Der Beerfeldener Wald soll 2016 etwa 200.000 Euro Gewinn abwerfen

Auch im kommenden Jahr soll der Wald viel Geld in die städtischen Kassen spülen. Forstdirektor Norbert Sasse vom Forstamt Beerfelden bezifferte bei seiner Vorstellung des Waldwirtschaftsplans 2016 im Haupt- und Finanzausschuss den erwarteten Gewinn auf etwa 200.000 Euro. Zwar ein Rückgang gegenüber diesem Jahr mit geschätzten 280.000 Euro Überschuss – aber zum einen habe er vorsichtig kalkuliert, zum anderen sei 2016 noch Luft nach oben, sagte Sasse. Der Ausschuss empfahl der kommende Woche tagenden Stadtverordneten-Versammlung einhellig die Zustimmung.

2015 bezeichnete der Forstdirektor als „gutes, normales Jahr“ mit wenigen Niederschlägen und hohen Durchschnitts-Temperaturen. Zum Schluss hin „hatten wir leichte Probleme mit dem Borkenkäfer“, erläuterte er. Hier gelte es im kommenden Jahr ein Auge drauf zu haben, „damit es nicht so schlimm wird wie vor zehn Jahren“. Von größeren Schäden sei man in der Oberzent verschont geblieben. „Es gab nur wenig Windwurf“, sagte Sasse.

Da der aber in anderen Regionen Deutschlands stärker ausfiel, „gaben durch das größere Angebot die Holzpreise im Laufe des Jahres etwas nach“. Deshalb wurde für 2016 nach seinen Worten auch ein niedrigerer Durchschnittserlös von 63 Euro pro Festmeter angesetzt. Einnahmen von 580.000 Euro stehen im neuen Plan laut Sasse Ausgaben von 380.000 Euro gegenüber.

Der Einschlag soll sich dem Forstdirektor zufolge auf etwa 10.200 Festmeter belaufen. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Fichtenarten mit Douglasie, Tanne und Strobe. Ein Drittel sind Kiefer und Lärchen, der Rest in kleinerem Umfang Buchenarten und marginal Eichen. „Mehr wollen wir möglichst nicht einschlagen“, betonte Sasse. Denn in den drei Jahren zuvor sei aufgrund der äußeren Umstände etwas zu viel gefällt worden.

Etwa 8500 Festmeter des geschlagenen Holzes seien verwertbar, erläuterte er. Somit ergebe sich ein Planansatz bei den Holzerlösen von 544.000 Euro. Die gefällten restlichen 15 Prozent bleiben als Bodenholz oder faule Teile liegen. An Pachteinnahmen für Jagd oder Steinbruch plane man etwa 23.000 Euro ein. Brennholz für Selbstwerber schlage mit etwa 4000 Euro zu Buche.

Bei den Ausgaben ist laut dem Forstamtschef der Unternehmereinsatz der größte Posten. Dafür werden knapp 150.000 Euro benötigt. Die Kosten für zwei Waldarbeiter belaufen sich auf 115.000 Euro (hier habe er bewusst großzügiger kalkuliert, weil in den vergangenen Jahren zu wenig angesetzt wurde), Beförsterungsbeiträge an Hessen-Forst etwa 69.000 Euro, Mittel für Wegebau 15.000 Euro und Kosten der Berufsgenossenschaft 13.000 Euro, nannte Sasse die weiteren größeren Posten.

„Wir versuchen die Bodenschäden bei der Holzabfuhr möglichst vollständig zu vermeiden“, betonte der Forstdirektor. Teilweise handle es sich auf den Wegen auch um keine Schäden, sondern um eine dicke Schlammschicht, „die nach einem Monat wieder verschwunden ist“. Pflanzungen seien 2016 nur wenige geplant: Er nannte 1500 Douglasien und 1000 Tannen. Wenn man pflanze, müssten die jungen Bäume gleichzeitig auch gegen Verbiss geschützt werden.

Diese ‚Schutzmaßnahmen stehen nach Sasses Angaben 2016 ebenfalls auf dem Maßnahmenkatalog wie die Kulturpflege und der Schutz des Holzes gegen den Borkenkäfer. Bei Wegebau seien keine Neuanlagen, sondern lediglich Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen geplant. Neben Naturschutz- und Landschaftspflege sehe der Fortwirtschaftsplan auch Grenzsicherung und Wertästung vor.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) fragte nach, warum 2016 keine Laubbäume gepflanzt würden. Laut Sasse wird bei der Anpflanzung „nicht wirklich was gemacht“. Die 2500 Nadelbäume seien keine große Zahl. Für die Zukunft „werden auch wieder Buchen kommen“, denn der Laubholzbestand in den Wäldern solle gesteigert werden. In alten Fichtenbeständen sei in Zukunft eine Verjüngung durch Buche und Tanne geplant, erläuterte er.

Auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Erwin Körber (SPD) nach der Höhe des niedrigeren Überschusses als bisher sagte der Forstamtchef, dass dieser „vorsichtig kalkuliert“ sei und bei gutem Verlauf vielleicht auch höher ausfalle. Die Beförsterungskosten würden bei einer Fusion nicht sinken, musste Sasse auf eine andere Frage Körbers diesen enttäuschen. Denn diese würden nach Hektar berechnet. „Da es sehr viel Holzeinschlag gibt“, lägen diese in der Oberzent auch am oberen Rand (und seien für die vier Gemeinden ähnlich), ergänzte er. Im Gegenteil, ab 2017 könnte sogar eine Anhebung durch Hessen-Forst kommen, sagte Sasse.

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