„Wahnsinnige Gastfreundschaft der Dorfgemeinschaft“: Große Beteiligung am Rothenberger Martinsumzug in der Hinterbach

Das Ambiente hätte schöner nicht sein können. Durch den Wald und an den Wiesen des Finkenbachs entlang, beleuchtet von Kerzen und Fackeln, bewegte sich der Laternenumzug der Rothenberger Kindertagesstätte „Himmelsauge“ über die Renataquelle bis zum Kohlenmeilerplatz. Dort warteten bereits Mitglieder der Hinterbacher Dorfgemeinschaft auf die knapp 150 Teilnehmer und verköstigten am wärmenden Feuer sie aufs Beste.

Jedes Jahr richtet die Kita den zentralen Martinsumzug für die Gesamtgemeinde aus. Vergangenes Jahr fand er direkt in Rothenberg statt, 2016 ist dann Hainbrunn dran. Damit soll dokumentiert werden, „dass wir eine Gemeinde sind“, so Leiterin Andrea Koch. Dieses Jahr passten Thema und Ort bestens zusammen. Die Kinder hatten sich in den Wochen vorher mit dem Buch „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler beschäftigt und für den Umzug Laternen in Form von Gespenstern gebastelt.

„Wir haben in der Einrichtung immer ein verbindendes Thema für alle Gruppen“, erläutert Koch. Zusätzlich zur Lesung im Morgenkreis wurde auch der Film geschaut. Neben den (Gespenster-)Laternen entstanden so beim Basteln auch diverse andere, zum Film gehörende Tiere. Höhepunkt war dann der Umzug mit seinem Rahmenprogramm. Fast alle der 48 Kita-Kinder und weitere Grundschulkinder der ersten und zweiten Klassen nahmen mit Eltern, Verwandten und Bekannten daran teil.

Eigentlicher „Start“ war aber schon eine Stunde vorher in den Senioreneinrichtungen der Gemeinde. Denn es sei „gute Tradition“, so Koch, dass einige Kinder mit ihren Eltern die älteren Mitbürger besuchten und ihnen Martinslieder vorsingen. Mit einem Lied am prasselnden Feuer ging es auch auf dem Hof der Familie Hess zwischen Finken- und Hinterbach los. Die Finkenbacher Feuerwehr kümmerte sich in bewährter Manier um die Sicherung des Umzugs.

Die Flötenkinder von Christina Lechner (Musikschule Hirschhorn), die sie sowohl an der Kita als auch in der Grundschule Rothenberg unterrichtet, stimmten danach einige Melodien an. Mit dem Martinslied der Erzieherinnen war dann der Weg frei zum Kohlenmeilerplatz: Inzwischen war auch St. Martin (Alessa Rein aus Meckesheim) auf dem Pony der Familie Hess da und setzte sich an die Spitze des Zuges.

Von den Hinterbachern war die Strecke mit Kerzen und Fackeln erleuchtet worden, was ein sehr stimmungsvolles Bild ergab. Zwischendurch und beim Abschluss am Kohlenmeiler spielten die Jungbläser beider Kirchenposaunenchöre einige Stücke. Am Endpunkt selbst warteten schon ein wärmendes Feuer und Bewirtung auf die Martinszug-Teilnehmer. Die „wahnsinnige Gastfreundschaft der Dorfgemeinschaft“ (Koch) kam auch hier wieder bestens zur Geltung.

Es wurde noch besser für die Kita: Von der Köhlergemeinschaft gab es eine Spende über 300 Euro an den Kindergarten. Alexander Link überreichte im Namen des Köhlerteams den Erlös der Kohlenmeilertage vom August an Andrea Koch. Das Geld solle für die laufenden Umbaumaßnahmen in der Kita verwendet werden, so die Leiterin. Die Spendenübergabe sei „ein schöner Abschluss“ des Martinsumzugs, sagte sie. Denn auch der Heilige Martin sei bekannt gewesen für seine Hilfsbereitschaft, was in der großen Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft seine Fortsetzung finde.

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