Vertragsunterzeichnung mit Telekom: Das schnelle Internet im hessischen Neckartal kann jetzt kommen

Die Verträge für die Datenautobahn im hessischen Neckartal sind unterzeichnet. Jetzt muss das Projekt nur noch Fahrt aufnehmen, damit das Internet bis Mai 2017 sowohl in Hirschhorn als auch in Neckarsteinach mit allen Stadtteilen in Zukunft Breitband-Qualität mit bis zu 50 Mbit/s Download hat. Denn bisher ist es an vielen Stellen eher auf der Kriechspur unterwegs. Im Neckarsteinacher Rathaus kamen die Beteiligten nun zur symbolischen Unterschrift zusammen.

Dabei äußerten die Bürgermeister der Neckartal-Städte, Herold Pfeifer und Rainer Sens, ihre Freude darüber, dass das schnelle Internet nun auch im südlichsten Zipfel des Kreises Bergstraße ankommen werde. Breitband sei inzwischen ein wichtiger Standortfaktor, betonten sie unisono, und ebenso für private Haushalte unerlässlich. Den Zuschlag für den Internet-Ausbau erhielt die Deutsche Telekom.

Wie Gerd Schäfer vom rosa Riesen erläuterte, werde man in Hirschhorn 15 Kilometer Glasfaser-Kabel neu verlegen und 20 Verteiler aufstellen, in Neckarsteinach seien es 14 km und 16 Kästen. Das Netz werde dann so leistungsstark sein, „dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind“. 95 Prozent der 3300 Haushalte in beiden Städten sollen laut Schäfer Geschwindigkeiten von über 30 Mbit/s nutzen können – abhängig von der Entfernung zum Verteilerkasten. Denn die letzten Meter von dort bis zum Haus liefen über Kupferleitungen.

„Wir gehen jetzt in die Planungen für die Trassen rein“, so Schäfer. Danach folgten die Ausschreibungen für den Tiefbau und die Einholung der Genehmigungen. Kurz vor Inbetriebnahme wolle man die Bürger der beiden Städte umfassend über das Angebot informieren. Angestrebt werde möglichst eine frühere Fertigstellung als der offizielle Termin, sagte er. Der Entschluss im Neckartal zur Investition in Breitband ist laut Wolfram Koch von der Hessen Trade & Invest, der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes, wichtig, „um die Attraktivität der Region zu erhalten und zu fördern“.

Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), verglich das Breitband-Projekt mit dem S-Bahn-Anschluss des hessischen Neckartals. Der habe zu einer Attraktivitätssteigerung für die jeweiligen Städte geführt. Durch die Auffahrt auf die „digitale Autobahn“ werde sowohl für Bürger als auch für Gewerbe ein wichtiger Standortfaktor geschaffen. Der Schulterschluss von beiden Städten, WFB, Land und Bund sei vorbildlich.

Hirschhorns Bürgermeister Rainer Sens hob die gute Zusammenarbeit mit der WFB hervor. Als kleine Kommunen hätte man sich diese Fachkompetenz gar nicht leisten können, sagte er. Er betrachte Breitband als „Teil der kommunalen Daseinsvorsorge“, so der Bürgermeister. Eine Datenautobahn sei umso wichtiger, wenn es wie im Neckartal keine für den Verkehr gebe.

Weil die Telekom in ihrer Berechnung eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ feststellte, müssen die beiden Städte finanziell einspringen. Allerdings werden die jeweiligen Summen mit Bundes- und Landesfördermitteln bezuschusst. Im Hirschhorner Fall kommen zu den benötigten 120.000 Euro 78.000 Euro Zuschuss, Neckarsteinach erhält bei einer Wirtschaftlichkeitslücke von 963.748 Euro den Maximalzuschuss von 500.000 Euro. Insgesamt kostet der Ausbau drei Millionen Euro.

Bei der symbolischen Vertragsunterzeichnung waren auch Berthold Passlack, der regionale Breitbandberater Südhessen, und Dagmar Cohrs, die Leiterin der WFB-Fachbereichs Kommunalbetreuung, zugegen. Für die Telekom nahm darüber hinaus die kommunale Vertriebsmanagerin Simone Remdisch teil.

 

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