Heddesbacher Gemeinderat stimmt für „Entwidmung“ der Verbindungsstraße nach Brombach

Die Tage der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Heddesbach und Brombach sind gezählt. Ab dem 1. Dezember greift sowieso erst einmal die Wintersperrung. Und auch danach, ab März, soll die Straße für den Durchgangsverkehr geschlossen bleiben. Der Heddesbacher Gemeinderat beschloss auf seiner vergangenen Sitzung einstimmig, dem zuständigen Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau die Entwidmung zu empfehlen.

Grund dafür ist laut Heddesbachs Bürgermeister Hermann Roth die fehlende Verkehrssicherheit. Diese sei bei einer Verkehrsschau mit zahlreichen Teilnehmern so festgestellt worden. Die Verantwortung liege beim Straßenbaulastträger, in diesem Fall bei der Gemeinde. Und diese könne aus Haftungsgründen einer weiteren Öffnung nicht mehr zustimmen, so Roth.

Geld für die Sanierung der maroden Strecke mit etlichen Schlaglöchern und mangelhaftem Belag ist eh keines da. Denn eine komplette Instandsetzung würde wohl um die 750.000 Euro kosten, sagte der Bürgermeister. Da die Straße zu 90 Prozent auf Heddesbacher Gemarkung liege, müsste die kleinste Kreisgemeinde somit auch den Löwenanteil zahlen. Allerdings wären die restlichen zehn Prozent für Brombach durchs chronisch klamme Eberbach ebenfalls nicht zu stemmen. „Keiner weiß, wie er das Geld aufbringen soll“, sagte Roth.

Ein „zusätzliches Erschwernis“ ist laut dem Rathauschef, dass die Straße Ende der 60er Jahre auf Privatgrund gebaut worden sei. Was für ihn bedeutet: Selbst wenn das Geld da wäre, müsste man zuerst den Grund und Boden erwerben, denn die Gemeinde könne nicht auf Privatgrundstücken investieren. Was wiederum eine Abspreche mit den Eigentümern bedeute.

Die Heddesbacher hätten die Straße nur dazu genutzt, „um in den Wald zu fahren“, sagte er. In dieser Funktion, mit der Freigabe für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr, wolle man sie auch erhalten, so Roth. Für sie sei es keine Verbindungsstraße ins andere Tal wie für die Brombacher gewesen. Anders als mit einer Entwidmung gehe es nicht: „Wir können die Verantwortung für einen nicht verkehrssicheren Zustand nicht übernehmen.“

Mit dem Kreis habe es immer wieder Gespräche gegeben, ob nicht eine Höherwidmung zur Kreisstraße möglich sei – womit dann der Rhein-Neckar-Kreis in der Verantwortung gewesen wäre, sie zu unterhalten. Doch da eine Kreisstraße nicht nur zwei, sondern mehrere Kreisgemeinden verbinden müsse, sei auch dies gescheitert. Die Entwidmung in der GVV-Sitzung am 7. Dezember sieht Roth als „Formsache“ an.

Die Winterzeit könne man dann dazu nutzen, die jetzige Beschilderung abzubauen und eine neue anzubringen. Dazu sollte seinen Worten zufolge auch gehören, dass bereits am Brombacher Wasser darauf hingewiesen werde, dass die Straße nach Brombach zukünftig eine Sackgasse sei. Allerdings seien hierfür dann andere Behörden zuständig.

Advertisements