Die Flöten dominierten das „Wandelkonzert“ in der Hirschhorner Klosterkirche

Für das „Wandelkonzert“ in der Hirschhorner Klosterkirche hatte Kirchenmusikdirektor Peter Schumann (Klavier, Orgel, Spinett) zusammen mit den Flötistinnen Barbara Rosnitschek und Elvira Montiel Guirado ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. In diesem stand vor allem Musik für eine und zwei Flöten im Vordergrund. Die zahlreichen Besucher hatten viel Freude an der Liedauswahl.

Mit der Triosonate E-Dur für zwei Flöten und Klavier von Carl Philipp Emanuel Bach begann der Abend. Der im ersten Satz begonnene Dialog zwischen Flöten und Klavier, das im Adagio durch ein Spinett ersetzt wurde, endete munter beschwingt in einem Allegro assai. „Scheherazade“ (für Flöte und Klavier) von Nikolai Rimsky-Korsakov bezauberte mit der Geschichte vom Prinzen Kalender inklusive virtuoser Flötenpassagen und Kadenzen.

Ein interessantes Zusammenspiel der Flöten mit ihrer Klangwirkung ergab auch das Konzert D-Dur für zwei Flöten von Antonio Vivaldi. Im zweiten Satz übernahm die zweite Flöte echoartig den Pulsschlag der Begleitung. In barocker Spielfreude klang dann der Schlusssatz aus. Mit Johann Pachelbels Choral und Variationen über „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ und César Francks Kyrie und Gloria für Orgel Solo führte Schumann die verschiedenen Klangfarben der historischen Orgel vor.

Die Belle Epoque kam auch im Andante und Rondo für zwei Flöten und Klavier von Franz Doppler zum Ausdruck. In dem Stück wurden bravourös die technischen und musikalischen Raffinessen des Flötenparts präsentiert. Eine kleine Zugabe – Telemanns „Air de Trompette“ – gab es noch, bevor zu einer kleinen Stärkung mit Sektempfang im Kreuzgang „gewandelt“ wurde.

Schwungvoll begann der zweite Teil mit zwei Humoresken für Klavier und eine bzw. zwei Flöten von Antonin Dvorak. Spanisches Flair zog ein mit George Bizets „Serenade espagnole“ und dem Intermezzo aus seiner Oper „Carmen“. Einen virtuos-klanglichen Höhepunkt bildete zum Schluss die Fantasie über Verdis Rigoletto für Piccolo, Querflöte und Klavier von Giuseppe Rabboni (1800-1856). Atemberaubende Kapriolen der Piccoloflöte, brillante Kadenzen der Querflöte und herrliche Läufe fügten sich zu einem harmonisch-perfekten Zusammenspiel.

Für das Wandelkonzert im kommenden Jahr wünscht sich der Förderverein Klosterkirche als Veranstalter vielleicht noch etwas mehr Besucher. Denn der Eintrittserlös komme auch dem Erhalt der Klosterkirche zugute.

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