Eine Spur nur für Radler zwischen Heidelberg und Neckargemünd?

Mit Verkehrsminister Winfried Hermann war ein prominenter Vertreter der Landesregierung in Neckargemünd, um den örtlichen Wahlkreiskandidaten Hermino Katzenstein bei seinen Anstrengungen zu unterstützen. Zum Neujahrsempfang des Grünen-Kreisverband Odenwald-Kraichgau war neben Bürgermeister Horst Althoff auch der Landtagsabgeordnete Kai Schmidt-Eisenlohr aus Wiesloch gekommen, der den dortigen neuen Oberbürgermeister Dirk Elkemann mitbrachte. Umrahmt wurde die Veranstaltung von der jungen Sängerin/Songwriterin Marie aus Rettigheim auf dem Klavier.

Es gebe viele Berührungspunkte zwischen der kommunalen Ebene und der Landesverwaltung, freute sich Althoff über den Besuch „im nördlichsten Teil Baden-Württembergs“. Ein drängendes Thema sei derzeit die Radwegeverbindung zwischen Neckargemünd und Heidelberg sowie in die andere Richtung nach Bammental. Stefan Geißler von den Neckargemünder Grünen sagte, man wolle bei der Landtagswahl das gute Ergebnis von 2011 wiederholen, als man mit knapp 32 Prozent stärkste Kraft wurde.

Inge Behner vom Kreisvorstand betonte mit Blick auf die Ereignisse der Silvesternacht in Köln, dass „sexuelle Übergriffe egal von wem bestraft werden müssen“. Sie kritisierte heftig, dass nun Hetze gegen Menschen geschürt werde, deren einzige Gemeinsamkeit mit den Tätern darin bestehe, „ dass sie aus einem fremden Land sind“. Diese Taten „sind mit nichts zu entschuldigen“, sagte sie. Allerdings ließen sich gute Lösungen „kaum in populistischen Sprüchen zusammenfassen“.

Mit einem Zitat von Grünen-Regierungschef Winfried Kretschmann fasste Katzenstein die Lage zusammen: „Das wirklich Problem haben nicht wir, sondern die Flüchtlinge.“ Man dürfte diese „nicht in Sippenhaft nehmen“. Vordergründig meinten die rechten Parteien, die höchsten Werte zu verteidigen, griffen sie aber in Wirklichkeit „massiv an“. Auf das bisher Geleistete „können wir stolz sein“, meinte er. Es gelte aber, den Flüchtlingen mehr Angebote für Betätigung zu machen und Möglichkeit zu schaffen, dass sich alle untereinander kennenlernten.

„Es gibt keinen Planet B“, verdeutlichte Katzenstein das Engagement fürs Klima. „Wir dürfen es nicht vor die Hunde gehen lassen.“ Ein flächendeckender, stündlicher ÖPNV ist für ihn ebenso wichtig wie die Priorität der Straßenerhaltung vor einem Neubau. „Wir müssen langfristiger denken und handeln“. Vor diesem Hintergrund sei auch das Ziel zu sehen, bis 2020 den Windkraft-Anteil an der Energieversorgung auf zehn Prozent zu steigern.

Zwischen seinem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und dem Neujahrsempfang hatte Minister Hermann noch zusammen mit Bürgermeister Althoff und Katzenstein die Strecke zwischen Heidelberg und Neckargemünd in Augenschein genommen. Hier gibt es die Idee, die Straße von vier auf drei Spuren zurückzubauen und eine Spur für Radfahrer einzurichten. Er erwähnte daneben die Anstrengungen der Landesregierung, erneuerbare Energien zu fördern und gleichzeitig den Treibhausausstoß von Autos weiter zu senken.

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