8. Schlepper- und Oldtimertreffen in Ober-Hainbrunn: Ein Schmuckstück glänzt mit dem anderen um die Wette

In der Sonne blitzendes Chrom, soweit das Auge reicht. Hier ein Vier-Zylinder-Dieselporsche-Traktor, dort ein Alfa-Romeo-Cabrio oder ein Rolls Royce, die aussehen wie neu: Beim 8. Schlepper- und Oldtimertreffen in Hainbrunn glänzt ein Schmuckstück mit dem anderen um die Wette. Weit mehr als 100 Fahrzeuge aus der näheren und weiteren Umgebung mit ihren Lenkern begrüßte der Männergesangverein als Veranstalter auf dem Festplatz.

Das schöne Wetter tat ein Übriges zum sehr guten Besuch sowohl von Ausstellern als auch Besuchern. Wilfried Friedrich vom MGV ist vollauf zufrieden. „Das sind mehr als im vergangenen Jahr“, meint er mit Blick auf den vollen Platz. Die gute Witterung komme natürlich vor den Cabrio-Lenkern zupass, die sonst ihr Gefährt vielleicht in der Garage lassen würden.

Ein „Wiederholungstäter“ ist Werner Wieder. Der Oldtimer-Liebhaber ist schon zum vierten Mal in Ober-Hainbrunn dabei. „Jedes Mal mit einem anderen Fahrzeug“, macht er seine Sammelleidenschaft deutlich. Letztes Jahr war es ein 79er Trans-Am-Stockcar, dieses Mal kommt der Mosbacher mit einem „straßentauglichen“ Gefährt vorbei: einem alten weißen Peugeot-Cabrio. „Ich fahre des Öfteren auf Oldtimer-Treffen“, so Wieder. Und weil er davon nicht genug bekommen kann, veranstalte er ab und zu auch selbst solche Events wie vor kurzem am Flugplatz Lohrbach.

„Zu uns kommen sie aus einem großem Umkreis“, ist Friedrich stolz auf die Anziehungskraft der Veranstaltung. Aus dem Kleinen Odenwald mit Schwanheim sind Aussteller ebenso vertreten wie aus Darsberg, Hirschhorn, Buchen oder als Neuling Dieburg. Nicht nur Autos oder Traktoren sind zu finden, sondern auch historische Motorräder oder ein Messerschmidt Kabinenroller.

„Eine Augenweide“ ist laut Friedrich die „Porsche-Parade“ von Karl-Heinz Hocker aus Hirschhorn. Vier über 50 Jahre alte Traktoren dieser Marke stehen nebeneinander rot-metallisch glänzend auf dem Feld. Vom Ein- bis Vier-Zylinder ist alles dabei. „Pro Zylinder 8000 Euro mehr“, meint der MGV-Vorsitzende lächelnd, auf den Wert angesprochen. Hochgerechnet auf den kompletten Festplatz steht hier an diesem Sonntag bestimmt eine Million Euro an Fahrzeugen.

Denn alte Traktoren und Schlepper als Geldanlage erlebten in den vergangenen Jahren eine große Wertsteigerung. „Schrott“ zum Herumschrauben bekommt man für vielleicht 500 Euro. Ein Porsche-Traktor geht bei 15.000 Euro los. Und ein Lanz-Bulldog als das Maß aller Dinge kann bis zu 100.000 Euro kosten. Überhaupt die Markennamen: Die schwirren nur so durch die Luft, unterbrochen nur von technischen Feinheiten und Gesprächen über die beste Instandhaltung. Deutz, Kramer, MAN, Lanz oder eben Porsche sind die bekanntesten Traktoren-Marken.

Die PS-Zahlen können sich dabei durchaus mit denen von hubraumstarken Autos messen. 125 Pferdestärken bringt etwa ein Sechs-Zylinder-Schlüter. „Der hat sogar Schiebetüren“, meint Friedrich andächtig. Auf die gleiche Anzahl bringt es auch ein Deutz-Traktor. Erwartet wird am Nachmittag noch der Besitzer eines Lanz aus dem Nachbarort Finkenbach als eines der ältesten Teilnehmer-Fahrzeuge. „Von 1936 oder 1938“, sagt Friedrich ehrfürchtig. Einen seltenen Geräteträger hatte Bernd Müller aus Darsberg nach Hainbrunn gefahren.

Für die Organisation bekommt der MGV viel Zuspruch. Wilfried Friedrich bekommt von vorbeilaufenden Gästen immer wieder Lob gezollt. „Das habt ihr schön gemacht“, heißt es. Oder: „Ganz toll“. Für viele Auto- und Traktorenbesitzer ist es auch eine gute Gelegenheit, mit anderen Oldtimer-Liebhabern ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und vielleicht den einen oder anderen Tipp fürs „Rumschrauben“ zu holen.

„Die Leute sollen sich wohlfühlen“, sei die Maxime des Treffens, das in die Ober-Hainbrunner Kerwe eingebettet ist. Dazu trage auch das nicht alltägliche Speiseangebot bei, betont der MGV-Chef. Traditionell wird ein althergebrachtes Hochzeitsessen, nämlich Rindfleisch mit Meerrettich und Salzkartoffeln, angeboten. Daneben bereichern der Hainbrunner Holzfäller-Rollbraten vom Buchenholzgrill oder das herzhafte Wildschweingulasch aus dem Kupferkessel die vielfältige Speisekarte. Etliche aus der Umgebung kommen auch extra deshalb in den Rothenberger Ortsteil.

„Entstanden ist das Treffen aus einem historischen Bauernmarkt“, erzählt Friedrich. Inzwischen sei „der ganze Verein im Einsatz“, um die ankommenden Oldtimer-Besitzer einzuweisen und sich um das Wohl der zahlreichen Gäste zu kümmern, die am sonnigen Sonntag die viele Bierbänke besetzen. Die Teilnehmer werden das Treffen lange in Erinnerung behalten: Denn ihre Anwesenheit wird mit einem Erinnerungsfoto, Verzehrbons und dem beliebten Sammelbutton belohnt.

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