Skiclub Beerfelden setzt mit den Deutschen Ski-Inliner-Meisterschaften Standards

„Wir haben mit unserer Veranstaltung Standards gesetzt“, ist Jürgen Wolf vom Skiclub Beerfelden mit dem Verlauf der Deutschen Meisterschaft Ski-Inline in der Stadt am Berge hoch zufrieden. Wolf, gleichzeitig Direktor Sportentwicklung beim Deutschen Skiverband, bescheinigt der Veranstaltung, „vom ganzen Ambiente her auf hohem Niveau“ gewesen zu sein. In den Riesenslalom- und Slalomläufen hatten zum Großteil die Favoriten die Nase vorn.

„Über 130 Teilnehmer hat man selten“, hob Wolf auf die 134 Starter allein beim 300 Meter langen Inliner-Slalom ab. Beim Riesenslalom am Vortag, der ein wenig unter dem schlechten Wetter litt, gingen 115 Sportler in den verschiedenen Altersklassen an den Start. „Durch die Bank weg“ hätten die Beteiligten die „hervorragende Organisation“ gelobt, betonte Wolf. „Wir haben nur positive Rückmeldungen“, sowohl was Strecke als auch Umfeld und Rahmenprogramm anging.

Im Riesenslalom holten sich Weltmeisterin Ann-Krystina Wanzke vom DAV Neu-Ulm und Adrian Grießer vom SV Rottweil, auch bei Welt- und Europameisterschaften ganz vorn dabei, die Titel. Im Slalom dominierte erneut Ann-Krystina Wanzke. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierte Manuela Schmoll vom SC Unterensingen betrug satte 2,72 Sekunden.

Bei den Herren bereitete Jörg Bertsch im Slalom den Double-Träumen des Riesenslalom-Siegers Adrian Grießer vom SV Rottweil ein Ende. Am Vortag noch Zweiter, setzte sich der Slalomspezialist vom TSV Degmarn diesmal mit zwölf hundertstel Sekunden durch. Dritter wurde Maximilian Merz vom DAV Neu-Ulm. „Wir haben von den Top-Leuten bis hin in den Jugendbereich an zwei Tagen großen Sport zu sehen bekommen“, sagte Organisationskomitee-Chef Jürgen Wolf.

Große Überraschungen sind laut Wolf bei diesen Wettbewerben eher unwahrscheinlich. Nur das Wetter am Samstag sorgte für den einen oder anderen Ausrutscher beim 360 Meter langen Riesenslalom. Zwar wies die Strecke mit sechs Prozent Gefälle eine vergleichsweise moderate Neigung auf, doch sie hatte es nach einigen Regenschauern in sich. Das sollte unter anderem die frisch gebackene Jugend-Europameisterin Marina Seitz erfahren, die sich nach einem Sturz auf dem rutschigen Geläuf schon nach dem ersten Durchgang von ihren Medaillenträumen verabschieden musste (im Slalom konnte sie dies freilich mit Gold wieder vergessen machen).

Die Teilnehmer reisten aus einem Radius von etwa 400 Kilometern in die Oberzent an. Teams aus Lüdenscheid, Winterberg oder Oberes Banfetal (Nordhein-Westfalen) hatten ähnlich weite Anfahrtswege wie Mannschaften aus Landshut und Fürstenfeldbruck. Stark vertreten war auch Schwaben mit Neu-Ulm.

Etliche Starter schickte der Verein Oberes Banfetal ins Rennen. Kurz hinter der hessischen Grenze nach Nordrhein-Westfalen gelegen, nehmen die Sportler quasi jedes Wochenende Touren von 200 Kilometern und mehr auf sich, nach München, Tuttlingen – oder eben Beerfelden. Noch weiter hatte es der TSV Haarbach aus der Nähe von Landshut. „Größere Veranstaltungen gibt es meistens in Hessen und Baden-Württemberg“, haben die Bayern oft weit zu fahren.

Mit Marco Walz hatte der TSV Steinenbronn (nahe Böblingen) einen Weltcup-Sieger im Slalom am Start – zusätzlich zu den zehn anderen Startern. Der Deutschland-Cup führt die Fahrer bis nach Dresden, der Weltcup sogar nach Italien, Tschechien, oder Spanien. „Gezahlt wird alles aus eigener Tasche“, sind Sponsoren im Inliner-Sport noch nicht zu weit verbreitet.

Die Deutschen Meisterschaften bedeuteten für die Skiclub Beerfelden eine Herkulesaufgabe in der Organisation. „Neun Monate lange haben wir uns vom Organisationskomitee regelmäßig getroffen“, so Wolf. 130 Vereinsmitglieder seien zusätzlich mit Helfer von befreundeten Vereinen übers Wochenende im Einsatz gewesen. Die große Siegerehrung am Samstagabend mit 300 Gästen (Aktiven, Trainer, Helfer) sei eine schöne Bestätigung für das Engagement gewesen.

Die Bedeutung des Wettbewerbs kam Wolf zufolge auch in der Begleitung durch die Politik zum Ausdruck. Schirmherr war Hessens Innenminister Peter Beuth, der am Samstag die Veranstaltung eröffnete. Darüber hinaus schauten auch Bundes- und Landtagsabgeordnete vorbei. Beerfeldens Bürgermeister Gottfried Görig gehörte mit zum Organisationskomitee.

Wobei darüber hinaus die komplette Stadtverwaltung und auch der Bauhof eingebunden waren. Gerade letzterer „hat uns viel mit Maschinen und Manpower geholfen“, betonte Wolf. Er freute sich „über die Würdigung auf politischer Ebene“. Die Stadt „und wir als Verein“ hätten mit dem Event viel Eigenwerbung betrieben und Beerfelden auf der Ski-Inliner-Landkarte auf einen prominenten Platz gehoben.

Beuth bezeichnete den Sport als „wichtigen Anker“, der auch bei Integration helfe. Die Veranstaltung sei nicht möglich gewesen „ohne unglaublich viele ehrenamtliche Helfer“. Denen dankte – wie auch den Anwohnern rund um die Strecke zwischen „Galgen“ und Stadtmitte – Bürgermeister Görig. Grußworte kamen vom Kreisbeigeordneten Dr. Michael Reuter und Rainer Gebauer (Sportkreis Odenwald). Moderiert wurden die Rennen von Sven Wiesler.

Der Präsident des togolesischen Skiverbandes, Roger Evanemade, war zusammen mit seinem Vizepräsidenten Hyacinthe Edorh und dem Fanclub durch einen Infostand vertreten. Dort wurde über die togolesische Olympiamannschaft „und über unsere Ziele bei den Winterspielen 2018“ informiert. „Die Inline-Begeisterung ist bei den Kids in unserem Land riesig. Ski-Inline ist für sie eine tolle Herausforderung“, sagte Evenamade. Der SC Beerfelden hilft tatkräftig beim Aufbau des Verbandes im westafrikanischen Land mit.

Die Sommer-Skitty-World faszinierte bei den Ski-Inlinemeisterschaften Kinder und Trainer. Der Nachwuchs konnte am Rande der Wettkämpfe an neun Stationen wie Wippe, Reifen oder Rundkurs  seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Die Ski- und Inline-Verbände nutzten die Gelegenheit zu einem Team-Wettbewerb. Das meiste Geschick und Können zeigte die Mannschaft des Skiverbands Baden-Württemberg. Auf Platz zwei folgte das „Senioren“-Team des Westdeutschen Skiverbandes. Den dritten Rang belegte der Württembergischer Roll- und Inline-Verband.

Für den „Erfinder“ Georg Zipfel hat die sommerliche Ausgabe der Skitty-World ihre Premiere sehr gut bestanden: „Die Begeisterung der Kinder ist der beste Beweis: Wir schaffen für sie mit der Skitty-World eine Spielwiese, auf der sie in spielerischer Weise Inline-Technik erleben und für sich weiter entwickeln können.“ Der DSV verfolge damit das Ziel, Kinder auch in schneefernen Regionen über Ski-Inline, Nordic Blading und Rollski an den Skisport heranzuführen.

 

Die Ergebnisse

Deutsche Meister Ski-Inline 2015: Riesenslalom

Masters weiblich:

  1. Meike Werthschulte (SC Silbach)
  2. Simone Vogt (SC Mosbach)

Schüler weiblich:

  1. Lisa Stäudinger (TG Tuttlingen)
  2. Luisa Zeh (TG Tuttlingen)
  3. Elea Boersig (TG Tuttlingen)

Jugend weiblich:

  1. Alessandra Veit (TG Tuttlingen)
  2. Urike Bertsch (TSV Degmarn)
  3. Mira Boersing (TG Tuttlingen)

Aktive weiblich:

  1. Ann-Krystina Wanzke (DAV Neu-Ulm)
  2. Mona Sing (SC Mosbach)
  3. Lisa Wölffing (SC Unterensingen)

Masters männlich:

  1. Sigi Zistler (FC Chammünster)
  2. Walter Wölfle (SGK Rotenburg)
  3. Markus Lohmann (SC Ewersbach)

Schüler männlich:

  1. Christoph Silberauer (ASV Arrach)
  2. Moritz Waibel (TSV Haarbach)
  3. Tom Hussal (SZ Boettingen)

Jugend männlich:

  1. Manuel Zörlein (DAV Neu-Ulm)
  2. Simon Haseneder (SC Falkenberg)
  3. Noah Sing (SC Mosbach)

Aktive männlich:

  1. Adrian Grießer (SV Rottweil)
  2. Jörg Bertsch (TSV Degmarn)
  3. Maximilian Merz (DAV Neu-Ulm)

 

Deutsche Meister Ski-Inline 2015 Slalom:

Masters
 weiblich:

  1. Simone Vogt, SC Mosbach
  2. Meike Werthschulte, SC Silbach

Schüler weiblich:

  1. Lisa Staudinger, TG Tuttlingen
  2. Lisa Schmid, TG Tuttlingen
  3. Elea Boersig, TG Tuttlingen

Jugend weiblich:

1. Marina Seitz, DAV Neu-Ulm

2. Allessandra Veit, TG Tuttlingen

  1. Ulrike Bertsch, TSV Degmarn

Aktive weiblich:

  1. Ann-Krystina Wanzke, DAV Neu-Ulm
  2. Manuela Schmohl, SC Unterensingen
  3. Mona Sing, SC Mosbach

Masters
 männlich:

  1. Sigi Zistler, FC Chammünster
  2. Markus Lohmann, SC Ewersbach
  3. Walter Wölfle, SGK Rotenburg

Schüler 
 männlich:

  1. Moritz Waibel, TSV Haarbach

2. Maximilian Vogt, TSV Degmarn

3. Manuel Wilcek, TG Tuttlingen

Jugend
 männlich:

  1. Manuel Zörlein, DAV Neu-Ulm
  2. Dominicus Wiedenmayer, DAV Neu-Ulm
  3. Noah Sing, SC Mosbach

Aktive männlich:

  1. Jörg Bertsch, TSV Degmarn
  2. Adrian Griesser, SV Rottweil
  3. Maximilian Merz, DAV Neu-Ulm

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