Schwarz-Grün ist nur ein Farbtupfer auf der neuen Rothenberger Bunten Liste für die Kommunalwahl

Es wird politisch bunt im Höhendorf. Bei der Kommunalwahl am 6. März geht erstmals eine Wählervereinigung CDU/Bunte Liste Rothenberg (BuLiRo) an den Start. Sie besteht, wie der Name andeutet, zum einen aus CDU-Kommunalpolitikern um den Vorsitzenden Frank Knecht, die bereits in der Gemeindevertretung aktiv sind. Dazu kommen Grünen-Mitglieder wie der zweite Vorsitzende Walter Braner, aber auch eine größere Anzahl parteiloser Kandidaten.

Zwölf Kandidaten haben sich für die CDU/BuLiRo zur Wahl aufstellen lassen. 15 Sitze umfasst derzeit die Rothenberger Gemeindevertretung, die CDU hat derzeit drei davon inne, die SPD vier und die Wählergemeinschaft Rothenberg (WGR) acht. „Wir wollen im Dienste der Gemeinde tätig sein“, erläutert Knecht. Es sei Zufall, dass die Konstellation zur derzeitigen schwarz-grünen Landesregierung passe.

Das unterstreicht auch Walter Braner. Er betont die „gegenseitige Vertrauensbasis“, die sich während der gemeinsamen Arbeit beim Rothenberger Energieforum seit 2011 entwickelt habe. Daraus sei im vergangenen Jahr der Gedanke entstanden, ob man nicht gemeinsam zur Wahl antreten wolle. „Wir müssen uns ja nicht in jedem Punkt einig sein“, so Braner, wenn man „miteinander kann“.

Die Mitglieder des Energieforums, egal ob von CDU, Grünen oder parteilos, einte laut Braner neben dem Thema an sich auch der Frust über den zähen Fortgang. Es habe „kein Interesse seitens der Gemeindespitze“ gegeben, notwendige Daten seien nicht zur Verfügung gestellt worden. Als man drei Jahre nach Beginn – unter anderem vor dem Hintergrund der jeweiligen beruflichen Belastungen – das Forum auslaufen ließ, gab es trotzdem ein positives Fazit: „Wir haben uns dadurch besser kennengelernt“, sagt Braner.

Seit Gründung im Oktober haben sich die 15 Mitglieder der Wählervereinigung bereits Gedanken über das Programm gemacht. Einen breiten Raum nimmt naturgemäß der Bürgerentscheid über die Oberzent-Fusion ein, der zeitgleich zur Kommunalwahl am 6. März stattfindet. Hier geht es der CDU/BuLiRo darum, eine „objektive Bestandsaufnahme“ für den Fusionsprozess zu erarbeiten. Dazu erarbeiteten die Mitglieder einer Arbeitsgruppe schon über Weihnachten Positionen. Wie Knecht verdeutlicht, „waren viele Dinge dem Bürger bisher nicht klar und nicht erklärt“. Dies habe auch damit zu tun, dass die Machbarkeitsstudie erst Anfang Dezember vorgelegt worden sei.

„Wir wollen weg vom Bauchgefühl zu vernunftbasierten Fakten“, verdeutlicht der Vorsitzende die Überlegungen. Den Bürgern sollten „objektive Antworten gegeben werden, die Hand und Fuß haben“. Da die zwei Monate bis zur Wahl und bis zum Entscheid sehr knapp bemessen seien, „liegt noch ein schönes Stück Arbeit vor uns“, ergänzt Braner.

Wobei der Grünen-Politiker durchaus System hinter diesem „Schnellschuss“ vermutet, um das Thema rasch, ohne große Nachfragen, über die Bühne zu bringen. Deshalb sei es der Wählervereinigung daran gelegen, die Fakten in eine präsentable Form zu bringen. Von der Bürgerversammlung am 28. Januar in Ober-Hainbrunn erhofft man sich eine breite Information für die Einwohner.

„Nur wenn es sich als eindeutig wirtschaftlich erweist“, trete man für den Zusammenschluss mit den anderen Oberzentgemeinden ein, heißt es im Wahlprogramm. Daneben wünscht man sich nicht nur eine Wirtschaftlichkeitsprüfung dieser Fusionsvariante, sondern auch „eine hiermit konkurrierende Prüfung des Zusammenschlusses mit Hirschhorn und Neckarsteinach als Alternative“. Vom Land Hessen wird für den Fall einer Fusion gewünscht, „mindestens alle Altschulden ohne weitere Auflagen zu übernehmen“.

Der neuen Wählergemeinschaft geht es weiterhin um die Einführung eines Busverkehrs im Stundentakt mit Anschluss an die S-Bahn-Station in Hirschhorn. Auch sollten Schüler, die Schulen in Baden-Württemberg besuchen und hier ab der zehnten Klasse zusätzliche Fahrtgebühren zahlen müssen, nicht mehr benachteiligt werden. CDU/BuLiRo treten für den Erhalt der Kindertagesstätte und der Grundschule in Rothenberg ein und möchten erreichen, dass Kinder bis 18 Uhr betreut werden können.

Andere Themen im Wahlprogramm sind eine Vereinsförderungssatzung, die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, Standortsicherung für die Feuerwehr, die Stärkung der Gemeindevertretung oder Sanierung der öffentlichen Gebäude in Rothenberg auf den neuesten Stand. Die Verbesserung der Parksituation am Seniorenheim Azurit in Kortelshütte, ein Gemeindeverbindungsweg Richtung Eberbach und die Verringerung des Motorradlärms besonders in Rothenberg und Kortelshütte sind zusätzliche Punkte.

Die Listenaufstellung verlief laut Frank Knecht sehr entspannt. Die Kandidaten habe man sehr schnell für ein kommunalpolitisches Engagement gewinnen können. Er freute sich, mit den 18-jährigen Schülerinnen Laura Schaller und Anne Knecht sowie dem knapp 32-jährigen Martin Menges drei junge Leute gewonnen zu haben. Mit ihnen präsentiere man eine sehr ausgewogene Liste von Jung und Alt.

Die Kandidaten von CDU/BuLiRo: Frank Knecht (57, Apotheker), Walter Braner (67, Diplom-Betriebswirt), Martin Claudius Menges (31, Diplom-Ingenieur), Laura Schaller (18, Schülerin), Rolf Kischkel (64, Elektroingenieur), Anne Knecht (18, Schülerin), Roland Schaller (54, Diplom-Physiker), Christiane Siefert (49, Diplom-Ingenieurin), Jürgen Bartmann (47, Ofenbauer), Gert Menges (60, Kfz-Mechaniker), Michael Braner (51, kaufmännischer Angestellter) und Dieter Scheuing (76, Export-Kaufmann).

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