An den Hirschhorner Bahnhof kommt eine Behelfstreppe

Seit Anfang November ist bereits die Treppe am Bahnhof, die von Gleis 1 zur Michelberg-Brücke und damit zum anderen Bahnsteig in Richtung Heidelberg führt, gesperrt. Grund ist der schlechte bauliche Zustand zusammen mit abgeplatztem Beton und gerosteter Stahlarmierung. Nachdem zwischenzeitlich auch die Alternative, der Aufzug, mehrmals steckengeblieben war, entschloss sich der Magistrat, im Januar eine Behelfstreppe errichten zu lassen.

Wie die Verwaltung mitteilt, liege das Einverständnis der Bahn bereits mündlich vor. Demnächst erwartet man die schriftliche Antwort, sodass nach einer schnellen Auftragsvergabe eine Errichtung ab 11. Januar möglich sein werde. Damit, heißt es, habe der Magistrat der Sicherheit an dieser Stelle den Vorzug gegeben, „obwohl das Provisorium den Haushalt zusätzlich belastet“.

Eine komplette Sanierung des bestehenden Bauwerks, die erst im Frühjahr angegangen werden könnte, werde die Stadt voraussichtlich eine „Summe im unteren sechsstelligen Bereich“ kosten, sagte Bürgermeister Rainer Sens. Geld, das Hirschhorn eigentlich derzeit nicht hat. Seiner Kenntnis nach ist der Komplex 30 und mehr Jahre alt und stammt aus der Zeit, als damals die Brücke zum Michelberg gebaut wurde. „Treppe und Zuwege sind in städtischem Besitz“, verdeutlichte Sens, dass eine Kostenbeteiligung der Bahn nicht zu erwarten sei.

Die Sperrung sei auf Anraten des mit der Untersuchung beauftragen Ingenieurbüros erfolgt. Was man, so Sens, im November aus Haftungsgründen auch sofort umgesetzt habe. Seitdem habe es intensive Beratungen gegeben, wie eine Alternativlösung bis zum Frühjahr aussehen könnte. Die Bitte seitens der Verwaltung lautet, in der Zwischenzeit bis zum Bau der Behelfstreppe nicht die Gleise zu überqueren. „Die Züge werden immer leiser, es gibt durchfahrende Züge, die nicht auf dem Fahrplan stehen.“

Wenn ein Zug sichtbar werde, blieben zehn bis zwölf Sekunden. Ein kleiner Stolperer, ein unvermutet in die andere Richtung fahrender Zug – und schon gebe es keine Chance mehr. Eltern sollten auf Kinder und Jugendliche einwirken, dass sie im Zweifel den Umweg oder eine Verspätung in Kauf nähmen, als sich selbst in Gefahr zu bringen.

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