Verdacht auf Vergewaltigung einer 17-Jährigen nach dem Hirschhorner Faschingsumzug vom Sonntag

Eine mehr als unschöne Begleiterscheinung bei der großen Hirschhorner Fastnachtssause. Die Heidelberger Staatsanwaltschaft bestätigte jetzt auf unsere Anfrage, was seit gestern Morgen sowieso schon die Runde machte: Es gibt eine Anzeige wegen eines Sexualdelikts. Konkret hat eine 17-Jährige ihre Vergewaltigung der Polizei gemeldet. Die Tat soll sich am Sonntag nach dem Umzug, noch während die Faschingsparty auf dem Freien Platz lief, im Bereich des Schießbuckels abgespielt haben.

Zwei Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, werden beschuldigt. Sie kommen aus dem Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Heidelberg, weswegen diese das Verfahren vom Polizeipräsidium Darmstadt übernommen hat. Auch das 17-jährige Mädchen kommt aus Baden-Württemberg. Beamte des Hirschhorner Polizeipostens, mehrere Streifenfahrzeuge und Beamte der Kripo waren am Sonntagabend zur Tatrekonstruktion vor Ort, teilweise bis in den frühen Morgen.

Die beiden Tatverdächtigen sind nach Angaben des Staatsanwaltschaft derzeit nicht in Haft. Es bestehe „kein dringender Tatverdacht“, hieß es. Derzeit werde noch der genauere, weitere Sachverhalt ermittelt. Ein „Migrationshintergrund“ sei bedingt gegeben, ergab die Nachfrage. Beide Jugendlichen seien aber schon einige Jahre in den jeweiligen Wohnorten beheimatet, einer sei sogar in Heidelberg geboren.

Beim Faschingsumzug und der folgenden Party ging ansonsten das Konzept von Polizei und Sicherheitsdienst auf. Es gab zwar während des Umzug zwei größere Auseinandersetzungen (eine in der Hauptstraße, eine auf dem Chateau-Landon-Platz) und noch ein paar kleinere Rangeleien, die aber relativ schnell beendet werden konnten. Der Polizeiposten Hirschhorn war an diesem Tag besetzt, dazu waren Bereitschaftspolizisten aus Wiesbaden an den Neckar abgeordnet worden. So kam es zu einer Personalstärke von bis zu 18 Mann.

Bei den Hirschhorner Rittern als Veranstalter von Umzug und Party hatte man etwa 30 Security-Männer in Diensten, so viel wie in den Jahren zuvor auch. Die größere und massive Präsenz zeigte augenscheinlich Wirkung, alkoholisierte Zeitgenossen überlegten es sich zwei Mal, ob sie einen Streit vom Zaun brachen. Auch gingen sowohl Beamte als auch Ordner, sensibilisiert durch die Ereignisse von Köln, sehr früh dazwischen.

Als Platzverweise keine Wirkung zeigten, wurden die nachmittäglichen Übeltäter von der Polizei kurzerhand in den Bus gesetzt, der sie dann zu ihrem Wohnort brachte. Zwei andere Beschuldigte wiederum, die auf dem Chateau-Landon-Platz uneinsichtig waren, wurden in Gewahrsam genommen und zum Revier Wald-Michelbach in die dortige Zelle transportiert.

 

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