Jetzt muss doch auch Hirschhorn kräftig für die Sanierung der Sporthalle löhnen

Die Sanierung der Sporthalle hat sich für Hirschhorn zu einem finanziellen Fass ohne Boden entwickelt, wurde auf der vergangenen Stadtverordneten-Sitzung deutlich. Dort hatte die Verwaltung eine schnell gestrickte Vorlage eingebracht, um noch im alten Jahr handeln zu können. Denn wenn man zuerst davon ausging, dass praktisch sämtliche mit dem Wasserschaden (wir berichteten) verbundenen Kosten durch die Versicherung getragen würden, hat sich nun das Bild stark gewandelt. Hirschhorn ist im Zugzwang.

Am Anfang der Sanierungsarbeiten war man in der Verwaltung noch davon ausgegangen, dass lediglich ein paar Armaturen auf Kosten der Stadt ausgetauscht werden müssten. Inzwischen aber, erläuterte Stadtbaumeister Detlef Kermbach, werde von der Versicherung ein Austausch der über 30 Jahre alten Wasserleitungen gefordert, damit auch in Zukunft ein Versicherungsschutz greife. Die dafür notwendige Summe konnte Kermbach noch nicht genau beziffern. Über 100.000 Euro werden allerdings zusammenkommen, da auch Fliesen-, Decken- und weitere Sanitärarbeiten notwendig sind.

Kermbach machte deutlich, dass diese Maßnahmen nur dann Sinn machten, wenn sowieso noch die anderen Arbeiten zum Bodenaustausch und Trocknung des Fundaments liefen und die Versicherung manches beisteure. Sonst müsste man später noch mehr bezahlen – bzw. spiele, wenn man nicht saniere, mit dem Feuer. Das Geld, das die Stadt eigentlich nicht hat, soll aus den Mitteln für eine in 2014 eingestellte und nicht angegangene Maßnahme für die Wasseraufbereitungsanlage Langenthal finanziert werden. Zumindest für einen Teilbetrag von 100.000 Euro gab das Regierungspräsidium schon sein Plazet zur Kreditaufnahme.

Den Stadtverordneten ging das alles viel zu hoppladihopp. Sie wünschten sich nähere Infos zu (günstigeren) Alternativen. Dass Handlungsbedarf herrschte, stand außer Frage, auch dass die Halle für die Jugendarbeit der Vereine unerlässlich sei. Zur Sprache kam daneben, was dann mit der Langenthaler Angelegenheit passiere, die ebenfalls angegangen werden müsse – obwohl man immer noch keinen genehmigten Haushalt habe. In diesem Punkt herrschte eher Ratlosigkeit. Er wurde bei der späteren Beschlussfassung auch stillschweigend ausgeklammert.

Der Beschluss der Stadtverordneten sieht vor, dass die Verwaltung bis zur kommenden Magistratssitzung Mitte der nächsten Woche zum einen Klarheit über die endgültig benötigten Mittel schaffen, zum anderen nach Alternativen zur teuren Variante suchen soll. Dazu wurde mit einstimmigem Beschluss der Magistrat ermächtigt, die dann für die Arbeiten notwendigen Mittel bis maximal 150.000 Euro in Eigenregie freizugeben. Damit hofft man, dass die Sporthalle zwischen Mitte und Ende Januar wieder nutzbar sein könnte.

 

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