2015 war für die Rothenberger Feuerwehr ein sehr ereignisreiches Jahr

Die Rothenberger Ortsteil-Feuerwehr präsentiert sich für eine Gemeinde dieser Größe gut aufgestellt, wurde bei der Jahreshauptversammlung deutlich. 54 Mitglieder zählt derzeit die Einsatzabteilung, acht die Alters- und Ehrenabteilung. Besonders stolz sind die Floriansjünger auf die 29 Kinder- und Jugendlichen in der Jugendwehr. Größter Einsatz im vergangenen Jahr war der Wohnhausbrand in Finkenbach Anfang September (Bild oben).

Die Versammlung wurde vom Feuerwehrvereins-Vorsitzenden Benjamin Götz eröffnet. „Das vergangene Jahr war ein sehr ereignisreiches“, sagte Wehrführer Jochen Weinthäter im Anschluss. „Viele freudige, aber auch weniger erfreuliche Augenblicke haben uns berührt.“ Aus Sicht der Feuerwehr könne man insgesamt gesehen zufrieden sein und „stolz zurückblicken“. Bei vielen Einsätzen „haben wir die Schlagkraft unserer Truppe unter Beweis gestellt“.

Laut Weinthäter tun derzeit neun Frauen und 45 Männer in der Einsatzabteilung Dienst, das sei ein Frauenanteil von 17 Prozent. „Um immer einsatzbereit zu sein, wurden im abgelaufenen Jahr zahlreiche Stunden in die Ausbildung investiert“, betonte er. 2015 wurden sieben Unterrichte mit verschiedenen feuerwehrtechnischen Themen abgehalten, dazu 15 praktische Übungen durchgeführt.

Für die Atemschutzgeräteträger seien vier weitere Ausbildungseinheiten angesetzt und durchgeführt worden, erläuterte Weinthäter. Ebenso gab es seinen Worten zufolge eine Ausbildungseinheit für alle Führungskräfte und für die ausgebildeten Maschinisten. Die Übungsbeteiligung lag 2015 bei 39 Prozent. Dies sei ein Minus gegenüber dem Vorjahr, kritisierte der Wehrführer. 13 Kameraden seien bei weniger als fünf Übungen anwesend gewesen: für ihn „nicht akzeptabel“.

Im abgelaufenen Jahr wurden dem Chef der Einsatzabteilung zufolge vom Feuerwehrverein für Anschaffungen 1100 Euro investiert. Zusätzlich sei die Jugendfeuerwehrarbeit mit 2200 Euro aus Vereinsmitteln gefördert worden. Damit habe man die Gemeindekasse um 3300 Euro entlastet.

2365 Einsatz- und Dienststunden wurden nach den Worten von Weinthäter im vergangenen Jahr abgeleistet, das seien 98 Tage oder 43 Stunden Zeitaufwand pro Person. Zu bewältigen gab es unter anderem zwei sogenannte „Mittelbrände“, darunter den einen Anfang September in Finkenbach, sechs Alarme der Brandmeldeanlage im Haus Cordula in Kortelshütte sowie diverse Hilfeleistungen, Verkehrsabsicherungen und Rettungsdienst-Unterstützung.

Der stellvertretende Wehrführer Sascha Hafner ergänzte, dass die Zahl der Einsätze von 22 (2014) auf 24 (2015) angestiegen sei. Es seien zwischen zwei und 38 Feuerwehr-Frauen und -Männer dabei gewesen, im Durchschnitt zehn Einsatzkräfte. „Die Ausrückzeit lag im Durchschnitt bei etwas über drei Minuten“, so Hafner. Beim Wohnhausbrand in Finkenbach „waren aus der Gesamtgemeinde Rothenberg 68 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen, von der Feuerwehr Beerfelden 35 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen, ein Rettungswagen sowie die Polizei aus Erbach“ im Einsatz.

Über die Aktivitäten des Feuerwehrvereins im vergangenen Jahr informierte Schriftführer Jan Johe. 2015 gestaltete sich seinen Worten zufolge etwas ruhiger als das Jahr zuvor, denn 2014 wurde das 80-jährige Bestehen der Rothenberger Wehr gefeiert. Er nannte Lärmfeuer, Tag der offenen Tür mit Grillfest, Vereinsausflug und Weihnachtsfeier als Aktivitäten. Man habe daneben zahlreiche Feste befreundeter Wehren in Beerfelden, Finkenbach, Falken-Gesäß, Ober-Hainbrunn, Brombach, Hirschhorn oder Kortelshütte besucht.

Den Kassenbericht verlas der zweite Vorsitzende Timm Bartmann stellvertretend für Stefan Brand. Grußworte sprachen Bürgermeister Hans Heinz Keursten, Dr. Roland Krauhs vom DRK-Ortsverein und Pfarrer Eberhard Ramme. Gemeindebrandinspektor Marco Johe bekam „in Würdigung der besonderen Verdienste und des unermüdlichen Einsatzes in der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Rothenberg“ eine Urkunde überreicht. Er war von 2008 bis 2013 stellvertretender sowie von 2013 bis 2015 Wehrführer. Da er im Mai vergangenen Jahres zum Gemeindebrandinspektor bestimmt wurde, übergab er sein Amt an Jochen Weinthäter.

Lehrgänge, Fortbildungen, Beförderungen

Absolvierte Lehrgänge: Grundlehrgang Jan Reiche, Atemschutzgeräteträgerlehrgang Patrick Bartmann, Luisa Sauer; Gruppenführerlehrgang Sascha Hafner; Sprechfunklehrgang Maria Edelmann; Lehrgang Absturzsicherung Marcel Beisel, Jan Johe, Sascha Hafner; Seminar „Mobile Brandsimulationsanlage“ Stefan Brand, Andre Foshag, Sascha Hafner, Matthias Hering, Marco Johe, Luisa Sauer, Maik Spatz, Jochen Weinthäter; Fortbildungsseminar Florix Sandra Edelmann; Gerätewartlehrgang Patrick Bartmann, Atemschutzgerätewartlehrgang Marcel Beisel.

Jan Reiche wurde in die Einsatzabteilung übernommen und zum Feuerwehrmann befördert, Sascha Hafner zum Hauptfeuerwehrmann. Für die meisten Unterrichts- und Übungsbesuche in 2015 wurden Stefan Brand, Sebastian Braun und Jan Johe geehrt. Die Rothenberger Feuerwehr belegte bei der Feuerwehrleistungsübung Platz acht von 17 teilnehmenden Mannschaften.

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