Langenthaler Theatergruppe „Thegla“ führte sieben Mal vor ausverkauftem Haus das Stück „Totengräber leben länger“ auf

Harald Heiss zelebriert seine Rolle regelrecht. Als „Opa Emil“ wirkt er im Lustspiel der Langenthaler Theatergruppe „Thegla“ mit und drückt ihm seinen Stempel auf. In drei Akten nimmt das Verhängnis seinen Lauf. „Totengräber leben länger“ ist das Stück von Erich Koch betitelt, und entsprechend schwarzhumorig kommt es auch daher. Anklänge an Fernsehserien wie „Six feet under“ oder „Die Kaminskis“ sind sicher gewollt.

Zur Geschichte: Nach dem Tod seiner Frau Viola wurde Opa Emil sonderlich. Er verbringt den Tag dösend im Sessel und lässt seine Verwandtschaft mit allerlei abwegigen Bemerkungen aus dem (früheren Leben) hochschrecken. Unter seinen Launen und Spinnereien haben Tochter Paula und Enkelin Susanne zu leiden. Als dann auch noch Paulas Mann Edwin vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, gibt es kein Halten mehr.

Polizist Frank bringt Edwin nach Hause und überwacht ihn, denn dieser hat immer noch nicht das Versteck der Beute aus dem Banküberfall preisgegeben. Dort häufen sich die Missverständnisse. Edwin nimmt einen Job als Totengräber an, um auf diese Weise an das Geld zu kommen. Denn das ist im Sarg von Leiche Kurt (Malte Hinrichs) versteckt, die Edwin kurzerhand mit nach Hause nimmt.

Was sich dort durch diverse Verwechslungen an sich immer weiter steigerndem Chaos ergibt, hält die Zuschauer 120 Minuten lang bestens bei Laune und sorgt immer wieder für Lachsalven. Wenn Harald Heiss als Napoleon auf der Bühne steht, der verzweifelt seine Josephine sucht – und dabei nicht einmal seine ihm als Engel aus der Hölle erschienene Frau (Ilona Steinbauer) erkennt -, hat er die Begeisterung auf seiner Seite.

Polizist Frank (Dieter Quick) verguckt sich derweil in Susanne (Jana Buchal) und versucht in seiner unschuldigen Unerfahrenheit zarte Bande zu knüpfen. Paula (Claudia Menges) weiß derweil nicht, was sie von Hallodri Edwin (Stefan Sonnenburg) zu halten hat. Familie, meint sie unter großem Gelächter, „ist der beste Beweis dafür, wie man auch mit unangenehmen Menschen zusammenleben kann“.

Edwin tapst wie ein unbeholfener Bär über die Bühne und hat einen Riecher für Fettnäpfchen. Etwa für das namens Tamara (Nina Bundal), von Emil auch zärtlich „0190“ genannt. Denn die kommt auf seinen Wunsch hin zum vergnüglichen Besuch bei „Hormon-Opa“ vorbei, verwechselt dort aber Edwin mit diesem. Der wiederum lässt sich gerne verwechseln, was aber seine Frau gar nicht gerne sieht. Prompt hängt der Haussegen schief. Dazu kommt auch noch die hochnäsige Luise (Heike Best), die über alles tratscht, was im Ort passiert und was sie sich auch nur ausgedacht hat.

Die Theatergruppe „Thegla“ wurde 2011 von Monja Buchal gegründet und hatte 2012 ihre erste Aufführung mit der Komödie „Was ist los, Herr Doktor?“. Es folgten 2013 der Schwank „Muscheldiekuschel“ und 2014 „Bescherung unterm Tannenbaum“. Die sieben Vorstellungen von „Totengräber leben länger“ im Langenthaler Feuerwehrhaus waren allesamt rasend schnell ausverkauft.

Auch wenn das Feuerwehrhaus mit 55 Plätzen relativ klein sei, „wollen wir hier bleiben“, betont Monja Buchal. Denn die gemütliche Atmosphäre sei wie geschaffen dafür, „Theater für die Langenthaler zu spielen“. In ihrer Begrüßung der Besucher vor Beginn des Dreiakters rief sie diese dazu auf, sich auf der Gästewand einzutragen. Tosender Applaus zum Schluss war den Darstellern gewiss.

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