger einigten sich darauf, einer öffentlichen Diskussion die Beratung im Ausschuss vorzuschalten.

Fraktionssprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch ging es darum, „eine ausgewogene Information zu organisieren“. Damit könne man die Vor- und Nachteile des Netzausbaus kennenlernen und in einen Dialog mit Entscheidern, Gestaltern und Kritikern treten. „Die Chance zur Meinungsbildung sollten wir unseren Bürgern anbieten“, forderte sie. Denn die Digitalisierung nehme rasant an Geschwindigkeit auf.

„Wir sind auf Akzeptanz angewiesen“, betonte Bühler-Kowarsch. Deshalb wolle man ein breites Spektrum an Meinungen ermöglichen. Die Bedenken und Ängste „müssen wir ernst nehmen und mit Argumenten entkräften“, ist ihre Zielrichtung. Denn: „Die Menschen sollen mitgehen können.“

Von Walter Gerbig (CDU) kam die Anregung, eine fundierte Beratung im Bauausschuss vorzuschalten und dann in die Bürgerbeteiligung zu gehen. Frank Leutz (FDP) wünschte sich eine Prüfung, ob in Oberzent 5G derzeit überhaupt aktuell ist. Er betonte aber unabhängig davon die Notwendigkeit, „die Bürger mitzunehmen“.

Das hob auch Thomas Ihrig (SPD) hervor. Er wollte im Vorfeld „die Interessen abklopfen“. Chris Poffo (ÜWO) möchte ebenfalls erst nach einer Ausschuss-Beratung weitere Infos fließen lassen, um dann der Schwarzmalerei von 5G-Gegnern fundiert entgegentreten zu können.

Thomas Väth (Grüne) wies auf den dringenden sachlichen Info-Bedarf hin. Er war auf einer Veranstaltung von 5G-Gegner, ergänzte er, und „erschrocken über die hanebüchenen Vorstellungen“.  Die dort vorgebrachten Argumente der Bürgerinitiative müssten entkräftet werden, forderte er. Denn sie tragen zur Verunsicherung der Bürgerschaft bei.

In die Reihe der Ausschussberatungs-Befürworter reihte sich auch Bürgermeister Christian Kehrer ein. Kommt es dann zu einer Bürgerinfo-Veranstaltung, will er diese extern begleiten lassen. „Von uns stellt sich keiner da oben hin“, meinte er. Wie das Stadtoberhaupt weiter erläuterte, wurde Oberzent seitens des Landes angesprochen, ob man Testkommune für den 5G-Ausbau sein wolle. Dafür gibt‘s eine 90-prozentige Förderung.

Die Stadt sagte aber erst einmal „Nein“, erläuterte der Rathauschef. Denn die drei großen Mobilfunk-Anbieter sind auf der Gemarkung bereits tätig – beispielsweise im Bereich Olfen oder Schöllenbach, allerdings nur im 4G-Bereich.Wenn es keine städtischen Standorte sind, „werden die Kommunen gar nicht gefragt“, machte der Bürgermeister deutlich, dass manche Nachricht nur per Zufall den Weg ins Rathaus findet. So weiß er unter anderem durch den Buschfunk, dass in Beerfelden zwei Standorte im Gespräch sind.

In der Vergangenheit war die Versorgung mit mobilem Internet vor allem in den Oberzent-Tälern mangelhaft bis nicht vorhanden. Doch so langsam tut sich etwas. Zuletzt wurde im Gammelsbachtal ein 4G-Mast von Telefonica in Betrieb genommen, der nun hier für besseren Zugang ins weltweite Netz sorgt. Sensbachtal und Hesseneck darben jedoch noch.

„Aufeinander zugehen“ in Corona-Zeiten

Wenn jetzt, in der Weihnachtszeit, wegen der Corona-Pandemie erneut ein Lockdown kommt, setzt die Oberzent-Schule Beerfelden ein Zeichen und sendet mit ihrem Gruß ein Licht in die vier Alten- und Pflegeheime der Stadt Oberzent. Die Idee, unter anderem den Bewohnern des Hauses Henneböhl einen Brief zu schreiben, wurde im Rahmen der „Aktion der 1000 Sterne“ des Rotary-Clubs Erbach-Michelstadt geboren. Bei der sorgten die Oberzent-Schüler Anthony Rosin (Schlagzeug), Nils Haushammer (Gitarre) und Silas Daum (Trompete) für den musikalischen Rahmen.

Das Projekt „Aufeinander zugehen“ von Oberzent-Schule und Haus Henneböhl gibt es bereits seit acht Jahren. Schüler besuchen sonst in regelmäßigen Abständen die älteren, pflegebedürftigen Menschen in der Seniorenresidenz, sprechen mit ihnen, hören zu, spielen, arbeiten, lachen und singen. Die Resonanz ist jedes Mal riesig, alle Teilnehmenden sind begeistert. Das alles muss in diesem Schuljahr ausfallen. Das Bedauern darüber ist groß. Doch „schnell geschlagen geben“ wollten sich die Jugendlichen nicht so einfach.

Denn „Geht nicht, gibt’s nicht“, sagten sich die Schüler. In diesem besonderen Schuljahr sind nicht nur die neunten Klassen in das Projekt einbezogen, sondern alle Lernenden der Oberzent-Schule. Die ganze Schülerschaft macht mit. Alle schreiben im Ethik- und Religionsunterricht einen Brief an die Bewohner der vier Einrichtungen (Cordula I und Cordula II Rothenberg, Hedwig Henneböhl und Bergfrieden Etzean) und setzen damit ein Zeichen des aufeinander Zugehens.

Wenn es gelingt, in der Schule alle zu Beteiligten zu machen, dann fühlt sich das sehr gut an, sagt Schulleiter Bernd Siefert. „Darauf bin ich stolz.“ Deutsch- und Ethiklehrer Erdogan Suna war sofort begeistert, als er ihm von dieser Möglichkeit berichtete, anderen Menschen eine Freude zu bereiten, erzählt er. Noch am gleichen Abend holte der alle Ethik- und Religionslehrer der Lernanstalt ins Boot.

Die Schülerverwaltung „zeigt nicht nur bei diesem Projekt soziales Engagement“, betont Siefert. So werden beispielsweise seit Jahren von diversen Klassen Waisenkinder in Afrika finanziell unterstützt. Schulsprecherin Marlene und ihre Stellvertreterin Alicia waren sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Es war schnell klar, dass alle vier Senioren- und Pflege-Einrichtungen in den Oberzent-Stadtteilen einbezogen werden.

Wenn alle anpacken und füreinander einstehen, dann gelingt nicht nur das Zusammenleben in der Schule, dann geht es darüber hinaus – bis in die Altenpflege, erläutert Siefert. Nicole Kelbert-Gerbig von der Sparkasse Odenwald sorgte dafür, dass über 300 Karten für das Projekt gedruckt wurden. Als Zeichen für Hoffnung und Leichtigkeit in herausfordernden Zeiten wurde ein Bild mit Luftballons vom 50. Jubiläum der Oberzent-Schule ausgewählt. Der Tannenbaum als Weihnachtssymbol ist ja schon im Logo integriert, das auf der Rückseite angebracht ist.

Die Übergabe der gesammelten Werke ist für Montag, 21.Dezember, geplant. Schulleiter Bernd Siefert wird die Karten übergeben und Fünftklässler Silas Daum wird noch einmal – unterstützt durch Musiklehrer Andreas Weinmann – die Trompete erschallen lassen, sodass man es in allen Zimmern des fast neben der Schule liegenden Haus Henneböhl hört.

Gottes Wort, verstärkt durch Pauken und Trompeten

In der evangelischen Martinskirche Beerfelden wird es keine Weihnachtsgottesdienste geben. Der Kirchenvorstand entschloss sich schweren Herzens für die Absage. Aber angesichts der hohen Inzidenzzahlen von über 300 „ist es natürlich vernünftig“, erklärt Pfarrer Roland Bahre. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben, glaube ich, eine vernünftige Entscheidung getroffen“, betont der Geistliche. „Mir persönlich setzt diese Entscheidung jedoch sehr zu“, fügt er hinzu.

An jede Kirchengemeinde erging vergangene Woche die Empfehlung, jedes Angebot von Präsenzgottesdiensten genauestens zu prüfen. Der Kirchenvorstand rang in seiner Video-Konferenz mit einer Entscheidung, erläutert Bahre. Es war nicht leicht, diese Absage-Entscheidung zu fällen, erinnert er sich.

Denn: „Ich bin Pfarrer geworden, um von Gott zu erzählen und seine Gegenwart in Gottesdiensten zu feiern“, erklärt. Dass schon alle Ostergottesdienste abgesagt werden mussten, „ging mir an die Substanz“, erzählt er. Und nun auch noch Weihnachten: „Das ist kaum erträglich.“ Aber notwendig, vernünftig und sinnvoll.

Innerhalb weniger Tagen war der Kirchenvorstand herausgefordert, ein „Alternativprogramm zum Alternativprogramm“ zu entwickeln, schildert er. Für ihn bedeutete das „ein paar durchgemachte Nächte“. Aber es wurde ein Ergebnis auf die Beine gestellt, das unter den gebotenen Bedingungen „das Maximum herausholt“, freut sich der Geistliche.

Die diesjährige Verkündigung an der Martinskirche ist auf drei Säulen aufgebaut, erläutert er. So soll das reichhaltige Online-Angebot Gläubigen digital die Möglichkeit geben, mit der Kirche in Kontakt zu kommen: Bahre erstellt gerade ein umfangreiches, festliches „Weihnachts-Kreuzwort“, an dem sich wieder eine Vielzahl von Menschen vorab beteiligt haben.

Bereits in der Adventszeit wurden fünf kleinere Videobotschaften zur Verfügung gestellt. Es sollen bis zum Ende der Weihnachtszeit mindestens fünf weitere dazukommen. So ist für jeden etwas dabei – „die digitale Wende ist in der Kirchengemeinde Beerfelden definitiv vollzogen“, hebt Bahre hervor.

Besonders hervorzuheben ist seinen Worten auch die von Iris Thierolf und Arne Müller eingespielte „Musik zur Heiligen Nacht“, die um 22 Uhr online zur Verfügung steht. Dazu gibt es ein „Neujahrskonzert“, das am Silvesterabend den Jahreswechsel musikalisch begleiten kann (zu erreichen über den YouTube-Kanal „Kirche Beerfelden“, die Homepage ev-kirchengemeinde-beerfelden.ekhn.de und Facebook).

Bis zum 24. Dezember soll darüber hinaus in möglichst viele Haushalte eine Broschüre zur persönlichen Andacht zu Hause ausgetragen werden. Bahre zeigt sich guter Dinge, dass dies in der kurzen Zeit hinhaut – vor allem, weil sich so viele bereit erklären, das Weihnachtsfest zu retten. „Ich bin begeistert, wie so viele Menschen dazu beitragen möchten, die Geburt des Retters zu retten“, schmunzelt der Geistliche.

Außerdem plant die evangelische Kirchengemeinde kontaktlose Möglichkeiten der Andacht und der Gemeinschaft. So wird es etwa eine „Turmandacht“ geben: Mit Hochleistungs-Boxen, die das Bestattungshaus Ihrig zur Verfügung stellt, werden die drei Pfarrer vom Beerfelder Glockenturm herab die Weihnachtsbotschaft verkündigen.

Mit Gebeten, der Weihnachtsgeschichte aus der Bibel und Musik, die Iris Thierolf und Arne Müller beisteuern, klopft die Weihnachtsbotschaft wie Maria und Josef buchstäblich „von außen akustisch an unsere Fenster“, so der Pfarrer. Es wurde ein Stationengottesdienst für Familien erstellt sowie ein Krippenspiel, das in der Kirche abgeholt und zu Hause nachgespielt werden kann.

Auch in Unter-Sensbach und Gammelsbach gibt es mit Weihnachtstrompeten eine musikalische Weihnachtsverkündigung, die Maria Heiderich und Dr. Kathrin Rödiger beisteuern. Außerdem erwartet Menschen, die vor der Ausgangssperre einen Spaziergang zu einer der Filialkirchen unternehmen, ein Lichtermeer von Weihnachtskerzen, kündigt der Geistliche an.

Die Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl wurde besonders bedacht: So war Bahre seit Anfang Dezember jede Woche dort, um nach Stationen getrennt mit den Menschen Weihnachtsandachten zu halten. Leider ist das jetzt nicht mehr möglich, bedauert er. Außerdem hatten Kinder der Grundschule Sensbachtal für alle Bewohner Bilder gemalt, die er überreichen wird. „Gerade in den Altenheimen braucht man uns in besonderer Weise“, weiß er. Diesem Ruf kam der Pfarrer auch in Pandemiezeiten nach, solange es möglich war.

Straßensanierung zum Schloss verläuft wie geplant

Die Bauarbeiten zur Fahrbahnerneuerung auf der Straße zum Schloss Hirschhorn verlaufen laut Mittelung von Hessen Mobil weiter wie geplant. Die Asphaltschicht ab der Landesstraße L 3119 bis zum Besucherparkplatz wurde bereits fertiggestellt. Derzeit werden noch Arbeiten zum Einbau der Löschwasserzisterne im Bereich des Parkplatzes durchgeführt. In der letzten Woche war die Zisterne mit Wasser befüllt und der Untergrund verfestigt worden. In den kommenden Tagen wird nun die Baugrube aufgefüllt.

Die Löschwasserzisterne verfügt über ein Volumen von 100 m³ und kann damit ab sofort im Brandfall für Löscharbeiten zur Verfügung stehen. Voraussichtlich vom 9. bis 11. Dezember erfolgen dann die Asphaltarbeiten im Bereich des Parkplatzes. Bis etwa 18. Dezember schließen sich Bankett- und Restarbeiten an der Gesamtstrecke an.

Im Rahmen der Bauarbeiten erfolgt auf der Strecke eine Erneuerung und Verstärkung der Asphaltfahrbahn auf einer Gesamtlänge von rund 1,36 Kilometern sowie der Einbau einer Löschwasserzisterne über ein Volumen von 100 m³ im Bereich des Besucherparkplatzes. Der Einbau der Löschwasserzisterne erfolgte zeitweise parallel zur Fahrbahnsanierung.

Zur Sanierung der Fahrbahn wurde zunächst die Fahrbahndecke rund vier Zentimeter tief abgefräst, wurden tiefergehende Schadstellen instandgesetzt sowie Bordanlagen, Bankett und Entwässerung an die künftige Höhe angepasst. Anschließend erfolgt die Verstärkung der Straße durch den Einbau einer 14 Zentimeter starken Asphalttrag- und einer vier Zentimeter starken Asphaltdeckschicht.

Der instandgesetzte Streckenabschnitt beginnt an der Einmündung in die L 3119 (Hainbrunner Straße), verläuft von dort nach Norden, nach einer Kehre weiter nach Süden und endet am Schloss Hirschhorn. Auch die Einmündungen des die Strecke querenden Radweges muss im Zuge der Maßnahme vollgesperrt werden.

Besucher des Schlosses Hirschhorn haben während der Baumaßnahme die Möglichkeit, das Schloss über die Schlossstraße zu Fuß vom Marktplatz (Hauptstraße) aus zu erreichen. Die Wanderwege über den Schlossparkplatz zum Schloss sind weiterhin passierbar. Die Baukosten der gesamten Maßnahme belaufen sich auf rund 592.000 Euro und vom werden Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) getragen.

Foto: Michael Gärtner GmbH/Amiblu Holding GmbH

Nonstop Gottesdienste an Heiligabend

Ab dem frühen Nachmittag werden an Heiligabend quasi durchgehend Gottesdienste in der Martinskirche Beerfelden gefeiert. So will die evangelische Kirchengemeinde den Gläubigen die Möglichkeit geben, auch in der Corona-Pandemie Christ Geburt mit einem Besuch in der Martinskirche zu begehen. Das Ganze bedeutet einen enormen logistischen und personellen Aufwand, erzählt Pfarrer Roland Bahre. Das gesamte Team ist glücklich darüber, dass mit dieser Gemeinschaftsaktion von allen Weihnachten für alle möglich ist.

Schon seit August macht man sich in der evangelischen Kirchengemeinde Gedanken über „Weihnachten unter Corona-Bedingungen“. Vor kurzem dann gab es eine öffentliche Sitzung des Liturgieausschusses, in der erste Ideen für ein Konzept entworfen wurden. Auch im Gemeindebrief wurde dazu aufgerufen, Gedanken einzureichen – was umfangreich genutzt wurde. „Das Interesse an der Frage, wie Weihnachten bei uns gefeiert wird, ist durchaus hoch“, freut sich Bahre.

Eine erste Idee gab es bereits im Sommer: ein „XXL-Weihnachts-Gottesdienst“ in der Beerfelder Reithalle. Der sollte auf der Bühne stattfinden. Mit guten Hygiene- und Abstandsregeln wäre es möglich gewesen, viele Menschen unterzubringen, erläutert Bahre. Ein Livestream hätte ihn auf eine Leinwand auf dem Stried-Gelände übertragen. Mit der Stadt war man schon in Klärung.  

„Leider haben sich die Infektionszahlen dann so entwickelt, dass wir eine solche Massenveranstaltung an Heiligabend nicht anbieten können“, meint der Pfarrer bedauernd. Denn man hätte die Kontaktdaten aller Teilnehmer notieren müssen und wäre dafür verantwortlich gewesen, dass nicht nur während des Gottesdienstes, sondern auch beim Ankommen und beim Verlassen die Abstandsregeln eingehalten werden. Damit wäre ein reibungsloser Ablauf nicht zu garantieren gewesen.

Freiluftgottesdienste haben sich angesichts der aktuellen Vorgaben als unpraktikabel herausgestellt, erklärt Bahre. „Das ist einfach ein zu großes Risiko“, fürchtet er. Auch in der evangelischen Kirche gilt: „Safety first“, betont der Geistliche. Umso dankbarer zeigt er sich, dass nun ein Konzept gefunden wurde, „von dem wir sagen können, dass es nach Hygieneverordnungen vergleichsweise ‚sicher‘ ist“. Außerdem sieht es vor, dass wirklich jedem ein Platz in einem Weihnachtsgottesdienst angeboten werden kann.

Ab dem frühen Nachmittag werden an Heiligabend quasi durchgehend Gottesdienste in der Martinskirche gefeiert, erläutert Bahre. Dort gibt es bereits monatelange Erfahrungen mit Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen. Insgesamt sind an den Weihnachtstagen sechs Termine geplant, darunter Familien- und Festgottesdienste, eine ökumenische Christmette zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde, ein Singegottesdienst auf dem Marktplatz am Zweiten Weihnachtsfeiertag – und zwei Konzertgottesdienste zwischen den Jahren. An jedem können bis zu 200 Personen teilnehmen. Allerdings ausschließlich mit Voranmeldung über das Gemeindebüro, hebt der Geistliche hervor.

Sollte das Angebot an Heiligabend-Gottesdiensten nicht ausreichen, „bieten wir zusätzlich noch weitere an“, ergänzt der Pfarrer. Die werden dann zwischen den ursprünglich geplanten zwischengeschaltet. Anhand der Anmeldezahlen kann die Kirchengemeinde die Nachfrage abschätzen und allen, die sich anmelden, somit einen Gottesdienst anbieten. Der letzte, der bei besonders hoher Anmeldezahl gefeiert werden könnte, wäre um 23.30 Uhr.

„Natürlich können wir nicht, wie sonst an Heiligabend, zum Hauptgottesdienst über 1000 Menschen in unsere Kirche lassen“, macht Bahre klar. Deshalb kann es passieren, dass Menschen, die sich später anmelden, in der „Prime time“ keinen Platz mehr bekommen und zu einer anderen Zeit kommen müssten. „Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass dies in Corona-Zeiten leider nicht anders machbar ist“, sagt der Pfarrer.

Dieses umfangreiche Gottesdienstangebot „fordert einen unfassbar logistischen Aufwand“, ergänzt er. Dies betrifft nicht nur die Pfarrer, die im Grunde den gesamten Heiligabend in der Kirche verbringen. „Meine Frau wird mit unserer Familie dieses Jahr wohl alleine feiern müssen“, meint er traurig.

Auch Kirchenmusikerin Iris Thierolf, die bereits ein umfangreiches kirchenmusikalisches Konzept erstellt hat, gibt an diesen Tagen alles. Die Gemeindesekretärinnen werden vor allem in der Vorbereitung alle Hände voll zu tun haben. Die Küsterin wird „wohl gleich in der Kirche übernachten können“, schmunzelt der Geistliche. Dabei sind auch der Posaunenchor unter der Leitung von Arne Müller sowie Solosänger, unter anderem David Krahl, Annika Hofmann und Katja Bundschuh.

An diesem hohen Einsatz von so vielen kann man sehen, „wie wichtig den Menschen Heiligabend ist und dass wir das nur gemeinsam stemmen können“, freut sich Roland Bahre. So helfen außer den Hauptamtlichen rund 20 Ehrenamtliche mit, die als Tür- und Raumdienst die Gottesdienstteilnehmer auf ihre Plätze geleiten und auf die Hygieneregeln achten. „Weihnachten ist in diesem Jahr wirklich ein Hochfest von allen für alle“, zieht der Pfarrer den Hut vor diesem Gesamtwerk.

Vor den Kirchen im Sensbachtal und Gammelsbach werden an Heiligabend und Silvester Kerzen stehen, sodass all diejenigen, die den Weg nicht in die Kirche nach Beerfelden auf sich nehmen möchten, einen Spaziergang zu ihrer Ortskirche machen können. Dort finden sie eine Broschüre der Kirchengemeinde zur persönlichen Andacht vor.

Info: Das Gottesdienstangebot findet sich auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde Beerfelden unter https://ev-kirchengemeinde-beerfelden.ekhn.de. Gottesdienstteilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung über das Gemeindebüro möglich, Telefon 06068/1330. Anmeldeschluss ist 23. Dezember um 12 Uhr.

Sonnenenergie unterhalb des Zieglersfelds

Photovoltaik ja, aber dosiert. So lässt sich die Beratung im Oberzent-Bau- und Umweltausschuss zusammenfassen, als es um die geplante Anlage unterhalb des Gewerbegebiets Zieglersfeld ging. Hierzu hatte es nach einer ersten Beratung Ende August im September einen Vor-Ort-Termin gegeben. Jetzt empfahlen die Mandatsträger der Stadtverordneten-Versammlung einstimmig die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans.

Ausschuss-Vorsitzende Katharina Riesinger (ÜWO) sprach sich für eine Einzelfall-Entscheidung aus. Sie nicht pauschal für oder gegen Photovoltaik-Anlagen auf Stadtgebiet abstimmen. Das komme immer auf die jeweilige Lage an. Sie sei kein Freund davon, „alles mit Photovoltaik zuzupflastern“. Das gehe auch zu Lasten der landwirtschaftlichen Flächen.

Stadtbaumeister Peter Bauer hakte dahingehend ein, dass man die jetzt angefragten Kollektoren auf dem großen Grundstück genehmigen kann. Von oben her ist das Gelände bereits erschlossen, erläuterte er. Die weitere gewerbliche Nutzung des Zieglersfelds wird dadurch nicht beeinträchtigt, entgegnete Bauer auf Frage von Walter Gerbig (CDU). Denn die ist nur links und rechts der jetzigen Fläche geplant. Unterhalb wird es mit der Entwässerung ganz schwierig. Er  fügte noch an, dass die Stadtverordneten in die Pläne ganz genaue Anforderungen an die Anlage reinschreiben können.

Laut Thomas Mergenthaler (ÜWO) ist es unwahrscheinlich, dass das angefragte Gebiet für eine Erweiterung der Gewerbeflächen in Frage kommt. Deshalb konnte er sich mit dem Antrag anfreunden. Auch von Thomas Väth (Grüne) kamen positive Signale zur Umwandlung des Maisackers. Die Förderung erneuerbaren Energie sei immer positiv zu sehen. Er sprach die Möglichkeit der Beweidung durch Schafe an.

Brigitte Heckmann (SPD) reihte sich in den Kreis der Befürworter ein. Sie machte die Zustimmung ebenfalls an der Lage fest. Woanders „müssen wir vorsichtig sein“. Denn eine „Umzingelung“ mit Photovoltaikanlagen wünschte sie genauso wenig wie eine mit Windrädern. Bürgermeister Christian Kehrer ergänzte, dass sich derzeit Anfragen nach Flächen für die Nutzung der Sonnenenergie häufen. Es seien schon verschiedene Firmen auf die Stadt deswegen zugekommen, aber konkrete Planungen gibt es nicht. Ihm ist bekannt, dass die EGO die Anlage am Eisenweg erweitern möchte, berichtete er.