Forstamt Beerfelden hatte anlässlich des Weltkindertags zum Familien-Wandertag auf der Sensbacher Höhe eingeladen

„Vom Sämling bis zum Dachstuhl“ hatte das Forstamt Beerfelden seinen Familien-Aktionstag überschrieben. Und stieß damit auf viel Resonanz: Knapp 30 Personen beteiligten sich an der etwa dreistündigen Wanderung auf der Sensbacher Höhe anlässlich des Weltkindertags. Analog dazu waren viele Stationen von den Forstleuten kindgerecht aufbereitet worden.

Ronny Kolb, der stellvertretende Forstamtsleiter, war erfreut, dass Familien aus dem gesamten Zuständigkeitsgebiet gekommen waren, von Sensbachtal über Beerfelden, Hirschhorn und Rothenberg bis nach Wald-Michelbach. „In allen Forstämtern Hessens findet am Weltkindertag eine Aktion statt“, erläuterte er. Mit dem Titel wolle man den Weg von der kleinen Pflanze über die Baumfällung bis hin zur Verarbeitung verdeutlichen.

Kurze Wege zwischen den einzelnen Stationen, die mit zahlreichen Erklärungen angefüllt waren, machten die Strecke auf für Kinder spannend. An einer Station durften die Kleinen Weißtannen selbst einpflanzen – eine Baumart, um die sich das Forstamt im Rahmen der Waldverjüngung sowieso vorrangig kümmert und die auf der Wiederansiedlungsliste ganz weit oben steht. Große Augen gab es laut Kolb bei den riesigen Harvestern, mit den die Bäume gefällt werden. Und die Überraschung, „dass der das macht, ohne überhaupt die anderen Bäume zu berühren“, wie es aus Kindesmund beim Anblick der Riesenmaschinen hieß.

Für die Erwachsenen gab es noch ein paar Zahlen dazu: 150 Fest-, also Kubikmeter Holz kann ein einziges Fahrzeug dieser Art an einem Tag produzieren. Interessant war für die „Großen“ auch, dass die Holzfällbetriebe laut Kolb aus einem 30-Kilometer-Umkreis kommen. Und die holzverarbeitenden Firmen befänden sich in einem 200-Kilometer-Radius. Was für den stellvertretenden Forstamts-Chef die lokale und regionale Komponente der Ausrichtung der Arbeiten betonte.

Bei einer Holzfällung mit Revierleiter Uwe Röglin durften die Teilnehmer live dabei sein: Ein sogenannter „Käferbaum“, ein von Ungeziefer befallener Stamm, musste weichen. In diesem Zusammenhang machten die Förster gleich darauf aufmerksam, dass Absperrungen zu diesem Zweck auf jeden Fall beachtet werden sollten. Die entsprechende Demonstration war aber nicht 100-prozentig erfolgreich: „Ein Nordic Walker ist durchgelaufen“, meinte Kolb halb amüsiert, halb vorwurfsvoll.

Welche Nadelbaumart ist das (Tanne), wie viele Baumsorten finden sich auf einer bestimmten Fläche (8), was bedeuten die „Farben“ an den Bäumen? Informationsbedarf gab es reichlich. Ein Schrägstrich, erläuterte Kolb als Beispiel, „heißt, der Baum muss raus“. Ein Punkt kennzeichne einen „Z-Baum“. Das „Z“ stehe für Zukunft und stehe für ein zu schonendes Gewächs.

„Warum liegt hier so viel Holz rum?“, lautete die Frage eines Steppkes. Wie Kolb erläuterte, habe dies mit der Form der Waldbewirtschaftung zu tun, die auf Naturschutz ausgerichtet sei – und manche Teile des Waldes somit aus der Bewirtschaftung heraus nehme. Bei den Erwachsenen ging es eher die Leistung der Maschinen und den Umgang mit dem von Schädlingen befallenen Holz.

„Da im Forstamt Beerfelden auch viel Jagd stattfindet“, meinte Ronny Kolb schmunzelnd, gab es zum Abschluss Wildschweinbratwurst – einmal in gegrillter Form heiß, einmal geräuchert in kalt. Nach der Begrüßung durch Forstamtsleiter Norbert Sasse und Mitarbeiter Gudrun Kranhold bot das gemütliche Beisammensein die Möglichkeit, noch einmal das Gesehene und Gehörte Revue passieren zu lassen.

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