Beerfelden: Fraktionen wollen Bewahrung des Bestehenden und Ausbau der Infrastruktur

Die Oberzent-Fusion und der damit zusammenhängende Bürgerentscheid dominieren die kommunalpolitischen Aktivitäten der vier in der Beerfeldener Stadtverordneten-Versammlung vertretenen Fraktionen. Alle wollen sie die Stadt am Berge wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich voranbringen, setzen auf die Bewahrung des Bestehenden, streben aber gleichzeitig auch den Ausbau der Infrastruktur etwa in medizinischer, betrieblicher und unternehmerischer Hinsicht.

„Wir alle sind Oberzent“ propagiert die ÜWG laut Chris Poffo. Denn: „In unseren Dörfern und Gemeinden steckt richtig viel Potenzial.“ Aus vier regen Gemeinden mit Tradition werde eine starke Stadt mit Zukunft. Dass ein Zusammenschluss der vier Kommunen „allen Vorteile bringt“, unterstreichen auch CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Gerbig und sein SPD-Kollege Erwin Körber. Elisabeth Bühler-Kowarsch ergänzt für die Grünen: „Wir sehen in der Fusion die Chance, dass eine zukunfts- und finanziell handlungsfähige Stadt entsteht, die wieder mehr Gestaltungsspielräume erhält.“

Den Parteien und Fraktionen liegt daneben die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung und der Einsatz für ein am Herzen. Bühler-Kowarsch kann sich weiterhin einen Modellversuch durch den Einsatz von hochqualifiziertem Personal in der Gemeindepflege vorstellen. Als „eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben“ bezeichnet SPD-Körber das Thema. Dies umso mehr, weil die Allgemeinarztpraxen immer weniger würden. Die Ansiedlung eines Allgemeinchirurgs „ist ein erster und wichtiger Schritt in die richtige Richtung“.

Auch die CDU nimmt die Ansiedlung von Ärzten und die weitere Planung für ein Ärztehaus in den Fokus. Gerbig zufolge legen die Christdemokraten einen weiteren Schwerpunkt auf Wirtschaft und Tourismus: Man wolle das Themenfeld „Ortsmitte gestalten“ aktiv weiter begleiten, erläutert er. Körber nennt daneben die qualitative Verbesserung der öffentlichen Anlagen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten solle die Verschönerung des Stadtbildes und der Ortsmittelpunkte sein.

Ausbau von Industrie und Handwerk im „Zieglersfeld“, Energieeinsparung an öffentlichen Gebäuden oder die Verringerung des Wohnungsleerstands im Stadtbereich sind weitere CDU-Themen. Auch möchte man neue Vorhaben an Skilift und Bikepark unterstützen. Fraktionschef Gerbig wünscht sich, im Bereich Jugend, Kindergärten und Schulen, Senioren und Flüchtlinge das Betreuungsangebot auf hohem Standard zu erhalten – eine Aussage, die sich auch bei den anderen Fraktionen findet.

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„Nachhaltige und finanzierbare Konzepte zur Stadtentwicklung“ hat sich auch die ÜWG auf die Fahnen geschrieben. Wirtschaft, Tourismus, Gemein- und Gesundheitswesen sollten eng miteinander verwoben sein. Unternehmen und Geschäfte gelte es in der Stadt zu halten, Ausbildungsbetriebe stärker zu fördern und mehr Freizeitangebote für den Nachwuchs zu schaffen.

Den Erhalt von Freizeitanlagen und touristischer Infrastruktur „in Verbindung mit unseren Sehenswürdigkeiten“ räumt die SPD Priorität ein. Es gehe darum, das Beerfeldener Land „langfristig attraktiv zu gestalten“. Durch freiwilliges Engagement und ehrenamtlich Tätige würden die kulturellen Angebote maßgeblich gestaltet und erhalten. Deshalb wolle man diese Initiativen „zum Wohle unserer Stadt und der Stadtteile weiterhin nach Kräften unterstützen“. Die Vereine vor Ort sollten „bei ihrer für das Zusammenleben in Beerfelden wichtigen Funktion“ unterstützt werden, so Bühler-Kowarsch. Aussagen seiner Kollegen, die Chris Poffo teilt.

Mit Blick auf den ÖPNV möchten die Grünen eine bessere Anbindung der Stadteile in die Kernstadt und nach Erbach, Michelstadt und Eberbach erreichen. Auch solle der Bahnhof Hetzbach aufgewertet werden. Bühler-Kowarsch befürwortet daneben „mehr Zugverbindungen zu den Hauptverkehrszeiten von und nach Eberbach“. Als weiteren Punkt nennt sie den Erhalt der Schwimmbäder in Hetzbach und Beerfelden.

Neben generationsübergreifenden Projekte und der Förderung von seniorengerechtem Wohnen wollen die Grünen auch eine altersgerechtere Gestaltung der Innenstadt etwa durch Sitzbänke für Ältere, aber auch Wipptiere für Kinder. Oberzent- und Grundschule sowie Kindertagesstätten müssten auch im Hinblick auf die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund bewahrt werden. Kindergärten und Jugendpflege „sind kreativ und leisten hervorragende Arbeit“, betont darüber hinaus Körber. Das gute Angebot solle weiter entwickelt werden.

„Der momentane Zuzug vieler Flüchtlinge ist auch für unsere Stadt eine Herausforderung“, so der SPD-Fraktionschef. Es lasse sich oft nicht vermeiden, dass es Reibungspunkte und auch Unverständnis gebe. „Wir wollen aber, dass Flüchtlinge, die bei uns Frieden und Sicherheit vor Krieg und Mord suchen, mit Respekt behandelt werden.“ Wenn man ihnen die hiesigen Werte erläuterte, sei Integration möglich, betonte Körber.

 

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