30 Kunsthandwerker gaben einen Einblick in ihre Arbeit: Zum vierten Mal fand in der Neckargemünder Villa Menzer ein Markt statt

Schöne Dinge, wohin das Auge reichte: Auf beiden Stockwerken der Villa Menzer und dazu im Außenbereich waren Kunsthandwerker mit ihren Exponaten vertreten und zeigten teilweise am Stand selbst ihre Arbeitsweisen. Bereits zum vierten Mal fand der Kunsthandwerkermarkt im Menzerpark statt. Organisiert wird er von Antje Schüßler, Susanne Weber-Ansorge und Wolfgang Ansorge, die mit ihrem „Haus für schönes Kunsthandwerk“ in Neckarsteinach ansässig sind.

30 Künstler vor allem aus Süddeutschland, aber auch mit Ausreißern in den Norden wie Göttingen, gaben einen Einblick in ihre Werkstätten und präsentierten die neusten Arbeiten. Ausgestellt wurden Schmuck, Ledertaschen, Sandsteinarbeiten, Keramik, Malerei, textile Unikate aus Seide, Wolle, Filz und feinen Stoffen, Buchbindearbeiten, Holzskulpturen, Glas- und Stahlobjekte, kinetische Metallobjekte, Holzschnitte, Papierarbeiten, Holzintarsien, Lampen und Naturseifen.

Erlesene Kunst und hochwertiges Kunsthandwerk sind laut Susanne Weber-Ansorge die Kriterien, auf die sie bei der Aussteller-Wahl Wert legt. Die Resonanz zeigte, dass der Termin in Neckargemünd heiß begehrt ist: „Wir haben im Januar den Markt ausgeschrieben und waren sofort ausgebucht“, freute sie sich. Das führte sie auch auf den Ausstellungsort zurück: „Das Gebäude ist sehr schön und attraktiv, um seine Arbeiten zu zeigen.“

Ein Heimspiel hatte Silke Prottung: Die Neckargemünderin war im Obergeschoss mit ihren vielfältigen Schmuckarbeiten vertreten. Sie passte damit in den Anspruch, den Weber-Ansorge für den Kunsthandwerkermarkt aufstellt: „Wir wollen hohe Qualität und originelles Design.“ Und natürlich sollten die ausgestellten Gewerke möglichst unterschiedlich und abwechslungsreich sein.

Dorothee Flachs aus Hirschhorn ist Mitglied im Zusammenschluss der Odenwälder Kunsthandwerker. Sie stellt all ihre Kreationen selbst in ihrer Hirschhorner Werkstatt her. Tücher, Taschen, Kopfbedeckungen und Sitzkissen bilden den Schwerpunkt. „Ich war schon immer am Filzen interessiert“, erzählte sie. Vor drei Jahren ergab sich dann die Möglichkeit, es nach und nach autodidaktisch zu erlernen. Und seitdem mit ihrer eigenen Hände Arbeit kräftig für Nachschub gesorgt ist, „bin ich viel auf Kunsthandwerkermärkten unterwegs“.

Sascha Vogelmann aus Hüffenhardt war nach einer Pause diesmal wieder im Menzerpark dabei. Der selbstständige Holzbildhauer gestaltet wirklich alles: „Von der Faschingsmaske bis zum Grabmal“ reiche seine Palette, meinte er schmunzelnd. Da er direkt im Eingangsbereich arbeitete, flogen die Fetzen, pardon Holzstücke nur so – und Vogelmann hatte viele interessierte Zuschauer.

Die Veranstaltung fand in den Räumen der historischen Villa Menzer statt, die 1892 von dem Architekten Leonard Schäfer im Neorenaissancestil erbaut wurde. Sie war im 19. Jahrhundert Wohnhaus von Julius Menzer, dem Besitzer der Weingroßhandlung Menzer, späteren griechischen Konsul und Reichstagsabgeordneten.

kunsthadnwerk-menzerpark2015 (13) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (12) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (11) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (10) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (9) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (8) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (7) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (6) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (5) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (4) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (3) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (2) - Kopie kunsthadnwerk-menzerpark2015 (1) - Kopie

Advertisements