Konzert in Neckarsteinach: Shakespeare in einem völlig neuen (Jazz-)Gewand mit Caroll Vanwelden

Der Schluss bedeutete noch nicht das Ende: Lang anhaltender Beifall forderte eine Zugabe, und auch danach wollten die Zuschauer noch nicht von Caroll Vanwelden lassen. Die sympathische Belgierin war gefragte Ansprechpartnerin, wurde um Autogramme gebeten, durfte ihre CDs signieren. Bürgermeister Herold Pfeifer zeigte sich hellauf begeistert vom Konzert des Quartetts um die 44-jährige Pianistin und Sängerin aus Gent mit Wahlheimat Heidelberg.

Mit dem in der Rhein-Neckar-Region bekannten Jazztrompeter Thomas Siffling, Mini Schulz am Kontrabass und Ralf Gustke am Schlagzeug waren drei hochkarätige Mitmusiker in die evangelische Kirche gekommen, die mit ihrem Können ein ums andere Mal das Publikum begeisterten. Ermöglicht hatte das Konzert durch ihr Sponsoring die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein-Main-Neckar.

Seit ihrem Umzug nach Heidelberg 2011 widmete sich Caroll Vanwelden der Vertonung von Shakespeare-Sonetten. Sie katapultierte sich damit geradezu schlagartig ins Rampenlicht und wurde gleichsam hymnisch als Entdeckung gefeiert. „Als Sängerin, als Pianistin, und besonders als Komponistin weist sie eigene und auch neue Wege auf“, heißt es über die Wahl-Heidelbergerin. Sie setze „Shakespeares Rhythmen kongenial um“.

Eine erste CD 2012 „Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets“ war so erfolgreich, dass 2014 eine weitere folgte. Beide bildeten das Grundgerüst für den Auftritt in Neckarsteinach. In der gut gefüllten Kirche bestach Vanwelden mit ihrer volltönenden, warmen Stimme, die den alten Werken ganz neues, bestechendes Leben einhauchte. Viel Applaus zwischen den Liedern drückte die Begeisterung der Gäste über diese absolut hochkarätige Aufführung aus.

Die Absolventin der Londoner Guildhall School of Music & Drama stellte gefühlvoll und lebendig ihren „offenbar unerschöpflichen Einfallsreichtum“ unter Beweis. Kongenial sind ihre Mitmusiker: Thomas Sifflings entlockte der Jazz-Trompete die ausgefallensten Töne, gab im Kirchenrund alles. Mini Schulz verschmolz fast mit seinem Kontrabass, gab den Takt vor, strich ihn mit dem Bogen oder zupfte, was das Zeug hielt. Ralf Gustke an Schlagzeug und Percussion als Tüpfelchen auf dem I rundete das gelungene musikalische Gesamtwerk ab.

„Die Gedichte entführen dich in eine unendliche Welt, in der du bei jedem Lesen etwas Neues entdeckst“, schwärmt Vanwelden von der Kunst des 1664 geborenen Dichterfürsten William Shakespeare. „Mein Ziel ist, die Hörer auf eine Reise mitzunehmen und dabei die Emotionen, die Shakespeare in seine Sonette gesteckt hat, mit meiner Musik zu vermitteln“, erklärt die Wahl-Heidelbergerin. Natürlich empfindet sie es als Herausforderung, die klassische Lyrik in zeitgemäße Klänge zu kleiden.

Die Zuschauer waren sich am Konzertende einig: Solche Musik sollte es viel öfter in Neckarsteinach zu hören geben. Diese hochstehenden Aufführungen finde man sonst nur in den Großstädten. Der Blick ins Runde machte deutlich, dass es von dort und aus der ganzen umliegenden Region viele Jazzfreunde für einen Abend in die Vierburgenstadt gezogen hatte. Umso größer war der Dank von Bürgermeister Pfeifer an die IHK, dieses Konzert ermöglicht zu haben. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1117959898248158.1073741911.100001024761983&type=1&l=fa06e154b3

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