Beerfelden ist stolz auf die Arbeit der „Kümmerer“

„Zu einer Stadt gehört auch das Ehrenamt“, leitete Stadtverordneten-Vorsteher Hans Jürgen Löw die Auszeichnung für die „Kümmerer“ ein – ohne dabei das vielfältige Engagement der anderen Vereinen und Gruppen der Stadt am Berge vergessen zu wollen. Zusammen mit Bürgermeister Gottfried Görig wollte er beim Neujahrsempfang man „Danke sagen“ für die Übernahme vieler Aufgaben im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung.

„Botengänge, Arztbesuche, Vermittlung von Arbeitsplätzen, Deutschkurse und Unterstützung im täglichen Leben“ organisierten die Kümmerer, so Görig. Manche wollten sogar eher im Verborgenen wirken und nicht öffentlich auftreten, erläuterte der Bürgermeister, dass nicht alle Mitglieder der Gruppe auf der Bühne standen.

Der ehemalige Landrat Horst Schnur, selbst bei den „Kümmerern“ aktiv, gewann der Ehrung eine humorvolle Seite ab. Er freue sich über den Sekt, so Schnur, und dass es nicht „eine Kiste Kümmerling“ gab, meinte er unter dem Gelächter der Besucher in der Alten Turnhalle. 2013, bei Ankunft der ersten Flüchtlinge, habe man „nullkommanichts“ einen Deutschkurs organisiert, blickte er zurück. Inzwischen gebe es diese Fortbildung auch für Mathematik.

Beim Bemühen, die Integration voranzutreiben, „haben wir Unterstützung von vielen Seiten erfahren“, sagte Schnur. Eine enge Zusammenarbeit gebe es mit der Beerfeldener Generationenhilfe. „Die kann auch Spendenbescheinigungen ausstellen“, wies der Ex-Landrat durch die Blume darauf hin, dass die Bürger gerne etwas spenden dürften. Erfolgsgeschichten sind seinen Worten zufolge auch die Kleiderkammer und das Möbellager.

Mit der evangelischen Kirche Beerfelden habe man das „erste erfolgreiche Kirchenasyl im Odenwald“ durchgezogen, war Schnur stolz auf die Ergebnisse. Der damals betreute Asylsuchende aus Afghanistan sei heute ein Paradebeispiel in Sachen erfolgreicher Integrationsbemühungen. Horst Schnur verdeutlichte, dass nicht alles problemlos ablaufe. Deshalb müsse es ab und zu auch einmal einen „kritischen Blick“ geben. Doch man sei „sehr zufrieden im Allgemeinen“, betonte er.

Der Olfener machte ein „richtig gutes Potenzial“ bei den betreuten Flüchtlingen aus. Um ihnen die deutschen Werte, den Arbeitsethos, aber auch die gesellschaftlichen Normen nahezubringen, wolle man gerne mehr von ihnen in Praktikumsplätze vermitteln. Deshalb appellierte Schnur an Firmen aus der Region, bei Möglichkeit solche zur Verfügung zu stellen.

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