Großer Ärger über geplante Komplettsperrung der Straße von Brombach nach Heddesbach

Die Brombacher gehen auf die Barrikaden. Denn die Gemeindeverbindungsstraße zwischen dem Eberbacher Stadtteil und Heddesbach soll nach der etatmäßigen Wintersperrung ab Anfang Dezember bis Ende Februar erst gar nicht mehr geöffnet werden. Grund: Die Straße ist laut einer Verkehrsschau nicht mehr verkehrssicher und für eine Sanierung ist kein Geld da. Bei einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema platzte das ehemalige Schulhaus aus allen Nähten.

„50 Jahre gab es keine Beanstandungen“, so Ortsvorsteher Viktor Hartmann – und die Straße sei schon lange in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb kann er die jetzt angeordnete Sperrung nicht wirklich nachvollziehen. Beim entsprechenden Vor-Ort-Termin sei er nicht zugegen gewesen, sagte der Ortsvorsteher.

Umso mehr Bürger waren aber jetzt zugegen, als die Einzelheiten der geplanten Maßnahme erläutert wurden. „Um die 100“, schätzte Hartmann, darunter der gesamte Ortschaftsrat, Bürgermeister Peter Reichert aus Eberbach und Bürgermeister Hermann Roth aus Heddesbach mit Gemeinderatsmitgliedern.

Der Tenor ist laut Hartmann allerdings niederschmetternd: „Es gibt wohl keine Chancen auf eine Sanierung.“ Denn die solle 600.000 Euro kosten. Neben dem Belag gehe es auch um Leitplanken und Befestigungsmaßnahmen. Geld aber, das keiner hat. Weder Heddesbach, auf dessen Gemarkung 90 Prozent der Straße liegen. Noch das hoch verschuldete Eberbach. Und der Rhein-Neckar-Kreis wolle auch nichts lockermachen.

„Wir kämpfen seit Jahrzehnten für eine Sanierung der Straße“, machte Hartmann deutlich, dass es kein neues Thema ist. Denn ohne die Verbindung über den Buckel nach Heddesbach „haben wir 20 Kilometer Umweg Richtung Wald-Michelbach“, betonte er. Der Ortsvorsteher sieht „praktisch keine Chance“, gegen die Entscheidung für eine Schließung anzugehen. Trotzdem wolle man in der verbleibenden Zeit alle Hebel in Bewegung setzen, die mit Schlaglöchern übersäte Holperpiste für den allgemeinen Verkehr geöffnet zu halten.

Das Problem dabei sei, meinte er, „dass die Verantwortung wohl von den jeweiligen Verwaltungen aus Haftungsgründen nicht übernommen wird“. Es könne darauf hinauslaufen, mutmaßte der Ortsvorsteher, dass die Straße als Waldweg ausgewiesen und damit für die Öffentlichkeit gesperrt werde. „Es wäre sehr wichtig, sie befahrbar zu machen“, wies Hartmann auf die Verbindungsfunktion ins Ulfenbachtal hin.

Denn eine Sperrung dieser Straße hätte noch weitere gravierende Auswirkungen. Schon einmal, vor ein paar Jahren, wollte Hessen Mobil die K35 ab dem Brombacher Wasser bis zur Landesgrenze unter Vollsperrung sanieren – und dafür die Straße nach Heddesbach als Umleitung verwenden. Das scheiterte schon damals an deren schlechtem Zustand.

Wenn irgendwann die Verbindung Richtung Hirschhorn repariert werden sollte – und das muss sie laut Hartmann, „sonst sieht die bald so aus wie die Straße nach Heddesbach“ -, dann gibt es überhaupt keine Alternative mehr. „Die einzige Lösung“ laut Ortsvorsteher könnte dann sein, den auf der anderen Talseite verlaufenden Alten Brombacher Weg für die Zeit der Sperrung so zu ertüchtigen, „dass er in dieser Zeit befahrbar ist“.

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