667 Unterschriften für den Erhalt der Gemeindeverbindungsstraße Brombach-Heddesbach gehen an den Petitionsausschuss

Für ihre Gemeindeverbindungsstraße nach Heddesbach gehen die Brombacher auf die Barrikaden. Die vor einem Monat gegründete Bürgerinitiative (BI), die sich den Erhalt der Verbindung Richtung Westen zum Ziel gesetzt hat, trommelte in den vergangenen vier Wochen kräftig. Mit Erfolg: 667 Unterschriften pro Reaktivierung wurden in dieser Zeit in der gesamten Region gesammelt. Sie sind nun aus dem Eberbacher Stadtteil auf dem Weg Richtung Stuttgart und Wiesbaden, mit Ziel Petitionsausschuss von Baden-Württemberg und Hessen.

Denn das benachbarte Bundesland ist auch mit im Boot, machte BI-Sprecher Matthias Heinzmann bei einem Treffen deutlich: Die einzig noch verbliebene Zufahrt von Hirschhorn und Brombacher Wasser kommend liegt im unteren Teil auf hessischer Gemarkung. Sie ist in einem so schlechten Zustand, dass schon seit einiger Zeit Überlegungen für eine Sanierung laufen. Nur: Durch die Schließung der Straße nach Heddesbach fehlt die Ausweichstrecke. Und deshalb möchte die BI die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil mit ins Boot holen.

Wie Heinzmann erläuterte, habe er bei einer Wahlkampfveranstaltung vor kurzem in Eberbach den hessischen Innenminister Peter Beuth auf das Thema Gemeindeverbindungsstrecke und damit verbundene Themen angesprochen. Dieser erhalte nun eine Kopie des Schreibens an den Wiesbadener Petitionsausschuss. Beuth habe zugesagt, ein Auge auf die Thematik zu haben.

„Wir fordern eine Rücknahme der Entwicklung“, brachte der BI-Sprecher im Kreise seiner Kollegen die Wünsche auf den Punkt. Die Brombacher wollten keine Luxusstraße, sondern eine „Instandsetzung in Minimalstandard“. Er wies auf das neu aufgenommene Verfassungsziel in Baden-Württemberg hin, den ländlichen Raum zu fördern. „Davon ist mit Schließung der Straße aber nichts zu spüren.“

Neben dem Appell an die Politiker wollen die Brombacher auch die rechtlichen Wege ausschöpfen. Denn ihrer Meinung nach wurde über die Schließung der Straße nicht amtlich korrekt informiert. Ortsvorsteher Viktor Hartmann habe sich diesbezüglich bereits an Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert gewandt. „Es fehlt die amtliche Bekanntmachung mit dreimonatiger Widerspruchsfrist“, argumentierte Helmut Schön. Diese wolle man in Anspruch nehmen, konkretisierte sich heraus.

Aus der Runde kam der Wunsch, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, um die verschiedenen Aspekte gründlich beleuchten zu können. „Wir wünschen uns Gespräche über die Finanzierung“, hieß es. Auch die Brombacher würden ihren Teil zu den Kosten beitragen. Gleichzeitig wurde die Erwartungshaltung geäußert, „dass sich Bürgermeister Reichert für uns stark macht“.

Natürlich ist den Brombachern bewusst „dass Reichert auf fremder Gemarkung kein Geld ausgeben darf“ – 90 Prozent der Strecke liegen auf Heddesbacher Gebiet. Jedoch wünschen die Ortsbürger mehr Engagement von der Eberbacher Verwaltung zu ihren Gunsten. Sie haben das Gefühl, nicht nur verkehrstechnisch „abgehängt zu sein“.

Denn schließlich, so die Argumentation, kosteten auch alle anderen Maßnahmen Geld: der Rückbau der Gemeindeverbindungsstraße, die Sanierung der verbliebenen Zufahrtsstrecke sowohl auf hessischer als auch auf badischer Gemarkung sowie die Herrichtung einer Alternativroute. Mit etwas gutem Willen, so die 112 Köpfe zählende Bürgerinitiative, müsste sich doch eine Lösung finden lassen, die allen Belangen Rechnung trage.

Hintergrund:

Die seit den 60er Jahren bestehende Gemeindeverbindungsstraße zwischen dem Eberbacher Stadtteil Brombach und Heddesbach war in einem immer schlechteren Zustand, zum Schluss von Schlaglöchern übersät und praktisch nicht mehr nutzbar. Eine Sanierung würde 600.000 Euro kosten, ergaben Berechnungen – die man in Brombach anzweifelt. Da Heddesbach dieses Geld nicht hat und auch sonst niemand einspringen wollte, beantragte die Nachbargemeinde Ende des vergangenen Jahres die „Entwidmung“ beim zuständigen Gemeindeverwaltungsverband Schönau. Dieser kam im Januar dem Wunsch nach. Nach der etatmäßigen „Wintersperrung“ bis Ende Februar wurde die Straße nicht mehr geöffnet und ein Durchfahrtsverbotsschild angebracht. Für die Brombacher bedeutet dies nun einen Umweg von zehn Kilometern, um Richtung Heddesbach, Heiligkreuzsteinach oder Wald-Michelbach zu kommen.

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