Malerische „Kontraste“ zwischen Enkelin und Opa: Hirschhorner Langbein-Museum zeigt ab 8. August Werke von Evelyn Christoffers und Arthur Krauss

 

Der Freundeskreis Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum lädt am Samstag, 8. August, um 18 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung „Kontraste“ ein. Gezeigt werden Werke der Hirschhorner Künstlerin Evelyn Christoffers, die sie denen ihres Großvaters, des Dresdner Kunstmalers Arthur Krauss (1893-1973), gegenüberstellt. Gegensätzliches, aber auch Gemeinsames im familiären künstlerischen Oeuvre macht den besonderen Reiz dieser Ausstellung aus.

Arthur Krauss selbst blickte auf ein bewegtes Künstlerleben zurück. Er wurde als Sohn eines bekannten sächsischen Hofrates und Direktor des Sächsischen Landtages in Dresden geboren. Doch die Malerei zog er einer Beamtenlaufbahn vor. In New York wurde er 1912 Meisterschüler von J. Paleologue. Nach dem Krieg wählte er das Dasein als freier Künstler. Krauss konnte sich in Dresden rasch einen Namen machen. 1922 gab es die erste Ausstellung im Sächsischen Kunstverein.

evelyn 011 - Kopie evelyn 002 - Kopie Arthur Krauss Selbstporträt - Kopie

Als im Februar 1945 beide Ateliers sowie seine Wohnung in Dresden zerstört wurden, gingen 500 Bilder in Flammen auf – aus dem bisherigen Lebenswerk war über Nacht ein Trümmerhaufen geworden. Als Zeichenlehrer und mit Porträts für amerikanische Kunden begann Krauss, sich im Westen wieder eine Existenz aufzubauen. Als Künstler blieb er Spätromantiker mit Vorliebe für Landschaften und Blumen, am liebsten in Öl oder als Aquarell. 1973 starb er in seiner neuen Heimat Steinheim am Main, bis zuletzt als aktiver Künstler tätig.

Das Talent seiner Enkeltochter erkennend, wurde Arthur Krauss zu deren künstlerischem Lehrer und Vorbild. Im großväterlichen Atelier nahm Evelyn Christoffers nicht nur den ersten Pinsel in die Hand, sondern erlernte auch das Handwerkliche in der Kunst, angefangen vom Umgang mit der Leinwand bis zum Umgang mit Farben, Firnis und Verdünnungsmitteln. Malen ist für Christoffers etwas Natürliches, Elementares. Ihre Bilder sind vorwiegend expressiv-gegenständlich. Aus ihnen spricht eine wahre Leidenschaft für die Farbe. Seit 1993 waren ihre Werke bei mehreren Ausstellungen in Hirschhorn und Umgebung zu sehen.

In der neuen Hirschhorner Ausstellung, die Christoffers zusammen mit Ludwig Schmeisser konzipierte, sind Ölbilder von Arthur Krauss zu sehen: Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen sowie auch Zeitdokumente aus seinem Leben. Neben klassischen Motiven wie Landschaften, Blumen und Aktdarstellungen zeigt Christoffers auch Zeichnungen, Skizzen, Landschaften aus dem Harz und den französischen Alpen, die zu allegorischen Gestalten umgedeutet wurden. Weiterer Höhepunkt wird die Soiree am Donnerstag, 27. August, 20 Uhr, sein, die dem Künstler Arthur Krauss und seinem Leben gewidmet ist.

Die Ausstellung ist bis zum 20. September während der üblichen Öffnungszeiten des Langbein-Museums, Alleeweg 2, Hirschhorn, zu sehen: Dienstag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch bis Freitag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr, Sonntag 15 bis 17 Uhr. Montags ist geschlossen.

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