Fische sollen im Finkenbach flussaufwärts freie Bahn haben

Über die „Beseitigung von Wanderhindernissen im Finkenbach“ informierte Bürgermeister Hans Heinz Keursten die Gemeindevertreter auf deren vergangener Sitzung. Dabei geht es allerdings nicht um solche für Wanderer mit zwei Beinen, sondern mit Kiemen und Flossen: Fische. Denen soll die Fortbewegung im Bach erleichtert werden, da kleine Stauwehre bisher noch das Fortkommen behindern.

Das Ganze findet laut Keursten im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie statt. In einem ersten Schritt soll der Finkenbach auf der Strecke von Ober-Hainbrunn bis zu den Fischteichen hinter dem Sägewerk Ihrig begutachtet werden. Dafür wurde für 30.000 Euro ein Ingenieurbüro beauftragt. Dass soll nun Vorschläge vorlegen, wo auf dieser Strecke Stauwehre weil sie marode sind entweder entfernt oder durch Bachverlegung umgangen werden können. Ziel ist immer, den Fischen den Weg flussaufwärts zu ermöglichen.

Wie Keursten erläuterte, bekommt die Gemeinde für die gesamte Maßnahme einen Zuschuss über 100.000 Euro vom Land. Mit diesem Geld müssten aber auch die Baumaßnahmen abgedeckt werden. Das FFH-Gebiet erstrecke sich über das gesamte Finkenbachtal. Von den Fischteichen bis zum Ortseingang Finkenbach handle es sich sogar um ein Naturschutzgebiet.

Der Bürgermeister sagte, dass die alten Stauwehre früher der Wiesenbewässerung dienten. Über sie sei das Wasser in die Gräben abgeleitet worden. Noch gut erhaltene Wehre wolle man als Kulturgut erhalten und stattdessen den Bach außen herum leitet. Kaputte, nicht mehr sanierbare, sollen komplett entfernt werden.

Ziel der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) ist die Erreichung bzw. der Erhalt eines guten Zustands des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer. Dies bedeutet: für die oberirdischen Gewässer einen zumindest guten ökologischen und chemischen Zustand, für das Grundwasser einen zumindest guten chemischen und mengenmäßigen Zustand.

 

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