Heddesbacher feiern das neue Feuerwehrfahrzeug

So viele Feuerwehrleute auf einen Haufen sieht man sonst nur bei einem Einsatz. Diesmal kamen sie zu einem sehr erfreulichen Anlass zusammen: Das neue Mittlere Löschfahrzeug (oder Staffellöschfahrzeug) 10/6 der Heddesbacher Wehr wurde im Rahmen eines Tags der offenen Tür offiziell übergeben. 180.000 Euro stellte die Gemeinde dafür bereit, fast die Hälfte konnte refinanziert werden. Lokale Feuerwehrspitze, Bürgermeister Hermann Roth und Kreisbrandmeister Peter Michels freuten sich über das besondere Ereignis.

Gefühlt war der halbe Rhein-Neckar-Kreis mit seinen Wehrleuten vertreten. Nicht nur das angrenzende Eberbach (mit einer großen Delegation), Brombach, Schönau, Heiligkreuzsteinach, Lampenhain oder Altneudorf hatten Abordnungen geschickt, auch von weiter her nutzten etliche Floriansjünger den schönen Tag, um der kleinen Gemeinde am badischen Rand des Kreises einen Besuch abzustatten. Bammental, Wiesenbach, Altlußheim und Gaiberg war unter anderem als Herkunftsort auf den verschiedenen T-Shirts zu lesen.

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Aus dem südlich und nördlich benachbarten Hessen waren vor allem die beiden Wehren aus Hirschhorn und Langenthal stark vertreten. Daneben schickten auch Schönmattenwag uind Wald-Michelbach ein paar Mann vorbei, um den Kontakt mit den Wehrleuten aus dem Badischen zu pflegen.

Als einen „großen Tag für die Heddesbacher Feuerwehr“ bezeichnete Kreisbrandmeister Michels die Übergabe. Die Gemeinde habe mit dem neuen Fahrzeug „die Tür für eine gute Feuerwehr-Zukunft weit geöffnet“. Er wies darauf hin, dass die Wehr das Auto quasi nur „treuhänderisch“ erhalte, um es für das Wohl der Bevölkerung einzusetzen.

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„Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, was Ausstattung und Beladung angeht“, sagte Bürgermeister Roth. Mühe, Arbeit und Geld-Investition hätten sich gelohnt. 2012 sei erstmals das Thema Neuanschaffung aufgekommen, blickte er auf den Entscheidungsprozess zurück. Denn das alte Fahrzeug habe inzwischen 27 Jahre auf dem Buckel. Eineinhalb Jahre seien bis zur Entscheidung vergangenen, noch einmal 18 Monate bis zur Auslieferung im Juli, verdeutlichte er die bis dato vergangene Zeit.

180.000 Euro habe das neue Gefährt abschließend gekostet, informierte Roth. Fast die Hälfte davon habe man mit Hilfe vieler Sponsoren, Eigenleistung des Feuerwehrvereins und Fördermitteln wieder „reinholen“ können. Diese große Unterstützung, für die Roth herzlich dankte, sei auch ein Beweis „für die Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Feuerwehr“.

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Den symbolischen Schlüssel für die Übergabe hatte Uwe Freidinger von der Firma Magirus Brandschutztechnik mitgebracht. Der Bestellprozess sei eine „lange Geburt“ gewesen, meinte er schmunzelnd, aber jetzt habe man ein „wunderschönes Kind“. Feuerwehr-Kommandant Gerd Holschuh, der zusammen mit dem Bürgermeister den überdimensionalen Schlüssel entgegennahm, hatte zu Beginn die vielen Gäste begrüßt und dankte in seinen abschließenden Worten allen, die bei der Beschaffung und dem Weg dorthin mitgeholfen hatte.

Über den neuen Feuerwehr-Förderverein informierte kurz die Vorsitzende Bärbel Reibold. Der war von 34 Bürgern Anfang Juli gegründet worden. Pflege der Tradition und Kameradschaft, soziale Betreuung der Mitglieder, Förderung der Jugendarbeit und des Feuerwehrwesens sowie Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Feuerwehr stehen im Mittelpunkt. Sie übergab an Holschuh als Geschenk Werkzeug fürs neue Fahrzeug.

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Die Maschinisten der Heddesbacher Feuerwehr mit Gerätewart Nick Reinhard holten das neue Geschoss Anfang Juli bei der Firma Iveco Magirus in Ulm ab. Dort erhielten sie erst eine Einweisung auf die neue Technik, die im Fahrzeug verbaut wurde. Parallel dazu wurde das Fahrzeug durch den stellvertretenden Kommandanten Dennis Baumann abgenommen. Im Anschluss erfolgte noch eine Belastungsprobe der Pumpe am Pumpenstand. Die Floriansjünger übten in der Zwischenzeit intensiv mit dem Fahrzeug, damit es nun einsatzbereit gemeldet werden konnte.

Bereits am Vortag hatten die Hauptübung mit dem neuen Fahrzeug und abends eine Blaulichtparty im Feuerwehrhaus stattgefunden. Eine Schauübung der Jugendfeuerwehr, Unterhaltung, Fahrzeugrundfahrten und Musik rundeten den großen (Sonn-)Tag ab.

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