Mit Oberarzt Dr. Rainer Hartmann hat sich wieder ein Orthopäde und Chirurg in Beerfelden niedergelassen

Der erste Schritt zu einem Gesundheitszentrum in der Oberzent ist gemacht. Mit Dr. Rainer Hartmann eröffnete jetzt ein ausgewiesener Chirurgie-Fachmann seine Praxis in der Gerhard-Hauptmann-Straße. An zwei Tagen in der Woche bietet der Oberarzt an der Lorscher Schön-Klinik dort vor- und nachmittags Sprechstunden an. Hartmann ist auch Mitglied des Vereins „GesundheitsVersorgungsKooperation“ (GVK) in der Oberzent, der im September ins Leben gerufen wurde.

Bürgermeister Gottfried Görig, der neben vielen anderen Gästen zur Eröffnung gekommen war, freute sich, dass Beerfelden mit Hartmann wieder einen Orthopäden in der Stadt habe. Dies sei für die Ärzteversorgung sowohl in der Oberzent als auch im Odenwaldkreis wichtig, betonte er. Zwar sei „das Thema Hausärzte nach wie vor akut“, sagte der Bürgermeister, doch „wir sind dran“. Unterstützung gebe es dabei auch von der Firma ASD Concepts aus Reinheim, für die Elke Kessler vor Ort war.

Der zweite Schritt bei der Neuansiedlung von Ärzten sei der von Augenärztin Dr. Justine Musiol Mitte kommenden Jahres. Da bis dahin das projektierte Gesundheitszentrum (GZ) noch nicht fertig sei, müsse es eine räumliche Übergangslösung geben, so Kessler. Auch hier kristallisiere sich bereits eine Möglichkeit heraus. Nach Fertigstellung des GZ würde nach derzeitigem Stand auch Hartmann dorthin umziehen.

Kreisbeigeordneter Michael Reuter freute sich über „die ganz tolle Geschichte“. Es sei bemerkenswert, wenn im ländlichen Raum eine Praxis neu eröffnet statt geschlossen werde. Er überbrachte deshalb die Glückwünsche von Landrat und Kreistag zur Ansiedlung. Dass die gar nicht so einfach war, erzählte Hartmann beim kurzen Gespräch mit Bürgermeister Görig. Die etwa 50 Quadratmeter großen, in hellen und angenehmen Farben gehaltenen Räume ließ Hartmann von Innenarchitektin Andrea Fritz einrichten.

Die reine Vorbereitungszeit zur Praxis-Einrichtung habe etwa ein Vierteljahr betragen, meinte er. Viel länger seien aber die Bemühungen gewesen, erst einmal das Okay der Kassenärztlichen Vereinigung für diese halbe Arztstelle zu erhalten. Die Ansiedlung sei „keine spontane Idee“ gewesen, meinte er. Denn die Zusammenarbeit mit dem Physiotherapeuten Werner Janowicz aus Beerfelden gebe es schon seit 20 Jahren. Irgendwann sei es dann „konkreter geworden“, so Hartmann, „weil ein Orthopäde gesucht wurde“.

Sein Anliegen sei es gewesen, erzählte der Chirurg, „dass sich die Leute hier wohlfühlen“ und nicht sofort an eine Arztpraxis erinnert würden. Und dass die Patienten gerne wiederkämen – sofern dies bei einem Arzt möglich sei, denn ein Besuch sei ja immer mit Krankheit behaftet. Die enge Zusammenarbeit unter anderem mit dem Therapiezentrum im gleichen Haus sei ein Vorteil.

Rainer Hartmann ist im Odenwaldkreis kein Unbekannter. Lange Jahre wirkte er schon am Erbacher Krankenhaus in der Chirurgie, bevor er vor vier Jahren nach Lorsch an die Fachklinik für Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Unfallchirurgie und Endoprothetik wechselte. „Ich operiere dort auch selbst“, hätten Patienten die Möglichkeit, dass alles in einer Hand bleibe.

In Beerfelden liege derzeit der Schwerpunkt auf der orthopädischen Chirurgie, sagte Hartmann. Jedoch fielen auch Gefäß- und Bauchchirurgie in sein Aufgabenfeld – etwa wenn jemand einen Leistenbruch habe. In Lorsch wiederum, so der Mediziner, sei er Hauptoperateur an der Schön-Klinik, an der 1000 Prothesen im Jahr angepasst würden.

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