Praktisch keine Änderungen für die Katholiken im hessischen Neckartal nach Weggang Pater Cyrils

„Im Grunde genommen gibt es keine Änderungen“, beruhigt Pater Joshy. „Wir haben in den vergangenen sechs Jahren schon darauf hingeplant, dass es nur noch einen Pfarrer im hessischen Neckartal geben wird“, sagt er. Diese Situation ist jetzt eingetreten, weil Pater Cyril – zuvor noch mit einer halben Stelle in Neckarsteinach und Hirschhorn tätig – jetzt als Pfarrer nach Mörlenbach wechselte. „Die Gottesdienste sind schon so gelegt, dass sie von einem Priester zu bewältigen sind“, betont Pfarrer Joshy. Auch die Fusion der beiden katholischen Kirchengemeinden sei nicht zuletzt vor diesem Hintergrund erfolgt.

„Einige zusätzliche Angebote“, sagt er, könnten in Zukunft nicht mehr gemacht werden. So sei etwa ein Palmsonntags- oder Familiengottesdienst mit Prozession nicht mehr in beiden Städten durchführbar. An bestimmten Tagen seien Gottesdiente in Zukunft nicht mehr gleichzeitig möglich, sondern nur noch zeitlich versetzt. „Die Hochfeste wie Ostern oder Weihnachten sind so abgestimmt, dass es mit einem Pfarrer geht“, erläutert der indische Pater. „Im Grunde genommen geht es nur um Terminabsprachen.“

„Für mich persönlich wird aber alles zeitaufwändiger“, sagt Pfarrer Joshy. Denn er werde Cyrils Aufgaben wie Kommunionvorbereitung oder Ministrantenarbeit sowie alle Taufen und Beerdigungen mit übernehmen. „Auswärtige Trauungen müssen dann von Vertretungen gemacht werden“, kündigt er an.

Dass diese Entwicklung so kommen würde, ist laut Joshy dem Stellenplan des Bistums Mainz zu entnehmen. „Den gibt es seit zwei Jahren und er geht bis 2025.“ Fürs hessische Neckartal sei nur eine Pfarrstelle vorgesehen. Allerdings, so sei ihm auf Nachfrage mitgeteilt worden, sei die Schaffung einer halben Stelle für einen Gemeindereferenten möglich. „Allerdings müssen wir erst jemanden mit dieser pastoralen Ausbildung finden“, gestaltet sich dies Pater Joshy zufolge nicht einfach. „Die geographische Lage des Neckartals macht das schwierig“, denn es liege am äußersten Rand des Dekanats.

Die „großartige ehrenamtliche Unterstützung“ lässt den Pater aber nicht verzagen. „Ich kann auf die Leute zählen“, selbst wenn sich die halbe Stelle nicht auf die Schnelle besetzen lasse. „Viele aus der Bevölkerung bringen sich ein“, freut er sich. Seiner Kenntnis nach seien Hirschhorn und Neckarsteinach die einzigen beiden Gemeinden im Dekanat, „bei denen die Fusion problemlos klappte“. Im Überwald gestalte sich dies schwieriger, weiß er. Deshalb könne diese Leistung im Neckartal nicht hoch genug eingeschätzt werden.

„Wir Karmeliten dürfen das Kloster so lange weiterführen wie wir möchten“, blickt er in die Zukunft. Da Cyril nun in Mörlenbach wirke und Sijoy in Bad Wimpfen, nehme die gemeinsame Klosterzeit naturgemäß ab. Man versuche sich in Art eines Pfarrkonvents zu organisieren. „In den nächsten 25 Jahren“ sehe er keine Gefahr, dass die Pfarrstelle im hessischen Neckartal wegfallen könnte. Er selbst, so Pfarrer Joshy, fühle sich „durch die große Akzeptanz und Anerkennung hier sehr wohl“.

 

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