Einblicke in die Tiefen der russischen Seele mit den „Maxim Kowalew Don Kosaken“

Russisch-orthodoxe Kirchengesänge, ukrainische und deutsche Weihnachtslieder sowie einige Volksweisen und Balladen standen auf dem abwechslungsreichen Programm der „Maxim Kowalew Don Kosaken“. Sie waren am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Gast in der evangelischen Kirche Neckarsteinachs. Das Septett beeindruckte mit seiner stimmlichen Vielfalt und erhielt von den Zuschauern im bis auf den allerletzten Platz besetzten Gotteshaus ein ums andere Mal kräftigen Applaus.

Anknüpfend an die Tradition der großen alten Kosaken-Chöre zeichnet sich der Chor durch seine Disziplin aus, die er dem musikalischen Gesamtleiter Maxim Kowalew zu verdanken hat. „Singend zu beten und betend zu singen“ lautete das Motto. Chorgesang und Soli standen in stetem Wechsel – von tiefen Bässen und einem tragenden Chor über den Bariton bis hin zu den Spitzen der Tenöre. „Aus den Tiefen der russischen Seele“ durften im Konzertprogramm Wunschtitel wie „Abendglocken“, „Stenka Rasin“, „Suliko“ und „ Marusja“ nicht fehlen.

„Stille Nacht“ oder „O du fröhliche“ bildeten den weihnachtlichen Auftakt, der dem Konzerttermin am Festtag Rechnung trug. Zusammen mit einigen Erläuterungen verbreitete sich im Kirchenschiff schnell eine besinnliche Stimmung. Zu der trugen auch die vielen interessierten Zuhörer bei, für die noch eilends zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden musste. Begeisterter Beifall war den Sängern gewiss, die natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen durften.

Der in Danzig geborene Diplomsänger Kowalew bestaunte schon als Kind die Erzählungen, Lieder und märchenhaften Geschichten der Völker des Ostens, besonders der Kosaken, welche ihn für sein weiteres Leben prägten. Damit stand für ihn schon früh fest, dass auch er Musik studieren und eine klassische Gesangsausbildung absolvieren würde. Er sang später unter anderem im Ural- und Wolga-Kosaken-Chor. Als großes Vorbild fungierte immer der berühmte Dirigent des Don-Kosaken-Chors, Sergej Jaroff.

Die von Kowalew geleiteten Don Kosaken, bei denen er seit 1994 mitwirkt, lassen das musikalische Erbe der Kosaken in Westeuropa und Skandinavien auf technisch hohem Niveau wieder aufleben. Kowalew sieht es bis heute als seine Aufgabe an, die schönen russischen Melodien zur Freude der Zuschauer erklingen und dadurch das alte, unvergängliche Russland wieder lebendig werden zu lassen, das oft über dem Tagesgeschehen in Vergessenheit gerät.

Advertisements