SV Narrhalla feiert fünf Stunden lang Jubiläum: Seit 33 Jahren gibt es die „Fastnacht mit Herz“

Wer etwas zu feiern hat, der lädt sich gerne viele Gäste ein. Der SV Narrhalla hatte viel zu feiern und entsprechende viele Gäste zu sich in die Sporthalle gebeten: Seit 33 Jahren gibt es inzwischen die „Fastnacht mit Herz“ in Finkenbachtal. Zum Auftakt in die diesjährige Kampagne gab‘s deshalb einen Auftakt, der es in sich hatte: Fünf Stunden lang boten die Narren ein buntes Sammelsurium an Altem und Neuen, Bewährtem und Ungewöhnlichem.

Wer feiert, bekommt Glückwünsche: An denen mangelte es nicht bei der Begrüßung. Nach dem Einzug von Elferrat und Garden verlieh zuerst Narrhalla-Präsident Frank Flachs seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Halle aus allen Nähten platzte. Die Sitzung wurde – bei warmen Außentemperaturen – zu einer im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibenden Angelegenheit für Akteure und Gäste.

Zahlreich waren die Abordnungen der befreundeten Vereine. Aus direkter Nachbarschaft waren Gäste von den Hirschhorner Rittern und dem HCV Lachsbachperle gekommen. Beerfelden, Heidebow, Sensbachtal und Hiltersklingen machten ebenfalls ihre Aufwartung. Den Weg aus dem Badischen nahmen die Eberbacher Kuckucke, die Urmel Neckarwimmersbach und die Zwingenberger auf sich. Landrat Frank Matiaske und Bürgermeister Hans Heinz Keursten zählten ebenfalls zu den Gästen.

Den weitesten Weg absolvierte aber Vizepräsident Thorsten Vogel von der Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalsvereine aus Karlsruhe. Er hatte einen Verdienstorden für Daniele Peters im Gepäck und gesellte sich damit unter die schwitzende Schar. Schon im ersten Block zog die Narrhalla alle Register. Bei „Next Generation“ ging’s um den „etwas anderen Zirkus“. Sitzungspräsident Andreas Werner als Hausmeister war ebenso ein Lachgarant wie Ulrike Burkard-Blome als Till.

Die drei Hallodris (Jan Berger, Carsten Werner und Alexander Ihrig) heimsten mit ihrer Darbietung ebenfalls stürmischen Beifall ein – wie auch die gemischten Garden. Jörg Heckmann, sonst eifrig mit Umbau und Technik beschäftigt, hüpfte danach als Baby über die Bühne. Dass immer wieder dieselben Namen auftauchten, ist kein Zufall: 120 Vereins-Aktive stehen sowohl beim Kampagnen-Start als auch bei den drei Prunksitzungen auf der Bühne – oftmals in wechselnden Rollen. Zusammen mit den 40 Helfern in der Sporthalle kommt so schon fast halb Hainbrunn zusammen.

Eine Show für sich sind die Mafiosi, verkörpert von den „Bembelsängern“. Wie sie (schon optisch) die verschiedenen Mafia-Klassiker bedienten, war eine wahre Pracht. Gesanglich voll da, wussten die Narrhalla-Aktiven mit ihren verschiedenen Songs die Gästeschar ein ums andere Mal zu begeistern. Lang anhaltender Beifall war ihnen gewiss.

„Der Äne und die Anna“, Anna Lähn und Marcel Schäfer, suhlten sich im Anschluss im weiten Feld der Missverständnisse zwischen Mann und Frau. Die entsprechenden Klischees wurden nach allen Regeln der Kunst bedient. Was eine Ehe nach 25 Jahren an Höhen und Tiefen so alles bereithält, wussten beide in allen Farben auszuschmücken.

Der eindrucksvollen Afrika-Reise der No Limits und der verdienten Pause, bei der das „Durchschnaufen“ nicht nur eine Worthülse war, folgte ein krachender zweiter Set bis weiter nach Mitternacht. Den läuteten „Kasper & die Lumbesäggel“ bereits mit überschäumender Stimmung ein. Ihr Howard-Carpendale-Potpourri riss die Zuschauer von den Sitzen. Stehend wurde mitgeklatscht, Zugabe-Rufe inklusive.

Eine Funkenmariechen-Parade, wie es sie noch nicht gab, sorgte dafür, dass die Stimmung im grünen Bereich blieb. 14 aktuelle und frühere Mariechen, die heute als Tanztrainerinnen arbeiten, wirbelten über die Bühne. Wie auch beim „Tanz der Vampire“ der Crazy Girls wurden sie mit Standing Ovations verabschiedet.

Mit Ralph Volk sowie Josef Denner und Karl-Heinz Werner standen danach Narrhalla-Urgesteine in der Bütt. Alle drei sind schon seit Anfangszeiten aktiv und hatten für die Jubiläumssitzung in ihren Sketch-Mottenkisten gekramt. Volk glänzte mit seinem Auftritt als Weltenbummler und Schackeline, „Kalle und Seppel“ warfen sich danach routiniert die verschiedenen Witz-Bälle zu.

Zum Schluss hin gab’s die klassische Steigerung, auf dass dann alle auf den Tischen standen: Das Männerballett Biergorgler hielt sich nicht lange mit filigranem Tanz auf, sondern hatte in Fantasiekostümen einfach nur Spaß auf der Bühne. Carsten Werner als Antonio in Flagranti ratterte täuschend echt in Italienisch eingefärbtem Deutsch seine Pointen runter. Dass er seine Zunge dabei nicht verknotete, war schon ein kleines Wunder.

Und schließlich der Schluss-Act schlechthin: Die „Dorfspatzen“ auf einer Reise um die Welt. Mit aufwändigem Bühnenbild starteten die Sänger auf große Tournee. Moskau mit Kalinka, der Zuckerhut mit Samba, „The Lion sleeps tonight“ in Mombasa oder der Ballermann auf Mallorca: Nichts und niemand war vor den Hainbrunnern sicher. Sitzungspräsident Andreas Werner als Stewardess ging dabei „voll ab“ und lebte sein komödiantisches Talent in Form der jeweiligen Übersetzungen in die Landessprache unter großen Gelächter aus.

Bei diesem Finale war es nicht verwunderlich, dass die Aktiven nicht von der Bühne gelassen wurden. Eine quasi Endlosschleife der „Fastnacht in Haibrunn“ mit wechselnden Sängern, einem riesigen Saal-Chor im Hintergrund und allen Mitwirkenden auf der Bühne leitete die Feier danach ein. Nur das Tanzverbot am folgenden Volkstrauertag ab 4 Uhr morgens vermochte dem fröhlichen Treiben Einhalt zu gebieten. Weitere Bilder gibt’s hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1054063254637823.1073741869.100001024761983&type=1&l=7ff52f798f

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