Gemischter Chor Finkenbach begrüßte viele Gäste zur Bockskerwe

Mit einem Ziegenbock fing vor 250 Jahren alles an: Seit dieser Zeit ist in Finkenbach eine „Bockskerwe“ überliefert, obwohl das zu einer „Kirchweih“ eigentlich dazu gehörende Gotteshaus erst 200 Jahre später erbaut wurde. Immer am ersten Sonntag nach Bartholomä‘, dem Schutzpatron der Winzer, Bauern und Fischer, lädt der Gemischte Chor in der „Neuzeit“ zur Kerwe in die Hermann-Wilhelm-Halle am Sportplatz ein. Auch dieses Jahr kamen wieder viele Einheimische und Auswärtige, um dort einen schönen Tag zu verbringen – und um den beiden Mannschaften des FC Finkenbachtal bei den Heimspielen zuzuschauen.

Nach dem morgendlichen Gottesdienst mit Pfarrer Reinhold Hoffmann, den der Chor musikalisch umrahmte, gab’s neben vielen anderen Speisen als Spezialität das alte Odenwälder Hochzeitsessen, Rindfleisch mit Meerrettichsoße. Chorleiter Karlfried Schicht und Dirk Bondes sorgten danach auf verschiedenen Instrumenten für die musikalische Umrahmung. „Wenn dann nachmittags die Fußballspiele sind, haben wir immer volles Haus“, freute sich Vereinsvorsitzender Rainer Maurer.

Viele der 60 Mitglieder des 1909 gegründeten Vereins, davon etwa 30 aktive Sänger, sind den ganzen Tag im Service über um das Wohl der Gäste besorgt. „Wie beim Finki-Festival“ könne man hier auf Unterstützung aus dem Ort zählen, weiß Maurer: Kaffee und Kuchen würden oftmals gespendet. Auch „wenn wir einen hohen Altersdurchschnitt haben“, sei der Gemischte Chor übers Jahr hinweg vielfältig aktiv: mit Auftritten, Grillfest oder Adventskonzert. Das sei in diesem Jahr unter Mitwirkung der Jugendkantorei Rothenberg geplant.

Zurück zum Ziegenbock: Der Überlieferung nach stand bei der Leonardsquelle in früheren Jahren eine kleine Wallfahrtskapelle. Damit hatte Falken-Gesäß die Erlaubnis, jährlich einen Markt zur Kirchweih abzuhalten. Da dieser offensichtlich nicht den erwünschten Erfolg hatte, verkauften die Falken-Gesäßer die Konzession an die Finkenbacher. Der Kaufpreis lässt sich leicht erraten: ein Ziegenbock. So kam der heutige Rothenberger Ortsteil ohne Kirche um 1760 zur Bockskerwe. Denn das Gotteshaus im Ort wurde erst 1954 erbaut.

 

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