Kommunalwahl: Erhalt der kommunalen Infrastruktur steht für Rothenbergs Parteien an erster Stelle

Oberzent-Fusion, Erhalt von Kindertagesstätte und Grundschule, gleichbleibende kommunale Steuern, gemeindliche Infrastruktur, Wohnqualität: Es sind mehr oder weniger die gleichen Themen, die die Parteien und Wählervereinigungen im Höhendorf beschäftigen. Dabei lassen sich aber durchaus gewisse Nuancen in der Gewichtung von CDU/Bunte Liste, Wählervereinigung Gemeinde Rothenberg (WGR) und SPD ausmachen.

„Die Fusion hat Vor- und Nachteile“, betont WGR-Fraktionsvorsitzender Wilfried Friedrich. Man wolle den Entscheidungsprozess sachlich begleiten. Nicht zu vernachlässigen sei, dass dem in der Machbarkeitsstudie dargestellten Vorteil einer besseren finanziellen Ausstattung als Nachteil „der Verlust der Unabhängigkeit“ gegenüber stehe. Die Entscheidung der Bürger gelte es zu respektieren.

Für die CDU macht Fraktionschef Frank Knecht die Einschränkung, „wenn es sich als eindeutig wirtschaftlich erweist“, trete man für den Zusammenschluss mit den Oberzentgemeinden ein. Für die SPD möchte Brigitte Heckmann die „interkommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen und die Chance nutzen, eine größere Verwaltungseinheit voranzubringen“. Sie sieht die Fusion auch als Möglichkeit, „mit einer Stimme für unseren attraktiven Wohnstandort vor den Toren des Ballungsraums werben“.

SPD und CDU heben daneben auf die Notwendigkeit einer besseren Anbindung Rothenberg ins Neckartal und an den dortigen Verkehrsverbund ab. Oberzentkommunen sowie Hirschhorn und Eberbach müssten beim ÖPNV „verstärkt zusammenarbeiten, um ein attraktives Angebot in den Ballungsraum Rhein-Neckar anbieten zu können“, fordert etwa die SPD-Fraktionsvorsitzende Heckmann. Ähnlich sieht das Frank Knecht. „Wir setzen uns für eine verbesserte Anbindung an den für viele Bewohner wichtigen Rhein-Neckar-Kreis ein“, betont er.

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Anstelle des aktuellen Rufbussystems hätte die CDU lieber einen Busverkehr im Stundentakt mit Anschluss an die S-Bahn-Station in Hirschhorn. Das Ticketsystem von RNV und OREG sollte für Rothenberg zusammengelegt werden, sodass vor allem die betroffenen Schüler für Fahrten im hessischen und badischen Neckartal keine zusätzlichen Gebühren zahlen müssten. Die Anbindung Rothenbergs an die wirtschaftlich starke Metropolregion Rhein-Neckar gelte es „unbedingt zu berücksichtigen“.

In Sachen Infrastruktur und Wohnqualität sind sich die Parteien weitergehend einig. Die wird als elementar angesehen, „um einen weiteren Bevölkerungsverlust in den nächsten Jahren zu stoppen bzw. auszugleichen“ (Heckmann). Eine Verbesserung wünscht sich Knecht bei Wasser- und Abwasserversorgung. Daneben müsse die Beibehaltung eines zuverlässigen Standards beim Winterdienst gewährleistet bleiben. Die CDU wünscht sich außerdem mehr Geld für Erhalt und Sanierung der Gemeindestraßen.

Die weitere Umsetzung des Baugebiets zwecks Ansiedlung junger Familien hat sich die Wählergemeinschaft auf die Fahnen geschrieben. Man möchte „wirtschaftlich nachhaltig“ die Zukunft der Gemeinde gestalten. Dazu gehört laut Friedrich auch die „Stärkung der ortsansässigen Gewerbebetriebe“ und die Entwicklung eines Kleingewerbegebiets.

Erhalt von Kindertagesstätte und Grundschule ist für alle Gemeindevertreter ein ganz wichtiges Thema. Neben dem politischen Einsatz dafür sollen nach dem Willen der CDU „flexibel nach den Arbeitsrealitäten der Eltern“ ausgerichtete Kita-Öffnungszeiten zwischen 7 und 18 Uhr angestrebt werden. Dem kann sich Brigitte Heckmann inhaltlich anschließen. Die Sozialdemokraten wollen den „Erhalt unseres Ganztagsangebotes im Kindergarten“ und einen weiteren Ausbau der Kindertagespflege. Auch die WGR setzt ganz klare Prioritäten in diesem Bereich.

Mit in die Wohnqualität Rothenbergs hinein spielt die „Unterstützung der vielfältigen Vereinsarbeit“, wie es Wilfried Friedrich formuliert. Die CDU will zu diesem Zweck sogar eine Vereinsförderungssatzung zur Verabschiedung in die Gemeindevertretung einzubringen, um die Vereine „nach einem strukturierten und nachvollziehbaren Konzept“ zu fördern.

Seitens der SPD weist Heckmann darauf hin, dass bei den Gebühren „keine weiteren Anhebungen“ kommen sollten. Knecht erwähnt darüber hinaus, dass CDU und Bunte Liste eine regelmäßige Bürgersprechstunde der Verwaltung anstrebten. Der älteren Generation solle mit jedweden Maßnahmen die Teilnahme am öffentlichen Leben erleichtert werden. CDU-Dauerbrenner ist der Gemeindeverbindungsweg nach Eberbach. Der „ist nach unserer Auffassung eine Chance für die Entwicklung der Gemeinde“, so Knecht.

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