Rothenberger Kindertagesstätte „Himmelsauge“ bekommt neue Waschräume und Küche – Viel Eigenleistung und Geldspende der Eltern

Mit viel Eigenleistung, Spenden, einer Landesförderung und Mitteln der Gemeinde sind Küche und Waschräume der Kindertagestagesstätte „Himmelsauge“ jetzt wieder auf dem neusten Stand. 70.000 Euro kosteten die Maßnahmen zusammen – ohne kräftige Unterstützung und eine Zuwendung der Eltern hätte die Summe aber trotzdem nicht ausgereicht. Kita-Leiterin Andrea Koch hofft, dass diese Sanierungen der Start für umfangreichere Maßnahmen im kommenden Jahr sind.

Elisa, Lias, Zana, Johanna, Tabea und Lorenzo macht das Gemüseschnippeln unter der Anleitung von Ruth Diener und Anja Heckmann an diesem Tag so richtig Spaß. Denn um die sechs Kinder herum blitzt und glänzt es von den beiden Küchenzeilen her. Die sind komplett neu und wurden von der Hirschhorner Firma Küchen Mathes dort eingebaut. Vorhandene Geräte wurden laut Koch zum Teil noch verwendet, aber es kamen auch zwei Kochplatten und eine Arbeitsplatte – speziell für die Kleinen – und eine Mikrowelle hinzu. Außerdem hat sich die Küche quasi „verdoppelt“. Vorher war es nur eine Zeile, jetzt sind es zwei.

„Die Ernährung ist in der Kita ein Schwerpunktthema“, erläutert Andrea Koch. Beim Gemüse schaue man darauf, dass immer frische regionale Produkte verwendet würden. Einmal in der Woche würden diese gekauft und dann direkt verarbeitet. Zwischenzeitlich bekomme die Kita ihr Essen auch von der Finkenbacher „Traube“ geliefert. Immer mittwochs sorgen die Eltern für ein gesundes Frühstück. Seit etlichen Jahren wird das Bistro von ihnen „völlig selbständig organisiert“, freut sich die Leiterin. Angeboten werden dort unter anderem frisches Obst und Gemüse.

Die alte Küche, so Koch, „war in die Jahre gekommen“ und hatte wie die Kita „Himmelsauge“ auch knapp drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Der Rothenberger Bauhof packte mit an, sie zu entsorgen und den Raum zu entkernen, damit die neuen Strom- und Wasserleitungen für die zweite Zeile installiert werden konnten. Das alles hätte aber nicht funktioniert, wenn nicht die neuen Waschräume preislich günstiger geworden wären und die Eltern eine ansehnliche Spende von 3000 Euro zum Küchen-Gesamtpreis von 10.000 Euro draufgelegt hätten.

Somit, ergänzte Bürgermeister Hans Heinz Keursten, habe man zum ursprünglich veranschlagten Preis von 70.000 Euro allein für die Waschräume auch noch eine neue Küche erhalten. „Keine zwei Monate“, so die Himmelsauge-Leiterin, dauerte es, bis die Sanitäreinrichtungen auf dem neusten Stand der Technik und Hygieneanforderungen waren. Zu verdanken war dies zu einem Gutteil der gewaltigen Eigenleistung von Eltern, Opas und auch angehenden Kindergarten-Eltern.

Die nahmen sich den alten Raum kräftig zur Brust. 15 Mann hoch rückten die Trupps an, um den Raum zu entkernen. „Es war total schön, wie viele Rückmeldungen kamen“, freut sich die Leiterin jedes Mal, wenn sie auf die große Unterstützung im Ort zählen kann. Sogar die Farbe sei gespendet worden, fügt sie hinzu. Zu den Kosten für den Umbau steuerte auch das Land Hessen aus einer Fördertopf Mittel bei.

Die neuen Waschräume genügten nicht nur den aktuellen Standards, sondern hätten auch einige Verbesserungen, erklärt Koch: so Türen mit Fingerschutz, eine Wickelauflage mit Treppe für die Kinder oder eigene Boxen, die von den Eltern mit Hygieneartikeln befüllt würden. Auch seien die Toiletten so eingebaut worden, dass nun eine Reinigung viel leichter möglich sei.

Für Andrea Koch ist die gute Ausstattung der Kita auch eine grundsätzliche Frage. Und zwar nicht nur räumlich, sondern ebenso personell. Aktuell werden 42 Kinder betreut, nachmittags noch einmal sechs Schulkinder. Ab Januar lägen ihr zehn Kleinkind-Anmeldungen vor. Doch: „Ich kann nicht alle aufnehmen, weil mir Personal fehlt“, bedauert Koch. Das neue Kinderförderungsgesetz fordere einen höheren Betreuungsschlüssel, den man aktuell nicht erbringen könne. Da sei, sagt sie, die Gemeinde gefordert aufzustocken.

„Wir brauchen in Rothenberg eine zuverlässige Betreuung“, macht die Leiterin deutlich, dass ihrer Meinung nach daran ebenfalls die Zukunft der Gemeinde hängt. Um junge Familien an den Ort zu binden, müssten ihnen Kindergartenplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden. Denn in der Regel pendelten diese zur Arbeit sowieso nach auswärts – und ohne zielgerichtete Kinderbetreuung werde Rothenberg auch als Wohnort uninteressanter.

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