Hessischer Museumsverband tagte im Hirschhorner Langbein-Museum

Wohin man blickte, zufriedene Gesichter, wohin man hörte, Lob über die Gastfreundschaft und das Hirschhorner Langbein-Museum: Die Vorstandsmitglieder des Museumsverbands Hessen kamen aus dem gesamten Bundesland an den Neckar, um dort zu tagen. Dabei ging’s um viel Geld: Förder-Anträge über zwei Millionen Euro lagen vor, etwa 1,1 Millionen davon sollen letztendlich ausgeschüttet werden. An wen und wieviel, war unter anderem Gegenstand der Zusammenkunft.

Vorsitzender Dr. Thomas Wurzel aus Kassel lobte das Langbein-Museum als „Spezifikum“, weil hier eine „individuell zusammengetragene Sammlung“, entstanden durch den Blick des Sammlers Carl Langbein, präsentiert werde. Die Verbandsmitglieder etwa von Schloss Fasanerie Eichenzell, Museum in der Anstalt Alsbach-Hähnlein, Stadtmuseum Hofheim, den Museen Wetzlar, dem Stadtmuseum Groß-Gerau, dem Museum Bad Arolsen oder der Museumslandschaft Hessen-Kassel wurden „freundlichst aufgenommen“, so Wurzel. „Es war ganz toll hier“, lobte er die Fürsorglichkeit der Langbein-Freunde.

Die Gelder des Museumsverbands Hessen stammen laut Wurzel aus zwei Töpfen: Direkt verfügen könne man über die aus dem Topf des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Damit würden die Museen in freier Trägerschaft bedacht. Aus dem kommunalen Finanzausgleich kämen weitere Mittel, die an die städtischen Museen ausgeschüttet würden.

62 Förderanträge lägen derzeit dem Verband vor, erläuterte der Vorsitzende. Deshalb war in Hirschhorn auch das Förderverfahren für 2016 Hauptthema. Bevor in knapp zwei Wochen endgültig über die jeweiligen Anträge beschlossen werde, gelte es noch einige Detail- und Rückfragen zu klären. Wurzel machte deutlich, dass die bewilligten Fördermittel für die „Kernaufgaben“ der Museen gedacht seien, nicht für „Schauaufgaben“.

Auch das Langbein-Museum kam schon einmal in deren Genuss: 2013 wurden über den hessischen Museumsverband die Schauvitrinen bezuschusst. Wie Wurzel sagte, sei man schon des Längeren in Kontakt mit Hirschhorn und von der dortigen Arbeit sehr angetan. Der Tagungsraum biete ein „anregendes Ambiente und eine besondere Atmosphäre für solche Sitzungen“. Man sei neugierig gewesen, das neue Hirschhorner Museums-Konzept in Augenschein zu nehmen.

Die Verbandsmitglieder durften dabei tagen wie anno dazumal: „Wie haben sie an die edelste Tafel gesetzt“, schmunzelte Vereinsschatzmeister Hans-Jürgen Waibel. Der imposante Tisch stammt aus dem Karmeliterkloster über der Altstadt und wurde 1724 von einem Laienbruder für die Mönche hergestellt. Platz nehmen konnten die Gäste auf den dazugehörigen zwölf Original-Stühlen.

Von Seiten der Langbein-Freunde kümmerten sich Monika Hofmann und Vorsitzender Ulrich Spiegelberg um die Gäste aus ganz Hessen. Spiegelberg bot nach dem offiziellen Ende der Tagung auch noch eine „Schnellführung“ durch die Räume an, die gerne genutzt wurde. Zu Beginn des Tagungstages hatte Bürgermeister Rainer Sens die weitgereisten Besucher begrüßt.

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