Mittlere Neckar-Wehrwalze in Hirschhorn wird ab April saniert

In diesem Jahr wird der mittlere Wehrverschluss am Stauwehr Hirschhorn saniert. Bei der über 80 Jahre alten Wehrwalze wird der Korrosionsschutz erneuert sowie werden beschädigte Stahlbleche und -riegel ausgetauscht. Pro Wehrwalze werden rund fünf Tonnen Stahl ersetzt. Die große Schwierigkeit seien die Nietarbeiten, die beim Einbau der neuen Stahlteile anfallen. Der Projektleiter, Diplomingenieur Siamak Akhavanpour, geht von ca. 2000 neuen Nietverbindungen aus, die hergestellt werden müssen.

Die Maßnahmen beginnen laut Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Heidelberg im April und sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Um für die Anwohner die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, werden dem WSA zufolge umfassende Lärmminderungsmaßnahmen ergriffen. So würden die Baustellenbereiche eingehaust und Baustellenaggregate zusätzlich gedämmt. Zudem fänden baubegleitende Lärmmessungen statt.

Das WSA hat am unteren Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn zwölf große Stauanlagen mit insgesamt 25 großen Schleusenkammern und 40 Wehrverschlüssen zu unterhalten. Die Stauanlagen sind die Grundvoraussetzung für die Schifffahrt und Energiegewinnung durch Wasserkraftnutzung. Die alten Bauwerke am Neckar müssen in einem festen Turnus instand gesetzt werden. Mit der Arbeit in Hirschhorn wurde eine Spezialfirma aus Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) beauftragt.

Das WSA hat zur beschleunigten Abwicklung der Maßnahmen einen Zweischichtbetrieb ausgeschrieben. Grund hierfür ist das enge Zeitfenster bis Ende Oktober. Zur Durchführung der Maßnahmen wird jeweils der mittlere Wehrverschluss mit einem Revisionsverschluss verschlossen. Dadurch könne während der Bauzeit weniger Abfluss durch die Wehranlage geführt werden.

Es ist dem WSA zufolge daher von großer Wichtigkeit, bis zum Beginn der Hochwassersaison im Herbst die Maßnahme abgeschlossen zu haben. „Die Anlagen sind seit rund 80 Jahren in Betrieb“ erläutert Jochen Bode, Unterhaltungschef im Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg. „Dies ist zugleich auch unsere große Herausforderung. Durch planmäßige Unterhaltungsmaßnahmen der Wehrverschlüsse ist es jedoch gelungen, dass am unteren Neckar die Wehre zuverlässig betrieben werden können.“ Dies sei für die Anlieger wichtig, da die Wehre bei Hochwasser aus dem Stau gefahren werden müssten.

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