Gegen die Wegwerfgesellschaft: Hirschhorner „Repaircafé“ in den Räumen des ehemaligen Seniorentreffs eröffnet

„Wir reparieren ihre alten Schätze“, heißt es auf dem Flyer des neuen Hirschhorner „Repaircafés“. Das wurde jetzt in den Räumen des ehemaligen Seniorentreffs im Alten Amtsgericht eingeweiht und soll in Zukunft einmal monatlich öffnen. Den Initiatoren um die ehemalige Bürgermeister Ute Stenger geht es darum, der Wegwerfgesellschaft entgegenzutreten und Ressourcen nicht zu verschwenden. Bereits zur Eröffnung kamen ein paar Bürger mit Computer, Handy oder Nähmaschine.

Ein Team von zehn Ehrenamtlichen kümmert sich um das Repaircafé. Ihnen dankte Stenger in ihrer Begrüßung für die Bereitschaft, sich in diesem Herzensanliegen von ihr, das von Stadt und Seniorenbeirat gemeinsam getragen werde, einzubringen. Vier Bereiche werden angeboten: Elektro mit Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik, PC-Hard- und -Software, Mechanik (Kleingeräte) sowie Nähen und Stricken.

Stenger freute sich, nicht nur Interessenten und Gäste aus Hirschhorn selbst, sondern auch aus dem badischen und hessischen Umland willkommen heißen zu dürfen. In der letzten Zeit hätten sich noch weitere Ehrenamtliche zur Mitwirkung bereit erklärt. „Jede Hand wird gebraucht“, machte sie aber klar, dass man auch weiterhin für Unterstützung dankbar ist.

Unter dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ wolle man dazu beitragen, „dass Ressourcen gespart werden“, so Stenger. Der nächste Termin steht bereits fest: Samstag, 30. April, von 14 bis 17 Uhr. Sie dankte allen Mitstreitern und freute sich darüber, dass schon ein paar Hilfesuchende gekommen seien. Die könnten übrigens, ergänzte sie, auch in punkto unverständliche Gebrauchsanweisungen um Rat fragen.

Die Stadt habe „das Projekt sehr gerne unterstützt“, sagte Bürgermeister Rainer Sens. Die Kultur, „Kaputtes nicht einfach wegzuwerfen“, sei löblich. Denn oftmals seien die älteren Gegenstände auch „mit liebgewonnen Erinnerungen“ behaftet. Das Repaircafé bringe Menschen zusammen, „die sich sonst nicht begegnen würden“, hob er die soziale Komponente hervor. Deshalb wünsche er „nicht nur ein glückliches Händchen“, so Sens, sondern auch „interessante Begegnungen“.

Jürgen Waibel betonte, dass sich der Seniorenbeirat in den vergangenen vier Jahren oft mit Überlegungen beschäftigt habe, wie man den Seniorentreff wieder beleben könne. Das Repaircafé sei „Vorreiter in der Region“ und ein gutes Beispiel fürs ehrenamtliche Engagement in der Stadt. „Exzellente Fachleute“ stünden in den verschiedenen Bereichen zur Verfügung.

Laut Waibel kann „aus dieser Keimzelle vieles entstehen“. Ihm schwebt dabei als Fernziel etwa ein Spielenachmittag für Großeltern und Enkel vor. Gleichzeitig wollte er die Mitarbeit auch als sanften Anstoß verstanden wissen, sich möglicherweise als Kandidat für den Seniorenbeirat aufstellen zu lassen. Und wer sich im Repaircafé einbringen wolle, sei gerne gesehen.

Weitere Infos bei Ute Stenger, Telefon 06272/711.

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