Sabine Friebe-Minden stellt bis 8. April ihre Gemälde und Zeichnungen im Neckargemünder Rathaus aus

„Die sichtbare und die unsichtbare Welt“ lautet der Titel der jetzt eröffneten Ausstellung mit Werken von Sabine Friebe-Minden im Neckargemünder Rathaus. Ihre Gemälde und Zeichnungen sind im Eingangsbereich rund um das Bürgerbüro und in den angrenzenden Fluren zu finden. Die Vernissage stieß auf sehr großes Interesse: Die Gäste drängten sich im Foyer dicht an dicht. Zu sehen ist sie Ausstellung bis 8. April.

In ihrer Begrüßung wies Kulturreferentin Doris Meyer zu Schwabedissen darauf hin, dass seit 2003 regionalen Künstlern die Möglichkeit gegeben werde, ihre Werke im Rathaus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Etwa vier Ausstellungen fänden pro Jahr statt. Per Zufall habe sie durch Nachzählen entdeckt, dass die jetzige die 50. sei, womit es ein Jubiläum zu feiern gebe.

Es gebe viele regionale Kunstschaffende, „die hier ein Forum finden“, lobte sie. Die jeweiligen Ausstellungen „werden von den Besuchern sehr gut angenommen“. 2007 habe Friebe-Minden erstmals ihre Werke im Museum im Alten Rathaus präsentiert, so Meyer zu Schwabedissen. Wer ihre seitherigen Arbeiten und Ausstellungen verfolgt habe, „sieht, dass sich etwas Spannendes entwickelt hat“.

Aus Sicht eines „Kunst-Laien“, wie er sich selbst bezeichnete, führte der Astrophysiker Dr. Ramon Khanna in die Materie ein. Friebe-Minden und er sängen zusammen im Jazzchor Heidelberg, „wir teilen die Begeisterung für Musik“. Von ihrer Malerei sei er „von Beginn an sehr beeindruckt“ gewesen, sagte Khanna an die Künstlerin gerichtet. Er attestierte ein „sehr warmes Zusammenspiel der Farben“.

Friebe-Minden befasse sich intensiv mit dem Thema Landschaft, sagte der Laudator. Er erkannte in ihren Werken eine „Auseinandersetzung mit Orten und Räumen“. Das 2013 entstandene Bild „Im Sog der Zeit“ sah er „in Form und Farbe abstrahiert bis hin zur völligen Auflösung“. Die Landschaft konkurriere hier mit geografischen Elementen.

Im Bild „Mikro-Marko“ machte Khanna eine Begegnung mit der Astrophysik aus. Anhand dieser Vorgehensweise ordnete er mehrere Werke bestimmten Begriffen aus seinem Fachgebiet zu. „Die Bäume lösen sich in ihrer Struktur auf“, erkannte er eine ungewöhnliche Perspektive. Für ihn sei es „schön zu sehen“, wie in den Gemälden eine Verbindung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt hergestellt werde. Der künstlerische Ansatz sei „komplementär zum naturwissenschaftlichen“, betonte er.

Andere Bilder der Malerin thematisieren laut Khanna die Flucht-Erlebnisse der Familie in früheren Jahren. Sie gewännen durch die jetzigen Ereignisse „ungeahnte Aktualität“. Die Vernissage wurde umrahmt vom Trio „Jazz Pastry“ mit Annegret Feldmann-Ihrig (Gesang), Christoph Schuster (Bass) und Walter Würfel (Gitarre).

Info: Die Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Sabine Friebe-Minden ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Neckargemünder Rathauses zu sehen: Montag und Dienstag 8 bis 16 Uhr, Mittwoch und Freitag 8 bis 12 und Donnerstag 8 bis 18 Uhr.

Zur Person: Sabine Friebe-Minden

Die 48-Jährige ist nach einem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Würzburg seit 1993 als selbständige Grafikerin in Neckargemünd tätig. Schon seit 1991 stellt sie sowohl allein als auch gemeinsam mit anderen in Bayern und Baden-Württemberg aus. Dazu zählten:  2008 und 2013 Einzelausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach, 2010 Welde-Kunstpreis-Ausstellung „Die 10 Besten“ im Kunstverein Schwetzingen, 2010 Einzelausstellung in der Künstleragentur Freiraum und in der Sparkasse Heidelberg. Seit 2015 ist Friebe-Minden Mitglied der GEDOK Heidelberg

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