Linke Schleusenkammer an der Ersheimer Brücke wird für vier Millionen Euro saniert

Eine Schleusenkammer scheint eine längere Lebensdauer als eine Brücke zu haben. Mussten die beiden, 1982 erbauten B37-Neckarbrücken bei Hirschhorn bereits vor ein paar Jahren erneuert werden, so ist die 56 Jahre alte linke Schleusenkammer an der Brücke zwischen der Kernstadt und Ersheim erst jetzt dran. Tore, Antriebe und Elektrotechnik seien sind teilweise noch aus der Bauzeit und hätten bereits das Ende ihrer Nutzungsdauer überschritten, teilt das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg (WSV) als zuständige Behörde mit. Kostenvolumen: vier Millionen Euro. Bauzeit: etwa 22 Monate.

Die Arbeiten haben Ende Juli begonnen. „Das Untertor weist altersbedingte Schäden auf, die eine Instandsetzung erforderlich machen“, heißt es seitens des WSV. Die Bauarbeiten umfassten den Austausch des Tors durch ein standardisiertes Stemmtor inklusive neuer Antriebs- und Steuerungstechnik sowie die Instandsetzung der Kammerwände am Unterhaupt.

Hierbei werde die alte Außenwandverkleidung abgefräst und eine neue Betonverblendung aufgebracht, um die deutlichen Spuren der langjährigen Nutzung zu beheben. Des Weiteren gehören laut WSV zur Modernisierung der Anlage auch die Ausrüstung des Antriebshauses und des Schleusenbetriebsgebäudes mit neuer Technik, zusätzlich die Neuerrichtung von je einem Kameramast für das Unter- und das Oberhaupt, jeweils für die linke und rechte Schleusenkammer zur Fernbedienung.

Aufgrund der hohen Frequentierung der Neckarschleuse Hirschhorn – rund 6000 Güterschiffe im Jahr 2014 – ist dem WSV zufolge die Zuverlässigkeit im Betrieb wichtig. Weiterhin werde der Neckar von vielen Sportbooten und Ausflugsschiffen befahren (insgesamt ca. 1200 Schleusungen). Auf dem Neckar wurden 2014 rund 6,3 Millionen Tonnen an Massengütern und rund 34.000 TEU-Container befördert.

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Die Stauanlage Hirschhorn ist eine Flussstaustufe und besteht in Fließrichtung des Neckars aus einer Doppelschleuse am linken Ufer, einem Inselkraftwerk und einem dreifeldrigen Wehr am rechten Ufer. Am Unterhaupt der Doppelschleuse befindet sich eine massive, 1932/33 erbaute Brücke, die Ersheim mit dem Hauptort verbindet und gleichzeitig die Verbindung ins badische Moosbrunn ist. Die rechte Schleusenkammer mit Baujahr 1933 wurde wegen des schlechten Wandbeton-Zustands im Massivbau schon 2005/2006 saniert.

Erst nach der Modernisierung der linken Kammer kann die Verlängerung der rechten Kammer flussaufwärts angegangen werden. Im Rahmen dieser Verlängerung sollen die Vorhäfen für 135-Meter-Schiffe ausgebaut werden. Die Verkehrsverhältnisse in beiden Vorhäfen gelten laut WSV schon heute für die maximal 105 Meter langen Schiffe als schwierig.

Alte Bilder von der Hirschhorner Staustufe: http://www.wsa-heidelberg.wsv.de/gallery.php.html?file=galerie/alte_Fotos/alt_hirschhorn/index.html&oid=81653#inhalt

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