„Hilschbacher“ feierten vier Tage lang kräftig Kerwe

An drei von vier Kerwetagen tolles Wetter, nur am Sonntag, beim Kerweumzug, schüttete es wie aus Kübeln. Aber davon ließen sich die „Hilschbacher“ ihre Kerwe nicht vermiesen. Als Höhepunkt der viertägigen Feierlichkeiten, dem Höhepunkt der gesellschaftlichen Ereignisse im Jahreslauf, schlängelten sich die Wagen und Gruppen durch den Neckargemünder Ortsteil. Ein neuer Weg machte es möglich, dieses Mal auch Ortsvorsteherin Anne von Reumont auf der Strecke einzusammeln, nachdem in den vergangenen beiden Jahren noch der ehemalige Ortsvorsteher mitfahren durfte.

Den Auftakt der „Hilschbacher Kerwe“ machte am Freitagabend der Auftritt der Band „Supastrack“ im Festzelt der Kerweborscht. Mit bekannten Songs von Pop bis Rock wurden die Zuschauer bestens und vor allem laut unterhalten. Eine lange Nacht schloss sich an, von deren Abschluss nicht überliefert ist, ob der eine oder andere Kerwegast den Bandnamen vielleicht zu wörtlich nahm.

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Anne von Reumont hatte zu Beginn der fröhlichen Treibens zusammen mit Kerweborscht René Höppner und seinem Vorgänger Patrick Seitz dem Fass mit einigen kräftigen Schlägen das Freibier entlockt. War am Anfang das Zelt noch etwas spärlich besucht, so änderte sich dies spätestens jetzt. Als die Band loslegte, füllten sich die Bänke immer mehr, die Stimmung stieg Richtung Siedepunkt.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Vergnügungsparks und der Kerwespiele. Während die Zweite des SV bei herrlichem Oktoberwetter gegen Rockenau knapp verlor, fuhr die erste Mannschaft gegen Handschuhsheim einen ungefährdeten Sieg ein. Nachdem beim Gesangverein die dortige Band kurzfristig abgesagt hatte, sorgte ein DJ für abendliche Stimmung. Die wurde nochmals so richtig aufgemischt, als später ein ganzer Bus mit Österreichern vorgefahren kam. Die waren gerade bei der Gaiberger Feuerwehr zu Gast und hatten Lust auf Party. Bei den Kerweborscht spielten zwischenzeitlich mit „Sammy goes nuts“ bekannte Gesichter aus der Region auf.

Der sonntäglichen Kerwepredigt hatten viele schon mit Angst und Furcht entgegengefiebert. Denn Kerwepfarrer Horst Linier entgeht nichts, was das Jahr über in Waldhilsbach passiert. Die von ihm Genannten fanden sich auf dem Kerwewagen wieder und waren schutzlos dem Spott der Gäste ausgeliefert. Nach der Begrüßung im Festzelt durch den kleinen Ricco Bühler mussten erst einmal Neckargemünds Bürgermeister Horst Althoff und Reumont die Amtsschlüssel von Waldhilsbach übergeben.

Die Ortsvorsteherin hatte zuvor in ihrer Ansprache die Kerwe als „Treffpunkt für Jung und Alt“, für Alteingesessene und Neuzugezogene bezeichnet, die beste Gelegenheit, alte Bekannte wiederzusehen und neue Freundschaften zu schließen. Sie dankte den drei ausrichtenden Vereinen, „die unsere Kerwe stemmen“: neu in der ersten Reihe René Höppner von den Kerweborscht, altbewährt Philipp Frühauf vom SV 08 Waldhilsbach sowie Daniel Puhrer, Horst und Lilly Linier im Familienverbund vom Gesangsverein Liederkranz.

Linier mit seinem Ohr direkt am Puls der Menschen berichtete etwa von der Klowagen-Geschichte auf dem vergangenen Jahr, die es sogar in die Bild-Zeitung schaffte, oder vom Hilschbacher, der ohne seinen Geldbeutel auf weite Reise gehen wollte. Seine dialektische „Kerweredd“ ist so begehrt, dass es sie nach dem Spektakel auch immer in gedruckter Form zu kaufen gibt.

Ein Highlight des Sonntagnachmittags war der Auftritt der „Acoustic Pieces“ aus Weinheim, dem „Mädchen mit dem Kontrabass“, bei den Kerweborscht. Die Gäste waren begeistert von der Musikalität des Duos. Die Dorfmusiker des Hohner-Akkordeon-Vereins unterhielten derweil beim Liederkranz. Sie hatten bereits auch schon den Umzug musikalisch begleitet.

Über 100 Arbeitseinsätze stemmten die drei veranstaltenden Vereine, um den Gästen der traditionellen Hilschbacher Kerwe wieder ein ansprechendes musikalisches und kulinarisches Programm zu liefern. Neben Kerweborscht und Gesangverein wirkte auch der SV mit. Gutselstand, Schießbude, Kinderkarussell und Autoscooter sorgten auf dem Platz neben dem Feuerwehrhaus für beste Unterhaltung der kleinen und großen Besucher.

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