Aufstellung eines Bebauungsplans für ein neues Wohngebiet „Hohes Feld 2“ in Langenthal gestaltet sich komplex

Wird, was lange währt, endlich gut? Über zehn Monate ist es bereits her, dass die Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung des Bebauungsplans „Im Hohen Feld 2“ in Langenthal beschloss. Erst jetzt kam der Abwägungsbeschluss erneut ins Gremium, nachdem bereits Mitte des Jahres Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange eingebunden worden waren. So zahlreich waren die ab- und einzuarbeitenden Änderungen, dass die Vorlage sehr kurzfristig den Mandatsträgern zugeleitet wurde.

Nicht nur Magistratsmitglied Willi Dreher, sondern auch Lukas Hering (beide CDU) monierten, dass sie gerne die 60-seitige Vorlage rechtzeitig vor der Sitzung eingesehen hätten, als jetzt über etwas zu entscheiden, mit dem sie sich nicht ausführlich befassen konnten. Denn gerade bei den Ausgleichsflächen gab es noch einigen Klärungs- und Fragebedarf, wie sich auf der Sitzung herausstellte. Auch die Änderungen bedurften einer Erläuterung.

Das geplante Baugebiet „Im Hohen Feld 2“ liegt im südlichen Teil des Hirschhorner Stadtteils und erweitert die Wohnbebauung südöstlich. Die 8500 Quadratmeter große Fläche soll Platz für elf neue Bauplätze bieten. Sie wird im Osten und Westen durch landwirtschaftliche Flächen abgegrenzt, im Süden durch den Ulfenbach und im Norden durch die schon bestehenden Wohnhäuser.

Was den Bauwilligen viel zu langsam ging, rief bei anderen Anwohnern Stirnrunzeln hervor. Zum einen wurde hinterfragt, warum gerade an dieser Stelle mit bisher naturbelassenden Grundstücken ein Baugebiet ausgewiesen werden solle, für das es dann aufwändige Ausgleichsmaßnahmen geben müsse. Die Flächen auf der anderen Seite der L 3105 neben dem Kindergarten seien nicht nutzbar, hieß es hierzu. Zum anderen wurden auch die vorgesehenen Renaturierungen selbst hinterfragt. Dass der Ulfenbach hierzu verbreitert werden soll, wollte nicht einleuchten.

Auf mögliche Schwierigkeiten mit einer weiteren Ausgleichsfläche wies Willi Dreher hin. Ein 3600 Quadratmeter großes Grundstück liegt in der Weidenau an der alten B37 kurz vor der Neckarbrücke Ost. Diese Ecke war schon vor Jahrzehnten einmal für einen Sportboothafen im Gespräch. Nachdem der Plan fallengelassen worden war, bewirtschaftet nun ein Landwirt diese Flächen. Dreher wies auf die Einnahmeausfälle hin, wenn der Acker nicht mehr verpachtet werden könne. Außerdem müssten dort Obstbäume gepflanzt werden, deren Unterhaltung Kosten nach sich ziehe.

Bauamtsleiter Detlef Kermbach erläuterte, dass man zahlreiche Änderungswünsche in den Plan habe einarbeiten müssen. Diese beträfen unter anderem die Gebäudelänge sowie Vorgaben für Fassadenfarben und Form (Holzbauweise ja, Baustammhäuser nein). Der ZAKB wünschte daneben eine Verbreiterung der Straße um einen auf fünf Meter, damit die Müllautos besser durchpassen. Mit dem jetzigen Beschluss der verschiedenen Maßnahmen geht der Bebauungsplan wieder auf seine Reise durch öffentliche Auslegung und Beteiligung von Behörden sowie Träger öffentlicher Belange.

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