Mit 70 ist sein Terminkalender so voll wie eh und je: Sensbachtaler Ehrenbürgermeister Manfred Heiss feierte Geburtstag

Nein, langweilig ist ihm beileibe nicht. Acht Jahre ist der frühere Bürgermeister (und jetzige Ehrenbürgermeister) Manfred Heiss schon nicht mehr im Amt, ist aber agil wie eh und je und bringt sich vielfältig ins Gemeindeleben ein. Was auch in der großen Gratulantenschar zum seinem 70. Geburtstag zum Ausdruck kam.

Über 100 Personen aus der Kommunalpolitik, den Vereinen, aus Bekannt- und Verwandtschaft waren es bestimmt, die ihm am ersten Weihnachtsfeiertag ihre Aufwartung machten. Zu den ersten Gratulanten am Ehrentag zählten seine Ehefrau Irmtraud, mit der Manfred Heiss seit 46 Jahren verheiratet ist, die zwei Töchter und der Sohn sowie eine Enkelin. Auch die 91-jährige Schwiegermutter feierte mit.

Zahlreiche Hobbys und Ehrenämter sorgen zusammen mit einem Faible für die Natur dafür, dass der „Neu-70er“ viel auf Achse ist. Der passionierte Hobby-Fotograf hält gerne seine Urlaubsziele mit der Kamera fest oder schnallt die Langlauf-Ski an, wenn es denn mal weiße Pracht geben sollte. „Früher bin ich im Winter vier bis fünf Ski-Marathin-Rennen mitgelaufen“, hat es ihm der Ausdauersport generell angetan. Dazu zählen auch noch Mountainbike-Touren oder der sonntägliche Spaziergang mit den Walking-Stöcken von der Hauptstraße hoch zum Sensbacher Friedhof und wieder zurück.

Und so spiegeln sich darin auch seine vorrangigen Wünsche anlässlich des runden Geburtstags wider: „gesund bleiben, Sport treiben, wandern, Geselligkeit“. Mit Bezug auf letzteren Punkt passt auch, dass sich Manfred Heiss seit langen Jahren für den Verein „Sensbachtal aktiv“ engagiert, früher als Vorsitzender, jetzt als Schriftführer. Die Gruppierung organisiert die Terminabsprache der örtlichen Veranstaltungen im Jahreslauf und die Ausrichtung den Weihnachtsmarkt. Dem TSV ist das Geburtstagskind ebenso schon ewig verbunden.

Beim Heimat- und Geschichtsverein Beerfelden kümmert sich Manfred Heiss um die Aufarbeitung der alten Kirchenbücher aus den Jahren 1677 bis 1875. „Jede Woche treffen wir uns im Kirchenarchiv und tippen alles in den Computer“, hängt sein Herz an diesem besonderen Aspekt der Regionalgeschichte. Seit 2008 sei er hier mit an Bord. „Wir haben bereits 140.000 Personen aus der Oberzent und der näheren Umgebung erfasst“, macht er die große Dimension der Arbeit deutlich.

Dabei waren dann sicherlich auch seine eigenen Vorfahren. Denn, wie das Geburtstagskind weiß, die Familie lässt sich als Bäcker und Gastwirte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in Unter-Sensbach zurückverfolgen. Das „Bürgermeister-Handwerk“ war Heiss somit nicht in die Wiege gelegt. Er war in Jugendjahren zuerst in einer Hoch- und Tiefbau-Firma beschäftigt. Ein Grundstock, der ihm aber bei späteren Aufgaben im Amt hilfreich sein sollte – etwa als es um den Bau von Gemeindezentrum und Kindergarten ging.

Aus seiner Zeit in der freien Wirtschaft nahm er auch die eher zupackende Art mit ins Bürgermeisteramt, als er 1989 das erste Mal gewählt wurde – damals noch von der Gemeindevertretung. „Ich habe nie gerne Verordnungen und Gesetzesblätter gelesen“, bekennt er freimütig. Sondern er sei „als Kaufmann“ an die Themen herangegangen und als Rathauschef auch „gestalterisch tätig“ gewesen.

Seine ersten Sporen in der Kommunalpolitik hatte sich Manfred Heiss Anfang der 80er Jahre verdient, als er auf einer überparteilisten Wählerliste fürs Kommunalparlament antrat. 2007, nach Ende der dritten Amtszeit, stellte er Gesundheit und Familie vor eine weitere Kandidatur, erzählt er. Ihm folgte der damalige Erste Beigeordnete und jetzige, bereits einmal wiedergewählte Bürgermeister Egon Scheuermann, nach.

Was jetzt, nach dem 70. Geburtstag, ansteht? „Wir versuchen ein bisschen mehr zu reisen“, sagt Heiss. Weiter als über Europa hinaus muss es für ihn dabei aber nicht gehen. Da hält er es dann in der Relation ein wenig so wie die Gäste aus Erbach, die Anfang der 50er Jahre ihre Flitterwochen in der elterlichen Pension und Gastwirtschaft verbrachten – und die damit glücklich und zufrieden waren.

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