SPD-Kultusminister Stoch in Neckargemünd: Bildungspolitik ist „eines der wichtigen Themen überhaupt“

„Das Fallbeil nach der vierten Klasse soll aus den Köpfen raus“, meinte Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch zur Diskussion um die Gemeinschaftsschule. Jedem Kind müsse die Möglichkeit gegeben werden, die jeweils richtige Schullaufbahn einzuschlagen, so der Minister beim politischen Ferien-Frühstück in Neckargemünds Alter Stadtkasse. Eingeladen hatte dazu der SPD-Wahlkreis-Abgeordnete und -Kandidat Thomas Funk.

„Die Gemeinschaftsschule gab vielen Schulstandorten wieder eine Perspektive“, betonte Stoch. Gerade im ländlichen Raum wären aufgrund des demografischen Wandels sonst viele bedroht gewesen, argumentierte er. Grün-Rot wolle das erfolgreiche baden-württembergische System durch die Gemeinschaftsschule „nicht platt machen“. Es gehe darum, „dort zu handeln, wo Bedarf ist, um ein qualitätvolles Schulsystem zu erhalten“.

Die Bildungspolitik nannte der Kultusminister „eines der wichtigen Themen in der Landespolitik überhaupt“. Sie werde „sehr emotional betrachtet“, da sie den späteren Lebens- und Berufsweg dominiere. Schon in der frühkindlichen Betreuung gehe es um die Qualität, aber auch um die Möglichkeiten für junge Familien, anhand der Betreuungs-Möglichkeiten ihre Lebensplanung voranzutreiben.

Im Rahmen des Pakts mit den Kommunen habe man die Mittel für Kleinkindbetreuung von 150 auf 800 Millionen während der Legislaturperiode erhöht, sagte Stoch. Baden-Württemberg sei dadurch jetzt „auf Platz 1 beim Betreuungsschlüssel“. Jedoch bedeute das nur den Anfang: „Wir sind noch lange nicht am Ende der Reise angekommen“, prognostizierte der Minister.

Bei allem Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten sei die Familie nach wie vor „der wichtigste Garant dafür, dass die kindliche Entwicklung gewinnt“. Aber man müsse die Rahmenbedingungen für alldiejenigen schaffen, die auf Betreuung angewiesen seien, egal ob sie beide Gehälter bräuchten oder Alleinerziehende seien. Es handle sich in diesem Punkt nicht nur um eine bildungs-, „sondern auch um eine gesellschaftspolitische Frage“. Eine bessere Ausstattung der Grundschulen muss laut Stoch den Grundstock für angemessene Bildung legen. Man habe deshalb auch zusätzliche Stellen und Deputate geschaffen.

Erster Bürgermeister-Stellvertreter Winfried Schimpf hatte den Gast aus Stuttgart willkommen geheißen und auch gleich das Goldene Buch der Stadt zum Eintragen mitgebracht. Er wies auf die gute schulische Situation in Neckargemünd mit drei gymnasialen Zügen und einer großen Realschule hin. „Es tut sich was im Bildungsbereich“, so Schimpf.

MdL Thomas Funk sagte, Parteikollege Stoch habe in den vergangenen drei Jahren mit der Einführung der Gemeinschaftsschule „nachhaltige Impulse setzen können“. Es gehe um die Schaffung „verlässlicher Strukturen“ unter anderem durch das Ganztagsangebot, so Funk. Ein längeres gemeinsames Lernen schaffe mehr Chancengerechtigkeit, so der Landespolitiker.

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