Nach 16 Jahren Sperrung ist der Stöckbergweg oberhalb des Neckars bei Hirschhorn jetzt wieder „auf eigene Gefahr“ begehbar

Bis zur Wiedereröffnung war es im wahrsten Sinne des Wortes ein beschwerlicher Weg. Mit einigen Steinen und manchmal Felsbrocken, die beiseite geräumt werden mussten. Und so manchen Klippen, die es zu umschiffen galt. 16 Jahre dauerte die Bewältigung, bis nun zur Freude aller der aussichtsreiche Stöckbergweg oberhalb des Neckartals wieder „auf eigene Gefahr“ begangen werden kann. Dieses Ereignis war sogar dem Betriebsleiter von Hessen Forst, Michael Gerst, die Fahrt von Kassel nach Hirschhorn wert.

Zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Peter Stephan und Bürgermeister Rainer Sens freute er sich, im Rahmen einer kleinen Feierstunde den Wanderweg ab dem Schloss oberhalb des Neckars wieder für die Öffentlichkeit freigeben zu dürfen. Auch die ehrenamtlichen Helfer, die sich in den vergangenen Jahren um die Erhaltung des Wegs gekümmert hatten, wussten den „Etappensieg“ zu würdigen. Nach wie vor steht der steile Abstieg zum Kapellchen oberhalb der Bahnstrecke aus – er bleibt weiterhin aufgrund der mit seiner Begehung verbundenen Gefahren gesperrt.

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„Wir haben etliche Jahre darauf gewartet, dass der Weg wieder begangen werden kann“, sagte Bürgermeister Rainer Sens. Ohne die Moderation von Stephan und Gerst „könnten wir den heutigen Tag nicht begehen“, machte er die Unterstützung der beiden Genannten beim Werdungsprozess deutlich.

Der Stöckbergweg sei „nie aus dem Gedächtnis der Hirschhorner verschwunden“, betonte Sens. „Er wurde von der Rentnertruppe gehegt und gepflegt.“ Hessen Forst habe nach einem Vorfall Ende 1999 nicht mehr die Haftung für die Nutzung übernehmen wollen, sagte der Bürgermeister. Erst die Änderung des Waldgesetzes vor zwei Jahren, das die Forstbehörde als Waldbesitzer aus der Haftung nehme, habe die Möglichkeit eröffnet, ihn wieder für die Öffentlichkeit freigeben zu können.

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Deutlich sichtbare Schilder wiesen nun darauf hin, dass die „Benutzung des Weges auf eigene Gefahr“ erfolge. Bereits in diesem Frühjahr sei ein Vertrag erarbeitet worden, der jetzt „wasserdicht“ sei, so der Bürgermeister. „Man kann nicht alles auf einmal haben“, wies er auf die noch existierende „Baustelle“ Kapellchen-Weg hin.

Hessen-Forst-Chef Michael Gerst zeigte sich „beeindruckt“ von großen Teilnehmerzahl an der Eröffnungsfeier, zu der sich neben Gästen aus der Stadt auch einige Mitarbeiter des zuständigen Forstamts Beerfelden mit dem stellvertretenden Leiter Ronny Kolb und dem Hirschhorner Revierförster Bernhard Schmitt eingefunden hatten.

Natürlich sei seiner Behörde während der langjährigen Sperrung durchaus die „Sinnfrage“ bewusst gewesen, betonte Gerst. Denn es habe immer wieder den Hinweis gegeben, dass anderswo ein Betreten des Waldes „auf eigene Gefahr“ möglich sei. „Wir haben absolut rechtskonform gehandelt“, machte er deutlich, dass aufgrund von Haftungsfragen erst nach Änderung des Waldgesetzes eine Wiedereröffnung möglich gewesen sei. „Jetzt zählt die Eigenverantwortung“, sagte Gerst. Als Waldnutzer solle man diese immer im Blick behalten, „dann lässt sich ein wunderbarer Ausblick genießen“.

„Auch die Hartnäckigkeit der Hirschhorner hat dazu beigetragen, dass es jetzt zu einem guten Abschluss kam“, meinte Peter Stephan. Er habe die Thematik schon von seiner Landtagsabgeordneten-Vorgängerin und früheren Bürgermeisterin Ilona Dörr übernommen. Er dankte den Ehrenamtlichen, „die sich um den Weg kümmer(te)n“ und denen die Sache eine Herzensangelegenheit war. „Immer, wenn der Paul Keßler mich sah, hat er mich auf den Stöckbergweg angesprochen“, schmunzelte Stephan.

Von den schönen Aussichten entlang der Wegstrecke überzeugte sich eine große Gruppe mit Sens, Gerst und Stephan dann gleich selbst während einer Wanderung. Oberhalb des Neckartals führt der Stöckbergweg gegenüber von Ersheim einmal rund um die Flussschleife Richtung Feuerberg. Wer dort noch nicht genug vom Wandern hat, der kann im dichten Wald idyllisch weiter Richtung Igelsbach und Eberbach laufen.

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