Meto-Aufkäufer Checkpoint mit Standort auch in Hirschhorn wurde verkauft – Mitarbeiter der Meto Services erhielten Kündigung

Die mit drei Werken in Ersheim ansässige Firma Checkpoint wurde zu Monatsbeginn verkauft. Die US-amerikanische Firma mit Sitz in Thorofare, New Jersey, hatte 1999 die Hirschhorner Meto übernommen und Bereiche davon weitergeführt. Checkpoint ist Hersteller und Komplettanbieter von integrierten Systemlösungen zur Warensicherung, -verfolgung und -identifikation. Wie einer Pressemitteilung des Konzerns CCL Industries mit Sitz in Toronto zu entnehmen ist, wurden die an der New Yorker Börse gehandelten Checkpoint-Aktien von dieser zum 1. März aufgekauft.

Weltweit hat Checkpoint über 4700 Mitarbeiter. In Hirschhorn ist das Unternehmen trotz des Rückgangs aus früheren Meto-Zeiten mit über 150 Arbeitnehmern immer noch größter Arbeitgeber in der Stadt. Als Gründe für den Kauf wird von CCL unter anderem die strategische Möglichkeit angeführt, die schon vorhandenen eigenen Kapazitäten bei der Labelfertigung ausbauen zu können.

Die bisherigen Checkpoint-Aktionäre sollen für ihre Anteile jeweils 10,15 US-Dollar erhalten. Der Gesamtverkaufspreis beläuft sich auf 556 Millionen kanadische Dollar (etwa 378 Millionen Euro), davon fließen 44 Millionen in bar. CCL beziffert die durch den Aufkauf möglichen Synergieeffekte auf 40 Millionen kan. Dollar. Bis Mitte des Jahres soll der Verkauf komplett abgewickelt sein. Checkpoint hatte im bis Ende September 2015 laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 820 Millionen kan. Dollar (558 Mill. Euro) und etwa 83 Mill. kan. Dollar (56,4 Mill. Euro) Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

Welche Auswirkungen das auf den Standort Hirschhorn haben wird, vermochte man vor Ort noch nicht zu sagen. Unter den Mitarbeitern ist derzeit auch nur der Verkauf an sich bekannt, weitergehende Infos gab es bisher noch nicht. Allerdings vermuten die zehn Angestellten der Checkpoint-Tochter „Meto Services“, ein „Kollateralschaden“ zu sein, weil sie im CCL-Konzern nicht mehr benötigt würden. Denn ihnen wurde unseren Informationen zufolge am 23. Februar zum 31. März betriebsbedingt gekündigt.

Dass dies so kurzfristig möglich war, hänge mit der fehlenden Tarifbindung der auf dem Papier eigenständigen Abteilung zusammen, heißt es von Gewerkschaftsseite. Seitens des Gesamtbetriebsrats sei auch gerichtlich versucht worden, die Vertretung der dortigen Mitarbeiter zu erreichen, hieß es. Aber obwohl es die gleiche Geschäftsführung gebe, sei man damit nicht durchgedrungen.

Einen direkten Zusammenhang der Kündigungen mit dem Verkauf können Mitarbeiter und die sie vertretende Gewerkschaft derzeit nicht herstellen. Man will die Kündigungen aber rechtlich und notfalls gerichtlich überprüfen lassen. Wie es weiter heißt, wurde den zehn Personen eine „kleine“ Abfindung angeboten, falls sie auf arbeitsrechtliche Schritte verzichteten.

Erst vor drei Jahren wurde laut unseren Informationen die Abteilung wieder aus Tschechien nach Hirschhorn geholt, nachdem sie nochmal drei Jahre zuvor – wohl aus Rationalisierungsgründen – dorthin verlagert worden war. Zwischenzeitlich arbeiteten einmal 35 Personen in ihr, zuletzt sei sie aber bereits auf zehn abgebaut worden.

Advertisements