Gemischter Chor in Finkenbach will neue Mitglieder gewinnen

Den Gemischten Chor plagen Nachwuchssorgen. Damit geht es ihm wie anderen Gesangvereinen weit über den Sängerkreis oder Odenwald hinaus auch: Die Mitglieder werden älter, immer weniger. Um diesem Trend entgegenzusteuern, will man einen Flyer erstellen, um Finkenbacher Neubürger anzusprechen, kündigte Vorsitzender Rainer Maurer auf der Jahreshauptversammlung an. Auch könnte man sich vorstellen, eine spezielle Probestunde für Interessierte anzubieten.

Denn: „Was die Mitgliederzahl angeht, so treten wir auf der Stelle“, betonte Maurer. Neue Sangeswillige, vor allem Jugendliche, seien nicht in Sicht. Die knappe Sängerzahl wirke sich auch auf die Teilnahme an Veranstaltungen aus. Während 2014 noch acht auf dem Programm standen, war es vergangenes Jahr dem Vorsitzenden zufolge „zappeduster“. Das Orientierungssingen in Unter-Schönmattenwag fand mangels Sänger-Masse ohne den Gemischen Chor statt.

Viele Mitglieder hätten die geselligen Veranstaltungen der Nachbarvereine besucht, „wo wir zwar unsere Stimmen ölten, aber kaum erklingen ließen“, so Maurer. So seien es in erster Linie die Singstunden und die große Treue der Sängerfamilie gewesen, „die den unermüdlichen Einsatz unseres Dirigenten Karlfried Schicht rechtfertigten“. Es werde sicher in diesem Jahr „nicht einfacher für uns“, blickte er nach vorn.

Vor dem Hintergrund des Mitgliederschwundes nahm die Diskussion um die Ausrichtung der Traditionsveranstaltungen breiteren Raum ein. Neue Konzepte müssten aufgrund der veränderten Altersstruktur her, war der Tenor. Während das Grillfest weiterhin in bewährtem Rahmen stattfinden soll, überlegt der Chor, bei den aufwändigeren Terminen Bockskerwe und Adventssingen neue Wege zu gehen.

In diesem Jahr wird der Sänger-Verein noch einmal Ausrichter der Bockskerwe sein, kristallisierte sich aus den Beratungen heraus. Angesprochen wurde aber eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Verschönerungsverein oder eine Art Dorffest unter Beteiligung aller Finkenbacher Vereine. Es gehe einfach darum, den Arbeitsaufwand auf mehr Schultern zu verteilen, hieß es.

„Aufwand und Ertrag stehen beim Adventskonzert in keinem Verhältnis“ war die Erkenntnis aus der Diskussion über die andere langjährige Chorveranstaltung. Unterm Strich stünden der kulturelle Gewinn und die Wahrung eines traditionellen Jahresausklangs im Vordergrund. Auch das Konzert soll 2016 wieder stattfinden. Man will aber versuchen, Helfer im Familien- und Bekanntenkreis für Auf- und Abbau zu gewinnen.

Die Ehrung von Jubilar Walter Fischer, der nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, wurde in der darauffolgenden Singstunde nachgeholt. Er ist dem Gemischten Chor schon seit 40 Jahren treu, erhielt dafür die Nadel des Sängerbundes, eine Urkunde des Vereins und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

In seinem Rückblick auf 2015 erwähnte Maurer das gelungene Grillfest im Juni, die Bockskerwe Ende August und das Adventskonzert Ende November. Letzteres habe für zwei Stunden Entspannung vom Tagesgeschehen gesorgt. Viele Gäste waren laut dem Vorsitzenden der Meinung, „es war eines der schönsten überhaupt“.

In seinem Ausblick erwähnte der Vereinschef den Liederabend in Schöllenbach am 12. März, an dem die Finkenbacher teilnehmen werden. Am 24. April finde das Benefizkonzert des Sängerkreises Neckartal zugunsten der Flüchtlingshilfe in der evangelischen Kirche Beerfelden statt. „Alle Mitgliedschöre nehmen daran teil und sind mit jeweils zwei Liedern vertreten“, so Maurer. Für das Gammelsbacher Sommerfest am 23. Juli habe man eine Einladung vorliegen. Im Spätjahr werde der Sängerkreis seine Herbstversammlung wieder mit einem Highlight verbinden. Es werde geprüft, ob man mit dem Schiff von Neckarsteinach nach Heidelberg fahre.

Einnahmen und Ausgaben hielten sich laut Rechnerin Monika Menges im vergangenen Jahr quasi die Waage, weswegen der Kassenbestand immer noch ein schönes Plus aufweist. Heinrich Fischer und Rainhardt Schmidt prüfen die Kasse – ohne Beanstandungen. Kassiererin und Gesamtvorstand wurden einstimmig entlastet. Für Heinrich Fischer rückte Norbert Kolb als Kassenprüfer nach.

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