Drehleiter aus Beerfelden kam übungsweise beim Seniorenheim in Kortelshütte zum Einsatz

Es war eine Übung für den Notfall, der hoffentlich nie eintritt: Die Feuerwehren aus Rothenberg, Kortelshütte und Beerfelden rückten zum „Haus Cordula“ ganz oben am Wald aus, um dort die Brandbekämpfung im Seniorenheim und die Rettung von eingeschlossenen Bewohnern zu simulieren. Aufgrund der Hanglage kam dabei auch die Drehleiter aus Beerfelden zum Einsatz. Nach eineinhalb Stunden zog Rothenbergs Gemeindebrandinspektor Marco Johe Bilanz: „Im Großen und Ganzen hat alles so geklappt wie erhofft“, war er zufrieden mit dem Ergebnis.

Um 15.06 ging über die Leitstelle der Alarm ein: „verrauchtes Gebäude beim Altenheim, mehrere vermisste pflegedürftige und bettlägerige Personen“. Die Feuerwehr Kortelshütte mit Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und Mannschaftstransportwagen war als erste vor Ort. Vier Atemschutzträger begannen unter der Leitung von Einsatzleiter Timo Fink mit der Erkundung.

Parallel dazu rückte die Rothenberger Wehr vom Wald her mit (Tank-)Lösch- und Katastrophenschutzfahrzeug, TSF sowie Einsatzleitwagen an. Hier waren sechs Atemschutzträger im Einsatz. Aus den nach hinten liegenden, ebenerdigen Zimmern konnten die „Verletzten“, Mitglieder der Jugendfeuerwehr, schon gerettet werden. Andere hatten sich laut Übungsplan nach vorn in rauchfreie Räume mit Balkon in Sicherheit gebracht.

Als nach simulierten zwölf Minuten Anfahrt die schon zuvor in Kortelshütte stationierten Fahrzeuge aus Beerfelden eintrafen, wurden sofort die Drehleiter und die darauf montierte Liege funktionsbereit gemacht. Unter den Augen von Wehrführer und Kreisbrandmeister Rolf Scheuermann sowie Stadtrandinspektor Bernd Ihrig wurde dann die „Rettung“ in die Wege geleitet. Knapp 50 Feuerwehrleute waren insgesamt am Altenheim im Einsatz. „Die Stelle ist nicht unproblematisch“, sagte Marco Johe. Nebenan verlaufe eine Hochspannungsleitung, dazu sei die Straße ziemlich eng. Das könne einen Einsatz bei Dunkelheit erschweren.

Über „einen verstopften Abfluss“ kam der Kontakt mit der Feuerwehr zustande, meinte Heimleiterin Kathleen Hanschke schmunzelnd. Den hätten ein paar Floriansjünger mit unkomplizierter Hilfe wieder flott gemacht. Beim Gespräch danach kam zur Sprache, dass die Wehr immer Übungsorte suche, erinnert sich Hanschke. „Dafür bot sich unser leerstehendes Gebäude nebendran an.“ Das werde derzeit als Lagerraum genutzt. Hanschke, die zusammen mit Bürgermeister Hans Heinz Keursten aufmerksame Beobachterin war, äußerte die Hoffnung, „dass ein solcher Ernstfall nie eintritt“ und tatsächlich einmal im Heim mit seinen 70 Bewohnern ein Brand ausbreche.

Einmal vor Ort, wurden mit der Drehleiter auch am nebenan gelegenen Haupthaus „Stellproben“ gemacht, ob diese bis an die Balkone reiche. Laut Johe zeigte sich, dass ein paar Nachbesserungen seitens der der Azurit-Gruppe als Träger sinnvoll seien, damit Beerfelden mit seiner kurzen Anfahrtszeit eingesetzt werden könne. Denn sonst bleibe nur die Anforderung der etwas größeren Drehleiter aus Erbach oder Eberbach, die allerdings um einiges länger an einen möglichen Brandort brauche.

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