Heddesbacher pflegen am Faschingsdienstag die alte Tradition des Feuerrad-Rollens

Mit dem Feuerrad-Rollen pflegen die Heddesbacher zum Faschingsabschluss eine alte Tradition zum Winteraustreiben, die schon vor 1000 Jahren belegt wurde. Heutzutage findet sie sich nur noch ganz selten in Deutschland. Ein Schwerpunkt ist der südliche Odenwald mit – neben Heddesbach – Hirschhorn-Langenthal und Neckarsteinach-Darsberg. Immer am Abend des Faschingsdienstags, dieses Jahr am 9. Februar, gehen als großes Spektakel für die Bevölkerung die Feuerräder zu Tal.

Die Veranstaltung in Heddesbach hat eine lange Tradition. Schon zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Feuerrad schon zu Tal gerollt. Selbst während des Krieges hielten die Bewohner des kleinen badischen Dorfs daran fest. Der MGV Heddesbach wird nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Treffpunkt ist die Freizeitanlage im Tal. Für Speis und Trank wird die Theatergruppe sorgen. Der Tannenbaumhaufen wird um 18 Uhr angesteckt. Zehn kräftige Männer führen das Feuerrad mit Stangen gegen 19 Uhr den Berg vom Dammberg hinunter in den brennenden Fastnachtshaufen.

Die Tradition pflegt schon seit vielen Jahren der Männergesangverein. Bereits ein paar Tage vorher wird das Gitterrad mit Stroh gestopft. Es hat einen Durchmesser von 2,50 und eine Breite von 1,50 Metern. Ein Traktor transportiert es den Dammberg hinauf und bringt es in Position. Dann wird das die Sonne symbolisierende Feuerrad an Stangen auf den hoch lodernden Fastnachtshaufen, bestehend aus ausrangierten Christbäumen und Grünschnitt, im Tal geführt. Die lange Brandspur verkörpert dabei die Erwärmung der Fluren durch den nahenden Frühling.

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