Personalplanung für die Rothenberger Kita „Himmelsauge“ ist schwierig

Das seit vergangenem Jahr geltende hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG) und schwankende Aufnahmezahlen in der Kindertagesstätte „Himmelsauge“ machen für die Gemeinde eine Personalplanung schwierig. Dazu kommt der leergefegte Arbeitsmarkt für Erzieherinnen. Selbst angehobene Elternbeiträge können in diesem Jahr das Defizit im entsprechenden Teilergebnishaushalt nur unwesentlich verringern. Hier gibt es 2016 immer noch einen Fehlbetrag von 267.000 Euro bei 450.000 Euro Gesamtaufwendungen – also 60 Prozent Defizit.

Um wenigstens eine halbe Stelle besetzen zu können (eigentlich fehlt seit Anfang Januar eine ganze), griff der Gemeindevorstand zu, als sich die Chance bot, sie durch eine Ortsansässige zu belegen. In der Gemeindevertreter-Sitzung brachte ihm das den Unmut einiger Mandatsträger ein. Die monierten, dass dieser Vertragsabschluss noch vor Zusammenkunft geschehen sei und damit das Parlament übergangen werde.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten entschuldigte sich, rechtfertigte sein Handeln aber damit, „dass wir schnell reagieren mussten“. Die Arbeitsmarktlage sei inzwischen so prekär, dass „sonst die Bewerberin von einem Tag auf den anderen weg ist“. Letztendlich stimmte die Mehrheit der Gemeindevertreter quasi rückwirkend der Einstellung zu. „Eigentlich brauchen wir noch mehr Personal“, erläuterte Keursten.

Doch in Rücksprache mit den Eltern habe man vereinbart, es erst einmal bei dieser halben Stelle zu belassen. Denn noch ist unklar, wie sich die Kinderzahlen zum Jahresende hin entwickeln werden. „Wir können eine ganze Personalstelle nicht auf Vorrat halten“, meinte der Bürgermeister. Warum die Zahlen so schwanken, kann er sich auch nicht erklären. Da es „im Ermessen der Eltern“ liege, ob sie ihr Kind in die Kita schickten, „macht die Fluktuation unsere Planung schwierig“.

Derzeit hat die Kita Himmelsauge drei Gruppen mit 17, 14 und elf Kindern (je nachdem, ob dort auch U3- und Integrationskinder mit aufgenommen wurden). Die aktuelle Planung sieht vor allem ab März mehr Anmeldungen. Bis zum Juni steigen die Zahlen auf 52 (und bleiben bis August so), dazu kommen dann noch sieben Grundschulkinder, die nachmittags in der Kita betreut werden.

Wenn aktuell schon eine Ganztagesstelle fehlt, so wären laut KiföG ab Juni sogar mehr als zwei Plätze vakant. Seit vergangenen August habe man sich bereits um Personal bemüht, sagte der Bürgermeister. Der befristete Arbeitsvertrag mit einer Sozialassistentin ab Dezember könne nur eine Überbrückung sein, da diese nicht als Fachpersonal nach KiföG angerechnet werde.

Jedoch sei die Arbeitsmarktsituation so schwierig, dass man mit befristeten Verträgen keine Bewerberinnen anlocken könne. Man könne Fachkräfte, die möglichst auch noch in der Nähe wohnten, nur mit unbefristeten Arbeitsverträgen bei der Stange halten. Das wiederum habe den Gemeindevorstand bewogen, schnell zuzuschlagen und sich damit die Kritik der Vertretung zuzuziehen.

Die Kindergebühren in Rothenberg kennen keine Differenzierung nach Dauer der Betreuungszeit. Mit ihnen ist immer das komplette Ganztagesangebot zwischen 7 und 15 Uhr abgedeckt (Freitag bis 14 Uhr). Die Eltern seien allerdings flexibel, ihr Kind nur tageweise oder an manchen Tagen halbtags vorbeizubringen – die Gebühren bleiben immer gleich.

Diese wurden jetzt allerdings nach Alter gestaffelt, erläuterte Keursten. „Wir haben gemerkt, dass die Betreuung von jüngeren Kindern arbeitsintensiver ist“, was sich auch in den Kosten niederschlagen solle. Die reguläre Betreuungsgebühr fürs erste und zweite Kind wurde jeweils um 15 Euro auf dann 130 bzw. 100 Euro angehoben. Die für unter Dreijährige beläuft sich jetzt auf 150 (120), für unter Zweijährige auf 180 (140) Euro. Im letzten Kindergartenjahr vor der Schule wird aufs erste Kind ein Zuschuss des Landes Hessen von 100 Euro im Monat angerechnet.

Für Rothenberger Grundschüler besteht darüber hinaus die Möglichkeit, morgens eine halbe Stunde vor (7 bis 7.30 Uhr) und mittags nach dem Unterricht (12.30 bis 15/freitags bis 14 Uhr) die Betreuung in der Kita zu besuchen. Dafür fallen 30 Euro pro Monat an. Es gibt außerdem eine Zehner-Karte, um das Betreuungsangebot an unterschiedlichen Tagen zu nutzen. Die Gebühr hierfür beträgt 20 Euro.

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