Rothenberger Bauausschuss: Wasserversorgung kommt auf den Prüfstand – Ingenieurbüro soll Bestandsaufnahme vorlegen

Um größere Investitions-Summen ging es auf der vergangenen Sitzung des Rothenberger Ausschusses für Bau, Landwirtschaft, Umwelt und Fremdenverkehr. Und zwar für zwei Anlagen, deren Namen sich dem Laien nicht auf den ersten Blick erschließen: Die Sanierung der sogenannten Abscheideranlage für Stoffe, die nicht in die Kanalisation gelangen dürfen, und die der Fernwirklage zur Erkennung von Wasserverlusten standen auf der Tagesordnung. Der Ausschuss ging dabei finanziell vorsichtig zu Werk: Eine Maßnahme wurde „eingedampft“, bei der anderen soll erst die Notwendigkeit genauer eruiert werden.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten erläuterte, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, Rückhalteanlagen für Stoffe, die nicht in die Kanalisation eingeleitet werden dürfen, zu betreiben. Aktuell gebe es auf dem Bauhof und bei den Feuerwehren Rothenberg und Finkenbach diese Ölabscheideranlagen. Sie seien teilweise falsch dimensioniert und in einem maroden Zustand. Dies werde bei jeder Reinigung durch die Fachfirma beanstandet.

Würden alle drei Anlagen saniert, kommen Keursten zufolge laut einer Kostenschätzung durch die Firma Entega aus Darmstadt Kosten von 145.600 Euro zusammen. Das war dem Ausschuss vor dem Hintergrund finanzieller Zwänge doch etwas viel. Man einigte sich darauf, der Sanierung im Bauhof zuerst einmal den Vorzug zu geben. Demnach sollen etwa 50.000 Euro in den Haushalt 2016 eingestellt werden, um dort alles auf Vordermann zu bringen.

Wie Keursten erklärte, seien derzeit sind alle Zulaufleitungen am Bauhof (Fallrohre, Bodenrinnen und Hofabläufe) „vor dem vorhandenen Abscheider angeschlossen“. Dadurch müsse dieser „unnötig groß dimensioniert werden“. Durch einen einfachen Umbau der zulaufenden Leitungen – indem man die reinen Regenwasserleitungen davor abklemme und dahinter wieder anschließe – könne man die Größe des Abscheiders um ein Vielfaches reduzieren, „so dass auch die Kosten im Rahmen bleiben“.

Die Wasserversorgung in der Gesamtgemeinde soll auf den Prüfstand gestellt werden, lautete ein weiterer Beschluss des Ausschusses. Ursprünglich stand die Sanierung der Fernwirkanlage für über 100.000 Euro auf der Tagesordnung. Vor dieser hohen Summe schreckten die Mandatsträger aber zurück. Deshalb geht nun der Auftrag an ein Karlsruher Ingenieurbüro, alles unter die Lupe zu nehmen, eine Bilanz abzuliefern und eventuelle Handlungsnotwendigkeiten aufzulisten. In der kommenden Sitzung des Bauausschusses soll das Konzept vorgestellt werden.

Die Rohrnetzüberwachungsanlage in den Wasserwerken zur Erkennung von Wasserverlusten sei vor etwa 15 Jahren installiert worden, so Bürgermeister Keursten. Man sei durch sie in der Lage, „selbst kleinere Leckstellen festzustellen und zu orten“. Das Einsparpotenzial bei der Rohrbruchsuche und bei der Überwachung liegt laut Bürgermeister „bei etwa 30 bis 40 Prozent“.

Allerdings entspreche die vorhandene Technik in den Unterstationen nicht mehr dem heutigen Stand. Es gebe somit keine Möglichkeit, die für die Meldungen benötigte Telefonnummer der Zentrale in den Unterstationen umzuprogrammieren, sagte Keursten. Auch werde in naher Zukunft die analoge Telefontechnik abgeschaltet. Für die Umstellung der Übertragungsart müssten aber die kompletten Fernwirkunterstationen und auch die Zentrale ausgetauscht werden – mit den schon genannten Kosten. Das jetzt mit der Bestandsaufnahme beauftragte Ingenieurbüro, erläuterte der Bürgermeister, sei auch bereits für die Eberbacher Stadtwerke tätig.

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