Brandstiftung in zwei Hallen bedeutete eine Herausforderung für die Beerfelder Wehr bei ihrer Jahreshauptübung

Es gab Lob von allen Seiten: Nicht nur Wehrführer Rolf Scheuermann, auch Bürgermeister Gottfried Görig und Stadtbrandinspektor Bernd Ihrig äußerten sich bei der Abschlussbesprechung lobend über den Ablauf der Jahreshauptübung. 45 Floriansjünger der Beerfelder Feuerwehr waren dabei auf dem Gelände der Firma HIK in der Siemensstraße im Einsatz. Simuliert wurden Brandstiftungen in zwei der drei Hallen.

Laut Scheuermann sind in den drei Hallen der Firmen HIK und HIS 200 Mitarbeiter tätig. Da das Feuer laut Übungsvorgabe im Bereich der Treppen gelegt wurde, „hatten die Mitarbeiter in den Büros im ersten Obergeschoss keinen Fluchtweg mehr“. Was wiederum bedeutete, dass die Menschen mit Steck- und Drehleiter sowie Sprungretter von außen in Sicherheit gebracht werden mussten.

Das große Interesse in der Bevölkerung an der Arbeit der Wehr kam durch den zahlreichen Besuch der Übung zum Ausdruck. Bestimmt an die 100 Bürger verfolgten aufmerksam die Arbeit der Feuerwehrleute. Nachdem die Jugendwehr-Mitglieder mit der Nebelmaschine kräftig für Rauch auf dem Balkon gesorgt hatten, waren kurz darauf schon aus der Entfernung die Sirenen zu hören.

Als Erschwernisse hatte Scheuermann in die Übung, deren zwei Einsatzabschnitte von seinen Stellvertretern Sebastian Schott und Marc Gärtner geleitet wurden, zwei Unfälle eingebaut. Zum einen galt es eine Person zu befreien, die unter einer tonnenschweren Kabelrolle eingeklemmt war, zum anderen wurde ein schwerer Unfall auf dem Betriebshof simuliert. Dort erlitt ein Staplerfahrer laut Szenario einen Schock durch die Rauchgasentzündung im Büro. Mithilfe pneumatischer Hebekissen, die laut dem Wehrführer auch sehr schwere Objekte anheben können, wurden die Verletzten befreit.

„Menschenrettung hatte oberste Priorität“, so Scheuermann zum Ablauf. Zehn Personen galt es seinen Worten zufolge in Sicherheit zu bringen, davon sollten vier schwer verletzt sein, „sechs benötigten lediglich Betreuung“. Zwölf Atemschutzgeräteträger waren im Einsatz. Für die Zuschauer besonders eindrucksvoll war der Einsatz der Drehleiter. Über diese wurden die Mitglieder der Jugendfeuerwehr nach unten gebracht, die sich zuvor auf dem Balkon in Sicherheit gebracht hatten. Sechs DRK-Helfer und der Feuerwehrarzt waren ebenfalls vor Ort und kümmerten sich um die fachgerechte Erstversorgung.

Laut dem Wehrführer wurden beim Einsatz 420 Meter Schläuche von den beiden Überflurhydranten bis an die beiden Hallen gelegt. Wegen der langen Hallen seien noch einmal 300 Meter C-Schläuche im Innern zum Einsatz gekommen. „Mit sieben Strahlrohren“ rückten die Wehrleute dem angenommenen Feuer zu Leibe. Wegen der weiten Entfernung zwischen Hydrant und Übungsobjekt war neben den (Tank-)Löschfahrzeugen auch ein Schlauchwagen im Einsatz. Zusätzlich zur Drehleiter rückte die Beerfelder Wehr mit dem Rüstwagen – mit Material zur Rettung der eingeklemmten Person – und dem Einsatzleitwagen aus.

Zufrieden mit dem Ablauf zeigten sich im Anschluss sowohl Scheuermann als auch der beobachtende stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Schmidt. „Das hat alles gut geklappt“, so der Wehrführer. Scheuermann nutzte die Gelegenheit, um in seiner Funktion als Kreisbrandinspektor den vielen Helfern aus der Stadt zu danken, die sich bei Bau und Betrieb der Flüchtlingsunterkunft in Michelstadt ehrenamtlich eingebracht hätten. Er gratulierte den versammelten Wehrleuten ebenso noch zum hessischen Feuerwehr-Landestitel 2015.

Die beiden HIK-Geschäftsführer Mirjam Walther-Brentrup und Berthold Brentrup zeigten sich von der Schlagkraft der Wehr und dem ehrenamtlichen Engagement in Beerfelden beeindruckt. Sie dankten bei der Nachbesprechung für das Interesse der Floriansjünger und lobten die Sicherheitsanstrengungen, die auch im Sinne ihrer Firma unternommen würden.

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