Klage gegen die Windpark-Genehmigung auf dem Greiner Eck wird kommen

Es war bereits noch vor Genehmigung angekündigt, jetzt will die Bürgerinitiative Greiner Eck den Worten Taten folgen lassen: Gegen die Windenergieanlage (WEA) auf der Höhe zwischen Hirschhorn, Neckarsteinach, Altneudorf und Heddesbach steht die Klage bevor. Bemängelt wird vorrangig an der Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, dass diese für eine WEA in einem FFH-Gebiet ohne Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt sei.

Vor einer knappen Woche hatte das RP bekannt gegeben, dass die Voraussetzungen nach Bundes-Immissionsschutzgesetz erfüllt seien und dem Betreiber, der Windpark Greiner Eck GmbH, grünes Licht inklusive Sofortvollzug erteilt. Die Genehmigung gilt zunächst für vier der fünf beantragten Windräder. Nummer fünf wurde auf Antrag der Firma noch zurückgestellt. Es geht um die Klärung der Frage, inwieweit der in diesem Gebiet heimische Wespenbussard durchs fünfte Windrad beeinträchtigt werde. Die Rodungen begannen bereits in dieser Woche. Denn dafür ist nur noch bis Ende des Monats Zeit, weil Anfang März die Vegetationsperiode beginnt.

Da im Zuge der Erdarbeiten Trübungen des Quellwassers nicht ausgeschlossen werden, sind auch Schutzmaßnahmen in Vorbereitung. Auf Neckarsteinacher Seite gibt es bereits eine dahingehende Vereinbarung mit der Betreiberfirma, dass für 50.000 Euro die Wassergewinnungs-Anlagen ertüchtigt werden. Auf Hirschhorner Seite steht das unterschriebene Konzept aufgrund von Differenzen zu diesem Thema an der Stadtspitze noch in letzter Konsequenz aus. Mit einer Rodung der Wurzelstöcke, die zu einer Eintrübung des Quellwassers führen könnte, soll laut Planer frühestens Ende März begonnen werden.

Die Sorge um die Hirschhorner Wasserversorgung trieb auch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Harald Heiss um. Er reichte vergangene Woche eine Petition an den hessischen Landtag ein. „Der Standort liegt im Einzugsbereich und teilweise im Schutzbereich der Trinkwassergewinnungsanlagen“, so Heiss. Während der Rodungsarbeiten könne es nach Auffassung des Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) zu Trübungen kommen.

Da laut Heiss damit auch ein Keimeintrag verbunden sein kann und zudem die UV-Entkeimungsanlage nicht mehr funktioniert, „würde dies zum Ausfall der kompletten Wasserversorgungsanlagen für Hirschhorn und den Stadtteil Langenthal führen“. Wie Heiss weiter in der Beschwerde schreibt, solle das Trinkwassersicherungskonzept in der Stadtverordnetenversammlung am 17. März behandelt werden. Bis dahin wäre die Stadt bei einem Schadensereignis „ohne Trinkwasser“. Er führt darüber hinaus an, dass eine der Bedingungen des Hirschhorner Magistrats für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens „die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung“ gewesen sei.

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